Andreas Gryphius bekanntesten Sonette! Wer kennt welche?| Beschreibung lesen!

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Tipp: Abend!

Andreas Gryphius (1616 – 1664)

ABEND 1 Der schnelle Tag ist hin / die Nacht schwingt ihre Fahn / Und führt die Sternen auff. Der Menschen müde Scharen 3 Verlassen feld und werck / Wo Thier und Vögel waren Trawrt itzt die Einsamkeit. Wie ist die zeit verthan!

5 Der port naht mehr und mehr sich / zu der glieder Kahn. Gleich wie diß licht verfiel / so wird in wenig Jahren 7 Ich / du / und was man hat / und was man siht / hinfahren. Diß Leben kömmt mir vor alß eine renne bahn.

9 Laß höchster Gott mich doch nicht auff dem Laufplatz gleiten Laß mich nicht ach / nicht pracht / nicht lust / nicht angst verleiten. 11 Dein ewig heller glantz sei vor und neben mir /

Laß / wenn der müde Leib entschläfft / die Seele wachen / 13 Und wenn der letzte Tag wird mit mir abend machen / So reiß mich auß dem thal der Finsterniß zu dir. (1650 verfasst)

(Bitte immer nach dem Original zitieren! „Übersetzung“:) Der schnelle Tag ist hin, die Nacht schwingt ihre Fahn´ Und führt die Sterne(n) auf. Der Menschen müde Scharen Verlassen Feld und Werk [Werk(stätte)=Arbeit(splatz)]. Wo Tier und Vögel waren Trauert jetzt die Einsamkeit. Wie ist die Zeit vertan!

Der Hafen naht mehr und mehr sich zu der Glieder Kahn. (1) Gleich wie dies Licht verfiel, so wird in wenig Jahren Ich, du, und was man hat, und was man sieht, hinfahren. Dies´ Leben kommt mir vor wie eine Rennebahn. (2)

Lass höchster Gott mich doch nicht auf dem Laufplatz (aus)gleiten, Lass mich nicht Ach [=Last], nicht Pracht, nicht Lust, nicht Angst verleiten (3)
Dein ewig heller Glanz sei vor und neben mir.

Lass, wenn der müde Leib entschläft, die Seele wachen [wach bleiben], (4) Und wenn der letzte Tag wird mit mir Abend machen, So reiß mich aus dem Tal der Finsternis zu dir.

Erläuterungen/Tipps: 1) Der sichere Hafen kommt dem auf unsicherer See treibenden Menschen in einem Boot immer näher, beachte die Perspektive! (Portus, lat. Hafen) 2) Rennebahn = zu bewältigende Lebens„strecke“ 3) wozu soll/könnte den Menschen was verleiten? 4) Wie wirken diese letzten Zeilen?

AUFGABE: Bearbeite das Gedicht von Andreas Gryphius! Reihenfolge/Gliederung: Einleitungssatz, dann Inhaltsangabe (in eigenen Worten) Strophe für Strophe mit Interpretation, Bezug herstellen von Inhalt und Form... (Reihenfolge sinnvoll wählen) Einordnung des Textes in eine Epoche. Was macht dieses Gedicht zu einem Gedicht eben seiner Epoche? - Hauptkriterium der Beurteilung: sprachlich angemessene Darstellung der im Unterricht erarbeiteten Ergebnisse zu Inhalt und Form dieses Textes sowie den geschichtlichen Hintergründen.

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formale Tipps: 1. Quartett: erst allgemeine Beschreibung: Tag- Abend, Beginn der Nacht; Metapher, Bild, Personifizierung

  1. Q.: Übertragung auf das unsichere, schnelle Leben - glieder Kahn – mythologisches Bild

  2. Terzett: auf der Erde soll mich Gott beschützen; Leid, Vermögen, Leidenschaft, Furcht… könnten vom Wege abbringen

  3. T.: nach dem Tode soll mich Gott beschützen entschlafen – Euphemismus (Beschönigung)

Verbindung der Quartette durch den gleichen Endreim, Terzette durch den Schweifreim zur Unterstützung der Aussage Finale Aussage: Gott muss mich retten, Gott muss mir im Leben beistehen Begriffe zum Sonett: 4, 4, 3, 3, Verszeilen; Quartett, Terzett, Enjambement (Zeilensprung), Alexandriner, Zäsur – Antithetik, Beisp. Z. 1, 5 (sicher – unsicher)…

Formale Hinweise: Klare Textgliederung, neue Zeile bei neuer Strophe; Absatz bei neuem Interpretationsansatz; keine Klammersätze, statt dessen Parenthese; zur Verdeutlichung von Begriffen unterschlängeln oder kursiv; bitte keine Sekundärpoesie;

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@altermann58

Hallo Danke ;) viel mals. ich hätte da noch eine Bitte. ich verstehe nicht alle Sätze. gibt es i-wo im internet . eine seite wo man gucken kann was die sätze ''heute'' bedeutetn ? danke danke Gott segene dich !

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@Titi94

Ich habe jetzt keine konkrete Seite...

Aber du hast recht, die Sprache von damals ist doch recht ungewöhnlich.

Wenn du also etwas interpretierst, dann stelle eine "eigene Übersetzung" voraus, damit der Lehrer versteht, wenn du zu einem anderen Ergebnis kommst, als er erwartet hätte.

Beispiel:

"Der Glieder Kahn" ist für mich eine grammatisch umgestellte Reihenfolge (= rhetorische Figur der Inversion) und ich vestehe das als "der Kahn (= das Boot) der Glieder (= Kirchenglieder/gläubige Menschen)"...

Wenn der Lehrer ein "Missverständnis" so nachvollziehen kann, dann weiß er wenigstens, warum du auf diese Deutung gekommen bist. Und er kann dir aus dem reinen "Nichtverstehen alter Begriffe" keinen Vorwurf machen.

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Hilfe bei Gedichtanalyse / Analyse lyrischer Texte - Andreas Gryphius; "Es ist alles eitell"?

Hallo Leute,

ich habe gerade voll die Probleme damit, die Analyse zu dem oben genannten Gedicht zu beginnen.

Problemschwerpunkt: Formulierung einer Interpretationshypothese (Einleitung/Hauptteil), Aufstellung des Themas (Einleitung)

Es ist ja so, dass es in dem Gedicht um die Vergänglichkeit aller Dinge geht. Ist das jetzt Thema des Sonetts oder Hypothese? Es ist leicht, die Analyse auf einer solchen Hypothese aufzubauen, jedoch nicht leicht, dann dafür ein Thema für den Einleitungssatz zu finden. Falls es das Thema ist, ist es dann nicht mehr leicht eine konkretere Hypothese aufzustellen. Versteht jemand mein Problem und hat vielleicht einige hilfreiche Ratschläge? Ich würde mich über jede Antwort freuen! Vielen Dank schonmal im Voraus!

Mfg

Luram

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