Andere Praktikanten werden bezahlt, ich nicht. Wie ist das gesetzlich?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

ich weiß dass ich rechtlich nichts verdienen muss, da ich nur 3monate hier bin und das Praktikum freiwillig mache

Das ist falsch, wenn ...

..., wenn das freiwillige Praktikum nicht der (freiwilligen) Berufs- oder Studienorientierung dient.

Du hast dann also einen Rechtsanspruch auf Bezahlung - unabhängig von der Dauer des Praktikums.

Bei welchen Praktika kein Entgeltungsanspruch besteht, ist im Mindestlohngesetz MiLoG § 22 "Persönlicher Anwendungsbereich" Abs. 1 geregelt; siehe dazu die "Seite Gesetze im Internet" des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz: https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__22.html

Im Übrigen wäre - wenn die Voraussetzungen "stimmen" - auch auf Praktikanten der allgemeine arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz anzuwenden. "Voraussetzungen" heißt, dass Praktikanten im Betrieb allgemein eine Vergütung erhalten, nur Du aber ohne sachlichen Grund keine erhältst.

Denn nach diesem Grundsatz dürfen einzelne Arbeitnehmer (und auch Praktikanten) von Leistungen, die der Arbeitgeber ansonsten gewährt, nicht ausgeschlossen werden, wenn es dafür keine sachlich rechtfertigenden Gründe gibt (nicht ausgeschlossen ist dagegen die Bevorzugung eines Einzelnen gegenüber der Allgemeinheit).

Richtig und wichtig ist auch der Hinweis in der Antwort von PeterSchu, dass ein Entgeltungsanspruch auf jeden Fall dann besteht, wenn Du wie ein "normaler" Arbeitnehmer in den betrieblichen Ablauf integriert warst und arbeitnehmertypisch gearbeitet hast - dann hat es sich nämlich um ein Scheinpraktikum gehandelt.

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Warum sollte man bei einem freiwilligen Praktikum keinen Anspruch auf Bezahlung haben?

Es ist eher umgekehrt. Bei einem Pflichtpraktikum das im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studums vorgeschrieben ist, besteht keine Verpflichtung zur Bezahlung. Der Hintergrund ist dabei, dass der Aufwand für den Betrieb im Rahmen der Unterweisung größer ist als der Nutzen, den der Praktikant mit seiner Arbeitsleistung erbringt.

Wenn du aber freiwillig dort ein Praktikum machst und in den Arbeitsablauf eingebunden bist, hast du auch Anspruch auf Geld. Die Sache mit den drei Monaten besagt lediglich, dass man sogar einen Anspruch auf den Mindestlohn hat, wenn das (freiwillige) Praktikum länger dauert.

https://www.praktikum.info/karrieremagazin/gehalt/praktikum-gehalt

Die Sache mit den drei Monaten besagt lediglich, dass man sogar einen Anspruch auf den Mindestlohn hat, wenn das (freiwillige) Praktikum länger dauert.

Das ist nicht richtig.

Bei freiwilligen Praktika besteht - unabhängig von der Dauer - Anspruch auf den Mindestlohn (sofern es sich nicht um einen minderjährigen Praktikanten ohne abgeschlossene Berufsausbildung handelt).

Die 3-Monats-Frist bestimmt den Anspruch auf Bezahlung in Mindesthöhe des Mindestlohns nach diesem Zeitraum bei Pflichtpraktika, für die nach dem Mindestlohngesetz MiLoG § 22 "Persönlicher Anwendungsbereich" Abs. 1 kein Anspruch auf Entgeltung besteht.

Umstritten in der Literatur ist die Frage, ob bei solchen Praktika, die von vornherein länger als 3 Monate dauern sollen, der Entgeltungsanspruch von Anfang an besteht oder erst nach 3 Monaten.

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@Familiengerd

Danke für die Korrektur. Dann ist in dem von mir angegebenen Link ein Fehler oder ich hab ihn falsch interpretiert:

"Überschreiten diese freiwilligen Praktika einen Zeitraum von drei
Monaten, so muss der Arbeitgeber dem Praktikanten ab dem ersten Monat den Mindestlohn zahlen, auch rückwirkend."

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@PeterSchu

Diese freiwilligen Praktika sind hier solche, die als Praktika zur Berufs- oder Studienorientierung dienen. Das ergibt sich auch aus dem textlichen Zusammenhang, weil im vorangehenden Absatz von genau dieser Orientierung die Rede ist; so steht es auch im MiLoG.

Auf dies bezogen ist die Aussage richtig.

Ansonsten aber besteht bei freiwilligen Praktika ohne diese Zweckrichtung ein Entlohnungsanspruch von Anfang an.

Von daher ist die vorangegangene Aussage "Mindestlohn greift nur bei freiwilligen Praktika über drei Monate, nicht aber bei einem Pflichtpraktikum." - jedenfalls so pauschal, wie sie dort formuliert ist - schlicht und einfach falsch.

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