Angebotene Liebe/Hilfe wird von depressiven Partner nicht ernstgenommen. Was tun?

5 Antworten

Hallo Amelia,

es ist großartig, dass du dich um deinen Freund sorgst und dich darum bemühst mit seinen Depressionen richtig umzugehen und ihm zu helfen. Warum also sollte er über deine Bemühungen enttäuscht sein und diese nicht ernst nehmen? Kann man dir zum Vorwurf machen, dass du dein Bestes gibst, um ihm eine Hilfe zu sein und ihn damit glücklich machen zu wollen? :)

Gerade als Betroffener einer Depression wünscht man sich von Außenstehenden, erst Recht von seinem Partner, ernst genommen zu werden. Du zeigst deinem Freund ziemlich deutlich, dass du ihn ernst nimmst und ihm helfen willst, indem du dich über das Thema informierst, bei Foren und Communitys um Rat fragst, versuchst ihn aufzumuntern, etc. Ich bin mir sicher, dass er das auch sieht und sehr an dir schätzt.

Leider ist es bei solchen Tiefs nicht selten, dass man sich einfach zurückzieht, hängen lässt und jegliche Hilfe ablehnt. Heißt aber nicht, dass man die entgegenkommende Hilfe nicht schätzt.

Thema Depression ist viel komplexer und vielfältiger, als man denkt. Es ist nicht einfach nur eine Phase, in der man für einen bestimmten Zeitraum dauerhaft traurig ist. Eine Depression kann stark oder schwach sein, sich negativ auf die körperliche Gesundheit auswirken, Leistungen im Beruf schwächen, jegliche Motivationen rauben, das soziale Umfeld beeinträchtigen, fürchterlich müde machen, Schlafstörungen auslösen, eine Essstörung hervorrufen, etc. Es muss nicht einmal eine Ursache geben - sie kann spontan auftreten und verschieden intensiv empfunden werden, dementsprechend verhält man sich verschieden anders.

Natürlich gibt es immer Möglichkeiten, um gegen Depressionen anzukämpfen. Nur ist es für Betroffene nicht immer einfach sich zusammenzureißen und etwas aktiv dagegen zu tun. Eine solche Situation kann sehr überfordernd sein - da ist es nicht unüblich, dass man sich manchmal einfach zurückzieht und Menschen meidet. Klar ist es ratsam Hilfe von Außen anzunehmen, andererseits braucht jeder Mensch auch mal Zeit für sich, sei es um in Ruhe nachzudenken oder um runter zu kommen. Es kann aber auch vorkommen, dass man Hilfe ablehnt, weil man sich mit seinen Problemen als Belastung betrachtet und Angst hat Andere zu nerven.

Dein Freund will dir mit Sicherheit nicht vermitteln, dass du ihm keine Hilfe bist und deswegen enttäuschst. Er muss sowieso auch deine Hilfe auch annehmen, um geholfen werden zu können - nur du alleine kannst ihm sowieso nicht helfen. Es geht nicht einfach auf Knopfdruck, von wegen "Hey, ich tröste dich, jetzt bist du geheilt, wabbaldabbaldappdapp" - er muss aktiv mitarbeiten, wenn er seine Depressionen bekämpfen will. Es ist schließlich immer noch sein persönliches Problem, das sein Leben beeinflusst.

Ich denke nicht, dass dein Freund in solchen Situationen absichtlich deine Hilfe ablehnt, bzw. den Kontakt meidet. Wahrscheinlich ist er einfach überfordert und möchte dich nicht belasten, weshalb er sich dann Zeit für sich nimmt, um runter zu kommen und seine Gefühle zu ordnen. Falls er sich zurzeit in therapeutischer Behandlung begibt, dann wäre sein zurückhaltendes Verhalten sogar weniger unüblich - es kostet viel Kraft, wenn man seine psychische Belastungen aktiv verarbeitet. Das einzige, was ihn vielleicht enttäuscht, ist, dass du die ganze Zeit für ihn da bist und alles versuchst, damit er sich besser fühlt, während er dir (zumindest seiner Ansicht nach) nichts von all dem zurück gibt. Du bist schließlich auch ein Mensch und hast deine Probleme - vielleicht fühlt er sich schuldig, weil er denkt, dass er nicht genug für dich da ist.

Das, was du für ihn tun kannst, ist einfach für ihn da zu sein. Ihn aufzufangen, sollte er fallen. Ihn trösten, sollte er traurig sein. Ihn in den Arm nehmen. Ihm sagen, dass du ihn liebst und bei ihm bleibst. Ihm erklären, dass du ihm gerne helfen willst und dir wünschst, dass er deine Hilfe annimmt.

Ich denke es wäre gut, wenn du dich mit ihm hinsetzt, solange es ihm nicht allzu schlecht geht und mit ihm offen darüber redest. Wenn du ihm ehrlich erklärst, dass dir der geringe Kontakt während seinen Phasen weh tut, dass du ihm helfen willst und angst hast ihn zu enttäuschen, etc. - eben alles, was in dir schwebt, wie du dich fühlst, was du dir wünschst usw. usw. Er wird es sich sicher zu Herzen nehmen und versuchen mit dir alles zu klären. :)

Ich wünsche dir alles Gute! :)

vielen dank erstmal!

ich werde mir nochmal alles gründlich durchlesen!

ich versuche eigentlich mit absicht nicht so viel zu zeigen dass ich mir sorgen mache und fange erst damit an darüber zu reden dass ich für ihn da bin oder dass es okay ist wenn es ihm schlecht geht wenn er von selber davon redet dass es ihm nicht gut geht

das beste was hilft ist dass ich bei ihm bin, das sagte er mir auch aber wir haben leider eine fernbeziehung wesgwegen wir uns nur alle paar monate sehen können

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Vll ist er dir sauer weil du versuchst so sehr zu helfen. Nicht auf dich, sondern auf sich selbst. Das er dich so belastet. Und dies lässt er an dir aus. Rede doch mal mit ihm darüber und versuch nicht so angestrengt zu helfen. Du kannst da leider kaum helfen.

Sollte er es übrigens mal beenden, dann gib bitte nicht dir die Schuld zu wenig getan zu haben (denn das stimmt nicht). Es liegt dann meist eher daran, dass Depressive einem keine weitere Last sein wollen.

ich strenge mich eigentlich selten an und rede ihm so oft gut zu. eigentlich nur wenn er von alleine anfängt darüber zu reden mit sätzen wie "ich kann nicht mehr"

normalerweise reden wir normal, als ob er gar nicht krank wäre, das hilft eigentlich am besten. nur wie gesagt fängt er von selbst manchmal damit an dass es ihm schlecht geht.. ich sage meist sachen wie dass es okay ist dass es ihm nicht gut geht oder dass ich für ihn da bist oder frage ihn ob er auch trotzdem seine medikamente nimmt. obwohl er von selbst anfängt zu reden, antworter er bei solchen antworten nicht oder ich bekomme nur ein kaltherziges "ok".

ich zeige nicht zu viel dass ich mir sorgen mache mit absicht.

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Ach so. Hmm. Versuche mal in Ruhe mit ihm darüber zu reden :) ich hoffe er bewältigt seine Depression. Vll kannst du ihm mal anbieten mit dir darüber zu reden was ihn so belastet ^^ das hilft manchmal

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Du meinst es gut, jedoch bist Du seine Freundin, nicht seine Therapeutin. Und bei einem Angebot gibt es keine Verpflichtung, es anzunehmen.

Wenn es Deinem Freund schlecht geht, dann höre ihm zu, ohne ihm Ratschläge zu geben. So hilfst Du ihm mehr.

Giwalato

es ist mir klar dass er es nicht annehmen muss. doch um zu entscheiden ob er es annehmen will oder nicht muss er mich erstmal ernst nehmen aber ich habe das gefühl dass er es nicht tut, das ist das problem

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Wenn Depression überhand nimmt, Notlösungen?

Hey liebe Community,

seit meiner Kindheit leide ich an depressiven Phasen. Durch eine Zwangsstörung in Form von Tagträumen, konnte ich soz. aus der Realität fliehen und trotzdem teilweise glücklich sein. Voralldingen hatte ich nicht groß Problem soziale Kontakte zu knüpfen.

Neuerdings denke ich sehr oft an meinen Tod, weil es mir sogar in guten Phasen aufeinmal schlecht geht. Beziehungsweise ich das Bedürfnis habe Zuhause zu bleiben für Tage, Verabredungen mit Freunden abzusagen und mich allgemein zu isolieren. Was ich auch zum größten Teil gemacht habe.

besonders ist mir das aufgefallen als einige Bekannten und freunde Bemerkungen gemacht haben, zum Beispiel dass ich so aussehen würde als würde ich mich in jedem Moment vor den Zug schmeißen würde oder einfach fragen was los sei. Das stimmt zwar dass ich Suizidgedanken seit mehreren Monaten habe, aber es ist noch nie zu dem Punkt gekommen wo Leute es mir ansehen konnten, weil ich gerne das verstecke. Bin eigentlich eine Person, die als glücklich wahrgenommen wird.. ich habe zwar eine Psychologenüberweisung vom Hausartzt bekommen, aber habe kaum Kraft neben meiner Abiphase in den Schulpausen ein paar Psychotherapeuten anzurufen um mir einen Therapieplatz zu ergattern. Ich habe das Gefühl wenn ich nicht schnell in Therapie gehe, dass ich mich selber umbringen werde. Weil ich mir bewusst darüber bin, versuche ich natürlich dagegen anzukämpfen und nicht aufzugehen. Aber in mir herrscht dieses unglaubliche unruhige, traurige Gefühl, dass mich zur Isolation zwingt.

Habt ihr ein paar Tipps, wo ich Hilfe suchen könnte außer Eltern, Schule?

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