Andere Parteien in D wählen?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Im Bundestag sitzen acht Parteien, wenn man die CSU extra zählt und die abgespaltene Frauke Pertry. Wählen konnte man 42, und da war Frauke Petry bei der AfD untergeschummelt, denn diese Dame wusste schon vor der Wahl, dass sie nach der Wahl eigene Wege gehen wollte. Man kann sich also auch in den Bundestag schummeln, ohne vorher explizit zur Wahl gestanden zu haben. Ich würde ein solches Verhalten als gezielten Wahlbetrug sofort aus dem Bundestag verbannen. Dennoch, von 42 auf 8 bleiben nach Adam Riese noch 34 noch nicht gewählte Alternativen. Man konnte sie alle samt ihren Programmen im Internet finden. Das heißt noch nicht, dass bis zur nächsten Wahl nicht noch weitere Parteien gegründet werden, die es auf die Wahlzettel schaffen können.

Für direkte Demokratie gibt es in Deutschland gute Gründe dafür wie dagegen. Die AfD ist z.B. dafür. Das Problem ist nur, ob Dir auch ihre anderen Programmpunkte gefallen. Gewählt wird meist, wessen Gesamtkonzept den meisten ein Leben in relativem Wohlstand verspricht. Wolkenkuckucksheime sind nicht mehrheitsfähig. Und das ist nun mal ein urdemokratisches Prinzip: Die Mehrheit zählt. Manche glauben, dass nur die links-grüne Mehrheit zählen sollte und alles andere sei eh doof und daher nicht entscheidungsberechtigt, doch wirklich demokratisch ist das nicht. Was bei uns hier aus dem Ruder läuft, und da bin ich bei Dir, ist die Parteienfinanzierung, die sich so entwickelt, dass sich die großen Parteien die Steuergelder in die Taschen stopfen und die kleinen, neu gegründeten finanziell gar keinen Fuß auf die Erde bekommen.

Auch dass sich die großen Parteien Wähler kaufen, oder gar abonnieren ist eine sehr ungesunde Entwicklung. Siehe Koalitionsverhandlungen jetzt: Die immer anderen GIER vorwerfen, sie wollen gleich mal auf den Haushalt knapp 15% obendrauf setzen, um ihre Wähler zu bedienen auf Kosten der Allgemeinheit. Das nenne ich "Wähler kaufen". Wähler abonnieren ist, wenn immer mehr im öffentlichen Dienst auch ohne Qualifikation ein Pöstchen bekommen, Hauptsache sie haben das richtige Parteibuch. Auch das ist durch sinkende Effizien für die Steuerzahler teuer und endet mal wie Griechenland. Dazu kommt eine sehr unheilige Allianz zwischen immer mehr öffentlich finanzierten Medien und den "finanzgewährenden Politikern": Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. So könnte Deine Prognose Aussicht auf Erfolg haben, dass auch in 50 Jahren noch die gleichen Parteien im Bundestag sitzen wie heute - aber nur, wenn sie die sich auftürmenden Probleme in den Griff bekommen. Die AfD ist ein gutes Beispiel, dass auch massives mediales Störfeuer keinen Wähler abhält, der von der etablierten Politik die Schnauze voll hat.

11

Ich bin jetzt sehr froh, dass ich von Ihnen, neutral, sehr gut aufgeklärt wurde. Ich darf leider noch nicht wählen, daher will ich micht nicht nur explizit auf die Parteien im Bundestag konzentrieren. Es gibt zwar eine Partei, die unsere gesellschaftliche Lage, nach meiner Meinung, verbessern würde, aber ich möchte auch über andere Meinungen von Parteien erfahren. Ich werde jetzt gleich nach einer Internetseite suchen, die die anderen Parteien darstellen, oder ähnliches.

Danke, für die hilfreiche Antwort, wenn Sie bereits eine Seite kennen, würde ich mich freuen, wenn Sie diese nennen könnten, ich suche natürlich auch selbst.

Gruß

Andy

0

Wählen kann man alle Parteien, die am Ende auf dem Wahlzettel stehen!

Also die vielen Kleinparteien findet man zum Einen in den Listen, der sich zur Wahl stellenden Parteien vor jeder Wahl, informieren kann man sich über die genau wie bei den anderen Parteien auch, indem man sich die Forderungen, jeweiligen Wahlprogramme und Parteiprogramme ansieht, einige kann man in der Regel ja sofort für sich ausschließen, so habe ich zwar (mehr oder weniger) große Teile der Parteiprogramme von NPD, CDU, AfD, FDP ect gelesen, konnte sie meistens aber direkt nach zwei Punkten für mich ausschließen... Auch die meisten kleinen kann man direkt für sich ausschließen, wenn man sich ein paar von deren Forderungen ansieht, so kann ich sowas wie V-Partei³ direkt mal ausschließen ect. bei sowas wie den Violetten frage ich mich dann, ob irgendwer die ernsthaft wählt, also nicht aus Spaß... Die meisten Kleinpartein haben im Wesentlichen halt ein großes eigenes Thema, und behandeln die anderen Themen gar nicht, oder nur wenig. Wenn man kein glühender Veganer ist, wird man also sowas wie V-Partei³ generell nicht wählen wollen, oder wenn man der Idee des BGE nicht positiv gegenübersteht, wird man die Partei dazu (weiß gerade nicht wie die heißt, aber es gibt eine die will eigentlich nur die Einführung des BGE) und so weiter.

Der Job der Politiker/Parteien in diesem Land, ist die Politik zu machen, der Job der Bürger ist sich bevor sie sich entscheiden, sich darüber zu informieren wozu sie sich eigentlich entscheiden.

Es regen sich sehr viele Menschen immer wieder darüber auf, das Politiker ihren Job nicht machen, aber sie selber erledigen ihren Teil des Jobs auch nicht. Natürlich weiß ich nicht, was die Leute zu Hause so machen, aber ich bin jetzt seit ein paar Jahren Wahlhelfer, und ehrlich gesagt, den meisten Menschen die da auftauchen würde ich das am liebsten verbieten, denn man merkt ihnen zum Teil sooo dermaßen deutlich an, dass sie nicht informiert sind, meistens nicht mal über Wahlplakate hinaus, wenn überhaupt, mag jetzt ein Megaschlechtes Bild der Deutschen zeichnen, aber mein Eindruck: 99 % aller Wahlberechtigten in Deutschland kennen das Wahlprogramm und das Parteiprogramm der Partei, die sie wählen nicht, geschweige denn, dass sie die der anderen Parteien auch nur ansatzweise kennen würde.

Das führt mich zu einer von deiner Frage aus, weitergehenden Frage. Ist nicht das Parteiensystem in Deutschland eigentlich völlig überholt und schädlich? Wir sehen immer wieder, wie Parteispitzen etwas über alle Köpfe hinweg entscheiden. Wie Entscheidungen von den Parteispitzen in Abstimmungen den Mitgliedern vorgegeben wird, wie jemand, der kritisch den eigenen Parteifunktionären gegenüber ist keine Posten erhält. Wie Ministerposten verschachert werden, ohne Ansehen von Qualifikationen. Die Frage, die sich mir da immer wieder stellt, wann wird das Parteiensystem mal abgeschafft. Die reden manchmal von "Auftrag von Bürger", ich kann mich vor ein paar Jahren erinnern, ich meine es war Senatswahl für meine Stadt, wo von einem "überwältigendem Wahlsieg" gesprochen wurde und wenn man es mal ausgerechnet hat: es waren in meinem Wahlbüro 7 % der Bürger für diese Partei, einfach weil 70% der Wahlberechtigten nicht gewählt haben. Das ist natürlich auch eine sehr krasse Zahl, in anderen Bezirken sah es deutlich anders aus, aber ich glaube auch da, insgesamt kam der "Überwältigende Wahlsieg" nicht auf viel mehr als 20% aller Stimmen... Ich finde, die Nicht-wähler sollten genauso zählen wie die Wähler, und wenn es ein Parlament dann nicht schafft geschäftsfähig zu sein, Tja, dann müssen sich die Politiker wohl mal mehr anstrengend, die Leute von ihren IDEEN zu überzeugen... und davon, dass sie eben nicht die nächsten Jahre machen was sie wollen, ich erinnere mich da an so Sätze, wie: "Man kann sich nicht drauf verlassen, dass, das, was vor der Wahl gesagt wird, auch nach der Wahl gilt"... alleine dieser Satz hat bei mir alle Warnblinkanlagen angemacht, die vorher schon nicht ganz inaktiv waren, aber offenbar hat das kaum einer Mitbekommen, ich meine inzwischen versuchen sie nicht mal mehr zu verstecken, dass es ihnen egal ist, sie sagen das öffentlich in allen Medien, und niemanden interessiert es, sonst würde eine Person, die so einen Satz sagt, doch wohl nicht noch zwei Mal mit ihrer Partei, die meisten der abgegeben Stimmen erhalten?!

Was also abgeschafft gehört, sind generell Parteien und das Parteiensystem. Wir haben durch das Internet inzwischen viele Möglichkeiten, warum also richten wir nicht quasi Websites ein, die zu jeder wichtigen Idee pro und contra Argumente zusammen tragen, sprich die wichtigsten Infos von beiden Seiten, und lassen dann die Bürger selber entscheiden? Wenn ich mich dann zum Beispiel mit bestimmten Sachen nicht beschäftigen will, brauch ich es auch nicht, aber dann darf ich mich auch nicht beschweren, wenn am Ende etwas entschieden wird, was ich nicht will... Ich bin mir nicht sicher, ob es technisch derzeit Möglich ist, das sicher zu bauen, das müsste man am besten so Vereine wie CCC fragen, aber wenn, dann kann man jedem Bürger die Möglichkeit geben, all solche Sachen im Internet mit persönlicher ID abzustimmen, bei Lokalen Dingen, aber auch bei überregionalen. Und wenn dabei dann rauskommt, wir wollen mit einer Mehrheit, dass eine Moschee nicht ins Stadtbild passt, tja, so ist Demokratie, da gibt es manchmal Entscheidungen, die einzelnen Menschen nicht gefallen. Die Bürger entscheiden sich eben nicht immer für "das Richtige", aber wenn man sich als Bürger 2-3 falsch entschieden hat, wird da auch ein Lern- und Denkprozess einsetzen. Ich meine ist es wirklich zuviel verlangt sich dafür 2-3 Stunden am Wochenende Zeit zu nehmen, und sich mit einer Website zu beschäftigen, die anzeigt, diese Entscheidungen stehen jetzt an? Es geht immerhin auch um das eigene Leben und man muss sich nur bei den Sachen, die einen Interessieren, damit beschäftigen, ich persönlich finde es nicht zu viel verlangt...

Allerdings weiß ich, nicht nur von der technischen Seite auch so, ist das eine Utopie, denn der Bürger Deutschlands beschäftigt sich nicht gerne mit politischen Fragen, wenn doch die nächste Castingshow im Fernsehen läuft...

So, ewig langer Text, falls den irgendwer zu Ende gelesen hat, sorry ;).

48

Entschuldigung, für die vielen Rechtschreibfehler, wenn ich mich aufrege, und dieses Thema führt dazu zwangsläufig irgendwie, bin ich offenbar nicht mehr in Lage vernünftig zu schreiben. Groß- und Kleinschreibung ist in dem Text ja eine Katastrophe - kommt dann manchmal wenn mir bestimmte Wörter wichtig sind...

0
11

Ja, ich habe ihn fertig gelesen und bin auch in vielen Punkten deiner Meinung, danke für deine Antwort und deine (ausführliche) Meinung. :)

Gruß

Andy

0
48
@NoCreative

Nichts zu danken, ausführlich hätte es werden können, wenn wir richtig sprechen würden ;), glaub mal, wie viele Abende so schon drauf gegangen sind ...

0

Alle Parteien die sich für die Wahl angemeldet haben, kann man wählen.  Wenn eine Partei sich nicht zur Wahl stellt, da sie z.B. nur Regional arbeitet, dann ist das ihre Entscheidung.

Wahllisten aller zugelassenen Parteien kannst du vor jeder Wahl googeln, dich darüber informieren kannst du dich auf ihren offiziellen Internetseiten oder du forderst von ihnen direkt Informationen an. Ob sie es dir senden oder nicht ist wiederum ihre Sache.

Wenn man dazu zu faul ist, dann muss man eben bekanntere wählen oder auf gut Glück irgendwas ankreuzen. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht kann man sich streiten, aber wenn es deine Meinung ist, dann ist das so.

In den Bundestag kommen die, die erfolgreich die 5% Hürde genommen haben.

Wer entscheidet, welche Parteien die Regierung bilden?

Mal angenommen, die AfD kommt über die 5% Hürde, dann ist sie ja auf jeden Fall im Bundestag vertreten. Wie wird dann entschieden, welche Parteien die Regierung bilden? Stimmen dann alle Abgeordnete im Bundestag ab, welche Parteien die Regierung bilden, oder entscheidet das der Kanzler?

...zur Frage

Warum gibt es in Deutschland keine reine Demokratie?

Ich meine die direkte Demokratie.

...zur Frage

Seid ihr zufrieden mit der Demokratie?

Oder würdet ihr gerne andere Formen des Zusammenlebens wählen? Z.b. direkte Demokratie, Monarchie, Diktatur?

...zur Frage

Warum wird die AfD von den Medien immer in die rechte Ecke gestellt?

Warum wird die AfD von den Medien immer in die rechte Ecke gestellt? Ich habe mir ihr Parteiprogramm durchgelesen. Da steht nirgendwo etwas von Rechtsradikalismus?

Als am Volkstrauertag die AfD-Mitglieder im in größerer Anzahl im Bundestag erschien, (die anderen Parteien waren kaum vertreten), gab es im ARD-Hauptstadtstudio-blog gleich wieder einen aufreißerischen Titel, dass die AfD den Bundestag instrumentalisiert:

https://blog.ard-hauptstadtstudio.de/wie-die-afd-den-bundestag-instrumentalisieren-konnte/

Ich frag' mich: Was hat das mit Demokratie zu tun?

...zur Frage

Würde eine direkte Demokratie in Deutschland funktionieren?

...zur Frage

direkte oder repräsentative demokratie?

Wir haben in Powi das Thema direkte demokratie, jetzt soll ich mich entscheiden für was ich bin und warum, dazu sollte ich in den Hausaufgaben noch eine contra und pro tbelle machen, nur das problem ist jetzt, dass ich mich nicht entscheiden kann. Hab mir im Internet mehrere meinungen durchgelesen, aber hilft nix. Es ist natürlich besser, wenn das volk mehr entscheiden kann, aber da viele total unwissend sind und sich leicht beeinflussen lassen, bin ich mir doch nicht so sicher ob es das richtige ist. Nun ist es so, das deutschland alle paar jahre seine stimme abgegen kann und sonst keinen einfluss auf das geschehen hat. Jetzt möchte ich eure Meinung hören, vielleicht kann ich mich ja dann entscheiden :b

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?