An alle Eltern, wie geht ihr mit euren Kindern bezüglich der Vergewaltigungsfälle der letzten Zeit um?

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9 Antworten

Ich bin kein Elternteil, trotzdem möchte ich auf diese Frage antworten.

Die Situation hat sich nicht besonders verändert. Sexuelle Gewalt ist auch ohne die diesjährigen Vorfälle ein großes Thema. Laut einer durch die EU-Kommission in Auftrag gegebenen Studie zum Thema sexueller Mißbrauch sind 35% der Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens betroffen, was etwas über dem EU-Durchschnitt von einem 1/3 liegt. Das ist so oder so enorm und es ist ein Problem. Besonders im ohnehin schon sexuell aufgeheizten Nachtleben.

Das, was man tun kann, um sich zu schützen, sind elementare Sicherheitsvorkehrungen. Nie alleine unterwegs sein, am besten in Cliquen mit starken jungen Männern, die auch zur Not eingreifen würden.

Auch die Clubauswahl spielt eine große Rolle. Da kommen wir dann aber in einen Bereich, in dem man wirklich recherchieren muss. Hat der Nachtclub oder die Discothek eine funktionierende Sicherheitsarchitektur mit einer professionellen Security, die nicht nur eine Gästeauswahl trifft, sondern diese auch durchsetzt? Ist Taxigeld verfügbar, falls der Nachhauseweg zu lang ist?

Gleichzeitig muss man aus kriminologischer Sicht auch sagen, dass in den meisten Ländern (für Deutschland sind mir keine Erhebungen bekannt) die meisten Vergewaltigungen in der eigenen Familie und der Verwandtschaft stattfinden. Die Zahlen in westlichen Ländern schwanken zwischen 40% und 63% der Gesamtvergewaltigungen. Vergewaltigungen durch völlig Fremde sind eher in der (wenn auch großen) Minderheit.

Darüber hinaus lässt sich natürlich das schwedische Phänomen nicht leugnen, auch wenn die schwedische Regierung alles tut, um es zu leugnen oder zu relativieren.

Wie geht man als Elternteil damit um? Nun, ich bin kein Elternteil, aber als Außenstehender kann ich nur raten: Ein möglichst ehrliches Bild der Wirklichkeit zeichnen und eine 17-jährige, die ja nun eher eine junge Frau ist, die Entscheidung treffen lassen, die sie für richtig hält. Wenn ihre Furcht so groß ist, dass sie einen solchen Abend auch nicht genießen könnte, dann ist das zu respektieren.

Und Angst an sich ist auch nicht immer per se falsch. Aber es gibt Dinge, die man beachten kann, zumindest wenn man die (finanziellen) Ressourcen dazu hat:

- Clubauswahl (im Hinblick auf Security und rigeroses Durchgreifen derselben - besonders Clubs meiden, die einen schlechten Ruf haben);

- Nur in gemischten Cliquen unterwegs sein, in der sich idealerweise kräftige junge Männer aufhalten, die wehrhaft sind;

- eher mit dem Taxi nach Hause fahren, als die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Man bedenke, dass Übergriffe weniger in Diskotheken, sondern mehr auf dem Nachhauseweg stattfinden. Dort ist es auch einfacher für potenzielle Täter, Opfer zu verfolgen.

Klingt alles wenig aufbauend, aber ich kann Dir versichern, dass das auch schon lange vor den Vorkommnissen in Köln und anderen Großstädten ein Problem war. Man kann immer unterstellen, dass Leute Panik verbreiten, aber Vergewaltigung ist ein altes großes Problem, das nur all zu gerne totgeschwiegen und kleingeredet wird.

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Kommentar von BesorgterBernd
25.01.2016, 01:31

Danke für die ausführliche Antwort. An sowas sieht man mal wieder dass die öffentlichen Medien bestimmen,über was wir uns wann Gedanken zu machen haben.. Auch wenn sich die Statistik vielleicht nicht groß verändert hat ,ist es trotzdem klar dass sich Angst breit macht.

Das mit der Clubauswahl versuchen wir so gut wie möglich im Auge zu behalten. 

Zu irgendetwas zwingen,will ich sie natürlich auf keinen fall..Mich macht es nur so sauer,dass die Regierung jene Problematik weitesgehend unter den Tisch zu kehren versucht.

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Also ich kann deine Tochter verstehen. Wer das nicht kann ist nicht weiblich und an einer Gruppe Männer in der Dunkelheit vorbei gelaufen .
Das müssen keine Ausländer oder Asylanten sein.
Man wird so auch angepöbelt und angemacht.
Meine Tochter telefoniert mit uns wenn sie abends von der Uni nach Hause geht.
Außerdem haben wir ihr cs Gas gekauft .
Sie weiß wie sie es verwenden muss.
Außerdem gaben wir ihr Tipps .
Z.b.
Möglichst dort laufen wo viel los ist.
Wenn man jemanden bemerkt der einem folgt in einen Hausflur gehen und so tun als so man klingelt .
Im Notfall irgendwo klingeln
Oder in Geschäfte / lokale gehen.
Bei Gefahr laut schreien.
Personen direkt ansprechen ( sie in der blauen Jacke helfen Sie mir)
Selbstbewusst umdrehen und laut fragen ob was ist.
Die Straßenseite wechseln ( aber nicht ängstlich umdrehen, sondern in Scheiben schauen ob der Verfolger noch da ist)
Fühlt man sich beobachtet und ist mit dem Auto unterwegs , vorher am Auto vorbeigehen ( schauen ob sich jemand versteckt ) dann schnell einsteigen und verriegeln .
Diese Tipps kamen von der Polizei !

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Es gibt heutzutage nicht mehr Vergewaltigungen wie z.B. vor einem Jahr, wenn du damit die Flüchtlinge meinst. In jedem Land, in jeder Kultur gibt es Vergewaltigungen und andere Straftaten und dies wird nicht gravierend abnehmen und auch nicht gravierend zunehmen.

Fakt ist, dass man nach wie vor, seine Kinder informiert, sie über Straftaten allgemein und über Vergewaltigungen aufklärt, dass man ihre Sinne dafür schärft, dass man aufpasst, in welchem Freundeskreis sich die KInder bewegen, dass man weiß, an welchen Örtlichkeiten sie sich aufhalten und dass sie nie alleine unterwegs sind!!!

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Wenn du die möglichkeit hast, dann schicke sie zu einem Selbstverteidigungskurs oder sie erlernt einen Kampfsport, das wird ihr Selbstbewusstsein heben oder zurückgeben. nach einigen Wochen dürfte sie Problemlos mit einem Angreifer fertig werden, wenn dieser keinen Kampfsport betreibt.

Ansonsten würde ich zusammen mit anderen Eltern dafür sorgen, dass die Mädchen immer jemand zur Begleitung dabei haben, wegen dieser Verbrecher sollen sie nicht ihr Leben vergeuden.

Noch besser wäre es wir gäben diesen Kerlen was sie verdienen, fängt an mit S und endet auf trick !

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Kommentar von BesorgterBernd
25.01.2016, 01:36

Darüber haben wir auch schonmal nachgedacht.Auch ein Elektroschocker war im Gespräch. Am liebsten würde ich selbst mitm Baseballschläger hinter ihr herlaufen

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Kommentar von xenoxis
25.01.2016, 04:53

Der neunmalkluge kann das selbst herausfinden: www.denic.de

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Gegen irrationale und total übersteigerte Ängste hilft nur ein Psychologe.

Steigt deine Tochter noch in ein Auto ein? Denn die Gefahr, bei einem Autounfall zu sterben liegt mindestens 1000 mal höher, als vergewaltigt zu werden. Nur, weil die Zeitungen voll von etwas sind, heißt es nicht, dass es proportional im Alltag genauso auftritt und umgekehrt: 

Die Zeitungen bringen keinen Ton mehr über Griechenland, meinst du, das liegt daran, dass dort heute auch nur irgendetwas besser geworden ist als vor einem Jahr?

Erinnert mich persönlich stark an diese Gluckenmütter, die hinter jedem Busch den Kinderschänder vermuten, weil "man ja soviel davon liest", obwohl es noch nie so wenig Missbrauchsfälle gab wie heute und der Täter zu über 80% aus dem Familien- und Bekanntenkreis des Kindes kommt.

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Kommentar von swissss
25.01.2016, 11:14

...Gegen irrationale und total übersteigerte Ängste hilft nur ein Psychologe......

so ist es. Der Vater sollte zum Psychologen gehen, weil ER total übersteigerte Ängst hat und versucht diese unbegründeten Ängste der Tochter weiterzugeben

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Wie schon damit umgehen? Ganz einfach. Ihnen die Wahrheit sagen.

Den Kindern ganz klar sagen, dass diese Gerüchte von irgendwelchen Vollpfosten und Nichtskönnern verbreitet werden, die völlig verdummtes braunes Gedankengut in ihren viel zu spärlichem Gehirn haben.

Als nächstes würde ich meiner Tochter belegte Fakten vorlegen, die ganz deutlich zeigen, dass Verbrechen gegen Frauen nicht gestiegen sind, sondern ehr gesunken sind und sie demnach keine Angst vor Flüchtlingen haben braucht. Weiter würde ich ihr klar machen, nicht auf Vollspacken zu hören, die solchen Dummfug verbreiten.

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Kommentar von BesorgterBernd
25.01.2016, 02:03

Ja,ich versuche ehrlich zu sein.Jedoch finde ich es auch unsachgemäß,alles nur als Gerüchte abzustempeln. Und es sind nicht alle gleich Nazis ,nur weil sie sich sorgen um ihre Familie  machen. Vielleicht lasse ich mich zu sehr von der Panikmache mitreißen,aber momentan fühlt es sich richtig an. Im Grunde genommen hast du aber Recht

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Das Problem ist, man bekommt als Erwachsener kaum mit was die Kinder tatsächlich jeden Tag so erleben ( und wovon sie oft gar nix erzählen ).

Bei den Kindern meiner Schwester ( 16+17 ) kam mehr durch Zufall raus, was die seit geraumer Zeit quasi täglich aushalten dürfen. Das deckt sich übrigens ziemlich mit dem, was ich in letzter Zeit auch hier in unserer Region ( meine Schwester wohnt 120 km weiter weg...) von Seiten Jugendlicher, ihrer Eltern  oder auch durch persönliche Erfahrung mitbekommen habe.

Anzüglichkeiten, sexuelle Belästigungen und jede Art von Beleidigungen oder Anmache durch vorwiegend erkennbare Nordafrikaner sind inzwischen selbst hier auf den norddeutschen Dörfern mancherorts an der Tagesordnung.

Die Jugendlichen ( Mädchen ) meiden inzwischen bestimmte Örtlichkeiten oder gehen dort nur noch in größeren Gruppen hin, bei uns hier in der Gemeinde haben sich die Schulwege der Kinder und Jugendlichen stark verändert....: lieber langer Umweg, als an den Asylantenbehausungen vorbei.

Die Kinder und Jugendlichen trauen sich aber kaum, das was ihnen da täglich begegnet offen auszusprechen, aus Angst sofort in die " rechte Ecke " gestellt zu werden.

Ich habe meinen Nichten einen Karatekurs spendiert,dazu noch Pfefferspray und ein schweres Fahrrad-Kettenschloss. Und mein Arbeitskollege der jahrelang Selbstverteidigungstechniken studiert / trainiert hat zeigt ihnen, wie man damit umgeht.

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Da meine 17-jährige nicht alleine raus geht (behinderungsbedingt), stellt sich für mich dieses Problem nicht.

Allerdings habe ich ein großes Problem mit deinen Tags, die da heißen "Flüchtlinge" und "Asyl".
Als wenn (nur?) diese Männer Mädchen bzw. Frauen überfallen / vergewaltigen.

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Hallo BesorgterBernd,

welche Fälle meinst Du denn?
So weit ich weiß, hat es da keine Steigerung gegeben?
Okay, hier ist 2015 noch nicht mit dabei, aber auch dort würde ich drauf tippen, dass es keinen extremen Ausschlag nach oben gibt.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1587/umfrage/vergewaltigung-und-sexuelle-noetigung/

Gruß, linlux

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Kommentar von BesorgterBernd
25.01.2016, 01:21

Seit der Silvesternacht wird ja quasi pausenlos von Übergriffen von Flüchtlingen berichtet. Auch wenn nur 1/3 davon stimmen würde,reicht das trotzdem schon aus um misstrauisch zu werden. Man fängt an alle über einen Kamm zu scheren.Einfach aus Sicherheitsgründen

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Kommentar von 1988Ritter
25.01.2016, 12:24

Die Statistik betrifft nur den Zeitraum bis 2014.

Den Fall der versuchten Steinigung hat es in der Dortmunder Innenstadt schon gegeben.

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