"Alte Zeiten waren besser"

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7 Antworten

moin moin,
deine Frage ist zwar schon etwas älter aber ich möchte trotzdem antworten.
Ich habe nach meiner Schulzeit eine Bewerbung geschrieben und bin angenommen worden. Wir waren 10 in der Ausbildungsklasse und sind alle vom Betrieb übernommen worden.
Wir hatten nicht das Geld um in Urlaub zu fahren aber meine Mutter war immer zu Hause, es gab ein gemeinsames Essen und am Abend wurden Brettspiele oder Stadt-Land-Fluß gespielt, mit der ganzen Familie.
Wir hatten keinen Fernseher und wußten nichts von Kriegen und Armut in der Welt.
Wir haben im Hof gespielt, mit Knöpfen und Steinen, Ästen und Dreck. Wir durften uns schmutzig machen und hatten noch Sonntagskleidung für den Familienspaziergang.
Weihnachten war geheimnisvoll und brachte neue Kleider für die Puppen, die 3 Wochen vor Weihnachten verschwunden waren. Es gab keine Süßigkeiten vor Weihnachten im Laden. Es war alles langsamer, besinnlicher, gemütlicher.
Der Arbeitsalltag war schwer aber sinnvoll. Man wußte am Abend was man getan hatte und wofür.
Die Entwicklung hat in den letzten 50 Jahren enorm zugelegt. Was vorher 100 Jahre gebraucht hat geht jetzt in 5 oder 10 Jahren.
Wie lange hat es bis zum ersten Auto gebraucht und wie schnell haben sich Straßen und Autos vermehrt? Wie lange hat es vom Telefon zum Handy gebraucht und wie schnell ging es vom Handy zum Smartphon oder was heute modern ist?

Ich glaube also, daß gute alte mit schöne langsame Zeit gleichgesetzt werden kann. Zumindest in vielen Bereichen.
Heute ist zwar vieles besser, ich möchte auch nichts missen aber meine Jugend war sorgenfreier und ich möchte heute keine Bewerbungen mehr schreiben müssen.
Kannst Du mich ein wenig verstehen? ((-:

Man kann also sagen, dass folgende Faktoren für diese positive Verklärung der Vergangenheit verantwortlich sind: - Verdrängung von negativen Erinnerungen - Angst vor Veränderungen - Der individuelle körperliche und geistige Zerfall, der auf die allgemeine Situation übertragen wird

Das die positive Verklärung der Vergangenheit kein Phänomen der Gegenwart ist zeigt ein Zitat von Sokrates (gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.) : "Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

Einen Punkt solltest du noch hinzufügen:

Der Wandel der zeit läuft immer schneller. sei es die Flut an technischen Innovationen, die Mode, die Kunst, die Kommunikation etc. Nicht alle Menschen können diesen Entwicklungen folgen und fühlen sich irgendwann abgehängt, nicht mehr dabei. Für diese Menschen war objektiv die Vergangenheit besser.

Der körperliche Verfall, dem wir uns alle irgendwann hingeben müssen ist, ebenfalls ganz objektiv gesehen, ja auch nicht gerade ein Fortschritt. Also auch hier ging es den Menschen früher besser.

Das Sokrates Zitat passt eigentlich besser zu dem Spruch: " Die Jugendlichen heutzutage..."

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Der Mensch hat die Angewohnheit nach einer Zeit negatives zu vergessen und sich nur an positive Erinnerungen zu stützen. Da ja jeder irgendwelchen Tätigkeiten nachgeht und meist Stress hat den er früher genau so hatte doch leider erinnert er sich nicht an dies. Daher denkt er früher war es besser.... Was aber wirklich jeder bemängelt ist das Sozialumfeld dies hat sich deutlich ins negative gewannt in den letzten Jahren.

Dazu ein Film den ich empfehlen würde: Idiocracy

Ist zwar eine Komödie aber teils auch erschreckend realitätsnah.

Das Sozialumfeld hat sich nicht wirklich verschlechtert. Es wandelt sich lediglich. Heutzutage wird weniger übergeordnet, dafür verlieren diejenigen die noch nie hilflosigkeit erlebt haben (im Gegensatz zu Früher) den Respekt gegenüber Älteren und Behinderten... Um nur mal ein Beispiel zu nennen.

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Es könnte daran liegen das in den Medien wie Zeitung, Internet und Fernsehen oft nur negative Nachrichten gebracht werden, bzw das negative an einer Sache gezeigt wird. Das liegt daran das Katastrophen, Fehlschläge usw wesentlich interesannter auf uns wirken als positive Nachrichten. Vorallem ältere Leute sind aus folgenden Gründen empfänglich dafür:

  • Menschen verharmlosen Dinge die längere Zeit her sind.
  • Mit dem Alter stellt sich auch eine Gewisse Paranoia ein, was die Einsicht verringert.
  • Desto älter man wird, desto mehr baut man körperlich ab. Somit kann der Schluss das früher alles besser war mehr auf die Person selbst bezogen sein.

Gewissermaßen hat sich aber auch nichts verbessert. Es tauchen immer mehr und immer größere globale Probleme auf, und die sozialen Differenzen bleiben noch ewig die Gleichen.

Díe früheren Zeiten - jedenfalls die, von denen alte Leute jetzt sprechen - waren viel härter und bestimmt nicht besser. Sie waren von Entbehrungen durch Krieg und Nachkriegszeit geprägt. Aber es gab, bedingt durch viele Notsituationen einen Zusammenhalt der Menschen. Jeder hatte es gleich schwer und kleine Freuden wurden viel intensiver empfunden. In den Erinnerungen bleiben dann zum Glück die schönen Erlebnisse und das Leid, wenn es überwunden ist, wird dann auch zum positiven Gedankengut.

So unreflektiert übernehmen wir älteren (50 Plus) die "alten Zeiten" als "immer besser" nicht wahr. Das Leben war anders, auch schon für diejenigen, wie meinereiner, der die schlimme direkte Nachkriegszeit nicht miterlebt hat. Ich schätze die Aussage auch nicht besonders: "früher war alles besser", da ich nicht ausblenden will, dass es auch eine Reihe von Dingen gab, die wir als Kinder und Jugendliche auch gerne gehabt hätten. (PC, mehr als 2 Fernsehprogramme, mit 18 den Führerschein und mit 16 den Motorroller). Doch vor 40 Jahres war vieles menschlicher, ungehetzter, auch emotionaler und weniger materiell als heute. Und das war eben besser. Auch das muss an dieser Stelle gesagt werden dürfen. ;-)

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@eurofuchs2

Ja, da hast du wohl recht - ich gehöre auch zu der Ü-50-Generation und wir hatten viele Wünsche, die unerfüllt blieben. Aber die Frage war doch, warum so oft von den "besseren alten Zeiten" gesprochen wird. Vielleicht wird es von der älteren Generation auch so vermittelt, dass es weniger Kriminalität, und Drogensucht, weniger Sachbeschädigung und Vandalismus etc. gab. Das Thema könnte man weiter diskutieren, aber auf eine simple Frage - eine simple Antwort. ;-)

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@visiona

Dann sind wir ja schon 2, die nicht behaupten, dass früher alles besser war. Sind vielleicht doch nicht so viele, wie der Fragesteller glaubt. :-)

Aus dieser Schublade springe ich gerne....

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Viele Menschen verklären in der Erinnerung gerne diese sog. "guten alten Zeiten" - die negativen Seiten werden ausgeblendet oder schön gefärbt. Das "Neue" macht Angst und ist somit "schlecht"!

Ein bisschen kannst du hier noch nachlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Nostalgie

alte zeiten sind immer besser je nachdem wers sagt und wie alt er is. aber mal ernstjhaft. so gut wie heut gings uns kaum

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