Alter Geist im jungen Körper!?

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Ich verstehe wie du dich fühlst und solche Gefühle hatte ich auch schon oft. (Ich bin zwanzig.) Ob es abnormal ist? Die Abnorm ist die Norm, also ist die Frage an sich schon sehr  relativ und würde sie mir auch gar nicht stellen. Und ich glaube auch nicht, dass dein Freunde dein Allgemeinwissen hassen. Die Leute hassen Besserwisser. Vielleicht solltest du einfach darauf achten, ob es jetzt auch passend ist, wenn du  son riesen Thema auspackst. Sehr oft geht es nicht um diese geistigen Kämpfe, und viele sehen zu Recht auch keinen Sinn in diesen, weil sie selten zu etwas führen. Wirkliche forschende Gespräche können sehr tief gehen, aber mit jemandem über etwas diskutieren, ist nur Materialschlacht.

Dass du einsam mit deinem Denken bist ist schade. Gibt es niemanden mit dem du reden kannst? Weißt du, das Problem bei mir war, dass ich früher viele Menschen schnell abgewertet habe, weil sie wenig Allgemeinwissen haben, oder weil sie dumme Dinge sagen oder irgendwas. Aber wir wissen eh nichts, auch du weißt nichts, deshalb sollte man niemanden zu schnell abwerten. Man kann über die banalsten Dinge philosophieren, es ist einzig und allein wichtig ob du in Kontakt bleibst. Ein gutes Gespräch ist ein Stück weit wie Sex, nur statt körperlichen Kontakt, hast du eben Geistigen. Aber wenn du jetzt mitten im Sex anfängst zu masturbieren, und dich selbst so drauf feierst, verliert sich der Kontakt, der andere steigt da natürlich nicht mehr mit. Verstehst du was ich meine? Fang nicht mit Leuten über etwas zu diskutieren an, wenn es gar nicht passt, oder sie andere Impulse setzen. Geh auf Impulse ein oder setze selber welche, und daraus entwickelt sich ein tiefgehendes Gespräch, das auch wirklich Leute bewegen kann. Auch dich. Und solche Gespräche kannst du wie gesagt mit eigentlich jedem führen ... aber nur wenn es sich ergibt. Wenn es nicht sein soll, soll es halt nicht sein. Und wenn es passiert, passiert es meistens unmerklich, weil du wirklich nachdenkst und dein Denken davon komplett gefüllt ist. Und nicht irgendein Allgemeinwissen runterleierst. :)

Dass das alles irgendwas mit dem Alter zu tun hat ist übrigens Schwachsinn. Kinder können am besten philosophieren. Das ist zwar schön umschrieben, alte Seele im jungen Körper, aber du bewohnst deinen Körper nunmal nicht, du bist dein Körper. Die Älteren oder die die sich alt fühlen (wie du) wollen nur die Jungen nicht ernstnehmen. Also nimm deine Freunde ernst auch wenn sie weniger wissen oder langsamer denken.

Viele würden wahrscheinlich einfach antworten: Ja.

Aber ich verstehe deine Situation, kenne ich selber nur zu gut. Ich denke aber, dass es weniger mit dem Alter zu tun hat, sondern mehr damit was man nun mal lieber hat. Ich genieße z.B. sehr gerne die Ruhe und das für sich sein(bei einem guten Schluck Talisker), statt mit irgendwelchen Leuten die ich vielleicht nicht einmal wirklich kenne in eine Disco zu gehen. 

Ich finde dass es ganz normal ist nur nicht der Masse entspricht und dadurch wird sowas gerne unter dem Titel "nicht normal" abgestempelt. Alle Interessen die nicht der Masse folgen sind komisch und nicht normal. Solange du dich damit gut fühlst, kann dir egal sein was andere behaupten oder denken. 

Die meisten verbringen ihre Zeit lieber in Discos wo sie sich betrinken, flüchtige Bekanntschaften machen und tanzen. Das ist für sie das Leben. Spaß und Dinge bereuen. Andere genießen lieber einen Whisky bei einem guten Buch, wieder andere treffen sich mit 2-3 Leuten auf ein Guiness in einem Pub und spielen Pen & Paper oder ganz altmodisch Karten.Es kommt immer ganz darauf an womit man sich wohl fühlt und vor allem was einen glücklich macht.

Ich bin nicht einmal volljährig und mir geht es ähnlich. Ich finde Partys mit oberflächlichen Konversationen, Kartenspielen, die nur des Saufens willen stattfinden oder Musik ohne Aussage und Tiefgründigkeit langweilig. Auf Geburtstagsfeiern unterhalte ich mich mit den volljährigen Aufsichtspersonen, mein Freundeskreis, in dem ich mich am liebsten aufhalte sind Studenten, mit denen man über das Leben philosophieren kann. Ich bin des jugendlichen Lebens überdrüssig, zu gerne würde ich samstag abends auf der alten Mainbrücke einen Rotwein schlürfen und über Gott und die Welt diskutieren, aber bis dahin ist es bei mir noch ein langer, zäher Weg.

Aber ich bin depressiv, ich vermute, Menschen, die eine Neigung zur Depression haben, entwickeln sich schneller oder haben einen anderen Blickwinkel auf die Welt. Und sie sind in der Lage, analytischer zu denken, über sich und ihr Umfeld ;)

Aber ob das auf dich zutrifft, weiß ich nicht. 

Hau rein! :)

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