Angst vor einer vollnarkose

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Hi yma92,sehr verständlich.Der Tod wegen der Narkose ist extrem selten.Die dauernde Überwachung während der gesamten Op bedeutet höchste Sicherheit,geringste Abweichungen werden sofort bemerkt und Gegenmassnahmen ergriffen.Das sind Tatsachen,sie mögen bei der Angstbeseitigung helfen.Und es gibt eine sogenannte Prämedikation,die angstfrei und gelassen macht.Regionalanäestrhesie wird vor allen bei Operationen an Unterarm und Hand durchgeführt.Gute Besserung und LG Sto

Zunächst mal bringt es wenig, noch irgendwelche Statistiken, wie oft etwas bei einer Narkose passiert, zu bringen. Weil es ohnehin nur abstrakt ist. Das wichtigste, was du dir in diesem Falle vergegenwärtigen solltest, ist, dass du auch im täglichen Leben eigentlich nicht wirklich 100% sicher bist, aber das ist halt vertraut und damit kann man eben leben.

Sich wegen einer Vollnarkose zu ängstigen, ist sinnlos, weil sie in den meisten Fällen dann als angenehm empfunden wird, wie hier schon geschrieben wurde. Sowohl das Einschlafen als auch der Schlaf selber wird häufig als schön empfunden. Liegt an den Medikamenten, die du dafür kriegst. Das fängt bei der Beruhigungspille an, die angstlösend und beruhigend wirkt und geht dann weiter mit den Schmerzmitteln und dem Schlafmittel, was dann gespritzt wird.

Das Schmerzmittel ist meistens ein Opioid, eine Droge, die nicht nur den Schmerz unterdrückt, sondern auch noch ein Glücksgefühl vor dem Einschlafen mit sich bringen kann. Oder es ist ganz einfach Lachgas, das beim Einatmen die Stimmung hebt und auch euphorisierende Wirkung hat. Das Schlafmittel ist in der Regel Propofol, das beruhigt und entspannt, so dass das Einschlafen ruhig und friedlich ist und das dazu noch glückliche Träume verursachen kann.

Eine Narkose selber ist ein kontrollierbarer und kontrollierter Rauschzustand, der vereinfacht auf den selben Prinzipien beruht, wie ein Alkoholrausch. Nur ist die Narkose einfacher zu beherrschen, weil die Drogen unmittelbarer gegeben werden können. Sie werden in den Blutkreislauf injiziert oder ganz einfach eingeatmet. Je höher die Konzentration im Blut ist, umso tiefer ist die Narkose. Der Narkosewirkung kann von einem beduselten Wachzustand ohne Erinnerung (Filmriss) bis hin zu einem richtig tiefen Schlaf reichen, in dem du dann wirklich nichts mehr wahrnimmst. Auf alle Fälle ist die Narkose zeitlich begrenzt, weil die Konzentration des Narkosemittels im Blut laufend abnimmt. Zum einen verteilt es sich im übrigen Körper. Zum anderen werden inzizierte Betäubungsmittel laufend von Nieren und Leber abgebaut. Eingeatmete Narkosemittel werden einfach wieder ausgeatmet, wenn die Zufuhr über die Einatemluft abgestellt wird. Und sobald die Konzentration unter die Schwelle, die zum schlafen notwendig ist, fällt, wachst du wieder auf. Zwingendermassen sozusagen. Die Schmerzmittel können im übrigen durch Gegenmittel wieder aufgehoben werden.

Alles in allem also eine im Prinzip einfache Angelegenheit. Das beängstigende kommt daher eher von dem Ungewohnten und Ungewöhnlichem. Am besten hilft da gegen die Angst neugierig bleiben und sich alles genau anschauen: Hab noch einen Link zu einem Video angehängt.

http://www.youtube.com/watch?v=Wk86AnPBjSU

Einen Narkoseunfall zu erleiden wie Du ihn beschrieben hast besteht mit einer Chance von 1 zu 40.000! Lokale Betäubungen können bei Operationen nicht durchgeführt werden wenn diese im Körper stattfinden. Bei jeder Operation ist ein Narkosearzt dabei der ständig Deinen Blutdruck, Herzfrequenz usw. überwacht und dafür Sorge trägt dass dir nichts passiert.

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