An Christen: Extrem Gläubige und Fundamentalistische Christen - Etwas schlechtes?

12 Antworten

..etwas schlechtes... ja , ich denke dabei auch  an die grausamen Vorfälle von den versch. Kindesmisshandlungen u.a. der der Zwölf Stämme, an die Morde und Selbstmorde die versch., evangelikale Christen betreiben  usf. ..

google evtl. nach dem Video des RTL-Reporters Wolfram Kuhnigk, es hatten die Familiengerichte in Ansbach und Nördlingen im September 2013 den Eltern von 40 Kindern in "einstweiligen Anordnungsverfahren" das Sorgerecht entzogen, weil die ihre Kinder im Namen des Herrn gequält haben

Ich bin zwar kein Christ, antworte aber trotzdem.

Definitionen

Als "fundamentalistischer Glaube" wird im allgemeinen Wortgebrauch vermutlich nicht die Besinnung auf die Basis, das Fundament des Glaubens, sondern eine extrem konservative Ausprägung der Religion verstanden.

Der Übergang zum Fanatismus wird als fließend empfunden.

Fundamentalismus als konservative Religion

Eine konservative Ausprägung einer Religion hat sowohl Vorteile als auch Nachteile für die Menschen, die dieser Lehre folgen.

Positiv empfunden werden klare Regeln, ein einfaches Weltbild, ein oft starkes Gemeinschaftsgefühl und der Gedanke, zu den "Auserwählten" zu gehören.

Negativ wirkt sich das ganze aus, wenn religiöse Werte über weltliches Gesetz gestellt werden und man eigentlich nicht mehr kompatibel zur weltlich orientierten Mehrheit der Gesellschaft ist.

Fundamentalismus als Suche nach den Wurzeln

Die Rückbindung an die Grundlagen der verschiedenen Ausprägungen der selben Religion kann den ökumenischen Geist, die Überwindung der gegensätzlichen Auslegungen derselben Lehre fördern.

Wer sich etwa an den Worten Jesu aus der Bibel orientiert und damit zu einem fundamentalen Teil des Christentums zurückkehrt, wird es nicht für wichtig erachten, ob sich jemand als "evangelisch-lutherisch", "altkatholisch" oder "orthodox" betrachtet.

Er wird vielmehr versuchen, die Menschen nach den Maßstäben zu beurteilen und zu behandeln, die als Lehre Jesu für alle Christen verbindlich sind.

Wer denn nach der Apokalypse am jüngsten Tag erettet wird, ist dann aus dieser fundamental christlichen Ansicht, vermutlich nicht mehr davon abhängig welches religiöse Parteibuch man hat, sondern ob Gedanken, Worte und Taten dem Maßstab der Bibel entsprechen.

Ähnliches gilt auch für andere Religionen. Auch hier können interne Differenzen verschiedener Gruppen durch die Rückkehr zum Fundament des Glaubens überwunden werden.

Fundamentalismus und interreligiöser Dialog

Wenn man die Religionen abstrahiert und von ihren Verschiedenheiten trennt, zeigen sich Übereinstimmungen, die ein gemeinsames Fundament bilden.

Die Religionen setzen moralische Maßstäbe. Diese helfen dabei, das Leben mit anderen Menschen zu ordnen. Die religiösen Lehren bieten Trost und Hoffnung. Sie stiften ein Gefühl von Gemeinschaft. Sie versprechen dem Menschen eine Überwindung des Leidens.

Mit einer Besinnung auf diese diese fundamentalen Grundlagen ist ein interreligiöser Dialog deutlich leichter, als wenn man sich auf Autoritäten und Exklusivitätsrechte der eigenen Lehre zurückzieht.

Der Wunsch nach der Überwindung des Leidens und die Verheißung des Friedens sind nach meiner Ansicht die fundamentale Gemeinsamkeit aller mir bekannten Religionen.

In diesem Sinne wäre ein stärkerer "Fundamentalismus" in der Tat wünschenswert.

Selbst wenn man im Kern einigen Dingen zustimmen kann, wird eine Meinung oder eine Religion dann gefährlich, wenn kein anderern Glaube oder keine andere Meinung daneben möglich ist.

Eine Überzeugung wird dann gefährlich, wenn sie sich übermäßig auf das schlechte Fokussiert und den Anhängern kein normales Leben mehr ermöglicht.

Der einzige Weg zum Frieden zwischen Menschen sind Dialog und Pluralismus.

Meiner Meinung nach ist jemand ein christlicher Fundamentalist, genau dann, wenn ein strenggläubiger Christ sich mit dieser Person unterhält und sich denkt "Was ist mit dieser Person nur los?"

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