Anderes Wort für Wirtschaftsflüchtling?

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8 Antworten

Es gibt verschiedene Definitionen im Bereich der Migration bzw. des Asylrechts. Ich versuche da mal Klarheit zu schaffen:

  • Wirtschaftsmigration: Auswandern aus dem eigenen Land (ohne eine zwingende Not zu beinhalten, kann aber dennoch dahinterstehen) und Einwandern in ein Land mit einer positiveren finanziellen Perspektive
  • Wirtschaftsflucht: Auswandern mit Not, seine Familie ernähren zu können und Einwandern in ein Land mit einer positiveren finanziellen Perspektive; Schwierig von Wirtschaftsmigration zu unterscheiden, Wirtschaftsmigration wäre eher der Oberbegriff
  • Steuerflucht: Schwarzgeldkonten in der Schweiz, Steuervermeidung in Luxemburg und dergleichen, Steueroasen; Wenn dies gleichbedeutend mit Wirtschaftsflucht ist, würde ich mich heide2012s Vorschlag "Armutsflucht" statt "Wirtschaftsflucht" zur Abgrenzung benutzen.
  • (Kriegs-)Flucht: Die uns beim Wort "Flucht" sofort in den Kopf kommende, aber nicht ausschließliche Assoziation (siehe oben)
  • Fliehen/Flüchten: Wenn man "flüchtet", läuft man vor einem Problem davon, bevor es einen erreicht; läuft man vor dem Problem davon wenn es einen unmittelbar erreicht hat, nennt man es "fliehen".
  • Asyl: "Als Flüchtlinge anzuerkennen sind Menschen, wenn sie, wie es im Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 heißt, sich außerhalb ihres Heimatlandes befinden und berechtigte Furcht haben müssen, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischen Gesinnung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verfolgt zu werden" (Wikipedia)
  • Subsidiärer Schutz: Aufnahme wegen Wirtschaftliche Not, Naturkatastrophen, Krieg oder Armut (keine Asylgründe)

Das Wort "Wirtschaftsflucht" an sich ist nicht negativ, wird nur von Flüchtlingsgegnern gerne im negativen Kontext gebraucht.

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"Wirtschaftsflüchtling" ist an sich nicht abwertend, sondern beschreibt eine bestimmte Situation. Wer in seinem Land keine Perspektive sieht, wegen hoher Arbeitslosigkeit, Armut und Elend, der versucht eben in ein Land auszuwandern, in dem er sich bessere Chancen verspricht. Daran ist doch nichts verwerfliches. So sind unter anderem auch die USA und Kanada von Europa aus "besiedelt" worden (die Ureinwohner wollten übrigens die Wirtschaftsflüchtlinge damals auch nicht).

Dass wir uns nicht in der Lage sehen, die Wirtschaftsflüchtlinge aufzunehmen, ist von dem legitimen Wunsch dieser Flüchtlinge unabhängig zu sehen und diese Ansicht ist genau so berechtigt.

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Dieses Wort ist ja  eigentlich nicht "abwertend" gemeint, es wird leider nur oft abwertend verwendet.

Es ist eine Differenzierung und sagt nämlich aus, dass jemand aus rein wirtschaftlichen / finanziellen Gründen (um seine wirtschaftliche Lage in einem anderen Land verbessern zu können) flüchtet und nicht aus Angst um sein Leben.

Vielleicht passt "Armutsflüchtling"  besser.

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Ein anderes Wort was zunehmend oft benutzt wird ist "Armutsemigrant", und das ist noch viel abwertender.

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"Auswanderer". So nennt man deutsche Wirtschaftsflüchtlinge, die dann bei VOX eine Fernsehshow bekommen. Oder Lutz Bachmann, den darf man jetzt auch so nennen. ;)

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Das ist eben ein Wort, das abwertend ist. Denn Wirtschaftsflüchtlinge sind eben keine richtigen Flüchtlinge die aus Kriegsgebieten kommen. Die belasten unsere Wirtschaft nur unnötig.

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Kommentar von SchakKlusoh
01.11.2016, 10:09

Das ist eine Lüge.

Wir Europäer stehlen die Fische vor Afrika. Die dortigen Fischer sind dadurch arbeitslos.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/fischfang-vor-afrikas-kueste-europa-kauft-die-meere-leer-a-712541.html

Wir Europäer erpressen die Afrikaner Handelsabkommen zu unserem Vorteil abzuschliessen. Dadurch zerstören wir ihre Wirtschaft.

http://www.heise.de/tp/artikel/49/49522/1.html

Deshalb flüchten sie zu uns. Das halte ich für absolut gerechtfertigt.

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An sich kann kein Wirtschaftsflüchtling nach Deutschland einreisen, da ein Wirtschaftsflüchtling mittellos ist und die Schlepper nicht bezahlen kann.

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Neue Fachkräfte, Kulturbereicherer, Neubürger.

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