Amt lehnt Umzug ab!

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11 Antworten

Nein, ich schließe mich hier nicht der allgemeinen Bewertung eurer Art Familienplanung an, das ist EURE Sache. Ein bisschen ungünstig ist das dann aber schon.

Jetzt aber mal zu Fakten entsprechend den Festlegungen des SGB II. (Und … bitte, bitte hackt dann nicht auf mir herum, ich habe diese Gesetze nicht gemacht, ich versuche sie nur zu vermitteln …)

  1. Nein … Amt lehnt nicht den Umzug ab, sondern befindet ihn für nicht notwendig. Das ist ein ziemlicher Unterschied !!! Das heißt nämlich, dass sie keine Umzugskosten übernehmen und pro Kopf nicht mehr als vorher an KdU (Kosten der Unterkunft und Heizung) zahlen werden.

  2. Das JC zahlt zwar ab dem ersten Tag anteilig Miete für euer erstes Kind, aber einen Anspruch auf mehr „Fläche“, also Wohnraum anteilig für das Kind habt ihr erst, wenn das Kind 6 Monate alt ist. Solange habt ihr keinen Anspruch auf mehr Wohnraum, da man davon ausgeht, dass der Platzbedarf eines Kindes sich auf das Kinderbett beschränkt. Ich weiß nicht, wie alt Euer erstes Kind ist – davon hast du nichts geschrieben. Normalerweise hat man Anspruch auf ein Zimmer pro Person, wenn die Kinder bzw. ein Kind bereits die Schule besucht. Bis dahin ist die Unterbringung von zwei Kindern in einem Zimmer zulässig, auch bei verschiedenem Geschlecht.

  3. Vorausschauend mehr Wohnraum, weil du demnächst ein weiteres Kind bekommst, werdet ihr nicht einfordern können – dazu gibt es keine Verpflichtung des Amtes. Also kann das Amt möglicherweise völlig richtig sagen, dass 68 qm für drei Personen erst einmal völlig ausreichend sind. Mehr Wohnraum stände euch zu, wenn das zweite Kind älter als 6 Monate ist, dann zählt ihr (was die Wohnfläche anbelangt) als 4 Personen. Bitte jetzt keinen Aufschrei von irgendwem … „bei uns war das anders“, kann sein und ist schön, wenn das Amt so „sozial“ war. Prinzipiell ist die beschriebene Lesart möglich und ich richte mich immer auf die schlechteste mögliche Variante ein und freue mich, wenn mehr möglich ist für Euch.

  4. Wenn die Einrichtung und der Zuschnitt Eurer Wohnung ein normales Familienleben kaum möglich macht, dann kann man bei der Größe vielleicht erst mal einen kleinen Bereich für das erste Kind abteilen? Und frag mal an beim Sozialamt oder bei irgendwelchen Mutter-Kind-Stiftungen, ob ihr finanzielle Unterstützung bekommt für eine „schwangerengerechte“ Ausstattung eurer Wohnung. Da sehe ich nämlich bessere Chancen als beim JobCenter.

Und wenn du noch ganz spezielle Hartz IV- Fragen hast, dann kannst du mich auch direkt anschreiben.

Und für alle, die immer gleich nach dem Anwalt schreien oder dem Sozialgericht: einklagen kann man nur Dinge, die einem nach dem Gesetz zustehen. Wenn das Gesetz aber anders ist, kann man noch so viele Anwälte bemühen – bringt dann auch nichts. Also: erst mal richtig informieren, was geht und was nicht. Und Widerspruch kann man dann einlegen, wenn eine Entscheidung des Amtes eindeutig falsch war – sonst s.o. Das dieses Gesetz manchmal ziemlich unsozial erscheint, steht auf einem ganz anderen Blatt.

So und jetzt viel Glück für euch 3 (bzw. bald 4)

Das JC zahlt zwar ab dem ersten Tag anteilig Miete für euer erstes Kind, aber einen Anspruch auf mehr „Fläche“, also Wohnraum anteilig für das Kind habt ihr erst, wenn das Kind 6 Monate alt ist.

Du hast anscheinend die "Handhabungsweise" etlicher Sachbearbeiter aus alten BSHG-Zeiten im Hinterkopf. "Fakten des SGB II" sind das jedenfalls nicht ;)

Der Anspruch auf Wohnfläche bemisst sich nach der Kopfzahl der Personen / Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft .. nicht nach deren Alter. Das Kind hat ab Geburt einen eigenen Anspruch auf Wohnfläche (auch wenn das nicht zwangsläufig "eigenes Zimmer" bedeuten muss) .

Vorausschauend mehr Wohnraum, weil du demnächst ein weiteres Kind bekommst, werdet ihr nicht einfordern können – dazu gibt es keine Verpflichtung des Amtes.

Das wäre ggf. abhängig von den örtlichen Regelungen. In Berlin z.B. ist bei Umzug der zukünftige Wohnflächenbedarf des Kindes ab der 14. Schwangerschaftswoche zu berücksichtigen. Ohne örtliche Regelungen ist es eine Ermessensentscheidung des Leistungsträgers, ab wann der zusätzliche Bedarf berücksichtigt wird ; dabei hat er aber das Wirtschaftlichkeitsprinzip zu berücksichtigen.

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Ihr müsst euch nach einer passenden Wohnung umsehen - am besten bei Genossenschaften, de sind meist billiger. Die Wohnung sollte natürlich nicht über den Satz des Amtes liegen - und der ist von Landkreis u Landkreis unterschiedlich. Auch ein weiteres gütliches Gespräch mit dem Sachbearbeiter wäre nicht schlecht - die Wohnsituation ist ja so nicht tragbar. Ansonsten einspruch einlegen und "emotionslos" begründen. Viel Erfolg

Hallo, danke für die erste nette Antwort :-). Wir haben uns schon umgeguckt und eine gefunden aber der SB lässt sich Zeit & sagte mir hinter den Blumen,das wir im Wohnzimmer schlafen können. Die Wohnung ist günstig, weniger wie einem zusteht & trotzdem versucht er es abzulehnen :-(

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für 3 personen gelten 75 qm als angemessen, was nicht heißt das 68 qm unzumutbar klein sind. ich würde warten bis das baby da ist... dann ist die wohnung auf jeden fall unzumutbar klein und dem umzug muss zugestimmt werden.

das du unbedingt vor der geburt umziehen musst ist totaler quatsch!!! wir haben zu dritt in einer ca. 45 qm- 2 zimmer wohnung gelebt und nach der geburt meiner tochter sogar zu viert. als die kleine dann zu groß für den stubenwaagen wurde musste aber dann doch eine größere wohnung her... diese war dann 65 qm. zu der zeit bekamen wir auch aufstockend hartz4... den umzug haben wir trotz zustimmung vom amt selbst bezahlt... wie auch die erstausstattung des babys. es geht alles wenn man es nur will!!!!!!

Finde ich super, wie ihr das hinbekommen habt!

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Zunächst frage natürlich auch ich mich, wieso ihr noch ein Kind bekommt, wenn es bei euch jetzt schon knapp ist mit dem Geld.

Für die Anfangszeit würde ich für deine ältere Tocher eine Art Kinderzimmer im Wohnzimmer abtrennen mit einem Raumteiler oder ähnlichem. Dann habt ihr zwar nur noch weniger Platz im Wohnzimmer aber immerhin hat deine Tocher ihr eigenes Reich. Dann können du und deine neugeborene Tocher erstmal im Schlafzimmer bleiben. Und wenn ihr dann eine vierköpfige Familie seit, steht auch auch mehr zu, dann könnt ihr den Umzug planen.

Schade das du nicht sehen kannst, wie es hier platz mäßig aussieht,wir haben hier auch so ein lauf stahl & die kleine versucht da raus zu klettern,es dauert nicht mehr lange,dann tut sie es :-( & wir haben ja keine Separate Küche,da hätte ich echt Angst das sie raus klettert und was weiß ich was anrichtet. Kinder halt :-)

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@amadea2013

Wie alt ist denn das erste Kind? Wenn es noch so klein ist, könnt ihr doch auch erstmal zu viert in einem Zimmer schlafen. Bei 68 m2 auf zwei Zimmer, müssen diese ja noch relativ groß sein.

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meines wissens steht dir doch mit einer 4-köpfigen familie eine größere wohnung zu ( ich glaube 78 qm)... im moment seid ihr erst eine 3-köpfige familie.. aber du hast immer das recht, eine größere wohnung zu nehmen... nur musst du dann die differenz alleine tragen... vielleicht ist das eine alternative, wenn es bis zur geburt nicht mehr so lange hin ist, das ihr euch eine größere wohnung nehmt - die differenz so lange selber tragt und sobald das kind geboren ist einen neuen antrag stellt..

ihr muesst nur "fragen", wenn das amt die zusaetzlichen kosten uebernehmen soll. klar koennt ihr umziehen. ihr muesst nur die hoeheren kosten selbst tragen.

Ich will halt nur keine Probleme. danke für die Antwort

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ja, lege Widerspruch ein und warte das Ergebnis ab, Darauf anschließend solltest du mit einer möglichen Ablehnung zum Amtsgericht gehen und Beratungskosten beantragen dann gehst du zu einen Anwalt für Sozialrecht.

Mit einer weiteren Person steht Euch auch mehr Wohnraum zu ! Auf Basis dessen sollte das Amt doch eine größere Wohnung bewilligen ?

Für eine 4 Personen-BG gelten je nach Bundesland 80-95 qm als angemessene Wohnfläche. http://hartz.info/index.php?topic=5597.0

Da lägt Ihr mit 68 qm mindestens ein ganzes Zimmer "drunter" (und gerade mal knapp über dem, was für eine 2-Pers.-BG angemessen wäre).

Ab wann (vor der Geburt des 2.Kindes) Euer Jobcenter den Wohnflächenbedarf des Ungeborenen bereits mitberücksichtigt, liegt in ihrem Ermessen - sofern das nicht die örtlichen Bestimmungen vorgeben. In Berlin z.B.: ab der 14. Schwangerschaftswoche).

das Amt will uns den Umzug nicht Bewilligen,wir könnten ja im Wohnzimmer Schlafen (..) aber der SB lässt sich Zeit & sagte mir hinter den Blumen,das wir im Wohnzimmer schlafen können

Du hast leider nicht geschrieben, in welcher SSW du bist. - Habt Ihr die Zustimmung zum Umzug nachweislich schriftlich beantragt - und die Ablehnung schriftlich bekommen, mit Nennung der Rechtsgrundlage ? Mündliches ist uninteressant, unverbindlich.. und ggf. auch rechtlich nicht "verwertbar" .

oh man und dann noch ein Kind ?? Vielleicht versucht ihr es mit einen Einspruch

Wenn das Finanzielle nicht so sicher ist,würd ich nicht noch ein Kind bekommen....Sowas bedenkt man doch vorher...

Seh ich auch so. Wenn man sich schon nicht alleine versorgen kann, wieso noch Kinder in die Welt setzen?

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