Amerikanische Unabhängigkeitserklärung: Hobbes &/oder Locke dafür oder dagegen?

2 Antworten

Hobbes würde sagen, dass die Amerikaner kein Recht haben den Gesellschaftsvertrag mit den Engländern zu brechen und der Unabhängigkeitskrieg Unrecht war. Ein Gesellschaftsvertrag nach ihm ist immer gültig, wenn er den Krieg jeder gegen jeden verhindert, also war der Aufstand nicht gerechtfertigt. Zu Locke kann ich dir nicht viel sagen, aber ich denke er würde es unterstützen.

Die Unabhängigkeitserklärung war 1776. Thomas Hobbes lebte 1588 – 1679, John Locke 1632 – 1704. Damals gab es noch keinen Konflikt der britischen Kolonien mit dem Mutterland, in dem es um staatliche Unabhängigkeit ging. Daher gibt es keine Stellungnahmen von Thomas Hobbes und John Locke zu einer amerikanischen Unabhängigkeit von England, sondern es kann nur angegeben werden, was nach ihrer politischen Philosophie für eine Beurteilung möglich ist.

Thomas Hobbes

Bei Thomas Hobbes (heranzuziehen ist zu der Frage insgesamt sein Werk »Leviathan«, vor allem Kapitel 14 – 18 und 29 - 30) ist der Gesellschaftsvertrag zugleich ein Unterwerfungsvertrag. Thomas Hobbes verbindet den Gedanken eines Gesellschaftsvertrages (der einen – gedachten – Naturzustand ablöst) zur Friedenssicherung unter den als Konfliktwesen verstandenen Menschen und zu ihrer Existenzerhaltung mit einem Rechtsverständnis, bei dem ein Souverän uneingeschränkt autorisiert wird. Selbsterhaltung und das Eigeninteresse spielen in seiner politischen Philosophie eine grundlegende Rolle. Bei Hobbes stellt sich mittels eines auf Interessen reduzierenden Ansatzes nur die Alternative, den Naturzustand zu verlassen und in den Gesellschaftszustand einzutreten oder dies nicht zu tun. Ist der Eintritt einmal erfolgt, gibt es keine Optionen (Wahlmöglichkeiten) mehr, sondern nur noch Gehorsam als Ermöglichungsbedingung der Nutzenmaximierung. Hobbes hält Sicherheit und damit Freiheit nur im Rahmen staatlich verfaßter Ordnung für möglich, da nur innerhalb des Staates die Garantie von Rechten überhaupt denkbar ist. Die Individuen übertragen ihre Rechte dem Staat als Souverän.

Der Gehorsam gegenüber dem Souverän kann nach der Staatstheorie beendet werden, allerdings ohne eine Erlaubnis/eine Einräumung der Zulässigkeit seitens des noch bestehenden Staates, wenn der Souverän seine Frieden und Ordnung schützende Aufgabe gar nicht mehr erfüllt.

Ein Versuch, Unabhängigkeit zu erreichen, wäre nach Hobbes nicht rechtmäßig. Eine Berufung auf Naturrecht und natürliches Gesetz zur Rechtfertigung eines Aufstandes ist in seiner Theorie nicht möglich. Was Hobbes auch im Staat mit seinem Souverän für berechtigt hält, ist die Verteidigung des eigenen Lebens (beruht auf dem Grundsatz der Selbsterhaltung, der ja der Grundpfeiler ist).

Naturrecht besteht nach Hobbes in unbeschränkt frei (Freiheit in der Bedeutung des Fehlens von äußerem Zwang) ausgeübter Selbsterhaltung. Dies gilt offenbar als von Natur aus bestehender Sachverhalt. Der Mensch handelt wegen seiner Natur so. Inwiefern dies Recht ist, bleibt darüber hinausgehend ziemlich unklar. Naturrecht besteht nach Hobbes eben im Ziel der nach seiner Auffassung leitenden Leidenschaft, dem Streben nach Selbsterhaltung. Etwas inhaltlich echt Normatives (ein Sollen, nicht nur faktische Tatsachen) ist im Naturrecht bei Hobbes kaum zu bemerken.

Das natürliche Gesetz ist eine aufgrund eines allgemeinen Grundsatzes verbindliche Vorschrift oder allgemeine Regel, welche die Vernunft/der Verstand (reason) lehrt, nach der niemand etwas unternehmen soll, was er als schädlich für sich selbst erkannt hat.

Das Naturrecht besteht in einer Freiheit, etwas zu tun und zu unterlassen, ein Naturgesetz schließt eine Verbindlichkeit in sich ein, etwas zu tun und zu unterlassen. Das Naturrecht besteht in einem gedanklich konzipierten Naturzustand und wird bei einem Gesellschaftsvertrag auf einen Souverän übertragen. Natürliche Gesetze können erst in einem Gesellschaftszustand wirksam werden.

Das Naturrecht, wie es Hobbes entwickelt, gilt im Grunde unter Voraussetzungen (seine Befolgung entspricht Klugheit). Menschen können die friedensfunktionale Leistung des Rechts einsehen. Inhaltliche Normativität wird nicht hergeleitet. Bei Thomas Hobbes fehlen natürliche Rechte in der Art von Menschenrechten bzw. Grundrechten. Woher die ethische Verbindlichkeit kommen soll, bleibt ziemlich unklar. Hobbes betrachtet das Recht und die Gesetze auch als von Gott geboten. Allerdings geht dies nicht über eine Setzung durch eine Willenshandlung hinaus.

Die von Thomas Hobbes vertretene Theorie ergibt einen Standpunkt gegen den Versuch der Unabhängigkeit. Allerdings ist nach einer erfolgreichen Revolution ein unabhängig bestehender Staat in Ordnung. In einem Teilgebiet gibt es einen neuen Souverän, der seine Funktion erfüllt.

John Locke

Nach der von John Locke (»Two treatises of government«) vertretenen politischen Philosophie sind unter bestimmten Umständen Widerstand gegen die Regierung, Revolution und Auflösung der Regierung erlaubt (Second treatise, Kapitel 9 (Of the dissolution of government), § 211 – 243).

John Locke hält die Menschen schon im Naturzustand auf ein allgemeingültiges und verbindliches natürliches Gesetz verpflichtet (Second treatise, Kapitel 2 (Of the state of nature), § 6). Aus der Selbsterhaltung werden grundlegende Ziele wie Freiheit, Leben, körperliche Unversehrtheit/Gesundheit und Eigentum abgeleitet, an denen Personen kein Schaden zugefügt werden darf.

Es gibt nach John Locke also vorstaatliche natürliche Rechte. Grundsätzlich ist es möglich, sich unter Berufung auf diese gegen die Regierung (Legislative und Exekutive) zu wenden, wenn diese das in sie gesetzte Vertrauen verletzen. Wenn keine andere Abhilfe möglich, ist Widerstand gegen die Regierung gerechtfertigt. Voraussetzung ist eine lange Abfolge von Mißbrauch mit rechtswidrigen Handlungen.

Alle Macht geht nach John Locke vom Volk aus, direkt oder indirekt (über Wahlen und Abstimmungen bzw. ein vorhandenes Vertrauen), sie wird damit legitimiert. Dabei vollzieht sich die rechtmäßige Entstehung der politischen Gesellschaft, indem die mündigen Personen ihre naturrechtliche Handlungs- und Strafkompetenz teilweise bzw. völlig denjenigen übergeben, die von der neuen Assoziation, der demokratischen Urversammlung, mit der Legislative und Exekutive betraut/beauftragt sind. Die „höchste Gewalt“ (supreme power) ist die gesetzgebende Institution. In ihr vollzieht sich mit bestimmten Zeitabständen die Urteilsbildung aller, sei es unmittelbar, sei es mittelbar durch Repräsentanten (Volksvertreter) aufgrund von Mehrheitsbeschlüssen. Nach John Locke kann die Staatsform sowohl eine Monarchie als auch eine Republik sein.

Über das praktische Einsetzen eines Rechts auf Widerstand entscheidet letztlich das Volk.

Grundsätzlich ist es möglich, mit der von John Locke vertretenen Theorie eine Revolution und ein Streben nach Unabhängigkeit zu begründen.

Von Bedeutung wäre, ob es schwerwiegende mißbräuchliche und rechtswidrige Behandlungen über eine längere Dauer hindurch gegeben hat.

Wie John Locke in der betreffenden Lage geurteilt hätte, kann nicht sicher angegeben werden. Denkbar ist in einem frühen Stadium ein Befürworten, den Kolonisten eine angemessene Vertretung im Parlament zu geben, das über von ihnen zu zahlenden Steuern entscheidet.

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Welche Bücher hatten großen Einfluss auf die menschliche Zivilisation und Kultur?

Ich versuche mal eine Top 3 Liste, kann jemand noch ergänzen?

  1. Die Bibel
  2. Der Koran
  3. Das Buch der Wandlungen

-

in Form eines youtube videos habe ich folgende Liste gefunden:

- Analects by Confucius

- Avesta

- Beelzebub's Tales To His Grandson by G.I. Gurdjieff

- Civil Disobedience by Henry David Thoreau

- Common Sense by Thomas Paine

- Communist Manifesto by Karl Marx and Friedrich Engels

- Confessions by Jean-Jacques Rousseau

- Corpus Aristotelicum by Aristotle

- Cybernetics by Norbert Wiener

- Dhammapada

- Dialogue Concerning The Two Chief World Systems by Galileo Galilei

- Divine Comedy by Dante Alighieri

- Don Quixote by Miguel De Cervantes

- Encyclopedia by Denis Diderot

- First Folio by William Shakespeare

- Elements by Euclid

- Guide For The Perplexed by Maimonides

- Harmony Of The World by Johannes Kepler

- History Of The Decline And Fall Of The Roman Empire by Edward Gibbon

- History Of The Peloponnesian War by Thucydides

- I Ching

- Iliad and Odyssey by Homer

- Interpretation Of Dreams by Sigmund Freud

- Kabbalah

- Leviathan by Thomas Hobbes

- Mathematical Principles Of Natural Philosophy by Isaac Newton

- Meditations by Marcus Aurelius

- Mind And Society by Vilfredo Pareto

- Nineteen Eighty-Four by George Orwell

- Novum Organum by Francis Bacon

- Old Testament and New Testament

- On Liberty by John Stuart Mill

- On The Babylonian Captivity Of The Church by Martin Luther

- On The Nature Of Things by Lucretius

- On The Origin Of Species by Charles Darwin

- On The Revolutions Of The Celestial Spheres by Nicolaus Copernicus

- Phenomenology Of Spirit by G.W.F. Hegel

- Qur'an

- Quotations From Chairman Mao by Mao Zedong

- Relativity by Albert Einstein

- Republic by Plato

- Second Sex by Simone De Beauvoir

- Syntactic Structures by Noam Chomsky

- Thus Spoke Zarathustra by Friedrich Nietzsche

- Trial by Franz Kafka

- Upanishads

- Vindication Of The Rights Of Woman by Mary Wollstonecraft

- War And Peace by Leo Tolstoy

- Way And Its Power by Laozi

- Wealth Of Nations by Adam Smith

Bin dankbar, wenn jemanden weitere wichtige Werke der Weltliteratur ergänzen kann.

hier das youtube video:

https://www.youtube.com/watch?v=yDgMNQWulTw&t=491s

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SIND DIESE Stichpunkten gut?

Vorgeschichte

Während des Zweiten Weltkrieges warfen die Amerikaner Broschüren über Vietnam ab, in denen die Bevölkerung zum Widerstand gegen die japanischen Besatzer aufgefordert und ihnen Unabhängigkeit und Selbstbestimmung in Aussicht gestellt wurden. Doch nach dem Sieg der USA über Japan und dem Beginn des Kalten Krieges war davon keine Rede mehr. Jetzt ging es um die "Eindämmung" des Kommunismus, und unter diesem Vorzeichen akzeptierten die USA auch Frankreichs Intentionen zur Restauration seiner Kolonialherrschaft in Indochina. Das ging nicht ohne Gewalt. Und so begann Ende 1946 der französische Indochina-Krieg. 

Für die USA war dies zunächst nur ein "schmutziger" Kolonialkrieg. Das änderte sich mit dem Sieg der Kommunisten in China 1949 und dem Beginn des Koreakrieges am 25. Juni 1950. Fast zeitgleich mit dem Eingreifen in Korea begann auch das amerikanische Engagement in Vietnam. Aus dem Kolonialkrieg der Franzosen wurde ein "Kreuzzug gegen den Kommunismus", Teil der beginnenden weltweiten Auseinandersetzung zwischen Ost und West. 1953/54 zahlten die USA rund 75% der französischen Kriegskosten. Mit der Niederlage bei Dien Bien Phu im Mai 1954 endete dennoch Frankreichs Kolonialherrschaft in Indochina. Auf der anschließenden Konferenz in Genf wurde Vietnam entlang des 17. Breitengrades geteilt. Der neue Mann in Südvietnam hieß Ngo Dinh Diem, der aus dem amerikanischen Exil kam und von Washington als "starker Mann" aufgebaut wurde. Diem sollte das Bollwerk gegen Nordvietnams Kommunistenführer Ho Chi Minh leiten, doch nicht allein. Die Zahl der Militärberater in Südvietnam wurde während der Präsidentschaft von John F. Kennedy auf 16.000 erhöht. Auch für Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson war Südvietnam der erste Stein einer langen Dominoreihe: Würde dieser Stein fallen, würden auch die übrigen Staaten in Südostasien kommunistisch werden. Die Freiheit San Franciscos, so hieß es, werde in Saigon verteidigt.

Stichpunkte:

  • Amerika wirft Borschüren über Vietnam.
  • Damit die Bevölkerung wiederstand gegen die japanische Besatzer .
  • Nachdem Sieg der USA über Japan beginn des Kaltekriege dann hat die Borschüren gestoppt.
  • Deswegen akyeptiert USA, dass sie Frankreich helfen. Um ihre Restauration seiner Kolonialherrschaft in Indochina.
  • 1946 ende der französiche Indochina-Krieg.
  • Endet die schmutziger Kolinialkrieg für USA mit dem Sieg der Kommunisten in China 1949.
  • Dannach beginnt die Krieg in Korea 25, Juni 1950.
  • Frankreich hat ein Kolonialkrieg gegen dem Kommunismus.
  • 1953/54 zahlt die USA 75% der Französischen Kriegs kosten.
  • im Mai 1954--> Niederlage bei Dien Bien Phu und endete die Französiche Kolonihaft in Indochina.
  • Konferemz in Genf --> wurde Vietnam entlang des 17. Breitengrades.
  • Südvietnam---> Nago Dinh Diem kamm von Washington als starker Mann
  • Nord Vietna--> Ho chi minh ist ihrere Praesident
  • John Kennedy der USA Praesident eröht Millitärberater auf 16000.
  • Die Freiheit von San Fransico wird in Saigon verteidigt.
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