Amaryllis zum Blühen bringen?

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Erst mal die Frage: Meinst Du mit Amaryllis den Ritterstern? Das meinen viele, ist aber botanisch nicht korrekt. Der heißt in Wirklichkeit Hippeastrum.

Aber egal, ich gehe mal von Ritterstern aus. Ich habe auch lange gebraucht, bis mir wiederholte Blüten gelungen sind. Das klappte erst, als ich aufhörte, nach Lehrbuch zu verfahren, sondern Wachstums- und Ruhezeiten dem natürlichen Rhythmus angepasst habe. Und zwar habe ich die Rittersterne den Sommer über gegossen bis die Blätter von den Spitzen her anfingen, gelb zu werden. Noch besser wurden die Pflanzen, als ich sie den Sommer über ins Freiland ausgepflanzt hatte. Im September nahm ich die Pflanzen wieder rein. Spätestens jetzt stellte ich das Gießen ein. Die Pflanzen blieben in der warmen Wohnung ohne Wasser. Etwa ab Dezember, manchmal auch erst im Januar kam etwas junges Grünes aus der Zwiebel zum Vorschein. Ganz wichtig: NOCH NICHT GIEßEN! Es heißt jetzt Geduld bewahren und warten, bis sich das Grüne heraus schiebt. Oft sind es zuerst zwei Blätter, dazwischen kommt dann die Blüte. Voraussetzung ist eine Mindestgröße der Zwiebel von 3 cm Durchmesser. Zu junge Pflanzen blühen noch nicht. Laut Lehrbuch darf man erst gießen, wenn der Blütenschaft 10 cm aus der Zwiebel raus ist, sonst bleibt er stecken. Bei mir hatte ich wiederholt den Eindruck, dass Blätter und Blüte vertrocknen, als der Schaft 8 cm lang war. Also habe ich ab da angefangen zu gießen. Und es klappte: Der Ritterstern blühte immer ab Ende Februar bei mir.

Laut Lehrbuch soll er ab Januar blühen. Aber die Pflanzen haben manchmal ihre eigenen Zeiten und unsere Geduld tut ihnen gut.

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Sehr schöne Anleitung, vielen Dank! Ich werde das mal ausprobieren.
Ja, ich meine wohl den Ritterstern :).
ich hab noch ein paar ganz kleine Zwiebelchen, die in den Töpfen der gekauften Pflanzen nachgewachsen sind. Bei denen muss ich dann wohl noch mehr Geduld aufbringen.
Was das Auspflanzen in den Garten betrifft: Wir haben Sandboden, also auch sehr trocken, weil das Regenwasser sofort versickert. Wäre das ok, die Pflanzen in diesen Boden zu setzen über den Sommer? Schatten, Halbschatten oder eher volle Sonne?

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@FrauAntwort

Diese Frage hatte ich mir auch gestellt. Dazu lese ich gern nach, wie die Wildform normalerweise lebt. Beim Ritterstern ist das nur noch schwer nachzuvollziehen. Im Laufe der Jahre wurden die heutigen Formen aus mehreren Wildformen zusammengekreuzt. Darunter waren Herkünfte aus verschiedenen Vegetationszonen von Regenwald bis Savanne. Also nicht alle Ursprungsarten machen die Trockenperiode durch. Einige wollen volle Sonne, andere Schatten. Ich hatte meine grundsätzlich in den Halbschatten unter einem Apfelbaum gestellt und zuletzt ebenfalls unter dem Apfelbaum gepflanzt. Auch ich habe Sandboden. Dies ist aber zweitrangig für den Ritterstern. In der Zeit nach der Blüte sammelt er vor allem Energie aus Sonnenlicht und Wasser und speichert diese in seiner Zwiebel. Deshalb ist es auch wichtig, ihn feucht zu halten, bis die Blätter von alleine anfangen gelb zu werden. In dieser Phase wächst er also nicht mehr, sondern sammelt nur noch. Er verbraucht auch nicht mehr viel Wasser und noch weniger Nährstoffe. Sandboden ist also in Ordnung, gedüngt sollte er nicht mehr werden, um so besser reift die Zwiebel aus. Wichtiger ist es, ihn im Herbst in nährstoffreicher, humoser und etwas komposthaltiger Erde zu topfen. In solcher Erde (keine billige Baumarkterde!) werden die Bodenlebewesen mit dem ersten Gießen im Januar aktiv und beginnen langsam aber kontinuierlich Nährstoffe freizusetzen, die bis nach der Blüte reichen. Billigerde mit Torf ist dagegen auf Kunstdünger angewiesen, dieser kann zwar auch zu schönen Blüten führen, seine Anwendung erfordert aber bei Rittersternen Fingerspitzengefühl. Also wichtiger als der Sommerstandort sind Erde und Standort für den Winter. Über die Wintermonate habe ich meine Rittersterne immer am sonnigen Fenster und warm gestellt.

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@Kraeutergnom

Über die Wintermonate habe ich meine Rittersterne immer am sonnigen Fenster und warm gestellt.

Das habe ich dann auch falsch gemacht. Ich hab die ins Nordfenster ins kalte Treppenhaus gestellt :(

Vielen Dank für deine ausführlichen Antworten!!!

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Warum wächst meine Kolibriamaryllis nicht?

Ich habe vor ca. 8 Wochen eine kleine Kolibriamaryllis ergattert. Erst stand sie bei mir im Wintergarten bei ungefähr 16 Grad. Da sie keine Anstalten machte, weiter zu wachsen, habe ich sie in meinem zweiten Wintergarten stehen, der mit dem Wohnzimmer durch eine Schiebetür verbunden ist, und somit etwas wärmer ist. Ich habe noch zwei andere Amaryllis, (Ritterstern) eine fängt gerade mit dem Blühen an, diese steht sogar neben der gedeihunwilligen Kolibriamayillis. Die andere steht im etwas kühleren Wintergarten und diese hat auch schon eine Blüte angesetzt und steht vor der Blüte. Wieso wachsen meine zwei Pflanzen und die dritte macht schlapp? Der Kopf der Pflanze lugt ca.6 cm aus der Erde heraus und die äusseren grünen Blätter sehen welk aus und gehen langsam ins bräunliche über. Die eigentliche Knospe sieht noch grün aus und fühlt sich relativ fest an. Ich kann mir einfach nicht erklären woran es happert. Wer kann mir guten Rat geben?

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