Angaben bei privater Krankenversicherung?

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5 Antworten

Bitte hier nichts übereilen, sonst kann es später größere Probleme geben.

Also, zuerst einmal, Deine Tochter muss sich überhaupt nicht privat versichern, sie kann sich auch freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Deine Tochter ist ja als Beamtenanwärterin beihilfeberechtigt (höchstwahrsceheinlich zu 50 %), diese Beihilfeberchtigung bleibt zwar bestehen bei einer gesetzlichen Krankenversicheurng, ist aber de facto erhebluch eingeschränkt. Der große Nachteil (neben den schlechteren Leistungen) einer freiwilligen, gesetzlichen Versicherung liegt darin dass Deine Tochter dann den kompletten Beitrag selbst zahlen muss (ca. 18 % des Bruttogehaltes), als Beamtin erhält sie ja keinen Arbeitgeberzuschuss wie eine Angestellte. Eine private Krankenversicherung berechnet sich nur auf die 50 % die nicht von der Beihilfe übernommen werden und kostet i.d.R. deutlich weniger.

Aber (!) - es amcht überhaupt keinen Sinn irgendwo nun einen Antrag für eine PKV zu stellen (und ja, es muss Alles angegeben werden - siehe andere Antworten), um dann zu erfahren dass entweder abgelehnt wird oder deine Tochter nur mit horrenden Zuschlägen angenommen wird. Einen Vertrag mit ggf. hohen Risikozuschlägen oder Ausschlüssen anzunehmen wäre auch mit Hinblick auf eine möglich, spätere Nutzung der Öffnungsklausel (s.u.) fatal, denn dann kann eben diese nicht mehr genutzt werden.

Also, ich rate dringend zur nachfolgenden Vorgehensweise.

Mit Hilfe eines fachkundigen und vertrauenswürdigen Versicherungsmaklers (und den kompletten, relevanten Gesundheitsangaben) sogannte Voranfragen bei den vielen in Frage kommenden Versicherern stellen und deren Einschätzungen abwarten. Dann überlegen und besprechen (natürlich auch in Abhängigkeit der Leistungen und Beiträge der verschiedenen Tarife) ob, und wenn ja, wo nun ein Antrag gestellt wird. Sollte keine Gesellschaft ein akzeptables Angebot abgeben, überlegen ob alternativ nicht vorerst Deine Tochter sich freiwillig gesetzlich versichert. Dann kann sie später (bei Verbeamtung zur Beamtin auf Probe) immer noch die Öffnungsklausel der PKV für Beamte (einfach mal googeln) nutzen. Hier besteht dann ein Kontrahierungszwang, d.h. Deine Tochter muss angenommen werden, und das mit einem max. Risikozuschlag von 30 Prozent.

Diese Möglichkeit besteht aber nur einmal und nur bei einem Versicherer, nämlich dem ersten bei dem man einen solchen Antrag stellt.

Ein Vertrag der über die Öffnungsklausel zu Stande kommt, hat i.d.R. keinen Beihilfergänzungsbaustein. Was das ist, warum der wichtig ist und ob es deswegen vielleicht doch besser ist, einen "normalen" Vertrag mit höherem Risikozuschlag zu akzeptieren, darüber klärt der besagte Versicherungsmakler dann auf und berät Dich bzw. deine Tochter entsprechend.

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Kommentar von Apolon
02.08.2016, 17:18

Ein kleiner Fehler hat sich in diesem Text eingeschlichen:

Deine Tochter ist ja als Beamtenanwärterin beihilfeberechtigt (höchstwahrsceheinlich zu 50 %), diese Beihilfeberchtigung bleibt zwar bestehen bei einer gesetzlichen Krankenversicheurng, ist aber de facto erhebluch eingeschränkt.

Der Beihilfeanspruch bleibt immer gleich, egal ob man in der PKV oder GKV krankenversichert ist.

Ansonsten Daumen hoch!

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Es müssen alle Fragen die im Antrag gestellt werden wahrheitsgemäß nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet werden. Die Fragen beziehen sich nicht nur auf den aktuellen Stand sondern auch auf die Vergangenheit.

Es wird gefragt ob in einem gewissen Zeitraum (ambulant in der Regel die letzten drei oder fünf Jahre) Behandlungen stattgefunden haben. Das müsste in diesem Fall bejaht werden.

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Deine Tochter muss ausdrücklich alles angeben wonach gefragt wird.

Ambulante Behandlungen werden im Rahmen von 3 oder 5 Jahren abgefragt.
Stationär bis zu 10 Jahre.
Und es gibt allgemeine Fragen ohne Befristung (bestanden Beschwerden, Erkrankungen, Behinderungen...)


Wenn Ihr da etwas weglasst ist das eine Veretzung der Pflichten des Versicherungsnehmers. Das bringt im Extremfall die Kündigung. Und dann wird es RICHTIG SCHWER!


Übringens: Nicht angeben ist auch eine Form von Lüge.... Ich finde solche Einstellungen bedauerlich.

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Nein, Du mußt da gar nichts angeben, Deine Tochter (muß und) sollte in der gesetzlichen bleiben, so mein Tipp. Die private zickt mit Sicherheit rum bei so einer Diagnose. Merke: Beziehungen schaden aber nur dem, der keine hat.

Zudem prüft ja auch der Dienstherr die Fähigkeit nach dem Abschluß durch den Amtsarzt. Viel Glück.

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Kommentar von NochWasFrei
02.08.2016, 08:49

Deine Tochter (muß und) sollte in der gesetzlichen bleiben, so mein Tipp

Klar, GKV macht Sinn für Beamte...

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Wenn Ihr Eurer vertraglichen Pflicht, alles anzugeben, nicht nachkommt, muss auch die PKV ihrer vertraglichen Pflicht, im Krankheitsfall zu zahlen, nicht nachkommen.

Es wäre ausgesprochen - Entschuldigung - dämlich, die Dinge nicht anzugeben.

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