Amnesie: Wie viel vergisst man?

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Amnesie, dissoziative

Das wichtigste Kennzeichen ist der Verlust der Erinnerung für meist wichtige aktuelle Ereignisse, die nicht durch eine organische psychische Störung bedingt ist und für den eine übliche Vergesslichkeit oder Ermüdung als Erklärung nicht ausreicht.

Die Amnesie bezieht sich meist auf traumatische Ereignisse wie Unfälle oder unerwartete Trauerfälle und ist in der Regel unvollständig und selektiv. Üblicherweise verschwindet die Störung nach einigen Wochen oder Monaten wieder (Remission).

Eine vollständige und generalisierte Amnesie ist selten.

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Schweregrad der Amnesie von Tag zu Tag schwanken kann, ggfls wird heute erinnert, was morgen nicht möglich ist und umgekehrt.

Amnesie, retrograde

Hier handelt es sich um den Verlust des Erinnerungsvermögens bezogen auf einen meist relativ kurzen Zeitraum unmittelbar VOR einem traumatischen Ereignis.

Amnesie, anterograde

Hier handelt es sich um eine schwerwiegende Reduzierung der Merkfähigkeit für neue Bewußtseinsinhalte. Der Erkrankte kann sich neue Fakten nur noch für ca. 2 Minuten merken. Altes Wissen bleibt hierbei unberührt.

"Eine vollständige und generalisierte Amnesie ist selten."

Kann es vorkommen, dass man sich, wie oben z. B. an der Gabel erklärt, nicht mehr an Namen von Gegenständen erinnern kann? Der eigenen Sprache nicht mehr kundig ist?

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@Jessay

Generell kann man diesbezüglich nichts vollständig ausschließen. Die Bezeichnung "Gabel" zu vergessen dürfte von dem hier Genannten noch am wahrscheinlichsten passieren. Gefolgt vom Verwendungszweck der Gabel. Der Verlust der Muttersprache ist bei einer Amnesie absolut unwahrscheinlich. Bei Kopfverletzungen oder biochemischen destruktiven Prozessen im Gehirn kann dies schon viel eher passieren. Heisst dann aber nicht Amnesie.

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Das kommt immer auf den Grad der Amnesie an und kann von dem kurzen Blackout bis hin zum völligen Vergessen der eigenen Person reichen. Genau kann dir das vermutlich nur ein Hirnspezialist erläutern.

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