Alte Leitung im Haus - Vermieter dazu verlichtet zu erneuern?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/s1/stromkabel.htm

Wohnt der Mieter schon lange in der selben Wohnung, und hat sich daher der Mangel infolge des Fortschritts der Technik ergeben, so sieht der überwiegende Teil der Literatur und die Rechtsprechung - mit teilweise unterschiedlicher Begründung - einen Modernisierungsanspruch des Mieters als gegeben an. Der Vermieter ist aufgrund seiner Verpflichtung zur Gewährung des vertragsgemäßen Gebrauchs angehalten, auf seine Kosten einen stärkeren Stromanschluß zu verlegen

Als ausreichend wird dabei die Neuherstellung einer Stromabsicherung mit 25 Ampere bei entsprechenden Leitungsquerschnitten angesehen. Der Mieter kann also auch im bestehenden Altmietverhältnis im Einzelfall eine verbesserte Absicherung der Stromversorgung vom Vermieter fordern, um den zeitgemäßen Mindeststandard elektrischer Haushaltsgeräte nutzen zu können.

Die E-Installation muss den Betrieb eines Großgerätes (WM, GS) und dazu eines anderen Gerätes wie Staubsauger, Toaster etc. aushalten, ohne dass die(eine) Sicherung kommt. Wenn dem so nicht ist, muss der Vermieter einen solchen Mindeststandard durch geeignete Maßnahmen herbeiführen. Ansonsten liegt ein Mangel vor der sogar zu einer Mietminderung berechtigen kann.

Hier geht es der Frage nach um Stromspitzen, die Glühbirnen in Lampen mit hohem Einschaltstrom schrotten. Bei bestandsgeschützten Altanlagen ist das kein Mangel, sondern Stand der Technik bei Installation.

1

Zunächst haben veraltete Leitungen nicht das Mindeste mit Einspeisung des Versorgers oder gelegentlichen Spannungsspitzen zu tun :-)

Dann hat dein Elektriker Recht: Altanlagen geniessen Bestandschutz und müssen keinesfalls auf den neuesten technischen Stand gebracht werden :-(

Ebenso wie bei grünen Badfliesen, Küchenlinoleum aus der Nachkriegszeit oder Uralt-Fenstern gilt: Du hats genau das gemietet, was bei Besichtigung vorhanden Gegenstand deines Mietvertrages ist :-O

Entweder kauft man sich da einen Vorrat an Glühbirnen und freut sich über die der Ausstattung entsprechend niedrige Kaltmiete oder sucht sich eben eine Neubauwohnung mit entsprechendem Komfort - auch bei der Elektrik.

Bei der Strominstallation genügt nun ein Blick in den Sicherungskasten um zu erkennen, was die leistet oder nicht: Je mehr Sicherungsautomaten, FI-Schalter und Vorsicherungen verbaut und Zimmer mit einzelnen Stromkreisen versieht, umso belastbarer ist das Stromnetz der Wohnung :-)

G imager761

Zur Erläuterung: Bei Lampen mit hohem Einschaltstrom können Stromspitzen zu Überlast und Durchbrennen der Leuchtmittel führen. Ein Softanlaufschalter löst das Problem, allerdings nicht kostengünstiger als Glühbirnen :-)

1

Nein, das ist er nicht. Nur wenn die Leitungen kaputt sind, dann muss er sie erneuern. Das bei Ihnen alles rausspringt, liegt eher an einer Überbeanspruchung der Sicherung durch von Ihnen zu viel angeschlossenen elektronischen Geräten.

Ich denke, der Elektriker hat recht!

Habe mit sowas auch meine Erfahrungen!

Solange es keinen Schaden gibt und keine Versicherung etwas bezahlen muss, ist so weit mir bekannt ist, dert Hausbesitzer nicht verpflichtet, die Leitungen zu erneuern, nur, wenn es eine Kontrolle des El.Werkes gibt und die Leitungen wirklich nicht der Norm entsprechen, kann dsa EW verlangen, dass die Leitungen erneuert werden!

Diese Erfahrung musste ich machen, leider muss immer erst etwas passieren, bis man hellhörig wird, auch wenn es noch so schlimm ist!

Du kannst ja mal beim El.Werk anrufen, vllt. machen die dann mal eine Kontrolle, was eigentlich in gewisser Zeit im Normalfall gemacht wird, ich erinnere mich da, dass man bei einem Bekannten diese Kontrolle durchgeführt hat, das war aber die Feuerwehr, die die Kontrolle machte, der Bekannte musste dann nämlich die Leitungen auf den neusten Stand bringen! Ich wüsste noch ein Beispiel, das ich jetzt nicht auch noch bringen möchte, aber melde Dich doch mal beim EW, stell denen diese Frage!

L.G.Elizza

Weshalb die Glühbirnen immer wieder vorzeitig durchbrennen, ist mir auch unerklärlich.

Dass aber die Sicherungen laufend kommen, kann durchaus daran liegen, dass zu viele Verbraucher mit zu hoher Leistungsaufnahme, an einem Stromkreis hängen. Sind das z. B. noch alte Leitungen, die mit 10 A abgesichert sind, ist bei einer Leistungsaufnahme von 2300 Watt schon Schluss. Heutzutage werden Stromkreise mit 16 A abgesichert, was eine Leistungsaufnahme von 3.680 Watt möglich macht.

Komm jetzt aber bitte nicht auf die Idee, einfach die 10-A-Sicherungen durch 16-A-Sicherungen auszutauschen. Durch solche Maßnahmen ist schon manches Haus abgefackelt.

Ich wüsste auch nicht, wie man einen Vermieter zur Modernisierung der E-Installation zwingen kann, solange diese nicht defekt ist.

Heutzutage werden Stromkreise mit 16 A abgesichert,

Eher umgekehrt: früher wurden die Stromkreise in denen 1,5 mm² verlegt wurde mit 16 A abgesichert, heute tendiert man da eher zu 13,5 A bzw. sogar 10 A.

Interessant anzumerken, dass bei uns mit der E-Installation von 1965 fast alle Stromkreise (i. d. Regel 2 Zimmer je Sicherung) mit 10 A Diazed abgesichert sind, ohne dass die letzten 20 Jahre je eine Sicherung flog und es einen größeren Defekt gab (naja mal von der Aktion Heizlüfter und Baumarkt Schalter/Steckdosenkombi abgesehen - Kurios dabei war, dass die sich erst Tage danach beim Einschalten des PCs (!) mit einem zischen verabschiedeten^^).

1
@Eichbaum1963

Ich habe mal vor 30 Jahren Elektromonteur gelernt und dann sogar sechs Wochen in diesem Job gearbeitet. :-) Ich komme noch aus der 10-A-Welt. Seitdem habe ich aber nichts mehr damit zu tun gehabt. Die Rückkehr zu einer niedrigeren Absicherung ist mir glatt entgangen. Warum macht man das, wegen der Sicherheit?

Bei mir zu Hause ist alles mit 16 A abgesichert. Nur der Herdanschluss hat 20 A.

3
@PeVau

Hm komisch, denn damals als ich gelernt hab und auch noch drauf arbeitete (1978-1990) waren 16 A Standart, dass mit den 10/13,5 A ist erst neuerdings.

Und 20 A für den Herd gehen auch nur, wenn 2,5 mm² verlegt wurde. Bei uns reichen aber auch am Herd schon immer 16 A. ;)

1
@Eichbaum1963

Bei uns, damals in der DDR, war das wohl noch etwas anders. Wir haben ja auch mit Alu-Kabeln gearbeitet (ich glaube 2,5 mm²). Deshalb dachte ich jetzt, dass 16 A bundesdeutscher Standard wäre.

3
@PeVau

Wenn ich die Mikrowelle benutze und dann gleichzeitig den Backofen dazuschalte ist mir schon ein paar Mal die 16-Ampere Sicherung rausgesprungen. Doof besonders deswegen, weil der Computer dann abrupt ebenfalls mit ausgeht. Gleiches kann auch beim bloßen Einschalten des Staubsaugers passieren, wenn ich ihn nicht vorher auf minimale Leistung stelle und erst nach dem Einschalten "hochfahre". Es ist ein DIRT DEVIL M7050-6 mit 2400 Watt maximaler Leistungsaufnahme (minimal 1800 Watt). Als ich vor ca. 10 Jahren in der gleichen Wohnung einen DENON-Verstärker besaß, löste beim Einschalten dieses Gerätes sogar jedesmal die 16 A-Sicherung aus. Beim Einschalten direkt danach blieb sie dann drin. Frage mich wirklich, wie das erst mit demnächst 10 Ampere-Unterverteilung in einer eventuell neuen Wohnung werden soll ?!!

2
  1. gehen Glühbirnen nicht kaputt, nur weil die Leitungen alt sind.

230 v sind 230 v, egal bei welcher Leitung. und das bei sowas dann auch die sicherung rausspringt isz durchaus normal.

2. richtig, solange alles funktioniert, müssen Leitungen nicht ausgetauscht werden.

Durch alte Leitungen 'knallen' Glühbirnen nicht durch

Was für Glühbirnen kaufst du? Markenbirnen oder die billigen 0815-Birnen?

Was möchtest Du wissen?