Anakin zerstört die Aura von Darth Vader....

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1 Antwort

Herzlichen Glückwunsch! Du hast dir die Star-Wars-Filme in der richtigen Reihenfolge angeschaut.

Was Anakin contra Vader angeht... Es ist noch kein Dunkler Lord vom Himmel gefallen. Mir persönlich geht er in der Tat aber auch ab und zu ganz schön auf die Nerven (besonders dieses "meine Liebste" zu Padmé immer in Episode III). Der Punkt ist allerdings: Wäre der kleine Anakin Skywalker nicht zu genau diesem "rumsülzenden Hosenscheißer" herangewachsen, hätte er vermutlich die innere Größe gehabt, den Einflüsterungen Palpatines zu widerstehen. Er hätte sich möglicherweise nie auf die Beziehung zu Padmé eingelassen, und wäre erstrecht nicht so abgedreht, als der die Vision von ihrem Tod hatte. Ja, Anakin Skywalker passt nicht so ganz mit Darth Vader zusammen, irgendwie ist Anakin zu emotional, zu weinerlich. Aber immerhin hatte er ja auch ein richtig schweres Leben. Er ist als Sklave bei einem Schrotthändler aufgewachsen, der ihn wesentlich besser behandelt hat, als das auf Tatooine üblich ist. Er musste gefährliche Podrennen fahren, die ihm unglaublich viel Spaß gemacht haben. Und dann wurde er mit knapp 10 Jahren von seiner Mutter getrennt, weil sein größter Traum wahr wurde. Naja, mal ernsthaft. Anakin hat schon einiges durchmachen müssen, insofern ist es ab und zu vertretbar, dass er emotional wird. Immerhin ist er noch lange kein vollendeter Jedi, der jegliche Gefühlsregung komplett unter Kontrolle hat. Er ist ein Jugendlicher/junger Erwachsener, der die gleichen Probleme hat wie jeder andere auch. Er ist frustriert, wenn es nicht so läuft wie er will. Er lässt sich von einer Frau den Kopf verdrehen und sich total aus der Bahn werfen. Er hat Ängste, Befürchtungen und Träume. Ein Jedi sollte darüber erhaben sein, das sagt Anakin Anfang Episode II selbst mal, aber er ist eben noch kein fertiger Jedi. Und dann kommt der totale Umbruch. Anakin erfährt, dass die Leute, denen er vertraut hat, alles verraten haben, an das er glaubt (ob das stimmt, sei mal dahin gestellt, er denkt, dass es so ist), seine Vaterfigur versucht ziemlich erfolgreich, ihn umzubringen, kappt ihm Beine und einen Arm, und dann muss er noch der (scheinbaren) Wahrheit ins Auge blicken, dass er die Frau, die er liebt, selbst umgebracht hat. Dadurch ist in diesem jungen Mann einiges kaputt gegangen. Was hat er denn jetzt noch? Vader erhärtet innerlich, wird zu dem "Monster" der Dunklen Seite, als das wir ihn aus der OT kennen. (Wenn du dich mal den Büchern zuwendest, die in dieser Zeit spielen, wirst du merken, dass er nicht immer nur dieser harte Kotzbrocken ist.)

Dieser ganze weiche Anakin in der PT macht Vader menschlicher, seinen Fall nachvollziehbarer. Vielleicht ist das ein Nachteil für den Mythos Vader. In jedem Fall ist es aber wichtig für die Saga. Dieser Mensch Vader ist schließlich derjenige, der in letzter Sekunde wieder an die Oberfläche tritt, als Luke seinen emotionalen Panzer hat durchstoßen können. Es macht das alles runder. (Und trotzdem ist es nicht entschuldbar, diesen weinerlichen Sülzbrocken in die Abschlussszene in Episode VI zu schneiden und Sebastian Shaw rauszunehmen...)

Danke für diese Umfangreiche Antwort!!!! Die ist ja Wikipedia-reif!! :D

Aber ich finde, der junge Anakin ist nervig. Er hätte auch anders spielen können, aber immer noch mit den selben Hintergrund.....

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@Jupiter96

Der ganz junge ist voll süß! :-D Aber ich glaub, so arg viel Spielraum hatte Hayden Christensen da nicht. Wobei er irgendwie in diese Schmalzrolle voll reinpasst, vor allem mit den Haaren in Episode III...

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