Alternative zu Krankenpflege (Bitte einen Augenblick Zeit nehmen)?

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4 Antworten

war mir auch bewusst, was mich erst recht daran zweifeln lässt, ob ich nach absolviertem Examen wahrhaftig heiß darauf wäre, das ganze mit einem noch stressigeren Berufsalltag und vermutlich noch viel wenigeren freien Tagen zu meistern.
Vielleicht hatte ich schlichtweg zu wenig Eingewöhnungszeit, in diesen Rhythmus zu finden und es wäre ehrlich mit der Zeit leichter gefallen, wie es mir Mitschüler aus den höheren Kursen versprochen haben... Vielleicht gibt es jedoch auch einfach Menschen, die schier nicht für Schichtdienst gemacht sind...
Ich möchte jetzt auch wirklich nicht zu sehr klagen. Dem Ganzen gegenüber stehen ein dutzend mehr Argumente, die mich diese Tätigkeit haben lieben lassen und mir großen Spaß gemacht haben, dazu gehörte sogar die Arbeit in einem Team; in Momenten, wo man vorrübergehend das manchmal sehr kühle Arbeitsklima nicht zu spüren bekam...
Ich mache mir bloß Sorgen, dass die Störfaktoren eines Tages alles Positive überwiegen, weshalb ich mich aktuell erstmal gegen eine Karriere in der Pflege entschieden habe, obwohl ich mir schon den ein oder anderen Plan zurecht gelegt hatte, wie ich gewisse Contras mindern kann, indem ich mich, nach bestandener Ausbildung, fortbilde. Besonders interessiert hätte mich küftig zum Beispiel die Palliativpflege in einem Sterbe-Hospiz, da die Arbeitssituation dort anders ist. Ein familiäreres Team und die Möglichkeit auf einzelne Patienten umfassender einzugehen.
Nachgedacht habe ich auch über die Arbeit in psychatrischen Einrichtungen, wo die Patienten oftmals nicht ganz so pflegerisch-aufwendig und zum Teil auch etwas jünger sind, als solche im Akutkrankenhaus. Aus diesem Grund, habe ich auch von Anfang an die reine Altenpflege für mich ausgeschlossen, weil ich es spannender finde, viele verschiedene Typen von Patienten zu betreuen.
Gut vorstellen konnte ich mir jedoch auch die Tätigkeit als Kinderkrankenschwester, in die ich auf der Interdisziplinären Station, auf welcher ich eingesetzt war, bereits ein wenig reinschnuppern konnte.
Mein Notfallplan, falls mich tatsächlich mal die Lust und Motivation am Stationsalltag verlieren sollte, war, mich nach genügend gesammelter Berufserfahrung als Lehrkraft an einer Krankenpflegeschule zu versuchen, wo ich sicherlich auch viel Freude an der aktiven Arbeit mit jungen Leuten gehabt und dennoch, den für mich so wichtigen medizinischen Aspekt beibehalten hätte.
Das alles sind auch jetzt noch Ideen, die mich nach wie vor begeistern würden, doch habe ich nach mittlerweile wirklich langer Bedenkzeit eher das Gefühl, dass mir die Vorstellungen, diese drei Jahre Berufsausbildung, in welcher man eben auch vornehmlich massig Ärger über sich ergehen lassen muss, sowie die darauffolgenden benötigten Jahre an Berufserfahrung, nicht wert sind.
Wahrscheinlich musste ich auch erstmal genau diese Praxis erfahren, um jetzt sicher sagen zu können, dass ich nach fünf Tagen Leistung einfach mein Wochenende brauche, um auf lange Zeit zu funktionieren. :D Gleiches gilt für Wechselschichten...
Das alles erzähle ich so ausführlich, damit Ihr euch eventuell ein besseres Bild davon machen könnt, was mir in meinem Job wichtig ist, denn seitdem ich zu der verspäteten Erkenntnis gekommen bin, dass die Krankenpflege wohl nicht das Richtige für mich ist (zumindest nicht auf Dauer), stehe ich nun wieder ganz am Anfang meines Berufweges, nämlich der Ahnungslosigkeit, wo genau ich einmal hin will; was sich mit Anfang 20 dann doch etwas beunruhigender anfühlt, als noch mit 15.
Zuerst fiel mir als echte Alternative eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten ein; nachdem ich mich aber mal ausgiebig über den Beruf schlau gemacht habe, denke ich, dass das auf Kurz oder Lang erst recht nicht das Richtige für mich ist. Die direkte Arbeit mit Patienten steht in meinen Augen doch etwas zu sehr im Hintergrund. Darüberhinaus stelle ich mir den schulischen Inhalt auch nicht besonders spannend vor, genauso wie ich irgendwie jetzt schon merke, dass mir die Arbeit vor dem PC und dem Telefonhörer, sowie das Einsortieren von Impfstoffen und Untersuchungen von Urin etc. irgendwann zu langweilig sein wird. Dazu kommt noch, dass es einer der wohl unterbezahltesten Jobs sein muss, die ich kenne, dafür, dass man sicherlich auch nicht selten einige Überstunden schieben muss und ja nun doch eine gewisse Verantwortlichkeit trägt, besonders wenn es um Tätigkeiten, wie Blutentnahmen o.ä geht.
Wirkliche Aufstiegschancen gibt es noch dazu ebenfalls nicht.
In gleicher Weise wäre mir die Arbeit in einem medizinischen Labor zum Beispiel ebenfalls zu zurückgezogen...
Hebamme ist sicherlich auch eine Obliegenheit, die sehr packend sein kann und ich mir gut vorstellen könnte, jedoch weiß ich von ein paar schon lange in diesem Beruf arbeitenden Freundinnen meiner Mutter, dass dieses 'Handwerk' mehr und mehr ausstirbt und sich finanziell leider so gut wie gar nicht rentiert; für all den Stress, die ständige Bereitschaft und die imense Verantwortung, die man trägt...
Etwas im Sozialen Bereich kann ich mir ebenfalls gut vorstellen, wobei ich denke, dass eine Ausbildung zum Kindergartenerzieher oder das Arbeiten mit Behinderten auch nicht sooo sehr liegen würde...
Bin im Moment wirklich ziemlich ratlos.
Und je verkrampfter ich versuche weitere Einfälle zu kriegen, desto weniger will es mir gelingen, etwas zu finden, das ich als wirklich passend empfinde. Mittlerweile ist es nämlich so, dass ich schon großes Glück haben muss, um in diesem Jahr noch eine neue Lehrstelle zu finden, da ich viel zu spät dran bin, um jetzt noch was zu finden. Und um sich wirklich um eine solche zu bemühen, sollte es doch eigentlich schon Vorraussetzung sein, zu wissen, was man lernen möchte.
Ich hatte nie einen Plan B und wenn doch, war Krankenpflege bereits die Alternative zu einem der vielen Studiengänge, die mich interessiert hätten, bevor ich mein Abitur hingeschmissen habe, weil es plötzlich sehr viel wichtiger war, schnellstmöglich eigenes Geld zu verdienen, um flügge zu werden und endlich das heimische Nest verlassen zu können.... "man kann ja nie schnell genug erwachsen sein.." :(
Für mich kommt jedenfall keine kaufmännische Ausbildung o.ä. in Frage. Ich will schon irgendwie weiterhin im medizinischen oder sozialpädagogischen Bereich bleiben, in dem die Arbeit mit Menschen das Hauptaugenmerk dastellt.
Ich hab auch schon darüber nachgedacht mich letztenendes doch nochmal in eine Abendschule oder ein berufliches Gymnasium zu motivieren, um das Abi nachzuholen, wobei dann meine Sorge bleibt, nie mal einen Fuß zu fassen und einen Anfang zu finden, wenn ich jetzt nochmal die Schulbank drücke, um danach noch einige Semester mit Studieren zu verbringen.
Die Miete für die so voreilig ersehnte eigene Wohnung in der Stadt zahlt sich eben auch nicht von selbst und jeden Abend in der Kneipe nebenan zu Kellnern für einen Hungerlohn, der eben immer nur gerade so reicht, scheint mir im Moment auch nicht wirklich die Erfüllung zu sein. :D
Nun zu meiner Frage: Habt Ihr eventuell den ein oder anderen Tipp für mich, nachdem ich nun doch recht ausführlich meine Bedürfnisse und Anforderungen an meinen zukünftigen Traumberuf geschildert habe.
Vielleicht habt Ihr ein paar Vorschläge für mich, die ich bisher nicht in Betracht gezogen habe und eventuell die ein oder andere Berufsbezeichnung, die mir noch gar nicht so bekannt ist.
Ein paar Erfahrungsberichte aus Eurem eigenen Leben oder dem eines Bekannten gibt mir möglicherweise auch schon etwas Inspiration.
Habe im Internet auch schon gelesen, dass es Krankenpflegeschulen geben soll, in denen man während der Ausbildung auch gar keinen Schichtdienst machen muss. Weiß da ggf. sogar jemand was drüber?
Nun ja, bin für jede Antwort dankbar und bedanke mich schon mal, dass Ihr euch die Zeit genommen habt euch meinen Roman durchzulesen.

Schönen Abend und Liebe Grüße

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Hallo!

Ich habe mal grob zusammen gefasst:

Du bist 21. Das Abi hast du hingeschmissen, die Ausbildungsstelle hast du verloren. Du suchst einen Beruf, in dem man ausschließlich nette Kollegen hat, keinen Schichtdienst leistet, gut verdient, wo du mit Menschen arbeitest und indem es nie langweilig wird. Zudem kommt auch eine erweiterte schulische Qualifikation nicht in Frage, weil du schnell Geld verdienen möchtest.

Ich weiß nicht, ob deine Vorstellungen der Realität entsprechen.

Es gibt da einen sehr treffenden Spruch:

"Lehrjahre sind keine Herrenjahre!"

Das was du schreibst klingt wie eine Entschuldigung, das einzige was du machen möchtest, nicht machen zu müssen. Dafür lässt du durch Nebensächlichkeiten deine Vorstellungen platzen. Es fehlt dir eindeutig an Biss, eine Sache konsequent bis zu Ende zu verfolgen, was eine Voraussetzung dafür ist, Erfolge im Leben einzufahren. Dadurch hast du bereits 5 Jahre verschwendet. An Kompromissbereitschaft scheint es dir ebenfalls zu mangeln.

Zudem nimmst du das Wort "Traumberuf" wortwörtlich, denn du lässt den von dir angestrebten Beruf vor der Wirklichkeit nicht bestehen, gibst ihm nicht mal eine Chance.

Welche Möglichkeiten hast du nun?

2 Berufe im medizinischen Bereich hast du bereits ausgeschlossen.

Um mit Menschen zu arbeiten, bleibt dir die Möglichkeit, dich für einen weiteren der zahlreichen nicht akademischen sozialen-/Heilberufe u.a. zu entscheiden:

Logopäde, Ergo-/Physiotherapeut, Diätassistent, (Notfallsanitäter), Heilerziehungspfleger, medizinisch-technische Radiologieassistentin, Kosmetiker, Friseur, (sozialpädagoischer Assistent) ...

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Vielleicht könnte dich der Rettungsdienst interessieren, was aber auf jeden Fall bleibt, ist der Schichtdienst, den hast du aber ziemlich in jedem medizinischen Beruf.

Seit 2014 ist der Notfallsanitäter die höchste nichtärztliche Qualifikation, die Ausbildung dauert insgesamt 3 Jahre und findet an den Orten Berufsfachschule, Krankenhaus und Lehrrettungswache statt. Vorteil an dem Berufsbild ist das überwiegend eigenverantwortliche arbeiten, denn Notfallsanitäter sind der verantwortliche Transportführer eines Rettungswagens und ein Großteil der Einsätze (ca. 80 Prozent) sind ohne Notarzt. Nachteile sind aber der Schichtdienst und eine hohe körperliche und geistige Belastung (das Tragen von Patienten und die Konfrontation mit dem Tod und schweren Verletzungen gehören dazu). 

Falls du Interesse am Rettungsdienst hast, dir aber nicht sicher bist ob es das Richtige für dich ist, kannst du auch erstmal die 520 Stunden Ausbildung zum Rettungssanitäter machen. Danach kannst du dann immer noch die Entscheidung treffen, ob du weiter machen möchtest, hast aber gleichzeitig eine Ausbildung abgeschlossen, mit der du bereits im RD arbeiten kannst. 

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Hi,

wie wär's mit einer Ausbildung zur Logopädin? Du hättest viel Patientenkontakt ohne eine schwere körperliche Arbeit, wenige Kollegen, die lästern und keinen Schichtdienst.

Oder zum Orthopädiemechaniker. Auch hier hast du viel direkten Kontakt zum Patienten, wenn du Prothesen besprichst und anpasst, nur wenige Kollegen, und keinen Schichtdienst. Dieser Beruf verlangt handwerkliches Geschick.

Nachteil: die Aufstiegschancen sind nicht besonders groß.

October


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