Als Nicht-Moslem/Christ in die Kirche/Moschee?

13 Antworten

"Und könnte ein Nicht-Christ in einer Kirche eine Christin heiraten?"

Möglich, aber nicht unbedingt eine gute Idee.

An den wesentlichen Punkten sollte ein Ehepaar sich einig sein, an einem Strang ziehen. Wenn das nicht der Fall ist, belastet das schon mal die Beziehung.

Der zweite Punkt ist ja, dass die Christin zwischen zwei Stühlen ist. Eigentlich müsste Gott bei ihre Priorität haben und alles andere ordnet sich dem unter. Nur wie soll das gehen mit einem Ehemann, der Gott nicht anerkennt, als Phantasiefigur empfindet?

Außerdem werden sich beide Ehepartner gegenseitig missionieren. Den Fall, dass der nichtchristliche Ehepartner zum Glauben fand, kenne ich nicht, aber den, dass der christliche Ehepartner nicht mehr zum Gottesdienst ging, nur noch heimlich betete und am Ende den Glauben verloren hat.

Die Frage wäre ja auch, aus welcher Motivation heraus die Christin heiratet. Wenn laut ihrem Glauben auch ein Leben ohne Ehe und Sex glücklich und erfüllend sein kann, passt ein Verhalten, das in Richtung "Ich habe Angst, etwas zu verpassen" geht, nicht dazu. Und das wäre ja der Fall, wenn sie einen Mann liebt, der von ihr im Prinzip auch verlangt, ihrem Gewissen zuwider zu handeln.

Natürlich darf man sowohl als Muslim eine christliche Kirche besuchen, wie umgekehrt auch als Christ oder Ungläubiger eine Moschee. Vorausetzung ist allein, dass man sich an die jeweils gültigen Regeln hält und nicht stört.

Schwieriger wird es allerdings, wenn es ums Heiraten in einer christlichen Kirche geht. Da würde ich dir dann das direkte Gespräch mit dem zuständigen Pfarrer empfehlen. Der wird im Gespräch die jeweilige "Christlichlichkeit" der Christin etwas prüfen und darüber hinaus dem Nicht-Christen eine "Unbedenklichkeitesbescheinigung ausstellen oder, je nach  gesinnungsmäßiger Ausrichtung des Bräutigams auch verweigern. Im Grunde macht eine kirchliche Trauung nur Sinn, wenn beide Teile auch von der Sinnhaftigkeit dieses Brauchs überzeugt sind.

Ich bin katholischer Christ und habe schon in Russland eine orthodoxe Kirche und in Ägypten eine Moschee besucht. Natürlich nicht zum Gottesdienst, sondern zur Besichtigung. Umgekehrt habe ich keine Probleme damit, wenn Andersgläubige den Aachener Dom besichtigen.

Wenn man sich in einem fremden Gotteshaus mit dem gleichen Respekt verhält wie im eigenen, sollte dies kein Problem sein.

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