An welcher Stelle kommt die Pauschalsteuer nach § 37b EStG zum Tragen?

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1 Antwort

Bei Geschenken bis 35.- € netto pro Empfänger fällt keine Steuer (auch keine pauschale) an und der Vorgang ist voll als Betriebsausgabe abziehbar. Problematisch wäre es nur, wenn die Kunden in dem Jahr schon einmal ein Geschenk von dir erhalten haben und somit insgesamt die 35 € Grenze überschritten wird.

Die Anmeldung erfolgt mit der Lohnsteueranmeldung (denn die pauschale Steuer nach § 37b ist eine besondere Form davon, ist ja auch für Mitarbeiter anwendbar). Insofern du bereits Mitarbeiter beschäftigst, gibst du es bei der monatlichen Lohnsteueranmeldung mit an. Ansonsten musst du eine gesonderte Lohnsteueranmeldung vornehmen. Vielleicht kontaktierst du in dem Fall das Finanzamt im Vorfeld, damit die Anmeldung dort nicht als fehlerhaft ausgewiesen wird.

Ob die pauschale Steuer bei der EÜR als Betriebsausgabe abzugsfähig ist, weiß vielleicht einer der Experten hier im Forum, ich bin mir da gerade nicht ganz sicher ;)


In seinem Fall - da Kleinunternehmer - gilt der Bruttoeinkaufspreis.

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

In der ersten Aussage sehe ich aber einen Widerspruch zu den Infos, die ich bisher gelesen habe (vielleicht, weil ich es nicht richtig verstehe :-))....

Unter http://www.finanztip.de/geschenke-an-geschaeftsfreunde/ heißt es: 

"Der Beschenkte muss das Geschenk wie eine Einnahme behandeln: Er muss den Wert verbuchen und versteuern. Wer seinen Geschäftspartner nicht durch diese erzwungene Ausgabe verärgern will, kann das Präsent vorab pauschal mit 30 Prozent des Kaufpreises versteuern – Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer kommen noch dazu. Auch die pauschale Steuer können Sie als Betriebsausgaben ansetzen, wenn die Geschenke weniger als 35 Euro kosten."

Heißt das, dass ich dann also schon versteuern müsste (über eine Lohnanmeldung), dann aber die Steuern wiederum als Betriebsausgaben geltend mache und in Endeffekt - wie du geschrieben hast - keine Steuern zahle?

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@chris030

§37b

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Steuerpflichtige können die Einkommensteuer einheitlich für alle innerhalb eines Wirtschaftsjahres gewährten

1.
betrieblich veranlassten Zuwendungen, die zusätzlich zur ohnehin vereinbarten Leistung oder Gegenleistung erbracht werden, und
2.
Geschenke im Sinne des § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 1,

die nicht in Geld bestehen, mit einem Pauschsteuersatz von 30 Prozent erheben. ...

Geschenke i.S.d. 4(5)S.1Nr.1 sind nicht abzugsfähige Geschenke , also die über 35€

Die Pauschalversteuerung greift also nur bei allem, was teuerer als 35€ ist.

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@Infomercial

@chris030 danke fürs Nachhaken ;) Hab mich eben noch mal schlau gemacht. Es ist genau so, wie du schreibst.

Man muss wirklich die beiden Ebenen (Betriebsausgabenabzug beim Zuwendenden und Besteuerung beim Beschenkten) voneinander trennen. Beim Empfänger ist das Geschenk stets als Betriebseinnahme zu versteuern. Um das zu umgehen, kann man die pauschale Besteuerung nach § 37b wählen

Du kannst also die pauschale Steuer übernehmen, indem du sie über die Lohnsteuerabmeldung abführst. Das Geschenk und die pauschale Steuer sind aber auch gleichzeitig Betriebsausgaben (da der Wert von 35 € nicht überschritten wurde).

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@Steuerbaer

@Infomercial und was ist mit Absatz 1 ?

"1. betrieblich veranlassten Zuwendungen, die zusätzlich zur ohnehin vereinbarten Leistung oder Gegenleistung erbracht werden, "

genau das trifft hier ja zu

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@Steuerbaer

Nachtrag nochmal zur Klastellung:


Ist der Beschenkte ein Unternehmer, sind die Geschenke betrieblich  veranlasst und führen beim Empfänger dem Grunde nach zu steuerpflichtigen Einnahmen -> du kannst für ihn die Besteuerung nach § 37b übernehmen.


Ist der Beschenkte eine Privatperson entfällt eine Besteuerung –  denn es wird durch § 37b keine weitere „neue“ Einkunftsart geschaffen! Hier brauchst du nichts für den Empfänger versteuern, weil bei einer Privatperson ein Geschenk in dieser Größenordnung keine Steuerpflicht auslöst.



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@Steuerbaer

@Infomercial

Aber § 37 b EStG unterscheidet doch gar nicht zwischen abzugsfähig und nicht abzugsfähig, oder sehe ich das falsch?

@Steuerbaer

Vielen Dank! In Abs. 4 habe ich nun auch das mit der Lohnsteuer entdeckt (so einfach kann's sein)... finde ich zwar immer noch schräg, aber was soll's :)

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@Steuerbaer

Oh danke, an Privatpersonen hatte ich gerade gar nicht gedacht, weil es bei mir nur um Unternehmer geht.

Ist es wohl das, womit wir uns mit Infomercial im Kreis drehen? :-) Sorry!

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