An welchen Angaben erkennt mann ein Tele- bzw. Makroobjektiv?

6 Antworten

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Etwas allgemeiner:

Fotoanfaenger stehen einem Berg von Zahlen gegenueber. Die Wenigsten wissen, was sich dahinter verbirgt: Begriffe wie ISO, MP, Verschlusszeiten usw. moege man bitte woanders nachschauen.

Hier geht es nur um Brennweite und Blende,

Erstere ist ein Mass dafuer, wie gross das Motiv bei gegebenem Motivabstand im Sucher erscheint und somit auf dem Sensor landet. Dabei unterscheidet man in Weitwinkel-, Normal- und Telebrennweiten. Zooms bieten viele verschiedene Brennweiten in einem Objektiv, werden aber auch in Weitwinkel-, Normal- und Telezooms unterschieden. Gerne wird (von Anfaengern) der Begriff "Zoom" mit dem Begriff "Tele" gleichgesetzt oder verwechselt. Das ist falsch und sorgt oft genug fuer Verwirrung und Missverstaendnisse.

Normalbrennweiten sind die, mit denen man "die Welt etwa so sieht, wie mit den eigenen Augen". Dabei ist die Brennweite etwa so lang wie die Formatdiagonalen der Kamera. Die kann man sich selbst ausrechnen (Pythagoras ist da ganz hilfreich) oder Ihr glaubt es mir mal So ergeben sich fuer die verschiedenen Sensorgroessen auch unterschiedliche Normalbrennweiten: Canon mit APS-C: 27mm Nikon, Sony und Pentax mit APS-C: 28mm Olympus: ca 21mm Sigma: 25mm und 28mm (SD-1) Bei Kameras mit Kleinbildsensor ist die Normalbrennweite 43mm

Enthaelt ein Zoom diese Brennweite, spricht man von Normalzoom. Liegt der Zoombereich unterhalb dieser Werte sind es Weitwinkelzooms, oberhalb dieser Werte Telezooms. Reicht der Brennweitenbereich von wesentlich unter bis wesentlich ueber die Normalbrennweite spricht man von Superzoom, Reisezoom oder auch veraechtlich als "Suppenhuhn"

Anfaenger sind zunaechst mal begeistert von grossen Zahlen: Megapixel oder Zoomfaktor koennen nicht gross genug sein. Fortgeschrittene lieben eher die kleinen Zahlen (Lichtstaerke und Zoomfaktoren von 2-2,8 lassen ihre Augen glaenzen ) wissen sie doch, dass man sich sowohl mit zuvielen Megapixeln als auch mit grossen Zoomfaktoren eine Menge Kompromisse, ja sogar handfeste Nachteile einhandelt: Streulichtempfindlichkeit, Kontrastverhalten, Verzeichnung, Lichtstaerke, Vignettierung koennen bei den Superzooms nicht optimal sein; allenfalls bei nicht allzu hohen Anspruechen tolerabel. Einige Fehler wie Vignettierung, Kontrast und Verzeichnung lassen sich ja auch spaeter per Software ganz gut beseitigen.

Was soll nun der DSLR-Frischling tun? Zunaechst mal sollte er sich selbst kritisch fragen, was fuer ein Typ er ist:

A: Will ich ordentliche Urlaubsfotos und Schnappschuesse bei viel Licht oder auch mit Blitz machen? Ich mag Objektivwechsel nicht besonders oder habe Angst, dass mir ein Motiv deswegen entwischt. Dann ist ein Superzoom etwas fuer mich. Allerdings erfuellen auch etliche Kompakt- oder Bridgekameras diese Ansprueche schon

B : Ich will gute Ergebnisse. Objektive wechseln macht mir nichts aus. Ich schrecke auch vor schlechtem Licht und Stativbenutzung nicht zurueck. Fotografie fasziniert mich. Dann ist ein Zoompaar (Zoomfaktor jeweils 3-4) oder auch eine Kombination mit Festbrennweite(n) wohl das Richtige.

C : Fotografie ist meine Leidenschaft (bzw. ich merke, dass es so kommen wird ) Ich liebe unscharfe Hintergruende, extreme Perspektiven oder habe eine Motivwelt etwas abseits der Norm (Aquaristik, Voegel, Hallensport, Unterwasser usw.) Dann kommen auf Dauer nur lichtstarke Zooms (2-3fach) oder Festbrennweiten in Frage. Ueber die Kosten bin ich mir bewusst

Eine C-nahe Ausruestung zum B-Preis bekommt man mit Tamron, Tokina oder Sigma Objektiven: Normalzooms: 2,8/17-50mm oder 2,8/16-50mm oder 2,8/18-50mm 2,8/28-75mm das sind die Daten der recht preiswerten Standardobjektive, die auch sehr anspruchsvolle Fotografen befriedigen koennen (wenn sie denn richtig justiert sind ) Allesamt sind deutlich besser als die "Kitscherben" der Kamerahersteller.

Die Kenndaten der guten Telezooms: 2,8/50-135mm oder 2,8/50-150mm (Pentax, Tokina und Sigma) 2,8/70-200mm (Sigma, Tamron, Nikon, Canon, Sony) 4,0/100-300mm(Sigma)

Die hervorragenden Zooms der Kamerahersteller mit vergleichbaren Kenndaten sind ca doppelt bis viermal so teuer. Abstriche machen muss man weniger in der optischen Leistung als vielmehr in AF-Geschwindigkeit und Lautstaerke. Ausserdem oft genug in der mangelhaften Justage ab Werk

Fehlen noch die Weitwinkelzooms: Hier ist Lichtstaerke nicht so wichtig, weil meistens mit grosser Schaerfentiefe gearbeitet wird. Diese Objektive im Brennweitenbereich ca.10-ca.24mm gibt es von allen bekannten Herstellern. Besonders wichtig ist die Unterscheidung in Objektive fuer die APS-grossen Sensoren und die fuer Kleinbild-grosse Sensoren. Normalerweise sieht man das am Preisschild, aber es gibt auch das Sigma 12-24mm fuer Kleinbild und das ist preiswerter als die 12-24mm APS-Objektive von Nikon und Pentax oder auch das hervorragende 7-14mm von Olympus. Gemeinsam haben diese Objektive, dass sie Anfaengern helfen langweilige "Vieldrauffotos" zu machen . Koenner zaubern damit traumhafte und ungewohnte Perspektiven.

Es gibt etliche Makroobjektive, deren "schlechtester" Vertreter immer noch sehr gut ist. Es gibt sie mit 15mm(demnaechst), 35, 40, 50, 60, 70, 85, 90, 100,105, 125, 150, 180 und 200mm und es sind allesamt Festbrennweiten. Zooms, auf denen Makro steht, sind eine schwache Notloesung!

Die allermeisten Makros schaffen den Maßstab 1:1 ohne Hilfsmittel.

Welche Brennweite man nun waehlt, ist Motiv, aber auch Geschmacksache. Bei kuerzeren Brennweiten hat man mehr Hintergrund, die Fotos wirken raeumlicher. Bei laengeren Brennweiten hat man mehr Abstand zum Motiv. Diese wirken dann eher flach, der Hintergrund ist ruhiger.

 Die Nachteile sind:

Bei kuerzeren Brennweiten hat man schonmal Probleme mit der Lichtfuehrung (man schattet das Motiv ab). Bei laengeren Brennweiten stoeren oft Zweige oder Halme den freien Blick auf das Motiv.

Deine Frage laesst sich also nicht eindeutig beantworten, da jede Brennweite ihre Berechtigung hat.

Uebrigens: Insekten haben keine Fluchtdistanz. Wenn man sich geradlinig und langsam auf sie zu bewegt, bleiben sie sitzen. Trotzdem wuerde ich Dir fuer den Anfang auch eine Brennweite zwischen 70mm (Sigma) und 105mm (auch Sigma) empfehlen. Das Tamron 90mm ist genau so top.

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Danke für deine ausführliche und gut verständliche Antwort :) Habe mich jetzt nach Beratung für das Tamron 70-200mm/ f2.8 entschieden. kannst du mir vielleicht sagen, wie ich die richtige Größe für eine Sonnen- bzw. Streulichtblende finde?

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@Mini4123

Danke fuers *chen :-)

Die Streulichtblende ist bei dem Tamron Objektiv dabei. Es ist ein sehr gutes Objektiv. Einzig das Gewicht ist sehr ordentlich. Makro geht damit natuerlich nicht besonders, weil es nur bis min.95cm fokussierbar ist, was einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:3,1 entspricht.

Der Autofokus ist nicht so flott (und leise) wie die vergleichbaren Objektive von Sony oder Sigma. Aber wenn Du nicht auf Dich zu rennende Hunde verfolgen willst, duerfte Dich das nicht stoeren. 

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XX-YYmm ist die Brennweite.

Gehen wir mal von den kleineren Modellen aus dann gilt:

  • 1-18mm = Ultraweitwinkel 
  • 19-30mm = Weitwinkel
  • 30-35mm = Normalbrennweite (menschl. Sehfeld - je nach Crop-Faktor)
  • 40-200mm = Tele
  • ab 200mm = Supertele

Alles unter der Normalbrennweite zeigt mehr im Bild als wir sehen können. Das wird zB in Hotels eingesetzt... Man kennt die schönen, großen und geräumigen Zimmer aus dem Katalog, die in natura dann doch 1-2 Nummern kleiner sind... Das ist der WW/UWW Effekt.

Tele holt entferntes Näher ran und sorgt für einen "Tunnelblick" - Je größer die Brennweite umso Stärker der Effekt.

Es gibt jedoch auch noch andere gaaanz wichtige Nummern. Die werden normal mit f/X-Y bzw. f/X  oder 1:X-Y bzw. 1:X angegeben.

Das ist die s.g. Lichtstärke. Grundsätzlich gilt je kleiner die Nummer umso teurer. Stell dir ein Objektiv wie eine Pipeline vor - Je kleiner die f-Nummer umso größer der Durchmesser und umso mehr Licht kann in der gleichen Zeit durch.

Dies ermöglicht es zB schöne Stimmungsbilder bei Kerzenschein oder Lagerfeuer zu schießen ohne allzuviel Rauschen zu haben. Weiters wird dadurch aber  Bereich der Schärfe (Schärfentiefe / Schärfenebene) geringer. Das kann man auch zum Freistellen (scharfes Motiv vor unscharfem Hintergrund) verwenden!

Bessere Objektive haben eigentlich eine konstante Offenblende - zB 28-75mm f/2.8 oder 70-200mm f/2.8. Das bedeutet, dass egal bei welcher Brennweite die Lichtstärke immer gleich ist.

Günstigere Modelle haben eine Variable Lichtstärke - zB 18-105mm f/3.5-5.6. Hier gilt die 3.5 bei 18mm und die Lichtstärke schwindet dann auf 5.6 bei ca. 2/3 (ca. 70-75mm) der max. Brennweite.

Dann gibt es Objektive mit nur einer mm-Angabe zB 50mm f/1.8 - Das sind s.g. Festbrennweiten. Die kann man nicht Zoomen aber dafür sind die Objektive in der Regel sehr gut und lichtstark!

Darf ich dich fragen was du von diesem Objektiv hältst? 

http://www.amazon.de/gp/aw/d/B008PCVE78/ref=pd_aw_sbs_23_2?refRID=0CQCM8A62T3K2J86FGW3

Einmal zum Hintergrund :)

Habe die Sony Alpha 58 mit Starterobjektiv. Dieses reicht mir einfach nicht für die Bilder die ich machen möchte. Will daher noch 2 Objektive dazu kaufen. 1x Makro und 1x Tele um die Bereiche abzudecken die ich mit dem Starter nicht machen kann.

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@Mini4123

Genauso eine miese Scherbe wie das 18-55mm...

Eine Festbrennweite ist perfekt auf ihre einzige Brennweite abgestimmt. Da Fotografen meistens nicht mit 10-20 Festbrennweiten-Objektiven runrennen wollen oder man in manchen Situationen keine Zeit zum Wechseln der Objektive hat gibt es Zoom-Objektive.

Je größer der Zoom-Bereich desto größer der Kompromiss zwischen kleinster und größter Brennweite. Ergo muss bei einen zB 18-270mm Objektiv ein viel extremerer Kompromiss eingegangen werden als bei zB 18-55mm und weiters wird die Konstruktion teuer und viel aufwändiger bei einem 18-270mm als beim 18-55mm.

Durch diesen Kompromiss wird die Bildqualität beeinträchtigt. Je größer der Kompromiss desto größer die Beeinträchtigung. Daraus kann man schließen, dass eine zB 18-270mm Linse von der Bildqualität einer anderen Linse deutlich unterlegen ist. In dem Fall ist es eben eine der Ausnahmen von der "You get what you pay for" - Regel!

Was genau willst du fotografieren?! 

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@mbauer588

Ich möchte gerne Landschaften, Tiere etc. fotografieren.

Das auch aus weiterer Entfernung.

Es müsste also auch Bewegungen aufnehmen können.

Hast du einen Tipp für ein vernünftiges Tele- und ein Makroobjektiv für jeweils max. ca. 400€?

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Auch dir ein herzliches Danke für deine Hilfe :)

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Ein Teleobjektiv erkennt man an der Brennweite, die mit dem Normalobjektiv verglichen ein Vielfaches sein sollte. Makroobjektive erkennt man an der Angabe der Einstellentfernung, wenn sie (für Kleinbild) bei 50 mm Brennweite bis 5 cm oder weniger beträgt, ist das der Makrobereich.

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