An Alle Pferde-Menschen!

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9 Antworten

Es sind schon einige sehr gute Antworten dabei, aber mir fällt noch ein bisschen was dazu ein:

  1. Habe ich schon oft in Fütterunsseminaren und ähnlichem gehört, dass Rehepferde auf Wiesen mit hohem Gras besser aufgehoben sind, weil nur die jungen kurzen Halme so große Mengen Eiweiß enthalten, während das hohe Gras viel karger ist und wenn man im richtigen Moment damit anfängt beim korrekten Behandlungsstand, ist sogar eine reine Weidehaltung für Rehepferde möglich. Das würde ich dann aber in ständiger Betreuung durch einen Spezialisten wagen.

  2. Wäre es eine Option, eines der gut durchdachten Stallkonzepte, die es heute gibt, in Deiner Nähe zu suchen? Vielleicht findest Du ja sowas, wie ich mir vor kurzem angesehen habe: In dem Fall war es ein Hit Aktiv, aber auch die LAG setzt entsprechendes um. Der ganze Stallbereich von riesiger Fläche war befestigt und die Fütterung kann per Chip gesteuert werden, ebenso wie der Zugang zur riesigen Graskoppel. Die Zäune durchbricht dort kein Pony. Durch die riesige Fläche haben sie halt genug Lebensraum zusammen mit den anderen, sodass sie die Koppel nicht so vermissen. Des weiteren hat der chipgesteuerte Weidezugang den Vorteil, dass jedes Pferd raus geht, wenn es ihm passt und immer ein paar da bleiben, sodass ein Pferd, das nicht raus darf, nie alleine auf der Restfläche zurück bleibt.

Einschläfern muss meines Erachtens auch nicht sein, so lange das Pferdchen noch Freude an seinem Leben hat und man sieht ihm an, wenn es man es gut kennt, aber Du hast natürlich die Last mit seinen beiden chronischen Erkrankungen, musst immer wieder sehen, wie Du die Haltung dafür organisiert bekommst, sicher nicht leicht.

Es ist ja nicht das Eiweiß sondern der hohe Fruktangehalt in den Gräsern....

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@MaxundWilli

Ah, ok, Fruktane sind Saccharide, keine Eiweiße - hätte man nach Biologie-Leistungskurs wissen sollen, ist aber schon 17 Jahre her ;-)

Trotzdem höre ich immer von Rehepferd auf's hohe Gras von den Futterexperten. Ist dann beim "ausgewachsenen" Halm der Fruktangehalt auch geringer? Kennst Dich da aus?

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@Baroque

Ein weiteres Problem sind die Gräser, die Symbiosen mit Pilzen eingehen und unter Stress Abwehrgifte produzieren!

Das sind grade die besonders Trittfesten Sorten

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@Baroque

ja, das ist richtig....das "alte" Gras ist viel bekömmlicher..Wobei auch die Tageszeit eine Rolle spielt: Der Fruktangehalt ist besonders hoch am Morgen, gerade wenn die Nächte noch sehr viel kühler sind, als die Tage. Sobald die Sonne auf´s Gras scheint, setzt die Pflanze das gesammelte Fruktan frei. Es bietet sich also an, Pferde erst nach dem Wachstumschub auf die Koppel zu stellen, so gegen 12:00 Uhr Mittag. Diese Kombination ist natürlich sehr häufig im Frühjahr und Herbst, wenn die Nächste kühler werden. LG

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Pferde aus schlechter Haltung zu übernehmen ist zwar eine sehr gute Tat, häufig aber später eine riesengroße Last, wie du jetzt sicherlich bemerkt hast. Ich würde die Hufrehe behandeln lassen (mit Hufrehe kenne ich mich nicht 100% aus) und dann dafür sorgen, dass das Pony nicht nochmal ausbricht. Lass ihn nochmal von einem Tierarzt deines Vertrauens untersuchen oder frage ihn auch nach seiner Meinung. Hustet er sehr häufig am Tag? Sicherlich kann man das auch behandeln lassen. Meine Reitbeteiligung hat auch Asthma, auch wenn es warm wird. Aber nicht ganz so stark. Wie stark dein Pony den Husten hat, kann ich ja leider nicht einschätzen. Aber mit dem Einschläfern solltest du es nicht überstürzen!

Ein Rehepferd wird nie wieder ohne Diät zurechtkommen, ganz die Gefahr bannen kann man leider nicht mit Behandlung. Auch kann man den Husten nicht komplett weg bekommen, wenn er mal chronisch ist.

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Hallo

Wird dein Pony regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert? Das ist bei diesen Krankheiten nämlich unbedingt notwendig! Ob du dein Pony einschläfern lassen solltest? Du, diese Entscheidung kann dir kein mensch abnehmen und schon gar nicht jemand, der dein Pony nicht einmal kennt und nur ein Text über es ließt. Das ist eine Sache, die du auch mit dem Tierarzt klären solltest. Und auf alle Fälle: Höre auf dein Pferd. Oft sagen uns die Tiere ob sie noch Leben möchten oder nicht.

Wir mussten selbst auch schonmal diese schwere Entscheidnung treffen. Die Stute war 28 Jahre, hatte Ganaschenkrebs und einen angebrochenes Bein. Wir ließen sie behandeln, als diese dann aber nicht mehr geholfen haben und sich ihr Zusatnd immer mehr verschlechtert hat, haben wir sie erlöst. Denn es gab keinerlei Aussichten mehr auf Heilung und am ende wäre es reine Quälerei gewesen.

Was die Hufrehe angeht, wieso legst du deinem Pony nicht ein Maulkorb um? So kann es auf die koppel, aber kein Gras fressen. Denn nur auf dem Paddock zu stehen ist auf Dauer auch nichts.

lg

Ein Pferd/Pony, das mit Rehe Probleme hat, sollte gar nicht auf die Wiese! Und wenn, täglich für 20 Minuten. Jedenfalls nicht einmal pro Woche und dann gleich 3 Stunden!!! Wenn das Pony ausgebüxt ist, ist es schrecklich. Aber dieser Schub geht doch vorbei. Es muss dann strickt Diäten, damit sich Eiweiß abbauen kann. Die Hufspitze muss auch entlastet werden, ganz wichtig! Was den Husten betrift, mache doch mal das Heu etwas feucht. Das bindet den Staub und reduziert den Husten. An ganz trockenen Tagen wässerst Du besser auch das Paddock, wenn der Untergrund Erde ist. Natürlich wenn man den Eindruck hat, das Pony leidet zu viel, dann sollte man es von seinen Schmerzen erlösen! Du schreibst aber, es wäre noch Lebenswillen da. Dann geht es dem Pony sicher noch nicht so schlecht., obwohl es ja ein Fluchttier ist und instinktiv niemals aufgeben würde. Ich wünsche Dir, dass Du die richtige Entscheidung treffen wirst!!!

Wir haben ein Rehepony am Stall stehen, das jetzt ganz alleine in seiner Padockbox ausharrt!

Es ist wirklich tapfer, steht direkt neben der Putzstelle, hat also viel Ansprache und macht einen munteren Eindruck!

Die schlimmste Zeit des letzetn Reheschubes ist aber schon vorbei, es wird also momentan keine Schmerzen haben!

Aber der Tierarzt hat ganz eindeutig gesagt, daß es für das Tier der letzte Reheschub gewesen sein soll, einen weiteren darf es einfach nicht bekommen, sonst wird es eingeschläfert...

Jetzt standen die Besitzer vor der Entscheidung, wie es für dieses Tier weitergehen soll, denn dauerhaft ist selbst diese großzügige Padockbox kein artgerechtes Leben!

Das Pferd hat den letzten Reheschub übrigens im Winter mit ungeklärter Ursache bekommen, wir vermuten zwar, daß es eine Vergiftungsrehe durch schimmeliges Futter bei dem verherigen Stall war, aber es ist eben nicht nachgewiesen!

Die Besitzer haben sich dazu entschieden, dieses Pony mit auf die Renterwiese zu geben und somit das Risiko einer weiteren Rehe einzugehen...

Die Rentnerwiese besteht aus einem Offenstall, mit einem Wallach und zwei Stuten auf einer ausgemagerten Weide, die keinerlei Hochleistungsgräser eingesäät hat!

Der Wallach hat Cushing, was ihn für Rehe anfälig macht aber er hatte dort noch nie welche...

Die eine Stute hatte zweimal Trächtigkeitsrehe und zeigt auf dieser ausgemagerten Wiese auch keinerlei Symptome...

So sind wir uns am Stall alle einig, daß diese Wiese die einzige Chance für das Rehepony ist, ein artgerechtes Dasein zu führen!

Und das Risiko, dieses Tier durch einen weiteren reheschub zu verlieren, dort so gering wie nur möglich ist!

Also, schau dich doch für das Pony nach einer ausgemagerten Wiese um, viele der heutigen Pferdeeinsaaten sind gerade für die Robustrassen absolut untauglich, wenn die Pferde dann noch auf die Hochleistungsgräser der Kühe gelangen, sind die Komplikationen praktisch vorprogramiert!

Als letzte Chance für dein Rehepony würde ich mich an deiner Stelle mal darüber informieren!

super Antwort!!!

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Mhmm... Naja einschläfern musst du wissen, aber ich würde einfach mal verschiedenes ausprobieren, oder such dir einen Bewegungsstall in der nähe...

Eine Ehepferd EINMAL DIE WOCHE 3 Std.auf die Weide - ja, wo ist denn Euer Verstand?

So ein Tier muss TÄGLICH EINE KURZE WEILE ins Gras.

Ich lese gar nichts über eine TA-Behandlung, sag bloß, das Tier durchleidet die Rehe jetzt OHNE MEDIKAMENTE???? Das Pony braucht ein Schmerzmittel.

Und natürlich kann man dem kleinen Tier durch einen Rehe-Beschlag Schmerzen nehmen, also Schmied sofort kommen lassen.

TA, Schmied und mit nassem Heu auf ein reines Sandpaddock - das ist jetzt angesagt.

Über evtl. Einschläfern solltest Du den TA befragen, der kann es beurteilen, wir nicht.

Inspiriert durch Selfmadqueens Antwort würde ich folgendes machen: Im Internet suchen Rehepferde ganz oft einen Beistellkumpel, damit sie auch ein artgerechtes Leben führen können. Schaut doch mal, ob es bei Euche eine Rehepferdekoppel gibt. Da wäre doch allen mit geholfen.....

Frag Deinen Tierarzt, der hat den objektiveren Blick!

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