An Leute, die eine soziale Phobie hatten, diese aber überwinden konnten: Wie habt ihr das geschafft?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Aus eigener Kraft heraus wird das leider nur sehr schwierig und auch sehr lange dauern. Jeder Tipp zur Selbsthilfe wäre eine Konfrontation mit der Angst. 

Du könntest damit beginnen den Leuten häufiger in die Augen zu schauen, denn oft wird das nicht getan, weil man sich "nackt" fühlt und Angst hat von anderen so direkt angeschaut und ausgelesen zu werden. Tatsächlich wirst du dich irgendwann mehr und mehr daran gewöhnen, ohne natürlich wirklich die Angst völlig verloren zu haben.

Du könntest auch öfters Smaltalk führen. Immer wieder kurze Gesprächseinheiten, so dass du dich ans Sprechen mit anderen gewöhnst. Wenn du dir immer vor nimmst eine lange Unterhaltung zu führen, dann wird dir sehr unwohl. Denk lieber einfach "Ich sag einfach schnell was, dann bin ich schon wieder weg". Am besten du sprichst auch mit dir selbst, in dem du dich vor einen Spiegel stellst, dir selbst in die Augen schaust und einfach drauf los redest.

Da eine soziale Phobie auch viel mit Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zutun hat, solltest du auch daran arbeiten. Du kannst zum Beispiel alles aufschreiben was dich stört, aufregt oder total wütend/traurig macht. Schreibe es auf einen Zettel, wie ein Cluster oder eine Mind-Map. Schreibe alles auf, was dir einfällt. Schau dir diesen Zettel ganz genau an, auch wenn es etwas schmerzt. Du musst die Dinge verarbeiten, so verlieren sie etwas ihrer Wirkung und können dich dann auch nicht mehr so sehr runterziehen. Danach kannst du den Zettel zerreichen oder verbrennen. Es wird sich unheimlich gut anfühlen, so als wäre die eine große Last von den Schultern gefallen. Danach kannst du auch all die schönen Dinge in deinem Leben aufschreiben, die Dinge die du gut kannst, die Komplimente, die man dir macht. Diesen Zettel behältst du natürlich und schaust ihn dir immer wieder an.

Vielleicht kann ich dir auch kurz erzählen, was mir damals geholfen hat. Ich weiß nicht, ob es bei mir wirklich eine soziale Phobie war, aber es war schon sehr belastend. Und zwar hat mir der Kampfsport damals sehr geholfen. Ich wollte es zwar nie wirklich, bin aber durch eine Art Gruppenzwang durch Freunde da reingerutscht. Da wurde ich natürlich mit sehr direkten und unangenehmen Sachen konfrontiert, wie jemanden ins Gesicht zu schlagen, während man ihn noch anguckt. Damals absolut schwierig für mich und mein Trainer hat auch alles getan, um mir die Angst zu nehmen. Nach ein 2 Jahren war ich schon wie ausgewechselt. Du hättest mich kaum wieder erkannt. Ich ging einfach durchs Leben, (fast) ohne jegliche Angst vor anderen. Es war mir einfach egal. Falls was passieren sollte, konnte ich mich sehr gut wehren. Bin zwar selbst nach 5 Jahren nie in so eine Situation gekommen, aber das Gefühl von Sicherheit tut schon sehr sehr gut. Ich weiß nicht in wie fern das auch eine Option für dich wäre. Vielleicht kannst dort auch mal mit einer Freundin oder einem Freund hingehen. Solch eine große Konfrontation mit seiner Angst, kann wirklich sehr helfen. 

Auch wenn es für dich zu "extrem" ist, hoffe ich dass ich dir mit dieser Geschichte trotzdem zeigen konnte, dass Veränderungen definitiv möglich sind. Genau wie dein Leben sich vielleicht zum Negativen verschlechtert hat, so kann es sich auch zum Positiven wenden. Ich hoffe auch, dass du dich nun mehr zu akzeptieren lernst. Die anderen sind vielleicht nun mal selbstbewusster als du. Na und? Du bist eben so wie du bist! Das ist vielleicht nicht schön, aber du KANNST definitiv etwas daran ändern. Mach dir selbst keinen Druck und akzeptiere dich und die Tatsache, dass es mehr als genügend Menschen gibt, denen es ähnlich geht. Man muss sich nur einmal die vielen Fragen hier dazu anschauen.

Natürlich kannst du auch immer zu einer Therapie. Brauchst absolut keine Angst davor zu haben. Dort wird man dir sicherlich helfen können. Vielleicht begleitet dich deine Mutter oder eine Freundin dahin und du informierst dich ein wenig darüber.

Viel Erfolg damit! 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nun überwinden ist ein großes Wort bei so etwas. Die Frage ist wann hat man diese überwunden. Per Definition ist eine soziale Phobie quasi eine Schüchternheit die so groß ist, dass sie einen behindert. Hat man also noch eine soziale Phobie, wenn man eigentlich alles hinkriegt aber das Herz dabei 200 Schläge die Minute zum Besten gibt?

Am Ende sind wir Menschen Gewohnheitstiere auch bei Ängsten und den zugehörigen Vermeidungsverhalten. Da gibt es nur zwei Sachen die so einen Kreislauf durchbrechen können. Entweder liegt etwas vor einem, dass so wertvoll und toll erscheint, dass man sich dafür den Hintern aufreißt ODER die aktuelle Situation ist für einen so unangenehm und schmerzhaft, dass man vor der aktuellen Situation die Flucht nach vorne antritt.

Ist keins von beidem der Fall, so bleibt meist alles beim Alten. Willst du Leute relativ leicht kennenlernen so eignen sich vor allem Kurse und Vereine. Hier kommen meist viele Leute zusammen, die zumindest teilweise schon einmal die selben Interessen haben. Das bricht natürlich das Eis und man hat zumindest schon einmal ein Gesprächsthema bevor man dem Gegenüber überhaupt groß kennt.

Das kann ein Kurs an einer Volkshochschule sein oder Sport im Verein, sei es ein normaler Teamsport oder etwas in Richtung CrossFit, wenn man eher den Fitnessbereich interessant findet, natürlich auch Yoga, etwas ala Tanzen oder was auch immer.

Ich hab früher sehr stark unter meiner sozialen Phobie gelitten. Hatte am Ende aber mehr Angst vor den Konsequenzen mein Leben nicht auf die Reihe zu kriegen. Durch die Arbeit und regelmäßigen Kundenkontakt ist das ganze mittlerweile zumindest soweit abgestumpft, dass ich mein Leben auf die Kette krieg. Habe zwar auch kein riesigen Freundeskreis und bin auch in keiner Beziehung, jedoch bereitet mir der Alltag nicht wie zuvor Schwierigkeiten.

Für mich hab ich festgestellt, dass es mir leichter fällt nicht meine Probleme konkret anzugehen mit den Fokus auf die Probleme, sondern mich bewusst in Situationen zu bringen die es mir zum einen leichter machen und zum anderen trotzdem von mir verlangen, dass ich mich meinen Ängsten stelle. Sprich um Leute kennen zu lernen nicht auf eine Party gehen oder in ein Kaffee mit den Fokus auf Leute anquatschen, sondern sich in eine Umgebung bringen, wo so etwas natürlich passiert, wie ein Sportverein.

Willst du das Problem aktiv angehen bleibt ansonsten wohl nur Verhaltenstherapie ggf. unterstützt mit Medikamenten. Ich für meinen Teil habe mich dagegen entschieden. Wir ticken nun einmal alle ein wenig anders, eine soziale Phobie ist auch nur ein Name, ob das nun eine Krankheit ist oder einfach ein Charakter, der mit unseren System und unsere Gesellschaft nicht so dolle harmoniert wer kann das schon genau sagen. Mir fallen einige Sachen schwerer, andere leichter, einige Sachen kann ich wesentlich besser als viele andere Menschen und auf sozialer Ebene, die in unserer Gesellschaft eben sehr wichtig ist, da bin ich eben etwas schwächer, so what.

Natürlich gibt es auch Sachen die man selbst anstelle einer Therapie machen kann wie z.B. Toastmasters und co.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hi,

ganz überwunden habe ich sie noch nicht, aber sie behindert mich nicht mehr. Kann also gut mit leben. Daher hab ich auch kein Geheimrezept für dich, höchstens ein paar Tips.

Zu schlimmsten Zeiten konnte ich nicht mal Straßenbahn fahren oder auf Fußwegen gehen, auf denen mir Menschen entgegen kamen. Geholfen hat mir persönlich, wenn ich währendessen mit jemanden telefoniert habe. Da man nicht ständig mit jemandem telen kann, habe auch manchmal einfach nur so getan alsob *g. Da kam ich mir zwar teilweise etwas bescheuert bei vor, aber es hat mir durch die stressigsten Situationen geholfen. So konnte ich dann sogar im Supermarkt einkaufen gehen.

Fahrradfahren hat mir auch sehr geholfen. Da zieht die Umwelt viel schneller an einem vorbei, man ist Blicken nicht so lange ausgesetzt und ist insgesamt viel schneller wieder zuhause.

Ansonsten half mir meine Freundin die Ängste zu lösen. Einfach nur weil sie da war, also ich jemanden an meiner Seite hatte. Ein Freund würde dir bestimmt auch gut tun, aber ist natürlich schwierig, wenn du so große Angst hat. Das Internet hat mir bei der Frauensuche sehr geholfen, das wäre in deiner Situation wohl auch das einfachste.

Ich hoffe ich konnte dir irgendwas nützliches mit auf den Weg geben :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Also das ist keine leicht Frage. Das Wichtigste ist sich erst einmal Hilfe zu holen. Alleine kommt man da nicht so leicht raus. Ich denke man könnte zu einem Psychotherapeuten gehen der einem hilft mit der Situation klar zu kommen und wieder offen auf Menschen zugehen zu können.

Es hilft auch zu einem Sportverein zu gehen um mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen.

Du musst es aber selber wollen, denn nur du kannst deine Situation ändern!! Ich hoffe meine Antwort gibt dir etwas Mut dein Leben zu ändern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich hatte das auch.. Es war mein Selbstbewusstsein was mich zu dieser Leid getragen hatte. Ich habe mich oft zuhause aufgehalten wo ich mich eher abgeriegelt hatte von der ausen welt. Ich wollte mich nicht belasten weil ich zu schüchtern war und ich auch keine ahnung hatte wie ich mit anderen Menschen umzugehen habe. Daher habe ich einfach überlegt was ich machen kann.

Bin zu dem entschluss gekommen einfach mich zutrauen. Aber erst mal habe ich geschaut was ich an mir selbst machen kann.(Aufjedenfall nicht ändern du bist wie du bist anderster gibts dich nicht! ABER du kannst du jeder Zeit bessern ;) )

Ich habe mich sehr oft mit anderen Männern verglichen. Ich habe mich gefragt warum krigen die immer soviele Frauen. Ich habe Männer beobachtet was sie tun. Egal in welcher hinsicht oder Lage. Ich habe sie alle relativ schnell analysiert und ausgewertet. Ich habe mich nicht dadurch verändert oder mir irgendwas abkopiert. Ich wollte nur sehen was sie tun. Ich habe aber sehr schnell gemerkt wie unreif fast alle sind. Daher gab es nichts für mich zu kopieren oder geschweige ich wollte so werden wie sie. Ich habe daraus nur eines herausschließen können undzwar wie Frauen ticken.

Also habe ich mir mal die Frauenwelt angeschaut. Was sie tun wenn sie angemacht werden. Wie sie handeln. Worauf sie reagieren und nicht reagieren. Es war meistens Paradox. Aber oft habe ich auch dass durchschauen können wenn ich meine Gefühle einfach angestrengt hatte und mit dem Verstand eines Fraues kombiniert. Dadurch habe ich viel über Frauen gelernt in allen Bereichen.

Desweiteren habe ich meine Persönlichen Werte ausgemessen und ich war überrascht wieviel ich mehr zu bieten hatte wie als einer der in der disse besoffen nach dem gesundheitszustand einer Frau frägt und sie schief anlächelt arm umlegt und sie zum trinken betreibt.. ^^!

diese Werte habe ich natürlich eher übernommen als das verhalten der Gesellschaft. Leider habe ich dann zu hoch gegrifffen mit meiner persönlichkeit :D also musste ich mich bücken und sieh an ich war auf einer wellenlinie. THEORETISCH...

Praktisch habe ich mir einen Bahnhof oder einen Center rangezogen. Alleine.

Habe mich iwo hingehockt und Menschen beobachtet. Ich habe viele gesehen die Klauen und viele gruppen wo es zumindest ein moppbingopfer gab. Ich habe menschen gesehen die an hilflosen Menschen vorbei laufen und aber auch Menschen die Traurig durchs leben wanderten. Ich habe beobachtet dass viele Menschen scheu sind offen mit anderen Menschen respektvoll reden zu können und Kontakte zu knüpfen. Irgendwann habe ich mich in einer virtuellen welt befunden wo es nur npc da sind. Die Menschen laufen einander vorbei und es passiert nichts auser fremdheit. Ich frage mich wo wäre noch der Unterschied zwischen solchen und dem letzten Menschen auf Erden.

Dann habe ich mir den Mut aufgenommen einfach als Mann Fraun anzureden. Unglaublich die waren schüchterner als ich und konnten sich kaum artikulieren. Einige waren sehr hochnäßig. Die dachten gleich die kennen mich schon seit jahren. Einige aber waren zu arrogant wo ich mir dachte 1 cm gekürzer der rock und du brauchst dich nicht wundern dass man dich mal entführt..

Mein Selbstbewusstsein ist immer gestiegen und aber im gegenzug mein blick auf die Gesellschaft gesunken. Ich bin immer mehr froh darüber geworden nicht so Roboter gesteuert zu sein wie die Leute in der Heutigen gesellschaft immer auf dem drang besser zu sein durch neid und arroganz gesteuert durch egoismus. Alle wollen am liebsten mehr macht aber viele tun es auf unmögliche art und weise.

Daher tut es mir auch nicht mehr leid wenn ich eher weniger mit diesen Menschen was zutun habe sondern empfinde eher ein gewisses Froh sein darüber.

Ich bin heute auch kein egoist oder arogant oder hochnäßig. Ich bin dennoch nett zu allen die mit mir reden oder ich mit denen kontakt aufsuche. Ich kann jetzt frei reden und sogar auch jemanden ordentlich die Meinung geigen.

Ich bin anpassungsfähiger und ich kann Gefühle der Menschen auf dem ersten blick verstehen. Mir macht keine Maske der Welt mehr etwas vor. Auch lügen erkenne ich meist auf anhieb.

Dadurch wird man echt zu einem Psychologen weil man jede art von Mensch kennenelernt und je öfter man das macht desto durchschauender wird man.

Es ist kein Problem für mich jemanden allein durch seinem gesicht seine Vergangenheit aufzuzählen zwar kann ich es noch nicht ganz 100 % aber hey darauf habe ich eig., auch kein bedarf ^^ Ich helfe natürlich jeden der hilfe braucht auch wenn er es nicht zu gibt.

Also nach dem paar monaten Prozess nach der Arbeit macht man definitiv gute fortschritte.

Selbstbewusstsein und Selbstachtung steigt enorm bis ans Maximale. Man muss nur aufpassen dass man es nicht übertreibt sonst verfliegt man in sein eigenes ego. Weil man einfach die Hemmung zu anderen Menschen verlieren kann. Also mit vorsicht genießen.

Hoffe es hilft und sry für die länge^^ musstest halt jetzt durch :D

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich sag wie es ist such dir einen Gleichgesinnten  ich hab viele Probleme was psychisch bedingt ist doch seid dem ich sie gefunden habe sprechen wir viel und meistern die Probleme gemeinsam und es ist mit Hilfe so viel einfacher mit solchen Sachen um zugehen oder Ängste zu bekämpfen ich bin ein Mensch die sich (wie ich es immer sage) selbst therapiert. Habe gelernt mich zum größten Teil meiner Ängste zu stellen. Beim ersten Mal war ich sehr erschöpft weil die Panik in mir sehr anstrengend war doch um so öfter ich meine Angst überwunden hatte desto fitter fühlte ich mich und um so stolzer war ich auf mich das auch alleine geschafft zu haben.... Ein Mal die Woche treffen sich meine Freundin und ich um zu erzählen was passiert ist wie man sich gefühlt hat oder was ein bedrückt und runter zieht glaub Mal es hilft.... Wie ich sie noch nicht hatte habe ich Texte darüber geschrieben in Art von Briefe Gedichte oder Lieder und Tagebuch geführt manchmal lese ich mir die Texte heute noch durch und beantworte mir aber mittlerweile die Antworten selber .... Es war aber auch ein langer Weg bis hier hin und ich sah auch nicht das ich komplett geheilt bin und Tat Sache ist auch das man es nie sein wird weil es nur eine Art von Verdrängung ist wenn man sich nicht professionell helfen lässt. 

Entschuldigung wegen meiner Schreibweise (ohne ,.?!: Absatz und so) Hauptsache ist du verstehst den Inhalt und die hilft es villt 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hast ja schon drei gute und ausführliche Antworten bekommen. Ich würde dir noch folgende Seite empfehlen, vlt hilft der Austausch oder du kannst dir da einfach gute Tipps holen:)

https://www.sozcafe.de/index.php?board-list/

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?