Amerikanische Imobilienblase (2008) und europäische Wirtschaft?

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3 Antworten

Der Zusammenhang findet sich darin, dass europäische Banken die amerikanische Immobilienblase mitfinanziert haben.

Als die Gelder dann uneinbringlich und verloren gingen, hat sich dies auf die Aktienkurse der Banken, sowie auf die Investments von Versicherungen ausgewirkt. Dadurch entstanden die Verluste.

Die amerikanische Immobilienblase muss aber nur als Warnung verstanden werden. Wir haben hier in Deutschland noch eine viel größere Immobilienblase.

Hierzu darf ich anhand einer Wohnanlage erklären:

In den frühen Jahren der BRD wurden die Lebensversicherer dazu verpflichtet, ihre Kapitalisierung über Immobilien abzusichern. Aus diesem Grund bauten die Versicherungen Wohnanlagen. (Das Modell hat derzeit übrigens keinen Bestand mehr) In den 80iger Jahren baute die DKV eine Immobilienanlage in Krefeld. Diese wurde dann nach ein paar Jahren an die Provinzial verkauft, die diese dann wieder ein paar Jahre später die Anlage an die LVM verkaufte, die diese dann an die Allianz verkaufte, dann mal wieder an die DKV zurück, und wer der heutige Eigentümer ist, dass kann ich Dir nicht sagen.

Sämtliche Verkäufe waren aber jedesmal Gewinnverkäufe. Dies bedeutet, bei gleicher Substanz erhöhte sich der Preis stetig, was letztendlich dazu führte, dass die Immobilie zum Schluss meiner Erkenntnisse doppelt so teuer war, wie sie einst gebaut wurde. Alles fein sauber von den Banken finanziert.

Irgendwann wird diese Spirale ein Ende haben, und dann....dann haben wir hier kein Milliardenverlust, wir werden uns über Billionen unterhalten, da diese Praxis in der ganzen BRD angewendet wurde, und Heute nach wie vor gegeben ist.

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elon1 09.07.2016, 11:22

Vielen dank!

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napoloni 10.07.2016, 15:48

In den 80iger Jahren baute die DKV eine Immobilienanlage in Krefeld. Diese wurde dann nach ein paar Jahren an die Provinzial verkauft, die diese dann wieder ein paar Jahre später die Anlage an die LVM verkaufte,die diese dann an die Allianz verkaufte, dann mal wieder an die DKV zurück, und wer der heutige Eigentümer ist, dass kann ich Dir nicht sagen.

Sämtliche Verkäufe waren aber jedesmal Gewinnverkäufe. Dies bedeutet, bei gleicher Substanz erhöhte sich der Preis stetig, was letztendlich dazu führte, dass die Immobilie zum Schluss meiner Erkenntnisse doppelt so teuer war, wie sie einst gebaut wurde.

Verdoppelt bis wann? Beispiel: Eine Verdoppelung von 1986 bis heute entspricht im Schnitt einer jährlichen Wertsteigerung von 2,3%. Nichts, wovor ich mich fürchten würde.

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1988Ritter 11.07.2016, 10:13
@napoloni

Ja ne is klar. Die Mieten sind seitdem ebenfalls um 2,3% gestiegen ?

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AchIchBins 11.07.2016, 01:42

Ach Unsinn. Klar, Schwankungen gibt es immer wieder. Aber von einer Immobilienblase zu reden ist weit weit hergenommen. Ich Dland werden Läufer ganz anders geprüft als in anderen Ländern. Zudem halten sich Eigentümer und Mieter ungefähr die Waage. Das macht unseren Immobilienmarkt recht stabil. Zur Zeit sind die Preise oben, da die Zinsen niedrig sind. Die Banken verlangen aber im Moment auch eine höhere Tilgung. Somit muss keiner Angst haben, dass er sich den "neuen" Kredit, nach den üblichen 10 Jahren, später nicht leisten kann. Auch wird in Dland viel später Eigentum erworben als in anderen Ländern. D.h. man ist in einer stabileren (auch beruflichen) Situation und das lässt einen viel sicherer planen.

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1988Ritter 11.07.2016, 10:12
@AchIchBins

Das betrifft nur den kleinen Häuslebauer. Ich habe von Konzernen geredet. Die finanzieren nach wie vor mit 110%, und dies sogar über die eigene Hausbank.

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1988Ritter 15.07.2016, 21:16

Vielen Dank für die Auszeichnung.

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Dass die Imobilienblase direkte Auswirkungen auf die europäischen Banken hatte, hatte 1988Ritter ja schon erklärt. M. E. fehlt aber noch das entscheidende Verbindungsteil zur "Realwirtschaft". 

Das Hauptproblem waren nicht die einbrechenden Kurse der Bankaktien, sondern dass niemand wusste, welche Banken wie stark betroffen waren. Es kam zu einer Vertrauenkrise. Die Banken haben sich gegenseitig kein Geld mehr geliehen. Jede Bank hat Gelder erstmal zurückgehalten, weil man nicht wusste, was noch kommt. Dadurch kam es zu einer "Kreditklemme". Unternehmen waren plötzlich von der Kreditversorgung abgeschnitten. Investitionen wurden unmöglich, bzw. teuer.

 Nur mal um das Problem plastisch zu machen: Jeder weiß, dass der Zins heute praktisch abgeschafft ist. Im Jahr 2008 habe ich eine BMW-Anleihe mit einem Zinssatz von 8,875% gekauft. Heute unvorstellbar, dabei ist es gerade erst acht Jahre her.

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Das System ist chronisch kreditfinanziert, sonst würde es nicht funktionieren.
Die Banken haben sich verzockt, das führte zur Finanzkrise darin zur Kreditklemme.
Erhält das System nicht ausreichend Kredite fallen Investitionen aus, frei werdende Summen werden nicht investiert, sondern Schulden werden getilgt.

Diese Tilgungen verringern die Kreditnachfrage, die Liquidität verschwindet gleichsam in einem Schwarzen Loch.

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