Als Minderjährige im Internet bestellen

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Kann ich einfach allein bei H&M und co bestellen ?

Nein.

Deine Bestellung wäre nur unter falscher Anmeldung möglich, was eine Straftat darstellt (§ 263a StGB, Computerbetrug) was H&M spätestens dann auffällt, wenn dein Einkauf von deiner Mutter widerrufen und für nichtig erklärt würde.

G imager761

karo13 03.12.2013, 19:23

Hmm aber worin genau besteht der Vermögensvorteil bzw. der Vermögensschaden bei H&M? Sie hat ja vor die Sachen auch zu bezahlen. Wenn die Eltern nicht einwilligen, werden die Sachen halt zurückgeschickt. Ich glaub aber strafbar ist das nicht...

1
imager761 03.12.2013, 19:51
@karo13

Ich glaub aber strafbar ist das nicht...

Da glaubst du was Falsches und hättest mal besser in Wirtschaftslehre aufpassen sollen :-(

Natürlich entsteht dem Unternehmen ein betriebswirtschaftlicher Schaden: Die Retoure fährt der Paketdienst nun nicht umsonst, Mitarbeiter müssen ohne Gewinnschöpfung bezahlt werden, Betriebsmittel und Energiekosten werden verschwendet und bei Widerruf könnte nicht mal eine Nutzungsentschädigung oder Rückporto verlangt werden :-)

Im Übrigen gilt: "Der Versuch ist strafbar", § 263 II StGB i. V. m. § 263a II BGB :-O

0
karo13 03.12.2013, 19:59
@imager761

Wer sich so schulmeisterlich aus dem Fenster lehnt, sollte sich erstmal die Tatbestandsmerkmale des § 263 a StGB ansehen.

"Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen..." - das seh ich hier nicht, insbesondere nicht bezogen auf die Kosten der Versendung. Sie bestellt ja nicht in der Absicht, H&M Kosten entstehen zu lassen, und einen Vorteil hat sie davon schon gar nicht. Kurzum ich seh die Tatbestandsmerkmale nicht erfüllt und damit keine Strafbarkeit.

2
Haglaz 03.12.2013, 20:10
@imager761

Der Tatbestand des Betrugs ist nicht erfüllt. Nicht nur müsste es einen Vermögensschaden, sondern auch eine Vermögensverfügung geben, das heißt eben dieser Schaden des einen ins Eigentum des anderen oder eines Dritten übergehen, außerdem muss Stoffgleichheit vorliegen.

2
jurafragen 03.12.2013, 19:55

Das mag ja nach § 269 StGB strafbar sein, die wesentlichen Tatbestandsmerkmale des § 263a StGB sind aber nicht erfüllt, zumal auch der Volljährige Käufer ein Widerrufsrecht hat, um hier mal das Argument des "betriebswirtschaftlichen Schadens" zu entkräften.

3

Bei Zalando zum beispiel kann man ab 14 Jahren alleine bestellen und sich dort anmelden. Dieser Hinweis kam bei mir jedenfalls bei der Zahlung :)

Erstmal, wenn du mit deiner eigenen Kreditkarte bestellst, dann geht das nur bei bestimmten Websiten. Weil die sehen des ja, wie viel Jahre alt man ist, weil die Info auf der Karte steht. Also in Amazon geht das aber in Ebay nicht. In H&M bin ich mir nicht sicher, aber du kannst es versuchen. Wenn du dann bestellst, sagen dir dann entweder "Der Artikel wurde erfolgreich gekauft" oder "Du bist nicht volljährig".

du musst da dein alter angeben, aber natürlich kann man da auch flunkern. aber muss ja auch einer dann die Rechnungen bezahlen.

Kann ich einfach allein bei H&M und co bestellen ?

Theoretisch: Ja. Ob du bei H&M online bestellst, ist rechtlich nichts anderes, als wenn du alleine zu H&M geht. Falls deine Mutter dir das aber explizit untersagt, darfst du aber nicht ihr Geld dafür verwenden bzw. welches sie dir dafür gibt.

Manche Internethändler schließen Geschäfte mit Minderjährigen aus, ob das bei H&M so ist, weiß ich nicht, aber gesetzlich ist es nicht verboten.

imager761 03.12.2013, 19:29

Ja. Ob du bei H&M online bestellst, ist rechtlich nichts anderes, als wenn du alleine zu H&M geht.

Rechtsirriger Unfug :-(

Bestellungen im online-shop sind nur nach Anmeldung und nur durch voll Geschäftsfähige zulässig (AGB).

"Wer in der Absicht, sich (...) einen (...) Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er (...) durch Verwendung unrichtiger oder unvollständiger Daten, durch unbefugte Verwendung von Daten (...) den Ablauf beeinflußt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." § 263a I StGB.

Und da wäre der Fragesteller nun gerade strafmündig, um das selbst herauszufinden :-(

G imager761

0
karo13 03.12.2013, 19:48
@imager761

Es gibt aber keinen Vermögensvorteil für sie und keinen Vermögensschaden für H&M, von daher versteh ich nach wie vor nicht, warum das strafbares Verhalten sein soll.

1
hundsgemein1 03.12.2013, 20:01
@imager761

Bestellungen im online-shop sind nur nach Anmeldung und nur durch voll Geschäftsfähige zulässig (AGB).

AGB ist was anderes als das Gesetz.

Wenn ich am Kiosk was kaufen will, und der Betreiber sagt mir, dass er nur an 18jährige verkauft, und ich sage ich bin 18, dann ist das genau der gleiche Fall und nichts illegales.

Der von dir gepostete Passus hat REIN GAR NICHTS damit zu tun

2
Ratirat 04.12.2013, 08:05
@imager761

Sorry, imager, aber was du da schreibst, ist rechtsirriger Unfug. Nur eine Minderheit der Online-Shops fragt das Geburtsdatum bei einer Bestellung ab. Und selbst wenn, macht es keinen nennenswerten Unterschied, ob ich im Laden ein falsches Alter angebe oder online.

0

Nein. Deine Mutter musss eh zustimmne, die kann das Gerümpel ohne dich zu fragen zurückschicken, wenn sie das will. Und vor allme, wenn du zuviel kaufst. Und JA, man kann das , wenn man will, feststellen, wie lat du wirklich bist.

hundsgemein1 03.12.2013, 19:07

Doch. Und wenn sie das von ihrem Taschengeld kauft, greift der sog. Taschengeldparagraph, dann kann Mama das nicht zurückschicken (abgesehen vom Widerrufsrecht).-

0
charis0110 03.12.2013, 19:14
@hundsgemein1

Stellt sich jedoch die Frage, wie die gute Frau das zahlen möchte (per Nachnahme dann?!) und was man online an Daten angeben muss. Wenn sie ihr Geburtsdatum angeben mussund die online-Shops ein Mindestalter vorgeben, dann geht es eh nicht.

0
imager761 03.12.2013, 19:21
@hundsgemein1

Doch. Und wenn sie das von ihrem Taschengeld kauft, greift der sog. Taschengeldparagraph, dann kann Mama das nicht zurückschicken

Rechtsirriger Unfug ²

Lies doch erst einmal den § 110 BGB, bevor du solchen Unsinn verbreitest: "Ein von dem Minderjährigen (...) geschlossener Vertrag gilt als (...) wirksam, wenn der Minderjährige die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck (...) überlassen worden sind."

Und dann die §§ 107. ff BGB zu Einwilligung und Widerruf der Erziehungsberechtigten unter http://dejure.org/gesetze/BGB/107.html

0
karo13 03.12.2013, 19:50
@imager761

Und auch hier... vollständig zitieren hätte schon geholfen, so lang ist der Paragraf ja nicht.

"Ein von dem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters geschlossener Vertrag gilt als von Anfang an wirksam, wenn der Minderjährige die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind."

Taschengeld wird wohl in der Regel zur freien Verfügung gezahlt...

2
imager761 03.12.2013, 20:07
@karo13

Maximale sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit ersetzt leider keine Rechtskenntnis :-O

Zur "freien Verfügung" meint gerade nicht, dass man sich Taschengeld zusammenspart um sich (gleich ein paar) neue Pullis kaufen zu können.

Und: Entscheidend ist die von dem Paragrafen verlangte Bewirkung. Ein Vertrag, den ein Minderjähriger aber ohne die erforderliche, auch nachträgliche Einwilligung seiner Eltern abschließt, ist aber nichtig, gilt also von Anfang an als nicht bewirkt.

0
karo13 03.12.2013, 20:18
@imager761

Dito.

Das typische Lehrbuchbeispiel ist doch der Minderjährige, der sich eine Rolex zusammenspart, bei sowas hättest du wohl recht. Oder der Minderjährige, der Lotto spielt und von dem Gewinn ein Boot kauft.

Taschengeld zusammensparen ist aber grundsätzlich kein Problem, das entspricht ja auch dem Sinn von Taschengeld (mit Geld umgehen lernen). Und bei H&M kann man auch drei Pullis durchaus mal für nur 60 EUR bekommen. Ich sehe da kein Problem. Es kommt halt auf den Einzelfall an... Wenn § 110 greift, entfällt doch gerade die Einwilligung. Darum geht es doch '-.-

2
jurafragen 03.12.2013, 20:21
@imager761

Zur "freien Verfügung" meint gerade nicht, dass man sich Taschengeld zusammenspart um sich (gleich ein paar) neue Pullis kaufen zu können.

Genau das meint es im Zweifel schon, es sei denn im Innenverhältnis zwischen Eltern und Kind ist etwas anderes vereinbart. Wenn die Eltern aber kein Problem damit haben, dass sich die Fragestellerin von ihrem Taschengeld Kleidung kauft und das Problem allein darin liegt, dass die Eltern beim Kauf nicht dabei sein wollen, dann ist genau das von § 110 BGB umfasst. Wenn die Eltern dagegen meinen, es ist ganz toll,wenn die Kleidung ein paar Nummern zu klein ist, dann mag das wieder anders aussehen.

Außerdem ist auch nicht gesagt, dass für den Kauf mehrerer Pullover das Taschengeld über Monate angespart werden muss.

3
Haglaz 03.12.2013, 22:26
@imager761

Ein Vertrag, den ein Minderjähriger aber ohne die erforderliche, auch nachträgliche Einwilligung seiner Eltern abschließt, ist aber nichtig

"Ein von dem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters geschlossener Vertrag gilt als von Anfang an wirksam [...]" (§ 110 BGB).

1

Was möchtest Du wissen?