An alle Nicht-Religiösen: Wofür lebt ihr?

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35 Antworten

Als Epikureer bin ich Agnostiker. D.h. ich weiß nicht wirklich, was nach dem Tod kommt, sehe aber auch keine Notwendigkeit, dass etwas kommen muss. Ich respektiere andere Glaubenshaltungen, sehe aber selbst keinen Sinn darin, einem ausgedachten Phantom hinterherzulaufen. Ich vermisse das nicht. Als Epikureer lebe ich für mich und meine Lieben in dem Bewusstsein, dass ich mit diesen als gesellschaftlichem Wesen nicht wirklich glücklich leben kann, wenn mein Umfeld unglücklich ist. Ich bin der Meinung, dass unsere moderne Lebensart mit den aktuellen Medien (Presse, TV, sog. soz. Medien und vor allem der omnipräsenten Werbung) eher ein Gemeinschaftsgefühl zerstört, die Einsicht, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind, in dem aber jeder seine Verantwortung hat.

Obwohl wir (oder vielleicht als Gegenreaktion gerade deshalb) in einer noch nie dagewesenen gesellschaftlichen Verflechtung leben, tun wir so, als ob es nur um uns alleine ginge. Das halte ich für einen großen Selbstbetrug, der sich durch viele Lebensbereiche zieht. Religiöse Menschen, die noch so ein Gefühl für eine über das Ego hinausgehende Verknüpfung alles Lebendigen haben, sind mir darum durchaus näher, als Egomanen, die glauben, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.

Angst vor dem Tod habe ich nicht. Von klein auf bin ich mit dem Tod umgegangen. In den 50er Jahren sind die Leute noch zuhause gestorben. Der Leichenzug ging dann vom Haus bis zum Friedhof. Passanten blieben stehen und erwiesen dem Toten ihre Ehrbezeugung. Ich habe mehrfach das Grabkreuz vorweg getragen, war als Messdiener dabei. Meine Mutter und Schwiegermutter sind im Haus gestorben. Der Tod gehört für mich zum Wechsel des Lebens. Der Tod ist ein Ansporn, sein eigenes Leben sinnvoll zu gestalten und nicht auf ein "nur versprochenes künftiges" zu warten.

Allerdings habe ich mit 69 schon viele sterben sehen und erfahren, dass eine Lebensüberzeugung, die man wirklich lebt etwas anderes ist als ein oberflächlicher Glaube. Da sind sog. "Gottlose" in Ruhe gestorben und manche angeblich Gläubige vergehen vor Angst an den Tod. Mit 69 kommen die "Einschläge" näher und man steht öfter an offenen Gräbern. Ich muss da nicht um Fassung ringen. Selbst habe ich bereits 4 Bypässe und war vor der OP ruhig und gelassen. Natürlich läuft in der Nacht vorher das "Lebenskino" ab. Nicht, dass ich mit allem zufrieden wäre. Aber im großen und ganzen kann ich gelassen gehen.

lefinaud 02.08.2017, 19:51

Danke erstmal für die ausführliche Antwort! Ich weiß auch nicht, was nach dem Tod kommt. Deswegen nennt man es ja Glaube. Und du kannst auch nicht Wissen, dass es ein "ausgedachtes Phantom" ist. Du glaubst es ;)

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berkersheim 02.08.2017, 22:32
@lefinaud

Richtig. Aber es spricht nach langer Zeit der Menschengeschichte mehr dafür, dass es ein "ausgedachtes" Phantom ist als umgekehrt. Doch das muss jeder selbst gewichten.

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ninaxx2 02.08.2017, 20:16

Das war mal wirklich eine sehr ausführliche Antwort :-))

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Tolga67Alp 02.08.2017, 21:42
@ninaxx2

Ausführlich war es schon, aber dient diese Erklärung über den Sinn des Lebens zur Selbstberuhigung oder ist es die Flucht vor der Ungewissheit ?


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berkersheim 02.08.2017, 22:35
@Tolga67Alp

@Tolga67Alp

Das kannst Du halten wie Du willst. Wenn Du Selbstberuhigung brauchst und es wirkt bei Dir so, dann nimm es so. Willst Du vor der Ungewissheit fliehen, dann musst Du Dich an die halten, die im Glauben Gewissheiten anbieten. Als Agnostiker muss man mit Ungewissheit leben können.

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Tolga67Alp 03.08.2017, 02:55
@berkersheim

Entschuldige bitte, das war keine Kritik an dich, sondern eine Frage die mich selbst beschäftigt hat.

Mit anderen Worten ich habe laut gedacht :-))

Deine Antwort darauf ist völlig OK.

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berkersheim 03.08.2017, 09:18
@Tolga67Alp

Ich habe mich ja als Epikureer geoutet (nicht zum ersten mal) und in der Tat, ein Lebensziel des Epikureismus ist die Gelassenheit. Das ist nicht gleichzusetzen mit Selbstberuhigung, aber geht in die Richtung. Das ist ein ganz großes Thema der antiken Lebensphilosophie - nicht nur bei Epikur. Auch die Stoa hat die Seelenruhe durch Unempfindlichkeit als großes Thema. Du bist also mit Deinen Gedanken voll in den Themen der antiken Lebensphilosophie. Allerdings, und da ist hier jetzt nicht der Raum: Es gibt sehr viele unterschiedliche Wege zur Gelassenheit. Auch sich fest an eine Seligkeit versprechende Konfession zu binden kann dazu führen genauso wie das Mantra: Es geht mir von Tag zu Tag besser. Der epikureische Weg ist allerdings ein vollkommen anderer. Er geht über Aufklärung und Wissensvermehrung, über Lebenserfahrung und den Austausch mit Freunden (nicht die a la Facebook). Er geht über mehr Gemeinschaft und nicht über abgekapselten Egoismus. Die Epikureer haben - wahrscheinlich als erste - den Begriff der Wahrheitswahrscheinlichkeit geprägt in der Einsicht, dass wir als Menschen, die in eine ungewisse Zukunft mit nur mangelndem Vergangenheitswissen leben, die Ungewissheit nie ganz los werden. Der Epikureismus will den Umgang mit dieser Einsicht besser handhaben lernen, nicht ihn verdrängen, denn dann liefert man sich der Ungewissheit erst recht aus.

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GanMar 03.08.2017, 09:04

Ich bin der Meinung, dass unsere moderne Lebensart mit den aktuellen Medien (Presse, TV, sog. soz. Medien und vor allem der omnipräsenten Werbung) eher ein Gemeinschaftsgefühl zerstört, die Einsicht, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind, in dem aber jeder seine Verantwortung hat.

Chapeau! Vermutlich könnten wir uns mehr als nur eine Flasche Wein teilen :)

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Ich lebe, um zu leben. Um zu erleben, Erfahrungen zu machen, um für den Fortbestand der Art zu sorgen.

Ich unternehme Anstrengungen, damit ich diese Erlebnisse in meinem aktuellen Leben habe und nicht in einem "versprochenen Später". Ich bin nun mal hier, also mache ich das Beste daraus. Und hin und wieder versuche ich auch, es meinen Mitmenschen angenehm zu machen. Es tut mir eben gut, wenn jemand lächelt. Ist ein tolles Erlebnis.

Angst vor dem Tod habe ich nicht. Das ist nichts anderes als der Zustand, der Millionen Jahre lang herrschte, als es mich noch nicht gab. Angst vor dem Sterben? Schon. Sterben kann wohl ziemlich schmerzhaft und eklig sein, besonders wenn man vorher lange krank ist. Das ist ja ein Prozess und der muß nicht angenehm sein.

lefinaud 02.08.2017, 20:00

"Ich bin nun mal hier, also mache ich das Beste daraus." die Einstellung gefällt mir :)

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"Wofür lebt ihr Nicht-Gläubigen?"

Moin, ich kann erstmal nur für mich sprechen, nicht für andere. Die Frage halt ich für sehr schwierig. Als Antwort darauf würde ich erstmal sagen: Ich lebe weil ich nicht sterben will. Ist das alles? Ich glaube nicht. Ich denke die meisten Menschen leben, weil sie das Leben irgendwie schön finden oder immer wieder einmal schöne Momente haben wofür es sich zu leben lohnt. Sei es für die Kinder da zu sein, einem sinnvollen Beruf nachzugehen oder einfach nur abends bei einem Glas Wein den Sonnenuntegang zu genießen.

Um jetzt mal auf mich zu kommen. Ich sehe mich als Humanist. Mir ist in einem gewissen Sinne wichtig sich für andere einzusetzen, der Gesellschaft etwas zu geben in der Hoffnung dass Andere es mir irgendwann nachmachen. Die Welt quasi ein Stückchen besser machen, positives ausstrahlen.

Außerdem leben wir in einer Wissensgesellschaft. Es lohnt sich Informationen (wie hier) auszutauschen, zu forschen, neugierig zu sein und neues voranzubringen. Auch wiederum um damit die Gesellschaft hoffentlich besser/humaner zu machen.

Was ist euer Sinn des Lebens?

Siehst Du denn (als Gläubiger?) einen Sinn darin, dass Gott Dich erschaffen hat? Ehrlich gesagt, diesen Sinn habe ich nie verstanden. Gott kann ja den Menschen zu einem Zweck erschaffen haben aber deswegen Dein Leben doch nicht sinnvoll, oder? Du musst Dir Dein Leben genauso sinnvoll ausfüllen (z. B. durch einen Beruf, der Dir sinnvoll erscheint).

Das macht jeder Mensch so. Wie sinnvoll das Leben für einen ist entscheidet sich in der Gegenwart. Es gibt Momente, an denen erscheint einem nichts sinnvoll, aber das gibt es bei jedem. Die muss man überstehen.

Wenn ich es evolutionsmäßig betrachte, sehe ich die Einzigartigkeit, jetzt hier als Mensch auf der Erde zu leben und nicht vor Jahrmillionen als Saurer gelebt zu haben. Diesen biologischen Werdegang erfüllt mich mit Erfurcht und Staunen. Ja, vielleicht ist es sinnvoll zu wissen wo man herkommt. Und es muss für einen Sinn machen (logisch erscheinen). Aber das allein als "Sinn des Lebens" zu betrachten  - Ist das nicht egoistisch?

Habt ihr Angst vor dem Tod?

Nein, jedenfalls nicht mehr so sehr, seit dem ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Mir hat es innerlichen Frieden gegeben, als ich begriffen habe, dass es kein Leben danach gibt. Jedenfalls bin ich darüber ziemlich sicher. Es half mir besser mit Trauer umzugehen. Es zeigt mir wie unendlich kostbar das Leben sein kann. Es zeigt dass es auf die schönen Momente im Leben ankommt und das Leben leichter nehmen sollte.

Natürlich habe ich angst davor, wie der Sterbevorgang sein könnte, dass ich nicht mehr Herr meiner Lage bin, Schmerzen habe, andere über mich entscheiden.

lefinaud 02.08.2017, 19:57

Warum Gott uns/mich erschaffen haben sollte, weiß ich nicht. Ich mache mir aber diesbezüglich sehr viele Gedanken. Ich stelle mir Gott als "zu menschlich" vor. Und denke dann, ihm war langweilig, also schuf er die Welt und die Menschen :) Aber, ob man mit seinem Glauben richtig liegt, wird man wahrscheinlich auf der Erde nicht mehr erfahren :)

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Diese Frage ist an alle Leute gerichtet, die glauben, dass nach dem Tod "Nichts" ist.

Ich bin Buddhist und stehe dazu, dass ich nicht weiß, ob möglicherweise irgendetwas über den körperlichen Tod hinaus geschieht.

Es spricht aber meiner Meinung nach wenig dafür, dass irgendein ewiges Selbst existiert. Sogar für Nahtoderlebnisse gibt es Erklärungsmodelle.

Meiner Meinung nach gibts es keinen allgemein verbindlichen Sinn des Lebens, sondern jeder kann sich seinen Lebenssinn selbst schaffen.

Tod und Sterben

Angst vor dem Tod habe ich nicht. Ich war schon mehrfach in Todesnähe (meines Todes und dessen anderer Menschen) und finde am Tod selbst nichts schreckliches.

Das schwierige am Sterben ist das absolute Loslassen. Viele Menschen wollen nicht gehen, weil sie "noch so viel zu tun haben". Ich hoffe, dass ich gelassener sein werde.

Religion und Praxis

Ich folge der Lehre Buddhas, was für mich bedeutet, Zazen (Sitzmeditation) und Achtsamkeit zu üben und auf diese Weise ein authentischeres Leben zu füren.

Damit meine ich, dass unsere Erfahrung des Lebens normalerweise von egoistischen Denkmustern getrübt wird, so dass wir nicht bewusst leben.

Man lässt sich von vorgefassten Denkmustern und Konzepten lenken und sieht alles von einem ego-zentrierten Standpunkt aus.

Durch die Praxis des Buddhismus denkt man weniger in diesen absoluten Mustern und wird offener für die Realität der Gegenwart.

Im Idealfall hat man die Geistesverfassung, jederzeit gelassen sterben zu können, weil der Moment der Gegenwart alles umfasst und nichts fehlt.

Jederzeit offen für das Leben und Sterben zu sein und durch die Entwicklung von Weisheit und Mitgefühl anderen Wesen das Leiden zu verringern.

Da eine solche Definition aber letztlich wieder eine Kategorisierung darstellt, ist sie unzureichend, weil sie zu begrifflich ist.

Ich erfahre das Leben und Sterben durch Zazen und  durch das bewusste Leben im Alltag. Aus dieser konkreten Praxis ergibt sich der Sinn ganz von alleine.

Jeder Sinn, dem ich ihm gebe, ist nicht der wahre Sinn.

Ich verwende den größten Teil meiner Energie darauf

- Dinge zu erleben, die mich erfüllen,

- Menschen glücklich zu machen, die mir wichtig sind

und für meine Familie ein Leben zu realisieren, in dem es Ihnen an nichts mangeln muss.

Und weil ich mich stets bemühe, täglich diese Vorgaben zu erfüllen, befinde ich mich mittlerweile mit Mitte 40 in einem Zustand, an dem ich nichts bereuen würde wenn ich morgen tot umfiele.

Der Tod ist nun mal unausweichlich, und je eher man das akzeptiert umso besser lebt es sich im Jetzt. Ich mache mir keine Hoffnung dass ich wiedergeboren werde oder meine Seele in irgendeinem Himmelreich landet, sondern ich versuche jetzt schon so viele positive Dinge wie möglich zu erleben und für andere Menschen zu schaffen.

Warum auf einen Himmel nach dem Tod hoffen, wenn man sich jetzt schon im Leben einen Himmel schaffen kann?

lefinaud 02.08.2017, 15:12

Danke für die ausführliche Antwort:) Aber nach dem Tod bringen dir die positiven Augenblicke ja auch nichts. Und dann kann es dir doch egal sein wie es deiner Familie geht, wenn sowieso alles vergessen ist. Klingt jetzt irgendwie sehr hart, wie ich das geschrieben habe;)

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wildcarts2 02.08.2017, 15:45
@fwgFIWgw

Eben. Nach dem Tod ist alles egal, da man nichts mehr mitkriegt.

Aber selbst wenn es eine Seele geben würde, die weiterlebt, wäre das egal. Du könntest auch dann nichts ändern oder für geliebte Menschen tun. Du wärst dann doch in einem glücklichen Zustand, unabhängig davon was sonst noch so passiert oder du getan hast.

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GoodFella2306 02.08.2017, 15:14

natürlich bringen mir die positiven Augenblicke nach dem Tod nichts, deswegen erlebe ich sie ja jetzt schon. Und dann ist es mir noch nicht mal egal wenn ich tot bin, denn dann bin ich tot und dann ist meine sterbliche Hülle außer Funktion. Und das, was die Gläubigen Seele oder Geist nennen, ist nichts anderes als eine Abfolge biochemischer Prozesse, die uns eine Seele bzw einen Geist suggerieren. Und wenn der Körper stimmt, dann enden diese biochemischen Prozesse, und das war es dann mit Seele und Geist.

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fwgFIWgw 02.08.2017, 15:18
@GoodFella2306

Willst du etwa sagen das die Welt nicht von Gott in 7Tagen erschaffen wurde und Evolution und son zeug existiert?

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Wofür lebt ihr Nicht-Gläubigen?

Für das Hier und Jetzt und nicht für ein fiktives "Später".

Was ist euer Sinn des Lebens?

Der ändert sich nach Lebenslage, ein roter Faden der sich jedoch durch mein Leben zieht, ist mein Leben lebenswert zu gestalten und es bewusst zu erleben. Freude wie Leid.

Wofür strengt ihr euch im Leben an, wenn ihr euch sicher seid, dass danach nichts mehr kommt?

Für das Leben selbst. Dafür dass ich meine Ziele für das Leben und im Leben erreichen kann.

Habt ihr Angst vor dem Tod?

Absolut nicht. Der Tod ist eher eine Erlösung von dem Sterbeprozess (der mir weitaus mehr Unbehagen bereitet), dennoch suche ich den Tod nicht, ist mir zu unproduktiv.

Ich bin mir bewusst, dass mein leben nur eine begrenzte zeit verfügbar ist und versuche im hier und jetzt einfach das beste raus zu machen, ich folge dabei einfach den dingen, die mir spaß machen, skaten, verheiratet sein, studieren etc. Das erfüllt mich und wenn ich nicht mehr kann, hoffe ich, dass ich bis dahin einen minime geschaffen habe, der mich ersetzt! Ich persönlich habe keine angst vor dem tod, nur vor dem tod, wenn er zu früh kommt, für mich ist der tod eine erlösung und vllt der letzte schritt einer transformation! Transformation bedeutet, dein körper erneuert sich ständig, alles was er altes abgibt, wird zum teil der erde und bringt vllt neues leben hervor, wenn du tod bist, wirst du einfach zu etwas neuem! Lg

Ich möchte Dingen auf den Grund gehen. Ob das irgendeinen finalen Sinn hat, weiss ich nicht und es ist mir auch egal. Das macht mir zumindestens am meisten Spaß.

Na, für das Gleiche, für das auch die sonstige Tierwelt lebt: Erfüllung des evolutionären Auftrags. Und der wird im wesentlichen durch Hormone gesteuert: also leckeres Essen, guter Sex, erfüllende Sozialkontakte, Fürsorge für die Familie, Forscherdrang, Spieltrieb.

Reicht doch!

lefinaud 03.08.2017, 09:19

Menschen können über den Sinn des Lebens nachdenken. Tiere nicht, glaube ich. Obwohl man das auch nicht wissen kann.:) Danke für deine kurz zusammengefasste Antwort!

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segler1968 03.08.2017, 19:33
@lefinaud

Es ist typisch menschliche Arroganz, dass wir uns nicht zu den Tieren zählen. Wobei wir doch zur Unterordnung der Trockennasenprimaten gehören. Ja, wir erkennen uns selbst. Aber das können auch andere Primaten, Wale und einige Rabenvögel.

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Braucht man denn unbedingt etwas, wofür man lebt? Wenn man mich nach dem Sinn des Lebens fragt, dann ist meine Antwort meistens "Spaß... oder Freude". Natürlich unter Berücksichtigung moralischer und allgemein anerkannter Werte. 

Heißt, ich tue dass, was für mich selber am meisten Sinn macht. Ich bin ein Freund des Verstandes, der Logik und der Wissenschaft. Thesen ohne Argumente und Beispiele sind schlicht und einfach falsch. Behauptet jemand, es gäbe einen Gott und kann mir nicht erklären wie er denn zu dieser Annahme kommt, dann gibt es den auch nicht. Behauptet jemand, die Erde ist flach, dann ist das auch Schwachsinn. Das hat dann nichts mit Glauben oder nicht Glauben zu tun.

Wenn es mir "Freude" bereitet, ein Auto zu besitzen, dass etwas repräsentiert, dann ist es mein Ziel dieses zu besitzen. Bereitet es mir Freude, einem Obdachlosen Geld zu geben, dann tue ich das, weil ich mich dannach gut fühle. Genauso ist das mit allen anderen Sachen. Ich versuche so viel wie möglich im Leben zu tun, was Spaß macht, was mir gefällt, meinen Horizont erweitert. Zum Beispiel Denken, Reisen, Auto fahren, Musik hören/machen oder Zeit mit geliebten Menschen verbringen. 

Und nein, vor dem Tod habe ich keine Angst, warum auch? Das ist etwas ganz normales, und dannach merkt man davon sowieso nichts mehr, also was solls. Und wofür ich mich im Leben anstrenge, naja... wie oben schon genannt: Für meine Ziele. Viele dieser Ziele kann man mit Geld verwirklichen, also strenge ich mich an, Geld zu verdienen... Bildung.

Dann gibt es noch die Sachen, für die man nichts machen muss, die das Leben aber allein schon "lebenswert" machen. Das wäre zum Beispiel für mich die Musik, meine Freundin, die Fähigkeit denken zu können, die Möglichkeit sich vom Mainstream abzuheben und die Möglichkeit nicht körperlich zu vergammeln. Allein für diese Sachen lebe ich, und ich muss noch nicht einmal was dafür tun.

Ich versuche einfach diese eine Lebenszeit, die man nur hat, so schön wie möglich zu nutzen und zu gestalten. Würde es dannach weiter gehen, wäre mir das wahrscheinlich egal, und ich würde die ganze Zeit schlafen, weil ja eh "unendlich" Zeit ist.

wildcarts2 02.08.2017, 15:43

Natürlich unter Berücksichtigung moralischer und allgemein anerkannter Werte. 

Warum? Wenn mir z.B. eine monogame Beziehung zu langweilig ist, aber die Gesellschaft dies als "Normal" betrachtet, warum sollte ich dann meine Sexualität ändern oder unterdrücken?

Moral und Werte kann man niemandem aufzwingen bzw. wird verhindern das man glücklich ist. Denn Moral und Werte sind auch nur künstliche Regeln.

Ich folge daher nur 2 Regeln:

1. Tue nichts was gegen geltendes Recht in deinem Land verstößt (gezwungenermaßen, da man sonst mit Strafen rechnen muss)

2. Schade mit deinen Handlungen niemals anderen Menschen, Tieren oder deiner Umwelt.

Alles andere ist erlaubt. Nur weil z.B. eine Religion allgegenwärtig ist und ihre Moral verstreut, muss ich mich noch lange nicht daran halten.

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Wolverine80 02.08.2017, 15:53
@wildcarts2

Der Ausdruck "allgemein anerkannt" war von mir ein bisschen unglücklich gewählt.

Ich meinte damit eigentlich genau das, was du bei den 2 Regeln genannt hast. Vor allem das zweite, möglichst viel "Spaß und Freude", aber nicht auf die Kosten anderer Lebensformen oder der Umwelt.

Von den "allgegenwertigen" christlichen Werten distanziere ich mich ausdrücklich. Etwas Schlimmeres gibt es nicht.

Dagegen haben einige Philosophen bezüglich diesen Werten etwas relativ vernünftiges zu Stande gebracht.

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danhof 03.08.2017, 10:31
@Wolverine80

Von den "allgegenwertigen" christlichen Werten distanziere ich mich ausdrücklich. Etwas Schlimmeres gibt es nicht.

Nächstenliebe ist das Allerschlimmste, ja.

Dagegen haben einige Philosophen bezüglich diesen Werten etwas relativ vernünftiges zu Stande gebracht.

Die haben genau und exakt dasselbe gesagt, nur Jesus rausgekürzt :-)

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Ich antworte Dir mal als gläubiger Christ: Ich lebe nicht für das Leben nach dem Tod (an das ich glaube!). Ich stehe mit beiden Beinem fest auf der Erde und lebe, weil das Leben Spass macht.

Es gibt keinen individuellen Sinn des Lebens (außer, dass ich glaube, dass ich von Gott gewollt bin). Ich lebe und kann alles in meinem Leben erreichen, wozu ich fähig bin - oder ich kann vor mich hin leben. Ich habe keine Lebensaufgabe zu erfüllen, von deren Erfüllung der Plan Gottes mit der Welt abhängt. Ich bin frei, mich für ein "gutes" oder "böses" Leben zu entscheiden. Ich kann mich für oder gegen Gott entscheiden.

Auch ich habe Angst vor dem Tod (oder vielleicht eher vor dem Sterben). Wenn Du fragst "Wofür strengt ihr euch an?" hast Du einen falschen Ansatz. Luther sagt, wenn er wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde er heute noch einen Apfelbaum pflanzen. Diese Einstellung scheint mir sinnvoller, als dass man die Welt und das Leben nur als eine Art Wartezimmer betrachtet.

lefinaud 02.08.2017, 20:06

Ich sehe das Leben auf der Erde hier als eine Art "Qualifikationsphase". Es ist ja so gesehen nur ein Mini-Bruchteil unseres gesamten Lebens. Aber Luther ist natürlich auch nicht das Maß aller Dinge.:)

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DinoSauriA1984 03.08.2017, 10:31
@lefinaud

@ lefinaud: Die Sichtweise "Qualifikationsphase" birgt die Gefahr, dieses Leben nicht wichtig genug zu nehmen. Jesus ist in diese Welt gekommen, hat hier gewirkt und gelitten - und ist nach dem Tod in diese Welt zurückgekehrt. Das wertet das Diesseits erheblich auf. Für mich heißt das: Entscheidend ist mein Leben in dieser Welt. Hierauf muss ich mich jetzt konzentrieren (oder wie Adi Preißler gesagt hat: "Entscheidend is auf'm Platz").

Als Katholik stimme ich Dir Luther bezüglich grundsätzlich zu. Aber unsere Kirche braucht alle paar Jahre mal jemanden, der sie vors Knie tritt, damit sie die Spur wiederfindet. Damals wars der Luther halt.

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lefinaud 04.08.2017, 18:48

Da hast du recht. :)

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Hi, also ich gehe auch davon aus, das Tod einfach Tod bedeutet.

Das macht mich schon traurig, aber nicht im Bezug auf mein eigenes Leben, denn wenn ich selbst sterbe, bin ich Tod und kann nicht mehr bedauern, das ich ins "nichts" übergegangen bin.

Wovor ich aber wahnsinnige Angst habe, ist das geliebte Menschen sterben. Weil ich eben wirklich der Überzeugung bin, das diese dann nur noch in unseren Erinnerungen "weiterleben", aber das wir sie nie nie wieder sehen werden.

Aber trotz dieser Angst ist es keine Lösung für mich, mir etwas einzureden, was ich für absoluten quatsch halte.

Wofür ich Lebe? Na um zu leben.

Wofür ich mich anstrenge? Um gut zu leben, und meiner Mum auch was zurück geben zu können. Ich hab nur dieses eine Leben, daher ist es wichtig, meine Zeit gut zu nutzen. Warum sollte ich mich nicht anstrengen?

Da verstehe ich dann gläubige wiederum nicht. Immer diese Aussage, das man sich nur anstrengt um in den "Himmel" zu kommen. Ich tu gutes, weil es mich hier und jetzt glücklich macht. Es freut mich, wenn ich Menschen helfen kann, und ich fühle mich schlecht wenn ich was gemacht habe, was anderen schadet, ich Lüge, oder manchmal auch nur, wenn ich was verschweige. Ich hatte mir z.B. neulich das Auto meiner Mum geliehen, wurde Abends geblitzt, und hab es ihr erst am nächsten Tag erzählt = schlechtes Gewissen. Nicht aus Angst vor einer imaginären Hölle, sondern einfach weil ich so bin.

Wenn du WÜSSTEST das es keinen Himmel gibt, würdest du dann nur in der Ecke "rumgammeln" und dich nicht bemühen ein gutes Leben zu führen?

Wie kann man als "Sinn des Lebens" nehmen, sich auf den Tod vorzubereiten?

Für mich geht es darum, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, damit eventuelle Nachfahren genau so gut leben können wie ich (also z. B. soziales Engagement, aber auch sowas wie Fairtrade statt normal usw.)

Dann natürlich einfach nur das Glücklichsein. Ich lebe dafür, das Leben zu genießen, Erlebnisse zu machen, neue Dinge zu sehen,...

Aber ja, ich habe unglaublich viel Angst vor dem Tod. Einerseits weil es evtl doch einen Gott geben könnte und ich dann womöglich in der Hölle lande, andererseits aber, weil ich für immer weg sein könnte. Der Gedanke ist sehr beunruhigend.

lefinaud 02.08.2017, 22:47

Danke für die ehrliche Antwort! :)

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Ich lebe derzeit dafür, dass ich morgen ein neues Kochrezept ausprobieren kann. Ich bin neugierig auf das Ergebnis, also lebe ich gerne weiter. Danach werde ich für andere Sachen leben.

Angst vor dem Tod habe ich selten. Aber ich kann es halt nicht ändern.

Ich habe mir oft die Frage gestellt, wieso manche Bäume, manche Tiere, manche Pflanzen oder gar Steine den Menschen überdauern können, obwohl Sie ein niedrigeres Wesen darstellen als den Menschen.

Wir stehen mit all unserem können und Fähigkeiten über alles was wir bis her kennen, dennoch sind wir schwach, dennoch sind wir anfälliger und sterben viel früher.

Ein Baum der langsam abstirbt und austrocknet dient nicht als Beweis oder Beispiel für einen lebenden.

Das gleiche gilt auch für Tiere

Was ist der Grund, warum wir anders sind?

Hat die Natur uns einen Streich gespielt oder sind wir wirklich für eine andere Dimension bestimmt die wir mit unserem Wissen von heute noch nicht verstehen können?

Wo existiert die absolute Gerechtigkeit, das es Sie hier auf Erden nicht gibt, das haben wir bereits begriffen, aber sollte es denn nicht sowas wie die absolute Gerechtigkeit geben und wenn ja, wo ?

Oder ist die absolute Gerechtigkeit nur ein Wunschdenken und woher entspringt dieser Gedanke überhaupt?

Ist es das Leben, das in uns diese Sehnsüchte hervorruft?

Es gibt Menschen, denen geht es wirklich gut geht.

Sie haben eine Familie, Freunde, Immobielien, Geld, Macht, Beziehung usw. Diese Menschen fühlen sich vom Leben beschenkt, aber was ist mit dem bitterarmen Mann der irgendwo auf einer Steppe lebt, wegen Armut keine Familie gründen konnte und nichts anderes hat als ein Fetzen Stoff den Er als Bekleidung trägt.

Fühl dieser Mann das gleiche wie der, dem es gut geht?

Was ist daran Gerecht?

Muss denn für diesen armen Mann nicht irgendwo etwas sein, wo Er auch das Recht hat glücklich zu sein?

Muss es für den reichen Mann nicht irgendwo etwas sein, wo auch Er in den Genuß kommt und erfährt, wie der arme Mann gelebt und gelitten hat?

lefinaud 02.08.2017, 22:40

Im Endeffekt geht es dann nur noch darum glücklich zu sein. Glück kann man leider nicht wirklich messen. Außer über Endorphine vielleicht :) Der arme Mann freut sich dann eher über Kleinigkeiten. Dann kann man halbwegs einen Vergleich herstellen.

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Tolga67Alp 02.08.2017, 23:37
@lefinaud
Der arme Mann freut sich dann eher über Kleinigkeiten

Das mag sein, mag aber auch nicht sein.

In beiden Fällen, stellt das Leben im Vergleich zu dem reichen Mann keine Gerechtigkeit dar.

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lefinaud 03.08.2017, 08:36

Ja stimmt. Ich als Christ glaube, dass es arme Leute leichter haben zu Gott zu kommen, weil sie nicht wie viele reiche Leute denken, sie bräuchten keine Hilfe. Da wäre der arme Mann sogar im Vorteil.

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lefinaud 03.08.2017, 08:37

Natürlich nicht in jedem Fall.

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Grüß Dich lefinaud!

Da muss eine Gedankengang zurechtgerückt werden. Selbst wer nicht an einen Gott glaubt oder an eine feste religiöse Lehre ist nicht ungläubig. Im Prinzip glauben wir alle an etwas, die Frage ist nur, ob es vernünftig ist. Es sollte aber mit der Wirklichkeit kompatibel sein, mit der Wissenschaft, der Philosophie allgemein und mit dem eigenen Erleben.

Meine Antwort auf Deine Fragen im Text, die allerdings nicht kurz ist aber spannend!, findest Du in meinem Profil unter 'Meine Lebensphilosophie'.

Das Durchlesen könnte Dir neue Horizonte eröffnen ohne das Dir Unsinn oder Unglaubhaftes erzählt wird.

Würde mich freuen, danach etwas von Dir zu hören.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Ich habe eine gläubige Tante, die lebt mit einem Bein im Jenseits - das kanns nicht sein . Ich habe keine Angst vor dem Tod, vor dem Sterben schon eher. Ich strenge mich an damit ich glücklich werde und nicht damit ich irgendwann , vielleicht mal in den Himmel komme - das machen religiöse Menschen nämlich genauso, nur mit dem Himmel als Umweg: Sie strengen sich an was Gutes zu tun - haben Erfolg - deswegen kommen sie zur Belohnung in den Himmel und deswegen freuen sie sich.

lefinaud 02.08.2017, 20:10

Wenn man Christ ist und es gibt dann doch kein Leben nach dem Tod, hat man nichts verloren (vorausgesetzt man hat sich mit der Bibel nicht gequält;)) Wenn man aber ungläubig ist, und es gibt dann doch ein Leben nach dem Tod, hat man verloren. Pascalsche Wette oder so heißt das glaube ich :)

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steefi 03.08.2017, 08:49
@lefinaud

Wie, das verstehe ich nicht, wenn es ein Leben nach dem Tod gibt gilt das doch für Alle, oder denkst Du da wird unterschieden und die ganzen Gutmenschen die vor Mohamed, Jesus etc. gelebt haben haben leider Pech gehabt weil sie noch nicht an den richtigen Heiland geglaubt haben bzw. glauben konnten?

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Deamonia 07.08.2017, 13:07
@steefi

Tatsache: Wahrhaft gläubige Christen glauben, das man nur indem man Jesus annimmt, "erlöst" werden kann.

So landet nach christlichem Glauben der Atheistische Arzt, der im Kriegsgebiet kostenlos Kinder behandelt und von einer Mine zerfetzt wird, in der Hölle, und der Drogenbaron mit Kinderschänderring, der auf den Totenbett Angst bekommt, und sich daher zu Jesus bekennt, in den Himmel.

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lefinaud 04.08.2017, 18:49

Schwierige Frage, ich weiß es nicht.

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Warum gehst du davon aus, dass alle Ungläubigen der Meinung sind, dass nach dem Tod das große Nichts ist? Ich zum Beispiel bin und bleibe der Meinung, dass keiner, ob Gläubiger oder Ungläubiger, sagen kann, was nach dem Leben ist. Das ist alles Glaube/Vermutung, aber kein Wissen. Ob nun der Glaube an ein Paradies, Himmel oder dem Nichts. 

Ob man Angst vor dem Tod hat, kann man meiner Meinung nach auch nicht wirklich sagen, solange man nicht wissentlich (Krankheit) kurz davor steht. 

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Der Sinn des Lebens hat für jeden eine andere Bedeutung. 

Das ist von Mensch zu Mensch verschieden, denn jeder hat andere Ziele und Träume. Ich weiß ja nicht - das mal nur an dich gerichtet - ob ihr Gläubigen einzig und allein wegen und für euren Gott lebt? Oder hast du vielleicht auch noch ein paar andere Gründe? Vielleicht für deine Familie? Generell für andere, denen ihr etwas gutes tut? Für dich selbst? Dann hättest du schon mal ein paar Gründe, wofür ein Ungläubiger und vielleicht auch du, lebt. ;-)

lefinaud 02.08.2017, 23:13

Sehr diplomatische Antwort ;) Wenn ich Atheist wäre, würde ich mir wahrscheinlich irgend einen Lebenssinn ausdenken.

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Hyaene 02.08.2017, 23:43
@lefinaud

Wieso diplomatisch? Wohl eher subjektiv, so wie ich die ganze Sache eigentlich auch sehe? ^^ 

Man kann sich doch nicht einfach einen Sinn SEINES Lebens ausdenken. Den hat man oder bekommt ihn. ;-D

Besteht DEIN Sinn des Lebens tatsächlich nur daraus für deinen Gott zu leben? Das würde ich echt schade finden. Es muss doch für dich auch noch etwas oder besser noch, jemand anderes geben, wofür es sich für dich zu leben lohnt? Für den du gerne lebst? Worin/wofür du (d)eine ganz persönliche "Aufgabe" siehst? :-/

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lefinaud 03.08.2017, 08:44

Tolerant passt wohl eher. Jeder soll machen was er will :)

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lefinaud 03.08.2017, 08:46

Es ist ja nicht so, dass ich mich als Christ durch das Leben quäle. Was ist dann schade? Ich würde mir einen Sinn "suchen", wenn man das so sagen kann.

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Du wirfst hier ziemlich viel in einen Topf. 

Nur, weil jemand nicht religiös und gottgläubig ist, heißt das nicht, dass man nicht trotzdem an eine Art Jenseits glauben kann. 

Der Sinn des Lebens ist eine sehr individuelle Sache. Es gibt verschiedene Sinndimensionen - jeder wird Dir andere Antworten geben: 

 http://www.sinnforschung.org/mein-lebenssinn/dimensionen-von-lebenssinn

Außerdem ist doch Anstrengung im Leben selbst nicht zwingend damit verknüpft, dass man auf ein "Danach" zuarbeitet. Wenn ich an ein Nichts nach dem Tod glaube und nur dieses eine Leben habe, ist es naheliegend, dass ich versuche, das Beste draus zu machen.

Angst vor dem Tod habe ich nicht, nur vor einem langen, quälenden Sterbeprozess.

wildcarts2 02.08.2017, 15:53

Nur, weil jemand nicht religiös und gottgläubig ist, heißt das nicht,
dass man nicht trotzdem an eine Art Jenseits glauben kann. 

Doch, das heißt es. Glaube ist ein Produkt von Religionen. Ohne Religion gäbe es keinen Glauben.

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Stellwerk 02.08.2017, 18:27
@wildcarts2

"Ohne Religion gäbe es keinen Glauben."

Du bringst historische Abläufe durcheinander. Der Glaube an etwas Höheres ist bei allen Völkern präsent - war früher die Erklärung für die eben unerklärlichen Dinge. Die Systeme, die sich darum strukturierten und dann verfestigten, die wurden dann zu Religionen.

Und ich kann sehr wohl an ein Leben nach dem Tod glauben, ohne an einen Gott zu glauben oder einer Kirche anzugehören.

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lefinaud 02.08.2017, 20:12

Ich sehe das so: Wenn man hier auf der Erde ohne Ziel lebt, ist es so, als würde man einen Eignungstest für die Uni machen und ewig dafür lernen, obwohl man gar nicht in die Uni will. :) so ungefähr:D

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Ich stelle mir genau die umgekehrte Frage: wofür leben Religiöse wie du?

Dein Leben hat für dich ja offenbar überhaupt keinen Wert, man muss auf dem Weg ins Jenseits halt durch. Ein notwendiges Übel.

Wäre es da nicht logischer, seinem Leben ein Ende zu machen, um schneller "drüben" zu sein?

lefinaud 02.08.2017, 20:17

Ich glaube, Gott hat mir (ob ich wollte oder nicht;)) dieses Leben hier geschenkt. Dann will man das Geschenk ja nicht gleich kaputt machen und einen Mord (10 Gebote) begehen ;)

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DarkSepia 02.08.2017, 22:19
@lefinaud

Wenn es ein Geschenk ist, gehört es dir und du darfst es kaputt machen. Wieso willst du es nicht kaputt machen?

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lefinaud 02.08.2017, 23:17

Weil ich dann eine Sünde begehe. Und wenn ich tot bin, kann ich nicht mehr um Vergebung bitten. Ich mag Jesus (klingt für Nicht-Christen wahrscheinlich verrückt:)) und er würde sich nicht freuen, wenn ich mich umbringe:)

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Deamonia 07.08.2017, 13:13
@lefinaud

und wenn jemand anders dir anbieten würde dich umzubringen? und wenn du ihm damit sogar noch einen Gefallen tun könntest, weil SEINE Religion es befürwortet Andersgläubige zu töten?

Dann hättet ihr beide eure Götter glücklich gemacht

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