Amoklauf in München: Ist es für euch unnachvollziehbar wenn man Mitleid mit David / Ali hat?

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15 Antworten

Man kann nur dann eine Situation nachempfinden, die Gründe verstehen und Mitleid mit einem Täter haben, wenn man selbst ähnlich tief gefallen ist.

Ich selbst war damals ausgegrenzt, opfer von teils extremem Mobbing und kann daher sehr gut nachvollziehen, dass jemand glaubt, der Selbstmord sei der einzige Ausweg aus dieser Hölle. Für jemanden, der bereits so tief drinnen steckt, habe ich durchaus Mitleid.

Leider wagen viele den Schritt sich selbst umzubringen. Gott sei Dank nur wenige davon, die die letzte Reise nicht allein antreten wollen. Paradebeispiel der Pilot, der die Maschine an die Bergwand flog.

München lässt vermuten, dass in seiner verdrehten, depressiven Wahrnehmung, der Täter seinen Opfern ein ähnliches Schicksal ersparen wollte. Das würde zumindest für mich erklären, warum er gezielt auf Jüngere schoss.

Das alles mag ich verstehen und für den Werdegang des Täters bis zur Tat Mitleid empfinden. Doch die Tat selbst hätte nie passieren dürfen.

Egal ob Columbine, Winnenden oder München: Ausgrenzung, Mobbing und fehlende Liebe erschaffen die Täter. Erklären wir diesen Dingen den Kampf, schauen nach unseren Mitmenschen, dann können wir etwas dafür tun, dass sich so etwas nicht wiederholt! 

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Kommentar von Barney123
26.07.2016, 04:20

Hallo RicWalker,

wenn man selbst ähnlich tief gefallen ist.

Du tust noch Heute so, als wäre das einfach so passiert! Mobbing passiert nicht einfach so. Da gibt es Täter, die Verantwortung haben! Es ist bekannt, dass es den Anführern tatsächlich darum geht, dem Opfer zu schaden! Die machen das ganz bewusst und mit Absicht!

LG

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Du kannst Mitleid mit der leidenden Person Ali David Soboly haben. Psychische Erkrankungen sind Scheixxe und nicht immer therapierbar.

Für mich ist das aber losgelöst von der Wut, die ich auf eine Person empfinde, die nicht nur mehrere Unschuldige am eigenen Leid teilhaben ließ, sondern sich anscheinend bewusst in diese Mentalität hineinmanövriert hat. Es gab genug Gelegenheiten für Ihn, seinen Pfad zu ändern. 

Selbst, wenn er nicht mehr leben wollte - die letzte Gelegenheit für ihn war, einfach die Waffe als Erstes gegen sich zu richten, und es wäre Allen vieles erspart geblieben. Tausende Leidende alleine in Deutschland wählen jedes Jahr diesen einsamen Weg, ohne dabei Unbeteiligte mitzunehmen. Das ist traurig genug.

Aber nein, dieses Arxxxloch verdient kein Mitleid für das Ende, das er gewählt hat.

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Kommentar von sol88
25.07.2016, 22:40

Genau!

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Ich denke zumindest solte man hinterfragen was für Eltern er hat?
Warum wurde er nicht richtig betreut?

Keiner will die Verantwortung übernehmen für jemand der wegen psychischer Störungen nicht richtig behandelt wurde.

Solche Menschen sollte man eben niemals alleine auf die Bevölkerung loslassen solange nicht 100% feststeht, das er gefahrlos ist.
Es ist eine Pflicht der Gesellschaft solchen Menschen zu helfen damit das nicht wieder passiert.

Mfg Argon1

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Kommentar von Barney123
25.07.2016, 13:33

Hallo argon,

Da kann ich Dir nur ein kleines Stück folgen! Die Eltern mögen eine Rolle spielen, müssen aber nicht. Denke die ganze Umgebung ist hier in der Verantwortung. Der rücksichtlose Umgang der Menschen in unserer Gesellschaft ist eine wichtige Ursache!

Für richtig halte ich, dass die Gesellschaft vor den Attentaten geschützt werden muss. Keine Frage! Aber die Verantwortung der Gesellschaft einfach abschieben und dem eh schon geschädigten sogenannten "Täter" zuschreiben ist einfach und zeugt von Ahnungslosigkeit. Ich denke in Fällen von Amokläufen sollten wir von Opfern sprechen, die keinen anderen Ausweg mehr sahen. Aber es ist so einfach, die Schuld aus der Masse von sich zu weisen und demjenigen zuzuschieben, durch den sich das Unfassbare äussert.

Beim letzten Absatz muss ich Dir aber Recht geben! Nur die Gesellschaft kann das Problem lösen: Durch einen respektablen Umgang miteinander, durch gutes soziales Verhalten. Und ja, es kommt immer wieder vor, dass wir dafür Heute Spezialisten brauchen! Aber ein guter, respektvoller Umgang der Menschen miteinander wird das Problem stark reduzieren. Nur ist unsere Gesellschaft gerade erst aufgebrochen, zu einem langen Weg. Das Wissen und das Verständnis für solche Zusammenhänge ist bereits vorhanden, aber bei der Allgemeinbevölkerung noch lange nicht angekommen! Das ist das eigentliche Problem, es gibt nur sehr wenige Menschen, die sich mit diesen Zusammenhängen wirklich auseinandersetzen.  Der Irrglaube von solchen Dingen Ahnung zu haben ist viel zu weit verbreitet! Das ist das eigentliche Problem!

LG

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Mitleid ist das falsche Wort für mich, weil es Verständnis für sein Handeln impliziert. Und verstehen kann ich das nicht. Aber natürlich wirft die schreckliche Tat Fragen auf. Wie konnte es so weit kommen? Hätte man es nicht verhindern können? Wie steht es um unsere Gesellschaft, wenn Menschen zu so etwas befähigt werden? Wo können wir, jeder einzelne von uns, im Leben Liebe und Mitgefühl geben, um die verlorenen Seelen zu integrieren? Jeder spricht heute von Integration. Aber können wir offen auf Menschen zugehen? Ich weiß es nicht. Und ich bin zutiefst traurig. So sinnlos..

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Kommentar von Barney123
25.07.2016, 13:45

Schau mal hier:

https://goo.gl/vNrDij

Denke das beantwortet einerseits Deine Fragen und doch, denke das ist durchaus verständlich, wenn auch keinesfalls akzeptabel

LG

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Wenn man davon ausgeht, dass er psychisch Krank war, dann kann ich Mitleid auch verstehen. Vielleicht ist es aber auch die Angst, dass man selbst einmal eine schwere psychische Erkrankung bekommt, und dann ebenfalls zum Amokläufer wird.

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Es ist schon nachvollziehbar aber empfinden tue ich so nicht. Diese Person hatte schwere psychische Probleme. Das ist nicht leicht.. Auch wenn es nicht in Wort zu fassen ist was er getan hat.

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Kommentar von veronicapaco
23.07.2016, 23:56

Interessante denkensweise finde ich auch.. Man sieht alles immer nur von der einen Seite. Aber wenn wir uns jetzt mal von dem emotionalen abschotten und daran denken wie es für diesen Menschen war und was dies in ihm ausgelöst hat. Wie kommt es zu solchen Gedanken? Warum hat er sich nicht einfach umgebracht? Warum ein Amok Lauf genau an diesem Ort? Ich finde diese Person nicht uninteressant.

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Kommentar von veronicapaco
23.07.2016, 23:57

Ich finde es zu einfach immer nur von der einen Seite zu denken, die die trauert. Klar ist es schrecklich. Aber es ist auch mal interessant an Stelle des Mörders zu denken.

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Kommentar von ImJahre2016
23.07.2016, 23:59

das ist es ja. durch die medien können wir nie wissen was wirklich dahinter steckt. es war sicher ein blackout was jeden menschen treffen kann. das ist gefährlich. was ihn getrieben hat ist wirklich die kernfrage weil es auch für mich "unnachvollziehbar" ist unschuldige menschen zu töten.

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Kommentar von veronicapaco
24.07.2016, 00:01

Ich denke das man wenn es einmal psychisch Berg ab geht, es recht einfach ist in sowas rein zu rutschen.. Also wie du gesagt hast, es könnte jeden von uns treffen. Und um sowas in sich selbst verhindern zu können muss man eben auch mal an stelle des Mörders denken.

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Ich gehe  mal davon aus, dass du jetzt Ali S. aus München meinst.

Ich habe jetzt keine Ahnung, was du mit "unvollziehbar" meinst.

Aber mit einem Massenmörder habe ich definitiv kein Mitleid!

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Kommentar von psycho987
25.07.2016, 14:07

Mord setzt ja niedrige Beweggründe voraus. Ist Verzweiflung ein niedriger Beweggrund? Ich denke nicht. Beschäftige Dich intensiver mit dem Thema. Du wirst staunen. Mitleid habe ich nicht mit denen, die andere Menschen so schlecht behandeln, dass sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, als einen erweiterten Selbstmord.

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Ich halte es für eine moralisch weit entwickelte Leistung, wenn man diesen Perspektivwechsel vornimmt. Und ich glaube auch, dass es der richtige Weg ist, um solche Geschichten zu verhindern.

Nur wenn man versucht zu verstehen, wie es dazu kam und die Beweggründe des Täters nachvollzieht, kann man etwas daraus lernen.

Bitte nicht falsch verstehen: Die Tat ist entsetzlich. Aber: Wie schrecklich muss es einem jungen Menschen gehen, dass er zu solchen Mitteln greift?  Und was können wir tun, um solches in der Zukunft zu verhindern?

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Kommentar von Barney123
26.07.2016, 03:19

Hallo Barbaratlos,

Ich habe nun schon mehrere Experten gehört/gelesen. Das eine ist das, was die Sicherheitskräfte bereits tun. Ich finde, werden ganz schön viele Anschläge verhindert, wenn auch trotzdem noch viel zu viele soche unsäglichen Taten passieren.

Aber in der vorbeugung sind sich alle einig, habe jedenfalls noch keine gegenteilige Meinung gehört, die ernstzunehmen gewesen wäre: Diese Leute integrieren, ihnen nicht das Gefühl geben, dass sie Aussenseiter sind. Ihnen die Chance auf ein menschenwürdiges Leben geben. Der IS rekrutiert im Westen seine Leute in den Ghettos, wo die Leute keine Chance auf Teilhabe an der Gemeinschaft haben. Das führt dazu, dass sie sich selbst immer weiter isolieren und gerade junge Leute glauben dann irgendwann, dass sie etwas gutes tun, wenn sie sich solchen Eiferern anschliessen. Bei allen Amokläufen waren das Menschen, die von der Gemeinschaft ausgeschlossen waren. Also für mich ist die Sache klar.

LG

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Er hat 9 Leuten das Leben genommen und viele Familien unendlich unglücklich gemacht also ja, es ist unverständlich

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Kommentar von psycho987
25.07.2016, 14:14

Hallo Bionestric,

Deine Antwort ist ehrlich und akzeptabel. Nein sie ist im Vergleich zu vielen anderen Antworten viel mehr. Sie ist auch noch ehrlich. Respekt. Ich denke sie stimmt in ihrer vollen Länge. Bei einem Wort will ich Dir weiterhelfen:

unverständlich

Ja, das ist der Schlüssel. Wenn jemand etwas nicht versteht, dann sagt er damit, dass er entweder zu wenig weiß, nicht in der Lage ist, die Zusammenhänge zu erkennen und das dann zu verstehen, oder eben beides. Lies mal den Link in meinen Kommentaren. Vielleicht kommst Du dem Verständnis damit näher.

LG

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ist für mich nachvollziebar, denn der hat nun keine möglichkeit mehr, sich zu bessern

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Kommentar von psycho987
25.07.2016, 14:02

Mit der Annahme, dass der Attentäter schlecht war, wäre ich äußerst vorsichtig. Das greift viel zu kurz. Die Sache ist viel komplzierter.

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Ja, egal was man für Probleme oder Depressionen hat-nichts rein garnichts entschuldigt das töten von unschuldigen Menschen.!!!Man hat immer eine andere Wahl und ich finde es den Toten und deren angehörigen einfach nur grauenhaft diesen mutmaßlichen Mörder zu verteidigen, denn das entschuldigt nichts!!!! Ja zB ich sehe nur schwarz oder weiß, aber in diesem Fall ist es einfach nur eindeutig(für mich) klar jeder hat seine eigene Meinung.

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Kommentar von Barbaratlos
24.07.2016, 09:49

Eine Entschuldigung ist nicht mehr möglich, der Schuldige ist tot. Aber eine Erklärung ist möglich und die kann uns helfen, etwas daraus zu lernen. Hier wird viel von >Mobbing< geredet, mittlerweile ein Sammelbegriff für Kränkungen. Was kränkt, das macht krank und schwächt. Schwäche überwinden viele junge Menschen mit Machtgefühlen, viele holen sich diese bei virtuellen Kampfspielen. Und in psychischen Krisenzeiten verschimmen die Grenzen zwischen den Welten...

Was können wir daraus lernen? Sollten wir nicht einfach aufhören uns gegenseitig zu kränken? Starke und glückliche Menschen töten nicht.

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Kommentar von sol88
24.07.2016, 16:42

Nicht nur Menschen die Gemobbt wurden oder Depressionen haben morden!Und ich finde das, das das töten von unschuldigen Menschen nicht rechtfertigt.Und man kann auch den Mobber nicht dafür verantwortlich machen, er ist auch schwach und fühlt sich gut wenn er den anderen mobbt-Machtgefühl.Aber trotzdem hat er keine neun Menschen getötet und auch nicht das Leben der angehörigen zerstört

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Kommentar von psycho987
25.07.2016, 14:17

Hallo sol,

Weißt Du, meiner Erfahrung nach sind genau die Menschen das Problem, die die Dinge so einfach und Primitiv sehen wie Du. Sie meinen sie hätten die Lösung, nein! Sie sind das Problem!

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Kommentar von sol88
25.07.2016, 22:23

Kein Wunder das du dich Psycho nennst.Es ist einfach das Opfer hatte es nicht leicht keine Frage.Aber sich dafür an unschuldigen Menschen und ihren Familien zu rächen ist für mich ziemlich unvorstellbar!Niemand hat das Recht über das Leben eines anderen zu bestimmen

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Nein, selbst mit den allerschlimmsten Mobbingerfahrungen und den schwersten Depressionen habe ich kein Verständnis, wenn man Unschuldige ermordert.

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Kommentar von wfwbinder
24.07.2016, 05:52

genau so ist es.

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Ja, ich habe auch Mitleid mit David Ali und dessen Familie.

Und ich habe Mitleid mit den Familien der Opfer.

October

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Ich finde es nicht nachvollziehbar! Mobbing ist keine Entschuldigung dafür unschuldige abzuschlachten und dann noch sich selbst zu richten. Ich bin einfach nur wütend und sprachlos wie Menschen so etwas machen können!😔

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Kommentar von ruokay
24.07.2016, 00:01

Aber Leute, die mobben sollten mal überlegen, was sie anrichten. Die sind mitschuldig

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Kommentar von reader070403
24.07.2016, 00:02

Na ja. Du hast nicht ganz unrecht aber es entschuldigt einen Mord trotzdem nicht.

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Kommentar von reader070403
24.07.2016, 00:03

Vorallem an völlig fremden, die nichts damit zu tun haben.

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Kommentar von ImJahre2016
24.07.2016, 00:04

mobbing "kann" schlimmer als der tot sein. Es kann Menschen in den Wahn treiben. Ganz gleich ob Sie gute Menschen sind können diese betroffenen Leute platzen. und das betrifft jeden. keiner kann sich davon frei sprechen. wirklich keiner.

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nein ich finds nachvollziehbar, ich hab auch mitleid. armer geist

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