Angenommen man braucht einmal den Rettungsdienst, hat aber totale Panik vor Nadeln und überhaupt davor behandelt zu werden, wie reagieren die Sanitäter?

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7 Antworten

Im Rettungsdienst arbeiten professionelle Menschen, die gelernt haben, sich mit der einen oder anderen Marotte der Patienten auseinander zu setzen. Dazu zählen auch Dinge wie Spritzenangst. Natürlich gibt es da nicht "den Rettungsdienst". Manche Mitarbeiter können durchaus mal genervt reagieren, wenn der Patient erst anruft und dann Stress wegen einem kleinen pieks macht, aber im Grunde ist den Mitarbeitern schon klar, dass der Patient eben eine Phobie hat und nicht mit Absicht rumzickt. 

Man wird dann gemeinsam überlegen, wie man mit der Situation umgeht. Vielleicht ist eine Nadel ja erstmal gar nicht nötig? Wie wäre es mit ein bisschen Ganz-Egal-Medikament in die Nase vorab und dann erst Nadel? 

Je ernster die Lage, desto schneller muss der Patient eben aber auch mal etwas ruppig angegangen werden und die Nadel wird eben platziert (sofern der Patient das nicht explizit ablehnt, dann darf man natürlich nicht), mit festhalten des Arms oder wie auch immer. Denn wegen Spritzenangst würde man niemanden sterben lassen. 

Das Vorgehen ist also abhängig davon, wie schlimm der Notfall ist. Generell geht man auf den Patienten gut ein.

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Niemand kann dich zwingen, aber wenn man ein Medikament braucht ist es häufig unumgänglich gestochen zu werden. Es wird schon schwer zu vermitteln sein wenn jemand den Rettungsdienst ruft aber jegliche Maßnahmen verweigert. Den reinen Transport könnte nämlich auch ein Taxi machen.

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Das wird wohl in jeder Situation anders sein. Je nachdem wie dringend und notwendig es ist können Sanitäter mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen auf den Patienten beruhigend einzuwirken. Grundsätzlich haben die Sanitäter aber ein ganz gutes Gefühl dafür, wie man mit verängstigten Patienten umzugehen hat und werden ihr Möglichstes versuchen.

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 Natürlich versuchen wir Rettungsdienstmitarbeiter durch Aufklärung der Maßnahmen die größte Angst zu nehmen. Die meisten Leute sind jedoch froh bei z.B.: starken  schmerzen, Schmerzmittel zu bekommen, den kleinen "pieks" nehmen sie hierbei in Kauf, denn der ist in solchen Momenten das kleinere Übel . Grundsätzlich dürfen wir keine Maßnahmen gegen den Willen eines Patienten durchführen wenn dieser Geschäftsfähig ist, bei z.B.: Bewustlosigkeit zählt die Mutmaßliche Einwilligung. 

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Zur Not helfen ein paarTropfen Chloroform.. ;-)

Kleiner Scherz, aber vielleicht ist da doch was dran. Vielleicht wird dem Patienten etwas schnell Wirkendes zur Beruhigung verabreicht, was nicht intravenös gegeben werden muss. Tropfen oder so. Oder eine schnelle Spritze in den Muskel, kriegt der Patient in seiner Panik gar nicht mit, wenn er abgelenkt wird.

Man kann den Patienten ja schwer nicht behandeln und ggf. dadurch Schlimmes bis hin zum Tod riskieren. Da ist so ein kleiner "Trick" bestimmt verzeihlich. Letztendlich wird der Patient dankbar sein. :-)

Ob das aber gesetzlich so vertretbar ist und ob es tatsächlich so praktiziert wird, weiß ich nicht genau.
Vielleicht kannst du das irgendwie googleen?

LG Kessy

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Kommentar von Maxxismo
19.07.2017, 21:54

Oder eine schnelle Spritze in den Muskel, kriegt der Patient in seiner Panik gar nicht mit, wenn er abgelenkt wird.

Das ist nach §223 StGB eine Körperverletzung, die ohne Einverständnis des Patienten nach Anzeige des Geschädigten geahndet wird. Sowas habe ich nie erlebt und würde ich auch niemals bei einem Kollegen tolerieren.

In der Regel bekommt man mit ein wenig Geduld aber auch eine Nadel in einen Patienten, der überhaupt keine Lust darauf hat. Zustimmen muss er aber immer. Da gibt es keine Ausnahme.

Nur, wenn der Patient nicht zurechnungsfähig ist, dann kann man ein Medikament intramuskulär zwangsweise verabreichen. Würde ich aber auch nur im Beisein der Polizei machen, wenn die das ebenfalls für notwendig erachten.

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Hallo Jana

musste leider schon oft vom Rettungsdienst gefahren werden.

Die Sanitäter sind in der Regel sehr einfühlsam. Sie schafften es immer mir eine Nadel zu verpassen, trotz meiner wahnsinnigen Angst vor Spritzen. P.S. Immer kriegt man es gar nicht mit.

 

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