Am Klavier direkt vom Blatt spielen?

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7 Antworten

Notenlesen und gleichzeitige übertragen auf das Klavier geht nicht von heute auf morgen sondern entwickelt sich und reift über Jahre. Du mußt Dir das so vorstellen, wie bei einem Erstklässler der das ABC in der Schule erlernt. Denk mal selbst nach, wie lange Du gebraucht hast um fließend lesen und gleichzeitig schreiben zu können! Ähnlich verhält es sich mit dem Notenlesen. Bei den Einzelstimmen ist das wesentlich leichter, wie Gitarre, Geige. Klavier gehört nun mal zu den Mehrstimmigen und da ist es durchaus normal das gerade am Anfang das Notenlesen mit gleichzeitigen Übertragen aufs Klavier zögerlich und schwer ist. Es ist sehr langsam, manchmal erweckt es den Eindruck es ist mehr stotternd. Demnach braucht es täglich Übung, Ausdauer, Konzentration und vor allem Motivation.

Es gibt Kompositionen für einarmige Pianisten. Siehe auch Paul Wittgenstein, der durch einen Unfall seinen rechten Arm verlor und demnach nur noch mit dem linken Arm spielen konnte.

Zusätzlich gibt es aber Übungen um die schwächere Hand zu stärken. Die rechte Hand ist nun mal die ausgeprägtere als die Linke (bei Linkshänder eher umgekehrt), demnach vernachlässigt man häufig gern die schwächere. Und dafür gibt es eben Übungen. Vermutlich ist es das, was Du vor Dir liegen hast?

Maurice Ravel komponierte für die linke Hand zum Beispiel ein Klavierkonzert oder Henry Selbing Übung wie "Acht leichte und mittelschwere Vortragsstücke für Klavier für die linke Hand". Die Beispiele ließen sich erweitern.

Ob das verkehrt ist, was Du machst? Kommt drauf an, wie Du das aufs Klavier umsetzt. Besser ist Du machst es von Anfang an richtig. Das braucht zwar Zeit und Ausdauer aber immerhin besser als nur einseitig!

requiem for a dream ist zwar nicht sondelich leicht, aber ich habs heute ziemlicvh schnell hingekriegt. http://www.kry1.user.icpnet.pl/downloads/pdf/Requiem_For_a_Dream.pdf und ansonsten geht direkt das ganze lied vom blatt eigentlich nur, wenn man wirklich schon ewig und vorallem richtig gut spielt. ich nehm immer einzelne abschnitte aus dem lied und dann setzt sich das ganz gut zusammen und man braucht auch nicht so lange, um das zu lernen.

Geht mir ähnlich.

  1. Ich glaube da hilft es vor allem erstmal wenn man perfekt Noten lesen kann. Also du musst bei jeder Note direkt einen Ton "sehen" ohne zu überlegen. Also das muss erstmal rein ins Gehirn.

  2. Dann glaube ich, ich bin da selbst noch nicht so gut, dass es hilft wenn du viel Ahnung von der Theorie hast. Das ist dann wirklich enorm viel Arbeit. Du musst also praktisch nicht nur die Töne sehen sondern auch den harmonischen Zusammenhang...also zum Beispiel: "Ah jetzt spiele ich C-Dur, die Tonika, und nun die Subdominante mit der Terz im Bass, also F-Dur über A. Das ist dann im Endeffekt nichts als lernen. Mein Klavierlehrer sagte mir mal, dass die großen Jazz-Pianisten vor allem so gut sind, weil sie, natürlich abgesehen von außerordentlichem Talent, einfach auch extrem viel Lernen....vor allem Tonleitern (fürs Improvisieren). Aber du müsstest dann vor allem erstmal in den am häufigsten vorkommenden Tonarten alle Akkorde lernen und aus dem FF können und auf der Tastatur "sehen". Das versuche ich auch gerade, nur ist es wirklich sehr anstrengend und ätzend.

  3. Zu guter Letzt ist eine Art auch noch zu lernen einfach mit sehr einfach Stücken sofort zu üben vom Blatt zu spielen. Ich stütze diese Vermutung, ich weiß also nicht ob es funktioniert, auf ein Spiel auf dem iPhone namens Tap Tap Revenge. Hier muss man beispielsweise auch im hohen Schwieirgkeitsgrad 5 Linien auf einmal beobachten. und Töne antippen. Am Anfang schafft man es nur sich auf eine Linie zu konzetrieren oder zwei. Doch irgendwann hat man eine Art starren Rundumblick, das heißt ich konnte alle Linien gleichzeitig lesen und darauf reagieren, ich habe sie eher von oben im Gesamten betrachtet. So ähnlich stelle ich mir das auch beim Klavier vor (ich spiele ja selbst). Deine Frage ist für mich mal wieder ein Ansporn das zu üben. Ich werde mir die Stücke aus dem Notenbüchlein für Anna-Magdalena Bach dazu nehmen. Das hatte mein ehemaliger Jazz-KLavier-Lehrer mir empfohlen, da Bach in beiden Händen eine Melodie laufen lässt, anstatt die linke Hand nur als Begleitung zu nehmen.

Sry für den schlechten Lesefluss, ich hätte Korrektur lesen sollen. Bei 3. sollte es heißen: " Zu guter Letzt wäre eine Art zu Lernen noch, dass man mit sehr einfachen Stücken sofort mit BEIDEN Händen vom Blatt spielt und auch nur so übt".

Um das noch bei Tap Tap Revenge zu erläutern: Ich stelle es mir beim Klavier also so vor, dass man auch irgendwann beide Zeilen gleichzeitig lesen kann. Das ist bestimmt 90% reines üben. Irgendwann denkt man einfach nicht mehr nach und es ist mehr eine Art Reflex.

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@CAlbrecht

Vielen Dank für die ausgezeichnete Antwort! Ich werde mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen, was du mir alles empfiehlst :D

Mfdg (Mit freundlichen dankenden Grüßen ;D), Sephi

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spiel doch rechte hand vom blatt, dann linke hand vom blatt und wenn das klappt und dann versuchst du beide gleichzeitig. einhändige stücke bringen dir (find ich) nicht wirklich was, du musst ja die linke auch lernen... du kannst aber auch einfach die andere hand weglassen...

Einhändig kann ja sowohl nur rechte Hand, als auch nur linke Hand sein :D Aber trotzdem vielen Dank!

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das lernst du mit der zeit automatisch.. üb gleich mit 2 händen, mit einer hand vom blatt spielen ist eigentlich keine vorstufe. machs gleich mit 2 händen, sonst hast du später die doppelte arbeit wenn du das lernen möchtest. am besten stücke nehmen die sehr anspruchsvoll sind und laaaaaangsam takt für takt durchspielen. jeden tag eines. du wirst sehen, du machst blitzschnell fortschritte. aber mit einer hand vom blatt spielen ist echt quatsch, außer du willst es nie mit 2 lernen.

übrigens guter name ;) hast du den im einser mal besiegen können?

da gebe ich dahlien100 recht.

dass man aber bei schneller und großen wechseln für eine halbe sekunde auf die hände guckt ist ganz normal.

wenn ich in der Philharmonie bin und Klaviermeister spielen schauen die auch auf die tastatur.

Es geht mir ja nicht um das auf die Hände gucken, sondern eher darum, zu erlernen beide Hände gleichzeitig zu lesen und zu spielen^^

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Du musst dir leichtere Stücke suchen und von Anfang mit beiden Händen spielen, dann geht das auch später mit schwereren leichter

Also wirklich nicht erst eine Hand ansehen und spielen, dann die andere Hand und danach erst zusammen? Gleich vom Blatt beide Hände? Das ist das erste Mal, dass ich sowas als Empfehlung höre, deswegen muss ich nochmal nachfragen :D Ich muss ja sowieso jedes Stück aus dem Kopf spielen, weil ich mit lesen nicht hinterher komme ;)

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@Sephiroth758

das ist nicht gut, notenlesen sollte man schon beherrschen, aber das übt sich, wenn du viel spielst. wenn es ein leichtes lied ist geht es von anfang an mit beiden händen, aber ansonsten würde ich zumindestens die rechte hand erstmal alleine üben :)

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