Angst vor Therapeuten (Angst davor analysiert zu werden)?

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9 Antworten

Mach dir keine Sorgen. Das macht kein Therapeut. Das würde dir auch nichts nützen, denn du selbst sollst dich ja kennenlernen. Das ungebetene Analysieren wäre auch unethisch und übergriffig.

Das Analysieren ist Küchenpsychologie, so wie sich Lieschen Müller eine Therapie vorstellt. Ein Psychologe, Psychotherapeut lernt schon im ersten Semester, dass man das nicht tut/kann. Im Kino oder Filmserien sieht man das schon mal, aber das ist fachlicher Kappes. Wie gesagt, so stellt sich Lieschen Müller das Therapieren vor.

Der Therapeut ist dir dabei behilflich, dass  du lernst, dich genau wahrzunehmen. Wie geht es mir jetzt in dem Augenblick. Und das bitte auch genau und differenziert wahrzunehmen.

Wenn der Therapeut an dir etwas wahrnimmt, was du selbst nicht bemerkst, dann fragt er dich immer, ob seine Wahrnehmung stimmt. Aber er analysiert es nicht.

Beispiel:

Er fragt: "kann es sein, dass Sie jetzt wütend, traurig, müde, gelangweilt... sind?"

Er wird aber niemals sagen: "Sie sind wütend, weil ..."  Wenn er das macht, soll er sein Zeugnis  zurückgeben. Ich würde es mir verbitten, analysiert zu werden. Weil das übergriffig ist.  Aber das macht auch keiner, der etwas taugt.

Merke dir eines: Es wird nicht analysiert. Auch nicht in der Psychoanalyse.

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Kommentar von Voltculi
10.07.2017, 18:58

Das hilft mir gerade sehr weiter. 
Denke mit diesem neuen Hintergrundwissen wird es einfacher sein, diesen Schritt zu gehen und vielleicht auch leichter sein, über einiges zu reden. 

Danke dafür :) 

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@ Voltculi

Du wirst mit der Zeit damit klarkommen müssen, wenn du einen Erfolg erreichen willst.

Keiner lässt sich gerne in die Karten schauen und sich einem Fremden zu öffnen ist immer schwer und die meisten weigern sich und dann kann eine Therapie auch nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Psychische Probleme kannst du leider nicht alleine analysieren, wenn das so einfach wäre, dann bräuchte man keine Psychologen mehr und jeder könnte sich selber therapieren.

Versuche nicht einen Therapeuten als deinen Feind anzuschauen, denn er ist dazu da, damit er dir helfen kann.

Sympathie ist schon wichtig, aber viel wichtiger ist, dass du die Erkenntnis gewinnst, dass er dir helfen kann und jede Woche eine Stunde sollte zu schaffen sein.

Siehe es einfach als eine Chance an, denn Psychologen sind damit erfolgreicher als du selber, denn die Psyche von jedem Mensch funktioniert anders.

Du kannst deine Probleme nur lösen, wenn du selber bereit dazu bist, dich diesen zu stellen und das bedeutet auch, dass du dich stückweise etwas öffnest. Nur so kannst du mit der Zeit erkennen, wie und was du j e t z t ändern kannst, um dein Leben in den Griff zu bekommen.

Wenn du Angst hast, dann musst du diese überwinden und jeder Psychologe weiß das, dass es dir schwer fällt, darüber zu reden.

Versuche deine Angst zuzulassen, das ist ein völlig normaler Vorgang. Eine Therapie kann unter Umständen schmerzhaft werden, aber wenn ein Mensch immer nur alles in sich hineinfrisst und sich keinem anvertraut, dann tut das weh, weil man evtl. alte Wunden aufreisst. Manchmal muss es aber sein, damit man das Problem erkennt und dann weiß, wie man es besser machen kann.

Aber nur wenn du das kapierst, dann bist du auf dem Weg zu erkennen, dass du r e d e n musst, sonst kannst du hundert Psychologen aufsuchen und wenn du selber nicht mitarbeitest, dann kann man dir auchnicht helfen.

Wenn du nicht reden kannst, dann schreibe deine Gedanken auf und das gibst du deinem Therapeuten oder deiner Therapeutin.

Führe eine Art Tagebuch, wo du deine Erlebnisse oder was auch immer aufschreibst. Auch was du während dem Schreiben fühlst und denkst, auch Wut, Ärger und Traurigkeit gehöern auch zu deinem Leben. Du wirst feststellen, dass es dir danach besser gehen kann.

Du hast es in deinem letzten Absatz bereits erkannt, aber wenn du dich ständig dagegen wehrst, dann wird deine Situatiion nicht besser, denn dann kommen deine jetzigen Gefühle - dich nicht öffnen zu wollen - dazu.

Überwinde dich und stelle dich deiner Angst, bei jeder Sitzung wirst du besser und stärker.

Du musst immer daran denken, sobald deine Emotionen angesprochen werden und dir ist zum weinen zumute, dann hast das Gespräch einen wunden Punkt bei dir angesprochen, ein Zeichen, dass das Gespräch etwas bei dir bewegt hat. Solltest du heulen  müssen, dann lasse es raus, es wird dich deswegen kein Therapeut komisch anschauen oder irgendwie reagieren.

Auch das gehört zu einer Therapie.

Falls du keinen Draht zu dem Therapeuten hast, hast du jederzeit das Recht, dir einen anderen oder eine Therapeutin zu suchen. Aber das REDEN wird dir auch bei einem anderen nicht erspart bleiben und deine Mitarbeit auch nicht.

Außerdem haben Therapeuten eine Schweigepflicht.

Therapeuten können dir durch viele Gespräche nur Wege aufzeigen wie du alles besser machen kannst, aber wenn du mitarbeitest, dann wirst du irgendwann erkennen, wie du das machst und wie du deine Probleme in den Griff bekommen kannst.

Drücke dir ganz fest die Daumen, dass du es schaffst, dich erstens zu öffnen und dann  mitzuarbeiten, dann wirst du auch einen Erfolg haben.

Es haben viele schon vor dir erfolgreiche Therapien gemacht und es geschafft und du wirst das auch. Mit einem festen Willen kannst du fast Berge versetzen, sofern du die Hilfe in Anspruch nimmst und nicht wie so viele sagst:

Es hat nichts geholfen (dann haben sie nicht richtig mitgearbeitet). Es hilft immer nach Wegen zu suchen, mit denen man sein Leben in den Griff bekommen kann.


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Kommentar von Voltculi
10.07.2017, 17:50

Danke für die ausführliche Antwort. 
Ja, dass Reden ist wirklich schwierig, vor Allem weil ich eher der bin, der wenig redet, aber immer versuche so präzise wie möglich zu sein. Es passt einfach nicht zu mir, ausschweifend (und vor allem über Gefühle zu reden)... aber genau das will ich auch verändern. 

Ich weiß, man kann sich nicht wirklich selbst therapieren... Sieht man auch an den Therapeuten selber, die zu anderen Kollegen gehen um einiges zu verarbeiten. 

Ich habe eines gelernt. Wenn man sich ewig versteckt, dann bleibt man ewig in der Selben Stellung wie vor etlichen Jahren, ohne eine wirkliche Entwicklung im Leben. Irgendwann muss man Verantwortung für das eigene Leben übernehmen und sich zum positiven verändern. 

Es liegt auch in der Pflicht von jedem, die Unzufriedenheit mit sich selbst zu tilgen. Man kann so nicht ewig leben. 

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Ein guter Therapeut analysiert nicht in dem von dir genannten Sinn. Er hilft mit sachdienlichen Fragen das Problem zu entwickeln und zu erkennen. Gemeinsam mit dir wird er dann einen Lösungsweg erarbeiten. Die Vorstellung, ein Therapeut sitze da, lässt dich reden, analysiert deine Person, um dann ein Urteil über dich abzugeben, ist überholt. Ich als Therapeut habe zumindest nie so gehandelt. Eine Therapie ist immer ein Gemeinschaftswerk, auf Seiten des Therapeuten getragen von Respekt gegenüber der Person des Klienten.

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Kommentar von Voltculi
10.07.2017, 17:34

Danke für die Info... 
Es ist halt das Bild, welches man aus Filmen kennt, wo man eigentlich nur redet und dann eine Antwort bekommt und plötzlich ist die Sache abgehackt :) 

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Also ein Therapeut analysiert für sich und macht das nicht wirklich offensichtlich. Er stellt vorwiegend Fragen und hört dir zu. Mit den Fragen schubst er dich in eine gewisse Richtung und last dich selbst damit Antworten finden. Wenn er gut ist, dann weiß er was er tut und geht mit vorsicht und viel Einfühlungsvermögen vor, sodass du dich dort wohlfühlst und redden willst. Es bringt ihm und dir ja nichts, wenn du dicht machst. ;) Versuch vorab nicht so viel zu analysieren ;) Lass dich neutral auf die Therapie ein und wenn der Psychologe nichts taugt, such dir einen anderen.

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Kommentar von Voltculi
10.07.2017, 17:22

Danke für die Antwort. 
Ich denke, ich hatte ein verfälschtes Bild von einer Therapie^^ 
Man lies und hört schließlich sehr wenig davon und auch Erfahrungsberichte sind kaum zu finden. 

Werde versuchen es etwas gelassener zu nehmen und mich nicht darauf zu versteifen, wenn die Chemie nicht stimmt, dann kommt der nächste daran :) 

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Habe keine Angst davor, dich bei ihm zu öffnen. Er wird versuchen dich zu verstehen und über NICHTS was du sagst lachen. Er will dir helfen, deine Probleme in den Griff zu bekommen und dein Leben unbeschwerter zu leben. Ihr arbeitet also beide gemeinsam auf eine positive Veränderung hin. Dafür müsst ihr beide aber an einem Strang ziehen. Du musst offen und ehrlich zu ihm sein, nur dann kann er auf dich einwirken. 

LG

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Ein Therapeut analysiert doch nichts sondern sucht mit dir nach dem offenen oder blockierten Türen, die den Weg zur Verbesserung deines Befindens bieten.
Er wird dich verurteilen oder bewerten.
Die Angst kannst du ganz beruhigt loslassen.

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Kommentar von Momo1965
10.07.2017, 17:57

Darf ich Dir ganz schnell ein "nicht" schenken, damit die vorletzte Zeile nicht falsch verstanden wird. ;-)

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Kommentar von Chinama
10.07.2017, 17:59

Gerne ❣️
Am Handy kann man ja nicht korrigieren. Danke.

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Kommentar von Chinama
10.07.2017, 18:05

Ich weiß, das aber kein ungefragtes Einmischen in das Schicksal eines Mitmenschen 🌷

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Hallo Voltculi,

es ist schon ein Unterschied, ob Du Dich selbst analysierst, oder ob das ein professioneller Therapeut macht. Wenn Du dich selbst analysierst, kannst Du ja bequem Dinge die Dir nicht gefallen "übersehen" und nicht zur Kenntnis nehmen, während ein Therapeutdiese Dinge schon sieht. Aber das ist kein Grund Angst zu bekommen. Therapeuten kennen die menschliche Seele genau und können Dich auch versthen und helfen Dir dabei, aus dem Labyrint der Verwirrung herauszukommen und für die Zukunft klar zu sehen.
Ich denke, Dein Problem mit der Therapie kommt in Deiner Frage zum Ausdruck: Du versuchst die Angst zu bekämpfen, damit wirst Du sie aber nicht los, sie wird sich nur in anderer Form wieder zeigen und dann irgendwie Amok laufen. Besser wäre es, die Angst zuzulassen und zu verstehen woher sie genau kommt. Damit umzugehen wird Dir Dein Therapeut lehren. Vielleicht sprichst Du das gleich bei Deiner ersten Stunde an um einen guten Einstig hinzubekommen.

LG

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Naja, darüber solltest du mit deinem Therapeuten reden. 

Wenn du das nciht schaffst, kannst du ihm vielleicht einen Brief schreiben? 

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Kommentar von Voltculi
10.07.2017, 17:17

Du hast recht. Die kann mir dann die Angst nehmen und wenn ich über das Gefühl nicht sprechen kann, dann könnte ich ihr einen Brief schreiben. 

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Ja da muss man schon gut aufpassen, welchen man wählt. Es gibt sicher gute Therapeuten, aber leider auch  viiiiele schlechte, wo man das Gefühl hat, die hinterfragen nicht wirklich richtig und würfeln dann ihre Diagnose einfach aus... 🎲 Hauptsache es gibt in dem Beruf viel 💰💰 ...

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