Alte Foto-Abzüge digitalisieren

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Ich denke mal so... Entweder man nutzt einen Foto-Scan-Service oder man kauft sich einen Scanner. Ich habe mal nach einem Foto-Scan-Service gegoogelt und muss feststellen, dass bei bis zu 1.000 Bilder, das schon der Preis eines Scanners ist. Zum Scanner sei noch gesagt, dass es da auf die Größe der alten Fotoabzüge ankommt. Gruss

Ganz so einfach ist das nicht. Wenn am Ende etwas brauchbares herauskommen soll sollte man wissen, was man da tut und wie es richtig geht.

Wer seine Bilder zum Digitalisieren abgibt sollte sich über die Auflösung im Klaren sein. Dieser Wert (in DPI) kann erfragt werden. Damit kann man sich überlegen, ob die evtl. kleinen Fotos ausreichend viele Punkte liefern. Evtl. kann/muß man hierzu beim Auftrag Angaben machen. Wenn man das selbst macht muß man sich diese Frage ebenfalls stellen bzw. tastet die Bilder pauschal mit maximaler Qualität ab.

Bei einem Dienstleister kann man einen halbwegs korrekten Weißabgleich erwarten. Macht man es selbst, muß man sich auch darum kümmern.

Das nächste Problem ist die Vorlage selbst. Sieht man mal von beschädigten Fotos ab, so liegt die nächste Falle in der Oberfläche. Bei absolut glatten Oberflächen sind selten Probleme zu erwarten. Es wurden aber viele Abzüge gerne in seidenmatt o.Ä. bestellt. Da ist die Oberfläche des Abzugs fühlbar rau. Legt man ein solches Bild auf den Scanner und tastet es mit hoher Auflösung ab fängt der Ärger an. Das ist natürlich auch hinzubekommen, aber für den Laien überfordernd. Ob ein Dienstleister Fotos mit einer solchen Oberfläche annimmt oder evtl. mehr berechnet ist mir nicht bekannt.

Ein anderer Weg ist das Abfotographieren. Kann man machen, jedoch sollte man auch diesen Weg mit Sinn und Verstand beschreiten. Problem hierbei ist das richtige Licht. Nimmt man formatfüllend auf, so hat das digitalisierte Bild etwa die Auflösung der Kamera. Unter Umständen muß man noch beschneiden wenn sich die Bildformate unterscheiden. Selbstverständlich sollte man korrekt fokussieren und muß auch auf Reflexionen der Lichtquelle achten. Hilfreich ist hier ein Lichtzelt. Das Problem mit evtl. nicht glatten Oberflächen der Fotos tritt dabei weniger stark in Erscheinung. Ich würde eine gute SLR auf einem Stativ mit Festbrennweite verwenden. Die Fokussierung manuell vornehmen und für die Bilder eine Art Halterung verwenden. Dann muß man nur einmal ausrichten und fokussieren. Solange die Bilder die gleiche Größe haben kann man dann einfach nur die Bilder tauschen und auslösen. Zum Auslösen sollte man dann einen Kabel- oder Funk- bzw. IR-Auslöser verwenden um die Kamera nicht zu bewegen.

Den Scanner würde ich bei Fotos ohne glatte Oberfläche nur verwenden, wenn es sich um besondere Bilder handelt und die Anzahl ca. 10 nicht übersteigt.

Evtl. hast du aber von den Bildern noch die Negative? Wenn das der Fall ist, dann wird es für diese Bilder deutlich einfacher. Negative lassen sich hervorragend bei einem Dienstleister in super Qualität digitalisieren. Auch für Scanner gibt es Durchlichtaufsätze um Negative zu digitalisieren (ich habe meinen noch nie ausprobiert). Gehst du den Weg über Negative, so würdest du vom Dienstleister die bekannte(?) Foto-CD erhalten.

Die Antwort auf deine Frage steckt also in den Voraussetzungen seitens der Bilder und deiner Möglichkeiten. Mit diesen Informationen solltest du dich aber jetzt für deinen Weg entscheiden können.

Bei 1000 Bildern sollte man den Zeitaufwand nicht unterschätzen. Man könnte die Bilder eventuell mit einer guten Digitalkamera abfotografieren, aber die Ergebnisse sind meistens nicht so der Hit.

LA

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