An alle die Kampfsport betreiben, musstet ihr es schon mal anwenden?

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein bis jetzt noch nicht.

Ich lebe in einem kleinem Dorf, wo es keine sozialen Brennpunkte gibt, habe mich nie ernsthaft mit jemanden angelegt und bin Konfrontationen eher aus dem Weg gegangen.

Selbst die Arbeit auf Sauffesten hat mich noch nicht in eine Schlägerei gedrängt. Wenn es eine gab, hielt ich einen Sicherheitsabstand ein und schaute amüsant zu. Nur meinem Kumpel wurde einmal am Kragen gepackt, doch mit der Drohung, er würde vom Platz fliegen, war der Betrunkene plötzlich viel lieber.

Auch haben es vielleicht viele meiner Mitschüler nicht auf mich abgesehen, weil ich Freunde im Rücken habe, die tatsächlich mit die gewaltigsten auf dem Schulhof waren.

Aber ich bin gerade mal 17. Kann gut sein, dass ich morgen schon angegriffen werde, weshalb auch immer. Bis jetzt hatte och mit meinen Lebensumständen eben viel Glück.

Ein anderer Bekannter Freund von mir ist im sozialen Brennpunkt aufgewachsen. Zur Zeit ist er frei, aber das weiß jeder, dass dauert nicht lange, bis er wieder hinter Gitter muss. Auch der hat mehrere Jahre in seiner Jugend Kampfsport gemacht.

Ich glaube also, es kommt tatsächlich sehr darauf an, wo Du aufwächst und welche Freunde Du hast.

Woher ich das weiß:Hobby – Trainiere jetzt seit ein paar Jährchen WingTsun

Ich mach historischen Schwertkampf. Eigentlich ja nur im entferntesten ein Kampfsport nach heutiger Definition.

Zwischendurch gabs auch ne längere Einheit "Ringen am Schwert". Also was machste,w enn der andere zu nah dran ist für Hau/Stich.


Und ausgerechnet in der Zeit geh ich um 6 zur Arbeit, hinterm Bahnhof lang.. und ein Typ will mich überfallen.

Der Pappkopf kam brüllend auf mich zu, perfekt wie in unserem Training.. dachte wohl, ne 1,70-Frau macht er mal eben platt..

Und ich nahm an, Bein vor, hebelte ihn zur Seite, er flog auf´s Pflaster und ich bin gegangen.


Ich find´s heute noch unglaublich.

Zumal mich das nicht mal aufregte, sondern einfach nur zack, patsch, gehen und denken "Idiot".

(im Nachhinein ist mir klar, ich hätte die Polizei anrufen sollen, nicht dass er die näcshte Perso erfolgreicher überfällt)



Ich trainiere die japanische Kampfkunst Aikido und musste meine Kenntnisse leider bereits dreimal im Ernstfall anwenden, um mich, oder andere Personen vor einem gewalttätigen Übergriff zu schützen.

Ich bin ganz sicher nicht stolz darauf, aber abgesehen von dem Umstand, dass ich einem Angreifer vermutlich das Handgelenk gebrochen habe, kamen alle Beteiligten ohne größere Verletzungen davon.

Glücklicherweise liegt das ganze bereits viele Jahre zurück und ich war seitdem nie wieder in gewalttätige Konflikte, oder gefährliche Situationen verstrickt.

Ich würde garantiert niemanden dazu auffordern, seine "Fähigkeiten" unbedingt einmal wegen Nichtigkeiten im Ernstfall zu "erproben" - dazu ist das ganze zu gefährlich.

Woher ich das weiß:Hobby – Seit etwa 30 Jahren Training des Aikido

Ich hätte es einmal anwenden können, habe aber intuitiv anders gehandelt (also kein Element des Judos verwandt)
Auch wenn ich es nie angewandt habe und wahrscheinlich nie anwenden werde (mit zunehmendem Alter reduziert sich die Anzahl der Gewaltbereiten im Umfeld), so gibt es doch eine gewisse Sicherheit, im Falle eines Falles nicht mit leeren Händen da zu stehen. Ich stehe besser da, als hätte ich nichts gelernt. Man darf aber nicht vergessen, dass wenn jemand sehr angriffslustig ist, dieser jemand mit Gewaltsituationen Erfahrungen hat, selbst oft Kampfsport trainiert hat oder anderwärtig für eine körperliche Überlegenheit gesorgt hat oder mit Freunden unterwegs ist. Damit will ich sagen, dass meistens nur dann jemand einen Angriff startet, wenn er sich sicher ist, dass ihm nichts passiert. Ein Schmächtiger, Unbewaffneter, ohne Freunde und Erfahrung mit Prügeleien wird in den meisten aller Fälle keinen Angriff starten. Auf jeden Fall repräsentiert dieser Fall nur einen Bruchteil der Praxisfälle.

Ich erwähne das, weil viele meinen, Kampfsport oder Kampfkünste würden den entscheidenden Vorteil versprechen. Wenn man es noch nicht lange betreibt oder allgemein kann man froh sein, wenn es überhaupt für einen Ausgleich sorgt.

Aber eines steht fest. Wenn man es gelernt hat ist es immer besser im Vergleich dazu, wenn man es nicht gelernt hat - und wenn es nur das gewisse Gefühl an mehr an Sicherheit ist, was man dadurch bekommt.

Richtig. Niemand kann mal eben kurz lernen zu kämpfen.

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@CharliePace

Viele meinen auch, dass man nur so und so viele Jahre einen Kampfsport betreiben müsse und schon würde man automatisch ein Meister sein. Nach dem Motto: Ich habe meine Anwesenheitspflicht erfüllt. Wo ist der Lappen, auf dem steht, dass ich jetzt meister bin?

Was vergessen wird ist, dass es auch unter Kampfsportlern talentierete und untalentierte gibt und dass der Vorteil eines  Kampfsportler oder Kampfkünstler abhänigig ist von seinen Skills und seinen Ambitionen zum Kampf. Zum Beispiel wird jemand, der von Natur aus zögert, sowohl im Sport als auch auf der Straße zögern.

Menschen, die versuchen, in allem etwas Gutes zu sehen, inkonsequent sind, super schnell ein schlechtes Gewissen haben, an sich selbst zweifeln, ihre Taten hinterfragen, usw. die haben gar keine Chance, sich auf einen echten Angriff zu wehren und wenn sie noch so lange trainieren und alles noch so automatisch im Training ablaufen würde.

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@Suboptimierer

Nicht nur ob ein Kampfsportler talentiert ist, sondern auch was die Schule taugt.

Ich habe vor 35 Jahren mit Karate aufgehört und stellte bei Wettkämpfen schnell fest, dass die von den Kampfschulen "Post" soschlecht waren, dass sie keinerlei Preise, nicht mal in der Kata abräumten.

Unser Trainer sagte immer, man soll seinen Gegner nie unterschätzen, denn sonst hat man den Kampf schon verloren.

Zudem sollte jeder den richtigen Kampfsport für sich finden und sich nicht auf Boxen, Judo, Karate usw. festlegen, sondern einen Probeunterricht machen.

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Ciao :-)

Meine Tochter (18) macht Karate und Thai Boxen.

Als meine Tochter geradeangefangen hatte, da wurde sie sehr oft belästigt (auf den Po und Brust gefasst), schon da konnte sie sich wehren und tat das auch sofort. Seit sie in Karate den "blauen Gürtel" hat, kam es nicht mehr vor und die Gründe liegen darin, dass sie ihre Schlagfertigkeit auch ausstrahlt. Sie spannt die Muskeln an und sie sorgt dafür, dass sie einen sicheren Stand hat.

Einen Kampfsport zu können hat mehrere Vorteile:

1. Mehr Selbstbewusstsein (weil du weißt, dass du dich wehren kannst)

2. Man strahlt die Selbstsicherheit aus, weil man automatisch in die richtige Haltung geht.

3. Im Notfall kann man sich wehren.

Es passiert so viel, dass es nie schaden kann sich im Notfall zu wehren. Ich würde es wirklich jeden raten. Gerade Frauen sind sexuellen Belästigungen oft schutzlos ausgeliefert.

Im übrigen habe auch ich Karate 5 Jahre lang gemacht, aber das ist schon 35 Jahre her.

LG


Wunderbar. Kann ich (27 Jahre lang Karate) nur bestätigen.

Aber Hey - warum fängst du nicht wieder mit Karate an ? Es gibt keinne Grund. Also los. Gibt inzwieschen sehr viele die noch mit 50, 60 Jahren damit anfangen. In den Vereinen / Schulen sind natürlich auch viele Ü 50, die aber dabei geblieben sind...

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@KachiKime

Geht bei mir leider aus gesundheitlichen Gründen nicht :-(  Sonst würde ich es wieder machen.

Es war wirklich toll, denn ich habe viel gelernt, nicht nur über Karate. Wir hatten damals einen Toplehrer "Neo Hotong",das Training war zwar hart, aber dafür einmalige Spitze :-)

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