Als "Pikten" galten bemalte Stämme Schottlands - wer aber waren die "Scoten"?

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2 Antworten

Pikten (lateinisch: Picti; pingere = malen, bemalen, pictura =Malen, Malerei, Gemälde) war zuerst eine Bezeichnung von Römern für im heutigen Schottland einheimische Stämme (erste erhaltene Textstelle im Jahr 297 bei Eumenius). Die Römer hatten einen Teil Britanniens erobert und Auseinandersetzungen mit Völkern nördlich der Grenze der römischen Provinz Britannia. Die Pikten sind anscheinend eine Verschmelzung der Stämme der Caledonii und der Maeatae gewesen.

Skoten (lateinisch Scoti bzw. Scotti) war zuerst eine Bezeichnung von Römern für aus Irland in den römischen Bereich einfallende Leute. Längere Zeit bezog es sich auf Leute, deren Sprache Gälisch (Goidelic) war. Die Skoten waren aus Irland kommende Kelten, die in der Spätantike und im frühen Mittelalter Raubzüge nach Britannien unternahmen und von denen welche dort einwanderten, zuerst im Westen (schottisch-gälisch Earraghaudheal „Gälenküste“, englisch Argyll). Es entstand das Reich des Königshauses der Dalriada (altirisch: Dál Riata).

Seit Skoten in Schottland ansässig waren (wohl etwa seit 500), können mit der Bezeichnung Stämme Schottlands gemeint sein. König Kenneth MacAlpin (Cináed mac Ailpí) hat die Reiche der Skoten und der Pikten vereinigt (843) und sie verschmolzen dann. Ab dem 10. Jahrhundert gibt es Belege für eine Bezeichnung Königreich Scotia.

Auf dem Gebiet des heutigen Schottland waren außerdem im Südwesten (Königreich Strathclyde/Srath Chluaidh/ Ystrad Clud [‘Tal des Clyde’]/Alt Clut) Britonen (romanisierte Kelten) ansässig, in den Südosten (Lothian) erstreckte sich das angelsächsische Königreich Bernicia (dann zum Königreich Northumbria ausgedehnt), das auch keltische Bevölkerung (z. B. die Gododdin, wohl Nachfahren eines von Römern Votadini genannten Stammes) hatte

Es gab auch Züge von Wikingern (Nordmännern aus Skandinavien), die Angriffe durchführten und Siedlungen bewohnten.

Bücher zur Geschichte Schottlands enthalten Darstellungen, z. B.:

Graham and Anna Ritchie, Scotland : archaeology and early history. Second paperback edition. Reprinted. Edinburgh : University Press, 2003, S. 121 -182

Ian B. M. Ralston and Ian Armit, The early historic period: an archaeological perspective. In: Scotland after the ice age : environment, archaeology and history, 8000 BC - AD 1000. Edited by Kevin J. Edwards and Ian B. M. Ralston. Edinburgh : Edinburgh University Press, 2003, S. 217 – 240

ein kurzer Abriß zur Geschichte:

Schottland : [mit Special-Guide Whisky]. Text: Madeleine Reincke mit Beiträgen von Eberhard Bort, Achim Bourmer, Helga Cabos, Hansjörg Meyer, Reinhard Paesler, Reinhard Strüber, Martina Ueberschaar und Ulrike E. Weiß. Bearbeitung: Baedeker-Redaktion (Madeleine Reincke)]. 10. Auflage. Ostfildern : Baedeker, 2011 (Baedeker-Allianz-Reiseführer), S. 42:
„Die Pikten (röm.[isch] Picti = Tätowierte), 297 erstmals urkundlich erwähnt, errichten zunächst ein Reich nördlich des Firth of Forth, mit der größten Ausdehnung unter Oengus (Angus) I. (729 – 761). Die eigentlichen Skoten oder Schotten, von den Römern als Scotti bezeichnet, sind Iren und greifen von Irland aus die Westküste des römischen Britannien an. Sie errichten um 500 in Argyll und auf den westlichen Inseln das Königreich Dalriada mit der Felsenfestung Dunadd. Skotenführer Kenneth MacAlpin (Kenneth I.) vereinigt sein Herrschaftsgebiet mit dem der Pikten und ernennt das keltische Scone zur Hauptstadt. Das 843 unter Kenneth I. vereinigte Reich heißt anfangs Alba, ab dem 10. spricht man vom Königreich Scotia. In der Regierungszeit Malcolms II. (1005 – 1034) wird der Vereinigungsprozess abgeschlossen und das Königreich besitzt etwa die heutigen Grenzen Schottlands.

Nach dem Überfall auf das Inselkloster Lindisfarne in Northumbria im Jahre 793 nehmen die Wikingerraubzüge massiv zu. Im 9. J[ahr]h.[undert] besetzen und besiedeln sie nicht nur die Hebriden. Die Jarls (Herrscher) von Orkney beherrschen Caithness, Sutherland und Teile von Ross, die bis 1266 unter norwegischer Hoheit bleiben.“

Information in einem Nachschlagewerk zur Antike.

Malcolm Todd, Scotti. Übersetzung: I. S. G. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 11: Sam - Tal. Stuttgart ; Weimar, Metzler, 2001, Spalte 290:
Scotti (Scoti, «Schotten»). Kelt.[isches] Volk, nach röm. [ischen] Angaben wild und kriegerisch, das urspr.[ünglich] im Norden von Hibernia (Irland) siedelte (Oros. 1,2,81 f.). Die S.[otti] setzten zu Ende des 4. J[ahr]h.[unders] n. Chr. teilweise nach Britannia über (Amm. 18,2,3; 26,4,5; 27,8,1; 29,4,7). Das Christentum wurde ihnen in Hibernia durch den Diakon Palladius vor 431 n. Chr. vermittelt (Prosp. 1301). Bei den S.[cotti] entwickelte sich eine sehr aktive Klosterkultur.“

Oros. = Orosius

Amm. = Ammianus Marcellinus

Posp. = Prosper von Aquitanien

Die Schotten sind die schottischen Einwohner generell, Pikten sind glaube + ich nur der den Römern bekannteste Stamm.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pikten

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