Als Unternehmer Firmenwagen kaufen 19% Steuer absetzen und Fahrtenbuch führen, kann mir jemand das alles erklären?

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4 Antworten


Bringt das alles was oder soll ich ihn lieber als Privat anmelden?

Das kommt drauf an.

Ein Fahrzeug, welches zu mind. 50% betrieblich genutzt wird muss zwingend in Betriebsvermögen. Zwischen 10 und 50% besteht die Wahl. Unter 10% ist es Privatvermögen.

Was für dich sinnvoller ist, fällt in den Bereich individuelle Steuerberatung und die ist für die Gewinneinkunftsarten den Steuerberatern vorbehalten.


Kann mir jemand mal das ganze System erklären was mir das alles am Ende bringt?

Klar. Die Berufsgruppe nennt sich Steuerberater. Wenn du Unternehmer bist (besonders als umsatzsteuerpflichtiger Regelunternehmer), solltest du einen bemühen.

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Kommentar von AFI910
24.07.2016, 00:18

Leider hat dieser keine Zeit in letzter Zeit, und hat mir einfach mal n Fahrtenbuch in die Hand gedrückt und mir gesagt ich soll dieses erst mal führen

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Das kommt auch ganz stark auf das Gewerbe und das Fahrzeug an. Genau wie Fahrer eine rolle spielen.

JEDER Kilometer und JEDE PUPS KLEINIGKEIT MUSS eingetragen werden, schleicht sich ein Fehler ein, kann das Ding bei einer Prüfung für ungültig erachtet werden und Du zahlst nach.

Wenn man das Fahrzeug nun wirklich auch privat nutzt ist diese 1% Regelung schon ganz OK.

Aber wie gesagt ohne ein wenig Infos kann ich nichts genauer erklären

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An anderer Stelle schon geschrieben: Das will niemand wirklich in Gänze erklärt bekommen - Versprochen!

Grundsätzlich ist es so: Pkw im Rahmen des Unternehmens gekauft, dann haben wir als umsatzsteuerliche Unternehmer den Vorsteuerabzug.

Kein Thema bei einer Produktionsmaschine. Fall klar.

Beim Auto handelt es sich beim Einzelunternehmer (oder auch in der Personengesellschaft) in der Regel um ein gemischt genutztes Wirtschaftsgut.

Jetzt will die Steuergerechtigkeit und auch der Staat eine gewisse Gleichheit erreichen. Zwischen den Steuerpflichtigen mit Vorsteuerabzug und denen ohne (insbesondere Arbeitnehmern).

Da das Auto bei einer Privatfahrt nicht entnommen wird, sondern nur die Nutzung haben wir eine Nutzungsentnahme. Diese ist ein (umsatz-)steuerpflichtiger Eigenverbrauch.

Jetzt kommt die Problematik: Entweder ist eine pauschale Versteuerung besser - Das ist die 1%-Regelung, die vom Gesetzgeber sogar in den § 4 EStG aufgenommen wurde oder eben die Zurechnung nach tatsächlichen Verhältnissen.

Wie nun einmal Pauschalen so sind. Für einen sind sie vorteilhaft, für andere eben von Nachteil.

In der Regel ist die 1%-Regelung eine ganz angenehme Veranstaltung und wird deshalb auch häufig gewählt. Weil das Fahrtenbuch wird vom Finanzamt richtig geprüft, wenn es eine Prüfung gibt. Es kann sogar bei der Veranlagung bereits angefordert werden.

Ich zitiere da gern und immer wieder einen Finanzbeamten, der zu mir sagte: Das Fahrtenbuch, dass ich nicht verworfen habe ist noch nicht geschrieben. Daher ist gerade die sorgfältige Lektüre der Beschreibung ganz wichtig.

Private Fahrten braucht man als solche nur kennzeichnen. Auch soweit vorhanden Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte bzw. zurück. Klar km am Anfang und Ende der Fahrt müssen natürlich zwingend mit den gefahrenen km stimmen.

Aber auch die Umwege sind okay. Und auch darauf achten Finanzbeamte richtig gern. Sieht man beispielsweise eine Abbuchung per ec-Karte vom Bankkonto - privat oder betrieblich egal - dann verändert dieses natürlich die km.

Darauf wird geachtet. Ebenso auf die Fahrten zur Tankstelle usw. Was auch immer wieder Streit verursacht, dass ist die Spalte mit dem Grund der Geschäftsreise.

Ist dieser nicht genau genug umschrieben, wird es spätestens hier Diskussionen geben.

Eine Diskussion bedeutet in der Regel, dass man vom Finanzamt entweder das Fahrtenbuch gleich verwirft oder um entsprechende Anwendung der 1%-Regelung bittet.

Darum: Auch wenn der Steuerberater sich da mal keine Zeit genommen hat - Er macht einen ausgezeichneten Eindruck. Denn hier kann er gleich die Schwachstellen sehen, auch wenn der individuelle Finanzbeamte das anders sieht (insbesondere im Bezug auf den Anlass).

Und er kann ganz konkret die Wirkungen ausrechnen und ist nicht auf Schätzungen angewiesen. Wichtig ist, dass das Fahrtenbuch im Auto liegt. Ganz toll sind allgemeine Polizei-Kontrollen! Fahrtenbuch mit zeigen und Polizei bitten die Kilometerstand zu bestätigen. Machen nicht alle, andere sind dazu gern bereit.

Wobei natürlich der Kilometerstand auch bei jedem Werkstattbesuch auf der Rechnung zu vermerken ist. Daher bitte genau den Stand bei 'Einlieferung' angeben.

So - Verkauf. Auch wieder ganz grobe Schilderung. Wenn Du den Wagen verkaufst, dann ist das natürlich eine umsatzsteuerliche Lieferung. Der Wagen ist mit Umsatzsteuer zu verkaufen. Unabhängig, ob an privat oder nicht.

Komplexer sind die Betrachtungen in einem Schadensfall. Also bei Unfall usw. wegen der umsatzsteuerlichen Probleme Angaben vermeiden. Die Versicherungen streiten da ganz gern, ob sie bei Schadenersatz die Umsatzsteuer nun zahlen müssen oder nicht. Also im Falle eines Falles - Steuerberater gleich vom Unfallort anrufen.

Das wäre jetzt mal so ein grober Überblick. Viel Spielraum gibt es ohnehin nicht, sich zu entscheiden. Daher auch: Super Steuerberater, wiederhole ich an dieser Stelle gern!

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Wenn du privat anmeldest musst du zwar 100% den ganzen preis bezahlen dafür gehöhrt das auto dir für immer wenn du es andersherum machst musst du wenn du die firma verkaufst auch dein auto abgeben

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Kommentar von Dirk-D. Hansmann
25.07.2016, 03:49

Hä? Da spricht aber nicht die Lebenserfahrung, sondern ein irgendwie mal was in der Richtung gehört und weiter gedacht. Die erdachte Antwort ist falsch.

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