An die Jurastudenten oder Anwälte unter euch! Besteht bei diesem Fall Recht auf Notwehr?

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6 Antworten

Ich bin kein Jurastudent, genauso wie die anderen die geantwortet haben auch, dennoch:

Jemanden wider einer Bitte zur Unterlassung versuchen zu umarmen stellt einen rechtswidrigen Angriff dar, ob ein Schlag ins Gesicht nun gerechtfertigt ist oder nicht, darüber lässt sich tatsächlich diskuttieren.

Im Zuge meiner Argumentation möchte ich dir folgenden Gerichtsentscheid nicht vorenthalten. Es ging darum, dass eine Frau von einem Betrunkenen angepöbelt wurde, welcher ihr Rauch ins Gesicht pustete. Die Frau warf ihm ein Glas ins Gesicht und berief sich auf Notwehr. Das Gericht stimmte ihr zu: http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/ag-erfurt-zigarttenrauch-disco-koerperverletzung-notwehr/

Doch man hat nur das Recht - wie wir wissen - auf Notwehr, sofern der Angriff kurz bevorsteht, gerade im Gange ist oder noch andauert. Wenn eine Person aber auf jemanden zugeht um diese Person zu umarmen, woher will man wissen, dass das Gegenüber auch tatsächlich versucht die Umarmung zu vollziehen und nicht stattdessen einfach mit offenen Armen vor einem stehen bleibt?

Es müsste mindestens eine Aufforderung stehen zu bleiben vorangegangen sein um sicher zu gehen, dass die Person tatsächlich vor hat sein Gegenüber wider seines Willens zu umarmen und selbst da wäre ich vorsichtig. Erfolgt gerade die Umarmung, dann ist das wider eine ganz andere Geschichte.

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leider liegen dem gericht nicht genügend informationen zur persönlichkeit der beiden beteiligten vor. außerdem wären zeugenaussagen von bedeutung.

das gericht vertagt aus diesen gründen die rechtssprechung.

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Wenn Person B glaubhaft machen kann, dass sie sich bedroht gefühlt hat, geht die Ohrfeige völlig in Ordnung.

Wenn A sich offensichtlich "nicht normal" verhält (immerhin versucht er, einen wildfremden Menschen zu umarmen!), kann er nicht im Gegenzug verlangen, "normal" behandelt und nur verbal zurechtgewiesen zu werden!

Übrigens können auch Angriffe auf die Ehre als "rechtswidrige Angriffe" gewertet werden!

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Unabhängig von dem Fall:

Bei Notwehr gibt es keine Pflicht auf Verhältnismäßigkeit oder vorherigen Fluchtversuch. 

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Kommentar von morit4s
14.02.2016, 09:50

aber wie versteht sich das Ganze mit der Gebotenheit? Hier stehen eine "Umarmung" gegen "ein Schlag ins Gesicht" gegenüber. Tritt hier nicht ein Missverhältnis ein?

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Person A geht mit offenen Armen auf Person A zu,

Person B zögert nicht lange und schlägt Person A ins Gesicht.

damit hat sich Person der KV schuldig gemacht, da kann noch keine Umarmung stattgefunden haben. 

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Kommentar von ES1956
14.02.2016, 11:14

Dieser Argumentation nach dürfte man sich auch erst NACH einer Vergewaltigung wehren.

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Kommentar von ES1956
14.02.2016, 11:42

Definiere "Bedrohung". Das Gesetz verlangt einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff (auf ein Rechtsgut).

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Kommentar von ES1956
14.02.2016, 12:43

Das kann ich nicht beurteilen, ich war nicht dabei. Und du?

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Notwehr war es meines erachtens nicht, da vor dem schlag kein direkter körperkontakt zwischen den beiden bestend, und person B damit keiner gefahr ausgesetzt war. Person B hat sich allerdings evtl bedrängt und bedroht gefühlt von einer person die sie nicht kennt. Trotzdem ist person b schuldig, da man es hätte viel einfacher lösen können. Notwehr gilt nur wenn es keinen anderen ausweg gab

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Kommentar von grubenschmalz
14.02.2016, 08:22

Notwehr gilt nur wenn es keinen anderen ausweg gab

Quatsch. 

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Kommentar von ES1956
14.02.2016, 11:21

Wenn dich jemand mit einem Messer angreift oder die Hose schon geöffnet hat, wartest du auch erst auf "Körperkontakt"?

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