An alle Rechtsexperten - mache ich durch ein zweites Arbeitszeugnis strafbar?

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3 Antworten

Lass das bleiben.

Was sagst Du denn, wenn Du nach dem Grund für die Eigenkündigung gefragt wirst? Du hangelst Dich dann von einer Lüge in die nächste. Zudem ist es Schwachsinn, dass eine betriebsbedingte Kündigung ein schlechtes Licht auf einen Bewerber wirft.

Jeder "Personaler" sollte doch wissen, dass bei betriebsbedingten Kündigungen i.d.R. eine Auswahl nach bestimmten Kriterien getroffen wird. Da spielt z.B. auch das Alter, die Betriebszugehörigkeit, Schwerbehinderung oder auch die familiäre Situation (Unterhaltspflicht) eine Rolle.

Schlimmer wäre eine verhaltensbedingte Kündigung oder auch eine personenbedingte (meist krankheitsbedingt) Kündigung. Von einer fristlosen mal ganz zu schweigen.

Davon mal abgesehen: Ist Deine ehemalige Vorgesetzte überhaupt berechtigt ein Zeugnis zu unterschreiben? 

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Kommentar von Tweeter1
09.12.2015, 20:19

danke dir für deine schnelle Antwort! normal hätte ich auch sofort abgelehnt. Ich finde es teilweise total pervers, was auf dem Arbeitsmarkt so abgeht, ich habe das Gefühl (obwohl ich gute Unterlagen, gute Noten, gute Zeugnisse habe) dass ich mich komplett einmal verbiegen muss, um überhaupt noch eingeladen zu werden und das ist bitter :( daher meine Verzweiflung. 

Aber du hast schon recht.....wird dann schwer das zu rechtfertigen.

PS: ich halte das genauso für Schwachsinn, da eine betriebsbedingte Kündigung jeden treffen kann. Nur für manche Stellen, vor allem höhere Positionen ist das wohl ein riesen rotes Tuch (wurde mir zumindest so gesagt)


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Eine Strafbarkeit kann ich darin nicht sehen - Du beschädigst ja das Vermögen des zukünftigen Arbeitgebers nicht.

Andererseits droht Dir (theoretisch) permanent eine fristlose Kündigung wegen arglistiger Täuschung. Dazu müsste der neue Chef irgendwie erfahren, dass die Kündigung tatsächlich durch den Arbeitgeber erfolgte.

In meinem Arbeitsleben ist mir dies übrigens 3-mal widerfahren, das war bei den Interviews nie ein Problem. Allerdings existieren alle diese Firmen nicht mehr.

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Kommentar von DarthMario72
09.12.2015, 23:01

Dazu müsste der neue Chef irgendwie erfahren, dass die Kündigung tatsächlich durch den Arbeitgeber erfolgte.

Und das ist schnell passiert. Es ist gängige Praxis, sich über einen Bewerber (wenn er für die Stelle in Frage kommt) bei dessen Ex-AG zu erkundigen.

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Ob du dich damit strafbar machst, bezweifle ich mal.

Allerdings wäre dein Zeugnis dann nicht mehr wahrheitsgemäß. Und auch wenn das - wie @Mikkey richtig festgestellt hat - rechtlich nicht in Ordnung ist, holen dennoch viele Arbeitgeber vor der Einstellung Erkundigungen bein vorigen Arbeitgeber über Bewerber ein.

Und sollte dein Fake-Zeugnis nach der Einstellung auffallen, könnte man ggf. je nach Lage der Dinge den Arbeitsvertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten.

Also: Bedanke dich für das nette Angebot deiner Ex-Chefin, aber lass die Finger davon!

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