Angebliche Sachbeschädigung auf der Arbeit ( Aufhebungsvertrag unter Druck unterschrieben )?

9 Antworten

Wende dich am besten an einen Anwalt. So schnell als möglich. Und lasse dich umfassend beraten. ;-) Bei der BRAK kannst du nach einem passenden (Fach)anwalt in deiner Umgebung suchen.

Eine Sachbeschädigung ist nur dann strafbar, wenn sie vorsätzlich begangen wurde - fahrlässige Sachbeschädigung ist nicht strafbar.

Nun kommst du als "Täter" aber von vornherein nicht in Betracht, wenn du aufgrund Krankschreibung ortsabwesend warst. Davon hat ja auch die Personalabteilung Kenntnis. Denen wird ja aufgefallen sein, dass du nicht da warst.

Insoweit ist es dann doch überraschend, wenn dir überhaupt irgendwelche Vorhaltungen gemacht werden, obwohl offenkundig ist, dass du das nicht gewesen sein kannst. Falls ein elektronisches Zugangssystem in deinem Unternehmen vorhanden ist, lässt sich vermutlich sowieso nachvollziehen zu welchen Zeiten du überhaupt da warst.

Den Aufhebungsvertrag hättest du bei dieser Sachlage und in dieser Situation nicht unterschreiben sollen. Auch wenn man an einem solchen Arbeitsplatz vermutlich sowieso nicht bleiben will, kann ein Aufhebungsvertrag z.B. auch Folgeprobleme bei Ansprüchen auf Arbeitslosengeld I und II hervorrufen - Stichwort Sperrzeiten etc.

Willenserklärungen kann man bei Drohung gem. § 123 BGB anfechten, damit wird der Vertrag dann nichtig. Das sollte geprüft werden.

Fraglich ist auch, ob z.B. eine Nötigung (§ 240 StGB) in Betracht kommt; auch Verleumdung (§ 187 StGB) oder üble Nachrede (§ 186 StGB) kommen als Prüfungspunkte in Betracht.

Hinsichtlich der Kollegen wäre zu prüfen ob zivilrechtliche Unterlassungs- und Schadenersatzansprüche bestehen. Unterlassungsansprüche wegen unwahrer Tatsachenbehauptungen kann man auch (zunächst) im Wege des (zivilrechtlichen) einstweiligen Rechtsschutzes (das ist ein Eilverfahren, bei dem der Anspruch nur summarisch geprüft wird) sehr schnell (vorläufig) durchsetzen. Der zivilrechtliche Weg ist dabei bisweilen wesentlich effektiver als der strafrechtliche.

Das arbeitsrechtliche Vorgehen ist ebenfalls zu prüfen. Da im Arbeitsrecht teilweise sehr kurze Fristen gelten, ist insbesondere diesbezüglich Eile geboten; ähnliches gilt für ein etwaiges Vorgehen im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes.

Wie gesagt: lass' dich unbedingt so schnell als möglich eingehend rechtlich beraten. Wie vorgegangen werden kann, hängt von den Details im Einzelfall ab. In so einem Forum kannst du nur einen sehr groben und allgemeinen Überblick erhalten, der sich nicht auf deinen Fall bezieht - dafür fehlen eben die Details ;-).

Auf jeden Fall keinen Aufhebungsvertrag unterschreiben, weil die da drin enthaltenen Bedingungen auch was Abfindung, Urlaubsabgeltung und Ausstellung bzw. Formulierungen (Noten) des Arbeitszeugnisses und Zeitraum der Beschäftigung zwangsläufig akzeptiert werden (sofern das da überhaupt drin geregelt ist) und auch im Rahmen eines (möglichen aber sehr schwierigen) anschließenden Prozesses vor dem Arbeitsgericht nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Sind keine Bedingungen zu Urlaubsabgeltung, Überstunden, Abfindung und Arbeitszeugnis in der Aufhebung enthalten, werden diese auch nicht berücksichtigt bzw. bzgl. des Arbeitszeugnisses können von deiner Wenigkeit keine Bedingungen mehr gemacht werden, was und wie zwingend da drin stehen soll. Ein Aufhebungsvertrag versperrt auch den Weg für eine Kündigungsschutzklage, weil ja gar keine Kündigung stattgefunden hat, wo in dem Prozess ja die Krankheitszeit mithilfe ärztlichen Attest berücksichtigt werden kann.

Letztes Arbeitsdatum im Arbeitszeugnis nicht am Monatsletzten wirft zwangsläufig Fragen bei zukünftigen Vorstellungsgesprächen auf, was denn da vorgefallen ist und was zu dem Ausscheiden unter dem Monat und nicht zum Monatsende verursacht hat.

Sprech am besten Mal mit einem Anwalt für Arbeitsrecht und Bring die Police für deine Rechtsschutzversicherung mit!

Toi toi toi.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Arbeitszeugnis: noch nie so etwas abgegeben 😁

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Wenn du krank warst, liegt deiner Firma eine Krankmeldung vor. Dann wissen die doch, dass du gar nicht zu dem angegebenen Zeitpunkt in der Firma warst.

Du kannst zum Anwalt gehen und dich beraten lassen.

Wenn du gekündigt wirst, dann sieht der nächste Arbeitgeber an der Art des Zeugnisses, warum du gekündigt wurdest. Außerdem telefonieren Chefs auch gerne miteinander und keiner erfährt dann, warum deine Bewerbung nicht angennommen wurde.

Hier ist auch Mobbing im Spiel.

Habt ihr keinen Betriebsrat? Der könnte dir vielleicht auch helfen. Oder frag mal bei der Gewerkschaft nach.

Diese Vorfälle sind schon ein paar Wochen her.

Letzte Woche hat nur der Arbeitgeber angefangen sich umzuhören.

Nein wir haben keinen Betriebsrat.

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sorry, bin 17 und habe leider keine Ahnung, was ein Aufhebungsvertrag ist. Falls dieser Vertrag nur bedeutet, dass du nichts kaputt gemacht hast, dann ist es eh ok, dass du ihn unterschrieben hast. Aber wenn daraus Nachteile für dich hervorgehen, dann würde ich versuchen, es wieder zurückzunehmen (wegen dem Druck), obwohl es anstrengend und vllt unnötig sein kann (es könnte halt nichts bringen und die würden dich kündigen).

Ein Aufhebungsvertrag, hebt einen Arbeitsvertrag unter irgendwelchen genannten Bedingungen auf.

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@Gawnuley

das heißt, dass dein Vertrag bei deinem Arbeitgeber aufgehoben wird?

also wurdest du gezwungen, selber zu kündigen, ansonsten hätten sie dich selber rausgeworfen? das ist echt schlimm

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@Benutzer17M

ja, da kannst du halt versuchen, für die Gerechtigkeit zu kämpfen bzw dass die Wahrheit anerkannt wird, was aber anstrengend ist und nicht immer klappt. Es gibt viel ungerechtes in der Welt. Es wäre wenigstens schön, dass zumindest die Kollegen zugeben, dass es unfair war, dass sie dich beschuldigt haben, und dass auf dem Papier draufsteht, dass du ungerechter Weise gekündigt wurdest

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Hallo,

grundsätzlich unterschreibt man nichts "unter Druck",da steht man einfach auf und geht.

Geh zu einem Anwalt und lass Klage erheben vor dem Arbeitsgericht.

Und mach dir wegen der "anegblichen" Zeugen keine Sorgen, der Arbeitsrichter ist mit solchen "A********" der Chefs wohl vertraut und fängt die schnell in ihrem Lügengespinnst,

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