Alte gegen neue Autos Preis Leistung?

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7 Antworten

Salue Galgon

Ich führe für meine Alltagsautos eine genau Liste mit allen Kosten, besitze aber auch noch einige Oldtimer.

Wenn Du mal durchrechnest wie sich die Kilometerkosten berechnen, wirst Du feststellen, dass fast die Hälfte davon auf die Amortisation (Abschreibung des Kaufpreises) fallen. Die übrigen Kosten verteilen sich auf die Zulassung, den technischen Unterhalt und die Treibstoffkosten u.s.w..

Bei einem Neuwagen wird die Abschreibung pro Jahr zu einem wichtigen Kriterium. Bei einem Neuwagen ist diese sehr hoch, das Reparaturrisiko ist aber klein.

Bei einem richtigen Oldtimer ist der Kaufpreis ebenfalls ein Faktor. Die Abschreibung ist eher niedrig, weil der seinen Wert behält. Du bist aber gezwungen, den Zustand perfekt zu halten. Ersatzteile müssen teilweise aufwendig gesucht werden. Ein täglicher Einsatz ist da eher kontraproduktiv.

Am günstigsten fährst Du nach meiner Erfahrung mit einem 15-25 jährigen Japaner, den Du mit z.B. für maximal 2000 Euro gekauft hast.  Solche Autos sind in der Talsohle des Preises.

Immer wenn der TüV fällig wird oder wenn eine etwas grössere Reparatur nötig wird, prüft man, ob sich diese noch lohnt.

Im dümmsten Fall schmeisst man nach 2 Jahren den Wagen weg und kauft sich wieder ein billiges Auto. So ist man mit einer Abschreibung von maximal 1000 Euro pro Jahr gefahren. Wenn die Kiste 4 Jahre läuft, wird es entsprechend noch billiger.

Das Risiko von teuren Reparaturen fällt auch weg und solche Autos haben auch schon eine recht gute Ausrüstung. Passiert mal ein Missgeschick und man macht eine Beule, ist dies nicht tragisch.

Ich habe diese "Spielchen" viele Jahre lang gemacht und bin so echt billig, teilweise recht exotische, Autos gefahren. Abgesehen davon, nach ein paar Jahren wollte ich sowieso wieder mal etwas anderes fahren.

Es grüsst Dich

Tellensohn

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Rein von der Ökobilanz her ist das sparsamste Auto das, das nie gebaut wird.

In der Milchmädchenrechnung "ab Kauf bis Schrottplatz/Mülltonne" mögen Hybrid-Autos, moderne Benziner mit Mehrfachaufladung oder moderne Diesel, wie auch in anderen Lebensbereichen z.B. Energiesparlampen weniger schädlich für die Umwelt sein.

Aber sowas will auch hergestellt und recyclet werden. Dann sieht die Bilanz anders aus. Die Herstellung ist enorm energieaufwendig, das Recycling führt Probleme mitsich wie Batterien in Hybridfahrzeugen, hochgiftige aber in der Produktion begehrte Stoffe wie Seltene Erden in LED-Lampen (bei modernen Autos wie auch beim LED-Licht daheim) oder Quecksilber in Energiesparlampen nach sich.

Aus rein kostentechnischer Sicht verliert ein altes Auto deutlich weniger Wert. Der Wertverlust ist ein riesiger Faktor den viele nicht in die Betriebskosten einrechnen. Ein Oldtimer kann bei guter Pflege (was sich aber ein wenig mit dem Einsatz als Alltagsauto widerspricht) sogar an Wert gewinnen.

Der Spritverbrauch ist ein Normverbrauch auf dem Prüfstand, der bei Vergasermotoren und alten Einspritzungen katastrophal ist. Bei modernen Motoren ist er minimal. Aber jetzt fahr mal so, dass du nicht als Verkehrshindernis unterwegs bist und auch sicher (man will ja auch mal auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn etwas mehr Gas geben um besser einscheren zu können). Siehe da: Auf einmal steigt auch bei modernen Autos der Spritverbrauch deutlich über Normverbrauch und nähert sich den alten Autos gut an. Der Vorteil ist also deutlich geringer als hübsche Prospekte mit schönen Zahlen das einen glauben machen wollen.

Ist etwas defekt, fängt beim alten Auto die Suche nach Ersatzteilen an, gebraucht oder neu. Dafür ist der Umbau meist recht einfach, aber auch komplexe Dinge wie Fahrwerk und Kupplung muss man berücksichtigen und die sind bei alten Autos oft deutlich abgenudelter. Bei alten Autos ist Rost ein großes Problem. Neue Autos sind weniger verbraucht, aber wenn irgendwas Hops geht, ist der Ärger oft teuer. Ersatzteile sind komplex und der Motorraum oft sehr verbaut.

Ein grandioses Beispiel für verbaute moderne Technik, wo selbst banale Dinge wie ein Zündkerzenwechsel teuer werden können, ist z.B. der Volvo S80 V8. Der von Yamaha zugekaufte V8 ist quer eingebaut und die hintere Zylinderbank liegt unterm Blech. Zum Zündkerzenwechsel muss der Motor raus. Bei Alfas mit Twin Spark sind doppelt so viele Zündkerzen wie Zylinder fällig und zwar teure Platin-Iridium-Kerzen. Die halten zwar 100.000, kosten aber 30-40 Euro pro Stück. Bei einem 6-Zylinder brauchst du 12 davon. Beim Golf 4 (und der ist ja jetzt auch nicht so frisch) muss zum Glühlampen-Wechsel im Hauptscheinwerfer die komplette Fahrzeugfront zerlegt werden, Stoßstange ab, Kühlergrill ab, Lampen raus, alles wieder zusammenbauen und Lampen einstellen. eine dreiviertel Stunde dauert das in der Fachwerkstatt und die wird auch berechnet.

Dafür sind moderne Autos bei Komfort und Sicherheit ganz klar auf der besserne Seite.

Wer aufs Geld guckt, fährt mit einer alten Gurke besser, trotz höherer Steuer und etwas mehr Verbrauch. Es entfallen Wertverlust und Reparaturen sind günstiger. Ob es ein Oldtimer mit H-Zulassung sein muss, sei dahin gestellt. Ich persönlich hätte Skrupel sowas im Alltag zu verheizen. Klar regelmäßig ausfahren und man wird ja auch zum Star des Kaufhaus-Parkplatzes mit einem Käfer, einer Ente, einem Triumph oder einem alten Mustang. Aber nicht für die tägliche Fahrt zur Arbeit. Und für die Umwelt ist es in der Gesamtbilanz eigentlich auch besser. Ein Audi 80 Typ 89 (B3) oder B4 mit Vollverzinkung, simpler Technik, humanem Verbrauch und auch einigermaßen Komfort und Sicherheit wäre so eine bei etwas Pflege unendlich haltbare Alltags-Gurke. Oder ein alter Toyota Carina.

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Alte Fahrzeuge sind aufgrund der einfacheren Technik meist Reparaturfreundlicher. Zudem fällt der Wertverlust neuer Fahrzeuge weg. Dafür hat man bei alten Fahrzeugen viele Verschleißreparaturen, wovon man bei neuen Fahrzeugen die ersten paar Jahre verschont bleibt. Der Wertverlust neuer Fahrzeuge kommt jedoch viel teurer als die Reparaturkosten bei einem alten Auto.

Der Unterschied beim Spritverbrauch ist nicht besonders groß. Der Ford Capri ist natürlich ein Extrembeispiel.
Ein Dieselgolf mit dem kleinen Motor hat vor 30 Jahren 5-6 Liter verbraucht, bei den Neuen ist es nicht weniger.

Mein Lada Niva verbraucht auch nicht viel mehr als ein VW Tiguan.

Die neuen Fahrzeuge stehen lediglich auf dem Verbrauchsprüfstand besser da, die Realität auf der Straße sieht aber anders aus.

Hier kann man von Nutzern ermittelte Realverbräuche sehen:
https://www.verbrauchsrechner.de/fahrzeuge/

Moderne Fahrzeuge sind eben etwas kräftiger motorisiert und aerodynamischer, dafür aber auch bedeutend schwerer, was den Verbrauch wieder in die Höhe treibt.

dass ältere Fahrzeuge viel mehr verbrauchen, stimmt also nicht, von Extrembeispielen mal abgesehen.

Unterm Strich stehen ältere Fahrzeuge kostenmäßig gar nicht schlecht da.

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Erstmal brauchst du für einen angemeldeten Oldtimer eh ein normales Alltagsauto...

Vom Verbrauch her hat sich in den letzten 30 Jahren nicht viel verändert, hab selbst nen 83er Corolla und der kommt mit 7l inner Stadt aus wenn ich zügig fahre. Du darfst aber auch nich vergessen dass ein Oldtimer technisch keine Probleme macht aber dafür hast du Kosten um die Karosse instand zu halten.

Wie in deinem Fall mit nem kaputten Scheinwerfer darfste nich vergessen dass du den erstmal auftreiben musst. So ganz durchdacht haste deine Aussage nicht auch wenn ein altes Auto schon seine Vorteile mitbringt aber kosten tuts durchaus genausoviel.

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Kommentar von roboboy
05.03.2017, 12:34

Erstmal brauchst du für einen angemeldeten Oldtimer eh ein normales Alltagsauto...

Wie meinst du das? Mir ist diese Regelung nur bei den 07er Kennzeichen bekannt. Ein Oldtimer mit H-Kennzeichen darf man völlig uneingeschränkt auch im Alltag nutzen, meines Wissens nach. Und mein Onkel macht das auch^^

LG

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Obwohl dein Beispiel etwas unausgewogen ist. Hast du recht.

Der Golf 1 mit 115 PS verbraucht Ca 5 Liter.

Der Golf 7 mit 110 PS verbraucht Ca 5 Liter.


Der Golf 7 wiegt zwar fast doppelt so viel wie der 1er, aber darum geht es im Moment nicht.

Wenn beim 7er eine Steuerung- Elektronik- Kabelbaum Schaden …( etwas in der Art ) auftritt. Kann man sich von den Reparaturkosten wahrscheinlich 5-6Stück, Golf 1er 2er oder 3er kaufen. Man verzichtet aber auf Komfort. Servolenkung, Airbags, Sitzheizung, Klimaanlage... (einiges davon gibt es sicher auch bei den älteren Modellen.).

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So - oder zumindest so ähnlich - ist es auch.

Du hast jetzt sogar noch die ganze Energie- und Ökobilanz vollständig unberücksichtigt gelassen.
Es gibt in der materiellen Welt in meinen meinen Augen kaum etwas Verwerflicheres, als sich viel zu früh ausgerechnet ein neues/anderes Auto zu kaufen, obwohl man es nicht benötigt. 
Wie auch immer: der Industrie/Wirtschaft tut es gut.

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Das kann man natürlich - wie alles - nicht verallgemeinern.
Es kommt auf die Fahrleistung, den Verbrauch und die Reparaturhäufigkeit an - und, ob man überhaupt noch Ersatzteile "von der Stange" bekommt.

Wenn man dann auf 100.000 km dann 10.000€ mehr an Sprit braucht, dürfte sich das Sparpotential relativieren. Zudem waren die früheren Autos und auch der Ford Capri kein Ausbund an Zuverlässigkeit.

Und, ein gut gepflegter Capri, wenn man ihn jetzt kaufen will, dürfte auch nicht zum Schnäppchenpreis zu haben sein.

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