Angst, alleine zu sein, Verlustängste oder was?

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5 Antworten

Hallo YasiZemer,

so wie Du es beschreibst, scheint der Verlust des Vaters nach der Trennung nicht wirklich überwunden und könnte ein Trauma hinterlassen haben.

Du bist Dir Deines Verhaltens auf der rationalen Ebene bewußt, aber dann kommt die emotionale Seite zum Tragen:

erst mal in einem Konflikt bin, vergesse ich alles, bin wie früher und ticke

Was Dir helfen könnte, wäre eine Traumatherapie, die auch die emotionale Seite bearbeitet und Dir hilft, dieses Verhalten künftig abzulegen.

Alles Gute

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Es ist möglich, dass dein Beziehungsverhalten mit der Trennung der Eltern zusammenhängt. Ich persönlich halte es nicht für wahrscheinlich. Die Bindungsfähigkeit entsteht im Säuglingsalter im Laufe der ersten 1,5 Lebensjahre. Manche Bindungsforscher setzen den Zeitrahmen sogar noch enger, auf die ersten 6-12 Monate.

Letzten Endes spielt es aber keine wirkliche Rolle, zu wissen, was die Ursache war. Entscheidend ist, wie du damit umgehst. Ursachenforschung kann manchmal sinnvoll sein, sie kann aber auch dazu führen, sich dann innerlich zurückzulehnen und das eigene Verhalten fortan damit zu begründen, dass einem halt das und das passiert ist und man deswegen nicht anders kann.

Aus diesem Grund halte ich in solchen Fällen eine Verhaltenstherapie für das Mittel der Wahl. Es macht entschieden mehr Sinn, zu lernen, wie man seine Ausrastet unter Kontrolle kriegt, als sich immer wieder selbst leid zu tun, weil man eine schwierige Kindheit hatte.

Um nicht missverstanden zu werden: Es ist okay, über Dinge, die man erlebt hat, traurig oder wütend zu sein. Das gehört zur Verarbeitung und damit zur Heilung. Doch irgendwann muss man für sich einen Punkt setzen und den Entschluss fassen, eigene Entscheidungen zu treffen.

Das ist das Tolle an unserem Leben: Jeden Tag aufs Neue neu entscheiden zu können, wie wir unser weiteres Leben gestalten wollen. Sich gefangen halten lassen von Dingen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind, ist dabei wenig hilfreich. 

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zuerst mal, du beschreibst sehr gut, versuchst wenigstens etliche Dinge zu hinterfragen.

Erleben wirst du leider all diese typischen, sich eingebürgerten Scheuklappendenkweisen! Viele werden dir irgendeine Therapie raten, damit dieser ganze organisierte Wahnsinn der bisher betrieben wurde, weiterhin betrieben wird.

Du könntest vieles viel leichter verstehen, wenn du mal verstehen kannst was Realität ist. Jeder Mensch macht sich seine eigenen Realitäten!

Wieso? Um das verstehen zu können, müsstest du hinterfragen wie überhaupt ein Mensch funktioniert, was das für ein seltsames Naturkonstrukt ist, welche Sinnesorgane es hat, wie sich daraus Realitäten entwickeln und vor allem, wie unsicher und trügerisch unsere Sinnesorgane sein können.

Ein Buch, das super beschreibt wie all diese Dinge zusammenhängen ist das von Jörg Starkmuth und dem Titel: Die Entstehung der Realität. Wie das Bewusstsein die Welt erschafft.

Darin wirst du auch die typischen Dinge lesen, die fast jedem Menschen das Leben unnötigerweise schwer machen können. Zwar wird anfangs viel technisches beschrieben, aber wenn man diese Zusammenhänge gehört und begriffen hat, fallen alle Ableitungen daraus viel einfacher, leichter.

Ob du es nach lesen des Buches besser hinbekommst, wirst du selbst erleben können. Wenn nicht, wirst du auch sehr einfach verstehen können warum nicht. Wetten wir?


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Du schreibst du bist schon 1 Jahr in Therapie. Ist die Geschichte mit deinem Vater dort kein Thema?

Mir scheint, dass du in deinen Partnern immer noch die alte "Vaterliebe" suchst, die du damals verloren/vermisst hast. Das ist wie ein Nimmersatt, was auf Dauer natürlich kein Partner erfüllen kann, weil deine Bedürftigkeit und Erwartungen zu hoch sind. 

Mein 1. Tip: Thematisiere das ganze in der Therapie.

2. Tip: Lerne, unabhängiger von der Zuneigung anderer zu werden. Wenn du selbstakzeptierend und liebevoll mit dir umgehst, brauchst du keine männlichen "Objekte" mehr, die von dir unbewusst in die Rolle des "Ersatzpapa" geschoben werden. 

Die Rolle eines liebevollen Vaters, der immer für dich da ist, kannst letztlich nur du selbst übernehmen...

Zum Thema Trauma und Selbstakzeptanz siehe auch meine Beiträge:

https://www.gutefrage.net/frage/wie-kann-ich-ein-trauma-ueberwinden?foundIn=list-answers-by-user#answer-197459382

https://www.gutefrage.net/frage/wie-kann-man-lernen-sich-selbst-ganz-zu-lieben?foundIn=list-answers-by-user#answer-206294374

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Also ich finde den Altersunterschied jetzt gar nicht mehr schlimm. Du suchst dir ja keinen Sugardaddy ;-) Ich würde an deiner Stelle Abstand von deinen Eltern nehmen und die Therapie machen. Das hilft dir sicher!

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