An die Künstler: Wie findet ihr noch Motivation Kunstwerke zu schaffen, wenn ihr seht, welch großartige Meisterwerke schon hinterlassen wurden?

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10 Antworten

Ich bin "Künstler" und frage mich das selbst manchmal.

Aber wenn ich dann meine eigene Kunst mache, ist das nicht so, als würde ich darüber wirklich nachdenken. Eigene Kunst zu machen ist einem manchmal wichtiger als Atmen, da ist es nicht so, als hätte man die Wahl sich dagegen zu entscheiden, man möchte das nicht.

Die Meisterwerke sind unglaublich, keine Frage, aber man steht in einer sehr engen Beziehung mit der eigenen Kunst. Und manchmal erstellt man Kunst für sich selbst, nicht für andere, wie diese Meisterwerke der Allgemeinheit gehören.

Kunst sagt auch immer etwas aus. Bringt neue Ideen, neue Gedanken in eine Form. Und es ist ja nicht so, als können diese Ideen irgendwann Mal alle gedacht sein... Es gibt immer etwas Neues, dass man darstellen kann.

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Hallo grubenhirn,

etwas erschaffen zu können, ein Meisterwerk zu schaffen, das bringt einfach riesige Freude. Mit seiner Hände Arbeit etwas zum Leben zu erwecken (im übertragenen Sinne), das ist ein grandioses Gefühl. 

Es ist eine Erfüllung, wenn man etwas kreiert und sich dann auch noch jemand findet, dem es gefällt. Das ist einfach fantastisch. 

Oder wenn ich Musik mache, dann ist das auch Kunst und es befriedigt ungemein, wenn einem danach jemand sagt, wie toll es war.

Aber auch, wenn ich nur für mich etwas mache befriedigt es. Es hat für mich etwas mit Freiheit im Geist zu tun.

Ich messe meine künstlerischen Fähigkeiten nicht an den sogenannten Großen der Zeit sondern an dem was ich jetzt und unmittelbar zurück erhalte, auch nur für mich. Wenn ich etwas, das ich gemacht habe ansehe und es toll finde, dann ist es das. 

Wenn dann irgendwann mal irgendwer meine Sachen zur Kunst erhebt, dann viel Spaß damit, ich übe mich bis dahin in Bescheidenheit und erwarte das gar nicht.

LG Mata

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Ich hab nicht die Absicht "besser" zu sein, sondern "ich" zu sein. Warum sollte ich mir anmaßen ein zweiter Magritte, Dahli oder Van Gogh zu sein?
Sie malten aus ihren Gründen, ich habe meine eigenen. Klar hab ich am Anfang kopiert um meinen eigenen Stil zu finden und meine Technik zu verbessern; wer macht das nicht?

Ich seh' die Alten Meister auch nicht als Konkurrenz. - Es ist schön, sich seine Lieblingsbilder anzusehen und sich darin wiedererkennen zu können, sei es Farbgebung, Technik oder Stil - Ich sehe sie als Vorbilder, an die man sich heranarbeitet, um sie dann hinter sich zu lassen, weil man seinen eigenen Weg gefunden hat. 

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Ich kann versuchen dich zu beraten, doch leider habe ich (und sogar meine naheste Freundin) das gleiche/(bzw.) ein ähnliches Problem!

Setz dich einfach hin und male. Versuch es ganz in deinem eigenen Stil zu tun, selbst wenn du findest, dass bei anderen (gewisse) Ähnlichkeiten auftreten, mach das, was dir gefällt und versuche Bilder, die du im Kopf hast, aufs Papier zu übertragen!

Die vielen Kunstler haben ganz verschiedene Stilrichtungen befolgt, nicht jedes Werk war wie ein Foto, konnte sogar was völlig abstraktes sein! Und war eigentlich jeder von denen in der Lage super Skizzen zu machen und das sich vor ihm befindende exakt aufs Papier übertragen, genau mit den Skalen und Schatten darstellen? ...

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grubenhirn 06.05.2016, 14:00

Die Frage mal allgemein gemeint. Nicht nur Malerei, sondern jegliche Kunstform.

Danke aber für deine Antwort.

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AdrianaD 06.05.2016, 14:09
@grubenhirn

Verstehe, auch wir haben selber solche Probleme, nicht direkt beim erstellen von Kunstwerken, wie solche von Picasso oder DaVinci!

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Die Welt hat sich in den letzten Jahren so stark verändert und die Wissenschaft hat auch so viel neues in den letzten Jahren hervorgebracht, dass es sehr viele neue Erkenntnisse gibt, die man verarbeiten könnte. Außerdem wird die Geschichte nie ihr Ende finden, so dass es viele zeitgenössische und historische Themen gibt, die man verarbeiten könnte. Außerdem gibt es neben klassischen Werken auch zeitgenössische Werke, die in einigen Fällen sogar beliebter sind als die Klassiker (Filme wären da ein Beispiel, man schaut tendenziell doch mehr zeitgenösssche Filme als klassische Filme aus früheren Zeiten). Also es gibt keinen Grund den Kopf in den Sand zu stecken, die Werke früherer Künstler dienen als Inspiration. Doch nicht als Konkurrenz.

Falls du dich zu diesem Thema mehr informieren willst, kann ich dir noch Harold Bloom und seine Theorie vom Anxiety of Influence empfehlen.

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Die Kunst als solches ist nie fertig und braucht immer fleißige Mitarbeiter.

Was wäre denn, wenn die Künstler der Renaissance damals auf die alten Griechen gezeigt hätten und demotiviert erst gar nichts angefangen hätten.

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bei wirklichen künstlern ist nicht das erschaffene werk das wichtigste, sondern der schaffensprozess, der den künstler am meisten befriedigt. das kunstwerk, dass die zeiten üerdauert, ist nur das sichtbare (oder hörbare) endergebnis dieses erfüllenden prozesses.

und den schaffenssprozess selbst kannst du nur erleben, wenn du selber schöpferisch tätig wirst. ob das ergebnis dann von anderen wertgeschätzt wird oder nicht, ob es die zeiten überlebt oder nicht, das kannst du vorher nie wissen. was du aber wissen kannst, ist das gefühl beim schaffen, die muße, die befreiung, die befriedigung im formgefühl, das vergessen der zeit, das eintauchen in bereiche feinerer wahrnehmung, das gefühl, bisher unbewusste ahnungen und sehnsüchte ausdrücken zu können, weil sie in dir erwachen und dir bewusster werden, das gefühl, dich selber besser und besser zu verstehen, alles das ist die eigentliche motivation zum kunstschaffen.

betrachte kunstschaffen als tätigkeit, als erlebnis eines erfüllenden augenblicks, als ein natürliches bedürfnis, dich selbst zu spüren und dich auszudrücken, das auszudrücken, was in deinem inneren an kostbaren welten verborgen liegt, und die werke anderer künstler dienen dir nur als motivation, genauso konsequent deinem eigenen weg zu folgen wie sie. und je mehr du die werkeanderer tatsächlich verstehen und achten kannst, desto tiefer kannst du auch das gefühl nachempfinden, das sie selbst beim erschaffen ihrer kunstwerke hatten.

wenn du deine lebenszeit einteilst in zeiten, in denen du leider nur notwendige dinge tust, die dir keinen wirklichen spaß und keine tiefere befriedigung bringen, und in zeiten, in denen du glücklich und erfüllt warst, wo würdest du da die schöpferischen phasen einordnen? bringen sie dir erfüllung, machen sie dich glücklich, oder sind sie nur eine last, ein frust, eine beschäftigung aus pflichtgefühl oder aus geldnot etc.?

und dann entscheide dich, im leben möglichst viel zeit mit den dingen und tätigkeiten zu verbringen, die dir am meisten freude und erfüllung bringen. wenn das kuntschaffen dazu gehört, dann weißt du, warum du etwas schaffen willst. wenn ein anderes hobby dir mehr erfüllung bringt, dann gehe diesem hobby nach.

das schönste hobby ist das, bei dem du völlig das gefühl von raum und zeit vergisst und eintauchst in eine welt der zeitlosen muße. das kann extremsport sein oder gärntern oder kochen oder reiten, oder eben auch schreiben, malen, gestalten, musizieren, singen, blumenbinden, möbel entwerfen, neue kleider erfinden … die bereiche der freien und angewandten kunst sind genauso vielfältig wie alles andere im leben.

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LiloB 08.05.2016, 22:45

eine wunderbare Antwort, der ich nichts hinzufügen möchte. Nur zustimmen!

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"Kunst" (wie  menschliches Leben) ist nie am Ende,
Auch wenn sie zu kommerziel wird, manchmal,. weil günstigenfalls immer etwas  gesellschaftlich - situativ ausgesagt werden kann  mit Kunst (die nicht nur eitle Deko für selbstgefällige Eliten ist und darstellt, ..) also
etwas das zeitgemäss und passend, spannend anzusehen wäre,
"open end"  so zu sagen, .!?


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Das ist der springende Punkt. Eingeschüchtert durch die Schaffenskraft anderer habe ich keine Motivation mehr zum Schaffen eigener Kunstwerke.

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grubenhirn 06.05.2016, 13:43

Dann geht's dir wie mir.

Aber es wäre halt auch schade, wenn man die Werke anderer großer Künstler nicht kennen würde - ein Dilemma!

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Saragoza 06.05.2016, 13:52
@grubenhirn

wer sich zu sehr einschüchtern lässt,  hat schon verloren, ..!

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Klar doch - immer besser

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