Als selbstständiger von der freiwillig gesetzlichen KV in die PKV sinnvoll?

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13 Antworten

Eine PKV lohnt sich nur dann, wenn der Versicherungsnehmer gesund ist und ein mtl. gleichbleibendes Netto-Einkommen als Selbständiger von mindestens 4.000 € hat.

Als Existenzgründer sollte er auf jeden Fall die ersten 3 Jahre in der GKV bleiben, da sich die mtl. Netto-Einkünfte auch verändern können.

In eurem Fall, würde ich aber von einer privaten Krankenversicherung abraten.

Er hat bereits auch durch eine Routine Op eine Lungenembolie überstanden und leidet an Schlafabnoe.

Bei einer PKV, müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden und alleine diese Info, bedeutet, dass es zumindest einen Beitragszuschlag geben wird, oder evt. sogar eine Ablehnung.

Ich bin 32 Jahre alt, bin Erzieherin auf geringfügiger Beschäftigung und in der Familienversicherung.Wir haben zwei Kinder. Im Moment sind wir freiwillig gesetzlich Versichert.

Auch dies wäre dann nicht mehr möglich, denn eine Familienversicherung gibt es bei der PKV nicht.

Da müssten alle Personen mit eigenen Tarifen krankenversichert werden.

Oder die Ehefrau und die Kinder könnten in der GKV bleiben, aber mit eigenen Beiträgen.

Für den Beitrag der Ehefrau (GKV) würde für die Beitragsberechnung, das hälftige Einkommen des Ehemannes herangezogen werden.

Also - tut euch selbst einen Gefallen, und bleibt alle in der GKV.

In diesem Fall spart ihr als GKV-Versicherte einige Hundert Euro im Monat - gegenüber der PKV.

Schließt lieber eine Kranken-Zusatzversicherung ab, die überschaubar ist.

Gruß Apolon

Du redest gerade von Schlafabnoe und einer Lungenembolie.

Das sind Vorerkankungen die bestenfalls zu einem Risikozuschlag führen nach meiner Erfahrungen aber ehr Ausschlusskriterien sind.

Es ist richtig, dass es PKV Anbieter gibt, die nicht altersbedingt teurer werden und generell seriöser sind als andere. Solche Anbieter wollen aber zumeist keine Gründer (= weniger als 12-36 Monate selbständig) haben und ebenfalls keine Leute mit derartigen Vorerkankungen.

Ferner würdest du dich ja dann selbst gegen Beitrag versichern müssen als freiwilliges Mitglied der GKV oder ebenfalls privat, wenn du nicht mind. 450,01 € verdienst, Kinder mal ganz außen vor.

Bei einer freiwilligen Versicherung zählt das hälftige Einkommen deines Mannes für dich mit als Beitragsgrundlage und bei einer PKV sind auch wieder Gesundheitsfragen zu beantworten.

Verdient dein Mann mehr und auch über JAEG können auch die Kinder nicht familienversichert werden, selbst wenn du in der GKV bliebest.

Eine Rückkehr in die GKV ist immer dann möglich, wenn vor dem 55. Geburtstag Versicherungspflicht eintritt. Danach ist der Zug abgefahren.

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Wende dich gerne an einen Maklerkollegen der sich sowohl mit PKV und auch GKV auskennt und lass ihn mal ein paar anonyme Vorabanfragen an verschiedene Versicherer stellen. Dann kennt ihr die Risikozuschläge oder Ausschlüsse der Anbieter.

Danach soll mal bitte eine Kostenrechnung und Gegenüberstellung erfolgen und ich garantiere, dass GKV (Er) + FamV (Du) unterm Strich günstiger ist als PKV (Er) + GKV freiwillig (Du).

Das einzige was er privat absichern sollte ist ein Krankentagegeld.

Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort. Da wir von der GKV kein krankentagegeld erhalten, weil wir zu 100% Mitarbeiter haben, sind wir über Ratschläge von verschiedenen Versicherungen dankbar. Gibt es da Empfehlungen?

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@incilove

Keine Abschlussempfehlung ohne Beratung(sdokumentation) und Bedarfsanalyse!

Sucht einen Maklerkollegen in eurer Nähe auf. Wenn ihr am Nieder- oder Mittelrhein wohnt könnt ihr euch gerne an mich wenden, aber über das Internet eine Abschlussempfehlung konkret auszusprechen bringt mir ein Haftungsproblem, also nein.

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In der von dir geschilderten Konstellation ist ein Wechsel in die private Versicherung nicht anzuraten.

Ganz davon abzusehen, dass dein Mann wahrscheinlich ein Problem hätte, überhaupt einen Versicherer zu finden.

Eine kostenlose Familienversicherung gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht.

Er hat bereits auch durch eine Routine Op eine Lungenembolie überstanden und leidet an Schlafabnoe


Das kann zu Beitragszuschlägen oder auch einer kompletten Ablehnung führen. Kommt auch drauf an wie lange das her ist. 

und die Beiträge momentan günstiger.

Äh...sicher? Ich hoffe doch hier wurde auch die Prämie für die Kinder und dich mit berechnet, denn ihr könnt in der PKV, anders als in der GKV, nicht kostenlos versichert werden. So hoch kann die Ersparnis da nicht sein. Und auf Dauer muss man zusätzlich jeden Monat noch ein paar Hundert Euro zur Beitragsentlastung im Alter beiseite legen. Denn:

Uns wurde auch immer wieder versichert das diese auch nicht ansteigen werden, auch im Rentenalter nicht. 

Von wem? Das ist schlicht und ergreifend gelogen. Okay, im Rentenalter dann vielleicht nicht mehr (zumindest nicht mehr so stark) aber bis dahin werden die Prämien fast jedes Jahr steigen (die GKV Prämien durch Erhöhung der BBG übrigens auch). 

Im Rentenalter sollen dann die zusätzlichen Altersrückstellungen und das angesparte Geld durch den gesetzlichen Zuschlag weitere Beitragserhöhungen verhindern. Kann funktionieren, aber es ist ganz einfach Fakt dass die Prämie in über 20 Jahren DEUTLICH höher sein wird als heute. Dass diese erhöhte Prämie zu Rentenbeginn dann (evtl.) nicht weiter steigt wird euch dann kaum etwas helfen. 


Zudem wurde uns immer wieder gesagt, dass es überhaupt kein Problem sein wieder in die GKV zu wechseln wenn es mit der Firma nicht mehr klappt und mein Mann in ein Angestelltenverhältnis wechselt


Wenn sein Einkommen dann dort unter der JAEG liegt, stimmt das tatsächlich. 

Aber was ist mit der 55 Jahre Grenze?

Dann stimmt es nicht mehr...


Erster Eindruck: Eine Familie in eurer Situation sollte in der GKV bleiben! Erst Recht, wenn die Selbstständigkeit gerade einmal seit 6 Monaten besteht. Da sind ja noch nicht mal die "Geburtswehen" richtig überstanden. Wenn in 2-4 Jahren das Geschäft richtig gut läuft kann man darüber vielleicht nochmal nachdenken. Bitte immer beachten: die PKV ist NIE das System in dem man auf lange Zeit gesehen viel Geld spart. Wenn das euer Hauptziel ist, seht komplett davon ab. Und ein Wechsel in die PKV sollte grundsätzlich mit der Perspektive und Absicht getätigt werden, dort bis ans Lebensende zu bleiben. 

Danke für die ausführliche Antwort, denn genau diese Bedenken und Zweifel hatte ich auch. Somit gehen wir den richtigen Weg und fahren mit unseren Zusatzversicherungen die wir auch vor der Selbständigkeit hatten, ganz gut. 

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@incilove

Dass euch nach der GESCHÄFTSGRÜNDUNG die "Versicherer die Bude einrennen" ist normal.

Aber kaum jemand dieser Vertreter weiß ja die gesundheitlichen Fakten.

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Bleibt in der GKV. Zum einen wegen der Mitversicherung der Kinder, zum anderen, weil der Wechsel von der PKV in die GKV später fast unmöglich ist. Und die Beiträge werden steigen, vor allem, wenn Dein Mann chronisch krank werden würde (was ich ihm nicht wünsche).

Dass die PKV Beiträge steigen werden ist korrekt, dass dies in irgendeiner Form mit einer chronischen Krankheit eines einzelnen Versicherten zusammenhängt ist natürlich Blödsinn. 

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Ich bin 32 Jahre alt, bin Erzieherin auf geringfügiger Beschäftigung
und in der Familienversicherung.Wir haben zwei Kinder. Im Moment sind
wir freiwillig gesetzlich versichert...

Hallo zusammen, da seid ihr aber ganz falsch informiert worden! Da wollen div. PKV-Versich.vertreter nur ihren "Reibach machen"!!!
In der Privaten Krankenversicherung (PKV) gibt es z.B. keine kostenlose Familien(kranken)versicherung. Somit hast weder du noch deine 2 Kinder kostenlosen Krankenversicherungsschutz wie bisher!

In der PKV muß jede Person in der Familie separat versichert werden.
Der Beitrag hierzu ist gestaffelt nach dem Eintrittsalter und Gesundheitszustand!

Schon bei einem Kind rechnet sich die PKV nicht mehr - geschweige denn bei 4 Personen!

Irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl, wir sollten in der GKV bleiben...
Da hat dein Bauchgefühl hier aber Recht ;-)

Gruß siola55

Hallo, ich hatte da wohl vergessen zu erwähnen, dass wir darüber schon augeklärt wurden dass jedes Familienmitglied abgerechnet wird. Haben auch bereits einige Aufstellungen der möglichen Beiträge erhalten. Aber vielen Dank für den Schubs 

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@incilove

Diese Hochrechnungen sind ohne die Risikoprüfung total nutzlos.

Denn die ausgewiesenen Beiträge gelten für kerngesunde Menschen, also sollte die in den letzten 5-10 Jahren niemals wegen einer Krankheit oder einer Verletzung in Behandlung waren.

Risikozuschläge sind nicht gedeckelt, kann also sein, dass der ausgwiesene Beitrag nur die Hälfte dessen ist was am Ende zu bezahlen wäre.

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Laßt die Finger von der PKV.

Insbesondere das Märchen des späteren "problemlosen" Zurückkehrens in die Gesetzliche ist Schnullschnulli: zum einen ist mit 55 Schluß damit, und zum anderen muß der Wechselnde in den 5 Jahren vorher bereits einmal GKV-Mitglied gewesen sein. Und es gibt noch weitere Hürden, siehe hierzu der Link am Ende meines Beitrages.

Im Alter steigen die Zipperlein (ein Blick in ein Ärzte-Wartezimmer reicht aus, um das zu bestätigen). Entsprechend steigen auch die PKV-Prämien, und zwar wesentlich drastischer als die jährlichen GKV-Anpassungen für Pflichtversicherte. Altersarmut betrifft nicht nur arme Hausfrauen, sondern immer mehr auch ehemalige Selbständige, deren Rente zum überwiegenden Teil von der Krankenversicherung aufgefressen wird.

Zunächst erscheint die freiwillige GKV viel ungünstiger als die PKV. Aber die PKV ist keine Familienversicherung: jedes Familienmitglied muß einzeln versichert werden, es sei denn, der Ehepartner ist selbst angestellt und hat die Kinder mit bei sich versichert.

Nochmals: Finger weg!

http://www.finanztip.de/pkv-rueckkehr-gkv/#c13914


Ich frage mich dann immer nur, warum versichern die PKV dann immer, dass man im Rentenalter mit ihren Beiträgen besser gestellt ist, als in einer GKV? Zudem bin ich unsere Versicherungen mal alle durchgegangen und musste Veststellen all die Leistungen die eine PKV anbietet, schon abgesichert zu haben.  

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@incilove

Ich frage mich dann immer nur, warum versichern die PKV dann immer, dass man im Rentenalter mit ihren Beiträgen besser gestellt ist, als in einer GKV?

Es kommt immer auf den Einzelfall an.

In eurem Fall trifft dies aber nicht zu (siehe meine Antwort zu deiner Frage) 

In folgenden Fällen trifft dies Aussage zu:

1. grundsätzlich bei allen Beamten,

2. wenn die PKV sich nur auf einen Erwachsenen bezieht, und die Ehefrau selbst GKV-versichert ist oder auch PKV-versichert.

Gilt auch für Selbständige.  Hier wird oft die Ehefrau innerhalb des Betriebes als Bürokraft beschäftigt und wird somit GKV-pflichtig.

 

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Im Alter steigen die Zipperlein (ein Blick in ein Ärzte-Wartezimmer reicht aus, um das zu bestätigen). Entsprechend steigen auch die PKV-Prämien

Bitte keinen kausalen Zusammenhang zwischen diesen beiden Fakten herstellen. Die PKV Beiträge steigen im Alter NICHT, weil der jeweilige Versicherte öfter zum Arzt muss. 

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"Die Leistungen die jede einzelne pkv anbiete sind gut und die Beiträge
momentan günstiger. Uns wurde auch immer wieder versichert das diese
auch nicht ansteigen werden, auch im Rentenalter nicht. "

das werden sie euch aber nicht schriftlich bestätigen

Das kann ich eben auch nicht so recht glauben 

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Die Leistungen die jede einzelne pkv anbiete sind gut und die Beiträge
momentan günstiger.

Falsch! hast du den Sachverhalt nicht verstanden?

Was glaubst du, welchen Beitrag die Ehefrau und die Kinder in der GKV zahlen müssen, wenn der Ehemann in die PKV wechselt?

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würde ich nicht machen. Eine G 29 Untersuchung der Lunge wird wohl vorgeschrieben seitens der PKV

Vermutlich Vorschädigungen bereits durch Lösungsmittel (hoffentlich nicht, ich habe immer mit A 2 Gasfilter gearbeitet - Andere leider nicht).

Dann sind Vorerkrankungen meist ausgeschlossen & im Alter kann es richtig teuer werden

Er achtet Gott sei dank sehr darauf mit welchem Material er (sprich Filter) arbeitet. Leider ist ihm während der Operation an der Nase das ganze Blut in die Lunge geflossen so dass er einige Tage im künstlichen Koma lag. Aber das ist eine andere Geschichte.... ich gebe dir recht , es ist ein Risiko Beruf der schwere Erkrankungen hervorrufen KANN nicht muss und es somit vorhersehbar ist, dass hohe Kosten auf ihn zukommen könnten. Aber ich bin mir durch alle diese Kommentare nun sicherer in unserer Entscheidung GKV zu bleiben.

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 wir sollten in der GKV bleiben.gibt es Selbstständige die eine solche Situation schon hatten? 

Ja die gibt es, mich.

Ich bin seit 14 Jahren selbstständig und in der GKV geblieben und vollkommen zufrieden. An eurer Stelle würde ich, gerade in Bezug auf die Familie und das Zukunftsrisiko in der GKV bleiben.

Vielen Dank für die Antwort. Und weiterhin viel er

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Hast du das schriftlich, dass die Beiträge nicht ansteigen? Wer weiß denn was da vor 10 Jahren geredet wurde. Nur was du schriftlich hast zählt. 

Gerade die PKV ist sehr gefährlich. Die Beiträge steigen stark an und du kannst nicht so einfach zurück. 

Bitte beachten, die Beiträge in der GKV steigen jedes Jahr, da sich jährlich die Beitragsbemessungsgrenze ändert.

Außerdem gibt es ständig in der GKV Leistungseinschränkungen, bzw. höhere Selbstbehalte.

Bedeutet, im Vergleich zur PKV, sind die Beiträge in den letzten 30 Jahren in der GKV höher gestiegen.

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Bleibt in der GKV!
Selbst wenn die PKV eventuell jetzt gerade günstiger ist wird das später wirklich teuer!

Sind das eigene Erfahrungen?

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Falsch!  Die PKV wäre jetzt schon teurer!

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@Apolon

Nach einer Lungenembolie und einer Schlaf-Störung findet er wahrscheinlich gar keinen Versicherer.

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Bleibt unter genannten Umständen unbedingt in eine GKV, evt. Zusatzversicherungen sine möglich......

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