Als privatperson der polizei hinterher fahren?

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9 Antworten

Davon halte ich erstmal gar nichts, aus diversen Gründen:

§ 35 StVO
Sonderrechte

(1) Von den Vorschriften dieser Verordnung sind die Bundeswehr, die Bundespolizei, die Feuerwehr, der Katastrophenschutz, die Polizei und der Zolldienst befreit, soweit das zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend geboten ist.

Wie willst du als "Nachfahrender" beurteilen, ob die Kollegen gerade in hoheitlichen Aufgaben unterwegs sind (Blaulicht und Sirene haben damit NICHTS zu tun!)

Als nächstes: Wie willst du eine Überschreitung dokumentieren, wie z.B. zu schnelles Fahren, wenn nicht, indem du EBENFALLS zu schnell fährst: Hier also die Frage: Bist du zur Verfolgung für Verkehrsordnungswidrigkeiten berufen, würdest also in hoheitlicher Aufgabe tätig werden? Eher nicht...

Vorfahrtsregeln etc. können auch deswegen missachtet werden, weil einem anderen Verkehrsteilnehmer nachgefahren wird, welcher zu kontrollieren ist. Ein Handy kann benutzt werden, da ein dienstliches Telefonat geführt werden muss etc.

Lange Rede kurzer Sinn: Selbst wenn du einen Verstoß feststellen kannst, wirst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Möglichkeit haben, die RECHTSWIDRIGKEIT zu beweisen.

------ Objektiver Modus Ende

Subjektive Meinung:

Ich persönlich bin schon oft mit diversen Kollegen (nicht mit allen, die meisten halten sich doch an die Verkehrsregeln, wenn wir nicht auf einem Einsatz sind...) zusammengerückt, da ich es wie du siehst, dass diese die Verkehrsregeln mehr als "lasch" auslegen. Dies hat meiner Meinung was mit Scheinheiligkeit zu tun (wir zeigen Autofahrer auf, welche ein Handy benutzen, der Kollege am Steuer telefoniert mit seiner Frau-.-) und gleichzeitig was mit unsere Vorbildfunktion (retten nun Gurte leben oder nicht? Wenn wir dran glauben, dann soll sich gefälligst jeder angurten, wenn nicht, dann soll aber auch keiner deswegen aufgeschrieben werden...)

Aber mit der Argumentation bin ich irgendwie immer sehr allein dagestanden, auch beim direkt Vorgesetzten war diese nicht sehr... "erfolgreich".

Ich persönlich denke, dass oben genannte "Polizei-Verkehrs-Rowdys" vom Dienstherren nicht geschützt werden sollten. Gleichzeitig bin ich mir aber sicher, dass deine Aktion nichts bringen würde und du dich nur selbst in Bedrängnis bringen könnte. Ich kann mich undeutlich an ein Urteil erinnern, bei dem einer das gleiche gemacht hat wie du vorhast, also einer Polizeistreife nachgefahren ist (zu schnell etc.) und dann nach §315c StGB seinen Führerschein für 9 Monate abgeben musste (glaube das war Absaatz 1 Nummer 2 a und d, aber das kann ich dir wirklich nicht mehr genau sagen...)

Ergebnis: Lass es lieber bleiben. Ich gebe dir Recht, dass einige Kollegen einen "Denkzettel" verdient hätten, die meisten haben aber einen Grund, wieso sie zu schnell fahren und du bist nun mal nicht befugt es ihnen gleich zu tun, um eine Übertretung festzustellen...

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Kommentar von peace1287
29.12.2015, 11:14

Also bist du Polizist??

Mhh und warum wurde ihm der Führerschein genommen?

Ich mein, solange ich mich an alle regeln halte, tu ich doch nichts was mich selbst in Bedrängnis bringt. 

Und ich habe schon oft gesehn das zb rechts vor links oder andere vorfahrtsregeln missachtet werden. Ich hab sogar mal beinahe nen Polizisten der mit motorrad unterwegs war zusammen gefahren. Und weist warum? Dieser idiot hat mich innerorts rechts überholt.. 

Kurz gesagt! Es nervt mich einfach, dass leute die eigentlich eine Vorbildfunktion haben und die aus diesem grund, selbst penibel genau an die regeln halten sollten, meinen sie können alles tun nur weil sie ne uniform tragen. Und das geht nicht! Den nach dem gesetz ist jeder deutsche bürger gleich gestellt. Egal ob mann, frau, egal welches alter und egalwelche stellung derjenige inne hat.. 

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Kommentar von siggibayr
29.12.2015, 14:41

Es geht nicht nur um die Erfüllung hoheitlicher Aufgaben. Das ist verhältnismäßig schnell zu begründen. Was keiner erwähnt, ist, dass die Erfüllung auch dringend geboten sein muß. Ein Abweichen von den Verkehrsvorschriften ist nämlich nicht bei jeder hoheitlichen Aufgabe erforderlich und somit hat er auch keine Sonderrechte.

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Solange du selbst keine Straßenverkehrsregeln verletzt, kannst du hinterherfahren.

Begangene Ordnungswidrigkeiten kannst zur Anzeige bringen. Glaube aber nicht, dass irgendjemand Interesse zeigt, das Owi-Verfahren durchzuziehen, da die Erfolgsaussichten sehr gering sind. 

Du musst aber auch damit rechnen, dass der Wagen irgendwann mal vor dir anhält, ein Beamter aussteigt und dir einen Platzverweis erteilt.

Hast du zusätzlich eine Kamera mitlaufen, rechne mit deren Beschlagnahme durch die Beamten.

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Solange du dabei die Verkehrsregeln einhältst und die Beamten weder belästigst oder nötigst (oder sonst irgendwie strafrechtlich relevant bedrängst) kannst du das gerne tun - wir sind ein freies Land.

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Die Zeit kannst du sinnvoller verbringen weil du keine Aussicht auf Erfolg hast.

Du kannst auch nicht verfolgen welche Anweisungen sie über Funk bekommen und welche Maßnahmen notwendig sind.

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Kannst du gern machen. Wenn sie aber ihre Rechte nach § 35 StVO in Anspruch genommen haben stehst du da mit kurzer Hose und Holzgewehr.

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Nur zu - ist deine Freizeit.

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Das ist natürlich erlaubt, wobei ich nicht weis wie viel chance du da gegen die staatgewalt hast.. aber du werst mein persönlicher Hero ;)

Peace

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Kommentar von Elivbv
29.12.2015, 11:59

Und Du solltest Dir mal einen Duden zulegen!

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Ich verstehe die ganze Aufregung  nicht. Es kommt mir so vor, als ob der Eine neidisch auf das dickere Butterbrot des Anderen ist. Oder auch der Opa, der am Fenster steht und alle Falschparker aufschreibt. Lass sie doch fahren, sie belästigen dich doch nicht. Wenn sie in diesem Fall auch etwas gleicher als Normalbürger sind, was soll's, keep cool. ;)

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Gibt es in amerika bereits. Cop watch nennt sich das. Erfreut sich in letzter zeit steigender popularität.

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