Angst verrückt zu werden, geht das?

8 Antworten

Hallo lottix,

depressive Menschen haben in der Tat manchmal das Gefühl, verückt zu werden. Das ist jedoch lediglich ein Symptom der Erkrankung und führt nicht wirklich dazu, verückt zu werden.

Du schreibst, dass Du die Diagnose "Depression" vor einem 3/4 Jahr bekommen hast. Falls Du noch nicht in Behandlung bist, möchte ich Dir gern einige Tipps dazu geben.

In der Regel verschreibt der Arzt Antidepressiva, die stimmungsaufhellend und antriebssteigernd wirken und nicht abhängig machen. Besonders in der ersten Einnahmephase muss man mit Nebenwirkungen rechnen, die in der Regel jedoch nach 2-3 Wochen abnehmen. Viele empfinden die Einnahme eines Antidepressivums als sehr wirkungsvoll, da es außerdem dabei hilft, Konzentrationsprobleme zu überwinden.

Beachte bitte: Die medikamentöse Behandlung sollte unbedingt von einem Facharzt (Nervenarzt oder Psychiater) durchgeführt werden, da er sich am besten mit der Wirkung und Anwendung von Psychopharmaka auskennt. Es kann auch sein, dass nicht gleich das erste Medikament anschlägt oder nicht gut vertragen wird und auf ein anderes gewechselt werden muss. Daher ist es es wichtig, dem Arzt immer wieder Rückmeldungen zu Wirkung und Nebenwirkungen des Medikaments zu geben. Solltest Du Dich mit einem bestimmten Medikament absolut nicht wohlfühlen, dann ist die Rücksprache beim Arzt unbedingt notwendig. Alles Weitere kann er dann entscheiden.

Was bei leichten bis mittelschweren Depressionen als pflanzliches Mittel sehr gut hilft ist Johanniskraut. Es ist nebenwirkungsarm und wird von den meisten gut vertragen. Allerdings sollte man sich ein entsprechend hochdosiertes Präparat vom Arzt verschreiben lassen - die frei verkäuflichen Präparate in Drogeriemärkten sind dagegen zu schwach in der Dosis.

Da Medikamente allein nicht dazu geeignet sind, eine Depression zu heilen, könntest Du Dich auch an einen Psychotherapeuten überweisen lassen. Ein sehr gutes und bewährtes Verfahren zur Behandlung einer Depression ist die sog. "kognitive Verhaltenstherapie", bei der Du lernen kannst, negative Gedanken und Gefühle zu überwinden. Sie wird in der Regel von einem psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt. Allerdings musst Du mit einer gewissen Wartezeit rechnen, bis Du mit der Therapie beginnen kannst.

Über die eben beschriebenen fachlichen Hilfen hinaus, kannst Du selbst einiges tun, um Deine Depression zu überwinden. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es nicht leicht für Dich ist, aktiv zu werden, da die Depression Deine Kräfte lähmt. Sich überhaupt zu irgendetwas aufzuraffen erfordert enorme Kraftanstrengungen, doch Du wirst sehen, es lohnt sich! Es gehört eben zum Wesen einer Depression, das Gefühl zu haben, nicht in der Lage zu sein, in irgendeiner Weise aktiv zu werden. Doch höre nicht auf Dein Gefühl! Dieses Gefühl betrügt dich, da es Dich nur noch tiefer in die Depression treibt. Fang doch mit ganz kleinen Schritten an, z.B. mit einem kurzen Spaziergang.

Es ist ganz verständlich, dass Du so schnell wie möglich wieder aus Deiner Depression herauskommen willst und Du machst Dir womöglich Vorwürfe, dass Du nicht mehr so leistungsfähig bist wie früher. Vielleicht sagst Du Dir innerlich immer öfter: "Ich bin doch zu nichts mehr zu gebrauchen". Doch mit solchen Selbstvorwürfen raubst Du Dir nur Dein Selbstwertgefühl und Du verschlimmerst Deine Depression.

Ganz wichtig ist es gerade jetzt, dass Du nachsichtig und geduldig mit Dir selbst bist. Mach Dir immer wieder klar, dass es eben Zeit braucht, aus Deinem Tief wieder herauszukommen und dass eine Depression nicht ewig dauert. Du kannst sie überwinden und wieder völlig gesund werden! Vergiss das nie!

Da die Depression vorübergehend Deine Leistungsfähigkeit hemmt, solltest Du Dir nie zu viel an einem Tag vornehmen. Lerne es, immer nur kleine Aktivitäten durchzuführen und belohne Dich , wenn Du sie geschafft hast.

Wenn man eine Depression hat, dann saugt man negative Gedanken quasi wie ein Staubsauger in sich auf. Außerdem drehen sich Deine Gedanken wahrscheinlich ständig um Deine eigene schlimme Situation und immer wieder kommt Dir Negatives in den Sinn. Was könntest Du gegen die Negativspirale tun, in der Du gefangen bist? Versuche doch einmal ganz bewusst über Folgendes nachzudenken: Gibt es etwas in Deinem Leben, wofür Du dankbar sein kannst? Welche Menschen sind für Dich da und lieben Dich? Gibt es weitere Menschen, die Dir helfen könnten? Gibt es etwas, was Dir guttun würde, um Dich für eine gewisse Zeit von Deinen negativen Gedanken abzulenken?

Manchen hilft es, wenn sie im Laufe des Tages mehrmals etwas Schönes und Angenehmes tun und es ganz bewusst wahrnehmen. Ein Beispiel: die geliebte Tasse Tee oder Kaffee in Ruhe trinken und versuchen, die damit verbundene Freude bewusst wahrzunehmen. Oder: In einer sonstigen angenehmen Situation verweilen und das Schöne daran eine ganze Zeitlang bewusst auf sich wirken lassen. Das wirkt wie Streicheleinheiten für Deine Seele! Probiere es doch einmal aus!

Bei der Behandlung einer Depression hat es sich sehr bewährt, sich möglichst mehrmals am Tag körperlich zu bewegen. Anfangs kann das ein kurzer Spaziergang sein, den Du im Laufe der Zeit etwas ausdehnen könntest. Das Laufen schafft das Gefühl, etwas geleistet zu haben und baut Dein Selbstwertgefühl auf. Ganz abgesehen davon, was die frische Luft und das Licht in Deinem Körper bewirken, wirst Du feststellen, dass beim Laufen Deine Grübeleien über Negatives nachlassen oder sogar ganz verschwinden. Andere Möglichkeiten der Bewegung wären z.B. Radfahren, Schwimmen oder Gartenarbeiten. Auch wenn es Dich anfangs große Überwindung kostet Dich in Bewegung zu setzen, wirst Du feststellen, dass sich Deine Stimmung mehr und mehr aufhellt.

Wenn man depressiv ist, dann sucht man verständlicherweise Hilfe und Trost bei anderen. Leider sind in unserer hektischen Zeit viele mit ihren eigenen Problemen und Sorgen beschäftigt und haben nicht immer die Gedanken frei, einem anderen mitfühlend und geduldig zuzuhören. Wenn Du das schon erlebt hast, dann kann das für Dich sehr verletzend sein.

Da ich in meinem Leben auch schon viele schlimme Dinge erlebt habe und nicht immer jemand da war, der mir hilfreich zur Seite stand, konnte ich dennoch erfahren, dass es jemanden gibt, der um den Schmerz des Herzens weiß und auf jeden Fall mit den Leidenden mitfühlt. Ja, ich spreche von Gott. Heutzutage haben viele den Gedanken an ihn verloren und erwarten keine Hilfe aus dieser Richtung. Wenn man sich jedoch mit seinem Wort, der Bibel, ein wenig beschäftigt, findet man dort viele sehr trostreiche Gedanken, die einem echt wieder Auftrieb geben können.

Ein Text, der mir besonders gut gefällt und mir sehr zu Herzen geht ist dieser: "Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit" (Jesaja 41:10). Ja, wenn man Gott als Freund hat, dann gibt das einem im Leben großen Halt und Sicherheit. Darüber hinaus besteht gem. der Bibel die Aussicht, dass eines Tages sämtliche Krankheiten, wozu natürlich auch Depressionen gehören, sowie alle andere Leid für immer verschwinden werden. Sind das nicht sehr hoffnungsvolle Aussichten?

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du es mit Hilfe anderer schaffst, Deine schlimmen Depressionen zu besiegen und wieder Freude am Leben findest! Alles Gute und viel Kraft!

LG Philipp

Depressionen gehören zu den sogenannt "affektiven Störungen" und haben nichts mit Erkrankungen aus dem psychotischen Formkreis zu tun (ausg. psychotische Depression). Eine Psychose ist umgangssprachlich jene Krankheit, bei der man "verrückt" wird.

Für Depressionen wird ein Mangel an den Botenstoffen Serotonin, Noradrenalin und ferner auch Dopamin verantwortlich gemacht. Bei Psychosen hingegen ist zuviel Dopamin im Gehirn. Es hat also nichts miteinander zu tun.

Auf körperlicher Ebene währe es in etwa so, wie man bei einer Grippe Angst hätte sich dadurch das Bein zu brechen.

Von Ängsten kann man nicht verrückt werden. Es ist die Angst, die einem das glauben machen will und nicht die objektive Realität. Klinische Ängste sind oft mit der Angst vor einer Psychose verbunden, doch noch niemand hat auf Grund einer Angststörung eine Psychose entwickelt.

Wichtig ist, dass du eine Therapie machst (bzw. weitermachst wenn du schon an einer dran bist). Je nach stärke der Beschweren kannst du es auch zusätzlich mit Antidepressiva probieren. Die neue Generation Antidepressiva (sogenannte SSRI und SSNRI) wirken nicht nur gegen Depressionen sondern auch gegen Angststörungen.

Wenn Du Dir richtig viel Mühe gibst und Dich richtig dolle anstrengst und Deine Angst ins unermessliche steigerst, dann wirst Du es auch ganz sicher schaffen, wahnsinnig zu werden.

TOI! TOI! TOI!  \(^,^)/

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PS: Ich hoffe, Du hast den Wink jetzt verstanden.

Beschäftige Dich mit anderen Dingen und lass Deine Gedanken nicht ständig darin kreisen. Lenk Dich ab. Schau Filme, Dokus, Reportagen, etc. Irgend etwas, was nichts mit Dir zu tun hat. Mach Sudokus oder Kreuzworträtsel. Beschäftige Deinen Kopf mit völlig banalen Dingen. lerne für Die Schule und Du hast zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

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Hallo,

ich weiß ihr seid keine Ärzte und könnt mir keine diagnose Festellen oder mir helfen, aber vielleicht hat einer von euch sowas ähnliches erlebt und kann mir sagen was er dagegen getan hat.

Vor fast 3 Monaten begann wieder das neue Schuljahr in einer neuen Schule, ich hab mich in der klasse wohl gefühlt und habe mich sofort mit jedem verstanden aber jedesmal wenn ich nachhause kam hatte ich Herzrasen und habe ohne pause geheult aber ich hatte ja eigentlich kein Grund. Jeden Abend hab ich mich in den schlaf geheult aber als ich dann in der schule war, war wieder alles gut und dann als ich wieder zuhause war hat wieder alles von vorn angefangen.

Nach einem Monat hat es angefangen dass ich mich sehr benommen gefühlt habe und dadurch in der Schule gefehlt habe. Ich ging zum Arzt und er hat sehr starken Blut und Eisenmangel diagnostiziert. Mein Arzt hat mir Tabletten verschrieben und hat mich an einer Infusion gesteckt. Ich habe dann 2 Wochen in der schule gefehlt weil es mir nicht besser ging, mir ging es sogar noch schlechter. Ich habe den ganzen Tag geschlafen, ich habe nur geheult, ich habe nichts mehr gegessen, ich hatte Suizid Gedanken und habe schon versucht mir das leben zunehmen, wenn man das so nennen kann (ich habe verschiedene Tabletten eingenommen in der Hoffnung sie würden mich töten obwohl ich wusste das es mir nur höchstens schlecht gehen wird).

Ich bin nochmal zum Arzt um zu schauen ob sich meine Blut und eisenwerte überhaupt verbessert haben, und das haben sie sich auch. Der Arzt sagte zu mir das er vermutet das ich unter Depressionen leide, doch meine Eltern haben es mir ,,ausgeredet''. Sie sagten es wäre nur von der Pubertät es kann gar nicht sein das ich Depressionen habe und sie sagten ich habe doch einfach keine lust auf Schule und mein Unterbewusstsein trickst mich nur aus. Seitdem sie das gesagt haben fühle ich mich Tod! Ich fühl mich total durcheinander ich weiß nicht was ich glauben soll. Wenn ich lache fühl ich mich total taub an, ich kann nicht mal weinen weil ich diese kraft nicht habe, ich kann nicht mehr klar denken, wenn ich mir mal Gedanken mache, dann wie ich mich am besten töten soll an anderes kann ich nicht denken es ist so als ob ich die Kontrolle über mein Gehirn verloren habe. Ich geh seit schon fast einem Monat entweder erst um 5 Uhr morgens schlafen oder gar nicht weil ich tagsüber nicht wach sein möchte weil ich 1. nichts zu tun habe 2. ich meine ruhe haben möchte 3. der Realität ankommen möchte. Manchmal sitz ich auf meinem Bett und mach mir wirklich Gedanken darüber ob ich überhaupt lebe. Es fühlt sich grade alles so unrealistisch an weil alles grade zur Zeit schief geht.

Ich würde mich freuen wenn ihr eure Erfahrungen erzählen würdet.

Lg.

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