Alternative Deutung zu "In der Fremde" von Eichendorff?

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2 Antworten

Ich kann diese Deutung nicht nachvollziehen.

Um verwirrt zu sein und die Schönheit der Umgebung wahrzunehmen, muss man nicht tot sein.

 "Und ist doch so weit von hier!" ist keine Apostrophe. Der Vers drückt im Gegensatz einen Moment der Klarheit aus, weil das lyrische Ich entgegen seiner gefühlsmäßigen Verwirrung im Grunde doch weiß, dass das Schloss weit weg ist.

Es gibt überhaupt keinen Anhaltspunkt dafür, dass das lyrische Ich realisieren würde, dass es selbst tot ist.  Die eigentliche Leistung des lyrischen Ichs liegt darin, wirklich zu realisieren, dass die Geliebte tot ist.

Oft hört man, dass Gedichtinterpretationen relativ sind und man alles hineindeuten kann.  Aber ich denke, dass es falsch wäre.  

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Ich persönlich denke nicht, dass das lyr Ich tot ist. Eine unstillbare Sehnsucht ist in Gedichten der Romantik etwas absolut Typisches, genau wie die beschönigten und verklärten Naturbeschreibungen. "Von der schönen alten Zeit" deutet für mich darauf hin, dass das lyr Ich der Vergangenheit nachtrauert, vielleicht auch Realität und Erinnerungen nicht mehr eindeutig trennen kann ("Ich weiß nicht wo ich bin"). "Ist doch schon längst tot" ist natürlich eine wichtige Zeile aber so wie ich das herauslesen auf die Liebste bezogen und nicht auf das lyrische Ich!

Ich denke, dass das Motiv der Sehnsucht damit, dass die Liebste tot ist, auf die Sptze getrieben wird.

LG

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