Amerikanische Frontier?!

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Der Historiker Frederick Jackson Turner hat in seinem Werk "The Significance of the Frontier in American History" (1893) versucht, die Mentalität (Einstellung/Denkweise) in den USA mit der Prägung durch geschichtliche Erfahrungen an der Frontier (Grenze) zu erklären.

Die Grenze ist die von Zivilisation zur Wildnis, die sich in Amerika allmählich von der Ostküste immer weiter westwärts, bis an den Pazifik verschoben habe. Es hätten stets erneut ein Kampf mit der Natur und eine Anstrengung, Schwierigkeiten zu bewältigen, stattgefunden. Unter diesen langdauernden Bedingungen hätten sich bei den Amerikanern Individualismus auf der Grundlage einer demokratischen Ordnung, Anpassungsfähigkeit, Improvisationstalent und ein Sinn für das Praktische entwickelt. Die Vorstellung habe sich festgesetzt, dem Zugriff auf Naturschätze seien keine Grenzen gesetzt.

Turner behauptet, das Leben im Grenzgebiet habe nachhaltig den Charakter der Amerikaner bestimmt. Als Ergebnis gebe es in den USA etwas Außergewöhnliches, eine von Europäern abweichende besondere Mentalität.

Die These ist nicht unumstritten.

Der Topos der "Frontier" hat sich dann noch weiter fortgesetzt: Nachdem die Kontinentalexpansion abgeschlossen war, entwickelte sich erst der Gedanke einer amerikanischen Aussenpolitik ("Spreading the American Dream"). Später etwa kam noch die Weltraumfahrt hinzu - JFK´s "New Frontier". Die Frontie rsteht für Dynamik und ständige Entwicklung. Kritiker sehen in ihr auch ein eskapistisches Element.

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