An die Nachgeborenen - Bertolt Brecht?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Dass er es bedauert, in Zeiten leben zu müssen, in denen so viel Betroffenheit über die vorangehenden Untaten der Nazis herrscht.

Dabei bedauert er natürlich nicht die Betroffenheit, sondern die Verbrechen selbst.

Er betrachtet es als eine Art der Verdrängung, wenn man auf Gespräche über Belanglosigkeiten ausweicht, anstatt sich sich erst mal den Untaten des eigenen Volkes zu stellen.

Manche interpretieren das aber anders. "Warum sollte man sich nicht über Bäume unterhalten dürfen, wenn die Untaten bereits der Geschichte angehören" (Gauland würde sagen "Wenn sie ein Fliegenschiss sind).

Wer jedoch Brechts Biografie und Weltanschauung kennt, der würde nie auf die zweite Idee kommen. Er war ja ein eingefleischter Antinazi.

Er hätte auch "Gespräch übers Wetter" sagen können.

Brechts - zur Schau gestellter - moralischer Rigorismus legt nahe, man könne ohne schlechtes Gewissen nur noch von den nationalsozialistischen Verbrechen reden.
(Über die stalinistischen hat er selbst aber lange genug geschwiegen.)

Jedes andere Thema aufzugreifen, sei schal, realitätsflüchtig, vielleicht gar verlogen.
Jedenfalls stehe das unter dem (gegen sich selbst erhobenen) Generalverdacht, unsolidarisch zu sein.

Ich denke er bezieht sich darauf das früher viele Leute an Bäumen gehängt wurden auch viele Unschuldige und somit diese Bäume eben auch Orte von Untaten sind ist aber nur meine Intepretation

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