An Menschen mit Magersucht: Wie helfe ich meinem Partner bei der Magersucht?

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2 Antworten

Ich gehe davon aus, dass dein Freund es nicht böse meint - davon solltest du vorerst auch ausgehen.

Über psychische Probleme respektive Erkrankungen zu sprechen ist schwer. Die eigenen Gedanken, Gefühle und Impulse zu verbalisieren ist oftmals eine große Herausforderung und es fällt sehr viel leichter ein Gespräch mit jemanden zu führen, der diese Probleme vielleicht kennt und dementsprechend, auch bei schwammigen Erzählungen, versteht was gemeint ist.

Was du, als seine Partnerin, machen kannst ist als erster Schritt eines - informieren.

Belese dich über das Thema Magersucht, du findest im Internet auch viele "Erfahrungsberichte" von Betroffenen und Unmengen an Informationen über mögliche Ursachen, Diagnosekriterien, typische Verhaltensweisen und Gedanken der Betroffenen et cetera. So baust du ein Verständnis auf für die Umstände deines Partners und kannst dich, mit der Zeit, auch ohne selbst Betroffenen zu sein, in eine Position versetzen, in der du nachvollziehen kannst was er dir erzählt.

Eine Übersichtliche und Umfangreiche Einführung zu dem Thema findest du hier:

http://www.magersucht-online.de/index.php/fuer-angehoerige/7-informationen-zu-essstoerungen-fuer-angehoerige

Sofern du interessiert an möglichen Buchtipps bist oder weitere Informationen suchst, eventuell auch persönliche Fragen hast, kann du dich gerne Persönlich oder über einen Kommentar bemerkbar machen - ich nehme mir gerne Zeit dafür.

Gleichermaßen ist es aber auch wichtig, ihm nicht die Bezugsperson für dieses Thema nehmen zu wollen - auch wenn es schmerzlich ist zu hören, dass er mit einer anderen Frau besser darüber reden kann, als mit dir. Die Beweggründe dafür können vielfältig sein und wenn ihm die Gespräche gut tun, es auch bei diesen bleibt, dann sollte dieser Freiraum auch gegeben sein. In einer Partnerschaft ist es wichtig zu sprechen und das solltet ihr auch tun, daher auch die angeratene Einholung von Informationen. Dennoch kann der Partner nicht immer der "Allrounder" sein, der für jedes Thema der Ansprechpartner Nummer Eins ist. 

Das klingt sehr hart, dessen bin ich mir bewusst und das es verletzend ist, kann ich sehr gut nachvollziehen aber aus meiner Erfahrung heraus, ist es notwendig sich mit diesem Gedanken anfreunden zu können.

Um es verständlicher zu machen ein etwas vager und vielleicht haarsträubend wirkender Vergleich:

Es gibt sicherlich auch Themen, auch wenn diese "leichtere Kost" darstellen mögen, die du auch eher mit einer Freundin oder einem anderen Freund besprichst. Zumindest war ich immer sehr dankbar gewesen, wenn meine damalige Partnerin die Gespräche über die passende "Ausgehmode" nicht mit mir führen wollte. 

Kurzum - In deiner jetzigen Situation wäre mein Wunsch an dich dementsprechend, mir meinen Gesprächspartner "zu erlauben" und gleichermaßen würde ich es als liebevolles Zeichen wahrnehmen, wenn du Interesse an meiner Situation zeigst - allerdings ohne mich unter Druck zu setzen.

Psychische Erkrankungen sind für den Partner des Betroffenen oft eine Zerreißprobe in einer Beziehung. Auch der Partner leidet darunter und muss oft Kompromisse mit sich selbst schließen, die nicht immer schön sind. Jedoch ist es genau dieses "Zurückstecken", welches am Ende die Beziehung über diese Krisenzeit erhält und euch auch Näher zusammenschweißt. Ob man das möchte und kann, ist eine individuelle Entscheidung.

Ich wünsche dir und deinem Partner alles Gute für die Zukunft und hoffe sehr, dass sich ein Genesungsprozess einstellen wird.

Liebe Grüße.

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Kommentar von mysymbiosis
02.08.2016, 19:29

Vielen Dank für diese tolle Antwort! Ich würde ihm niemals verbieten mit jemandem zu reden, ich bin ja froh, dass er es tut. Früher konnten wir zusammen darüber reden, aber jetzt nicht mehr. Und ich würde gerne wissen wie wir wieder da hin kommen. 

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Versuche ihn zu überzeugen das sie ein Problem hat und das nur mit Professioneller Hilfe gelöst werden kann 

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