American Psycho - Erklärung des Endes?

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Wenn man nur den Film betrachtet, ist es relativ eindeutig, dass er sich die Morde nur eingebildet hat. 

Warum ?

Neben der offensichtlichen Szene, des unerklärlichen Verschwindens der Leichen aus dem Appartement, würde er auch in nahezu jeder anderen Mord-Szene auffliegen.

Als der den "Allen" aus dem Hotel schleift, zieht er neben der Leiche im Kleidersack eine offensichtliche Blutspur hinter sich her. Dies fällt dem Personal zwar nicht auf, würde aber definitiv zu einem späteren Zeitpunkt entdeckt werden, auch das zufällige Treffen mit dem homosexuellen Bekannten, als er die Leiche im Auto eines Taxis verstaut ist fraglich, da der Bekannte sich nicht über den Inhalt wundert, sondern nur auf die Marke der "Verpackung" eingeht. ( Kann man noch als Ignoranz durchgehen lassen)

Noch deutlicher wird es allerdings bei der Ermordung seiner flüchtigen Freundin und der Prostituierten. Zweit Genannte flüchtet vor ihm durch ein ganzes Hotel, schreit und klopft an diversen Türen und wird schlussendlich durch die Kettensäge tödlich getroffen. Selbst wenn niemand ihr die Tür öffnet, wäre dieser Vorfall definitiv aufgefallen.

Auch das Massaker an der Oma, den Polizisten mit Streifenwagen ( er wundert sich selbst, dass er die Autos durch seine Pistole zum explodieren gebracht hat, was auf ein nicht real-passierendes Ereignis schließen lässt) und das ermorden weiteren Hotel Personals, als er sein Appartement verwechselt, hätte zu massivem Aufsehen führen müssen. 

Die Rolle des Polizisten bekräftigt, dass Allen tatsächlich in London war, denn er befragt Bateman nur wenige Male und taucht in der weiteren Handlung nicht mehr auf, als scheinbar durch den Anwalt bestätigt wurde, dass er Allan tatsächlich in London 2x gesehen/getroffen hat und ein anderer Verdächtiger ohnehin ein wasserdichtes Alibi hat, indem Bateman sogar *vorkommt* und dadurch auch entlastet wird. 

Folgt man der Argumentation es handele sich nur um die oberflächliche Wallstreet-Gesellschaft, weshalb er immer wieder verwechselt wird und seine Taten nicht gesehen werden, so müsste zumindest der Ermittler (berufsbedingt) vernünftige Aufklärungsarbeit leisten.

Für mich sprechen zu viele Dinge dagegen, dass er Tatsächlich mordet, was die Botschaft des Films allerdings nicht verfälscht. Sie verschiebt lediglich die faktische auf die fantastische Ebene, was seine geistige Divergenz und seine Flucht in diese Surreale Mordwelt als Kompensation zu der gleichgeschalteten Gesellschaft sogar noch bekräftigen würde. Allerdings habe ich das Buch nicht gelesen und halte mich komplett an das Filmgeschehen. 

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