Als im mittelalter schon Plattenrüstungen verwendet worden, hat man dann noch Schilde getragen?

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5 Antworten

Ja wurde sie. Sie galt auch hauptsächlich zum parieren von Schwerthieben der Gegner. :)) Auch wenn die Pfeile einer Plattenrüstung wenig an haben kann, so ist ein Schwert hieb auf die Brust oder den Halzbereich sehr schmerzhaft :))

vielen dank, habe mir schon gedacht das so ein Harnisch gut gegen Pfeile geschützt haben. Nur ich war mir halt nicht ganz sicher ob die rüstung den schild ganz ablösen konnte.

-Mal zur Plattenrüstung, nach meinen Infos Schützt diese auch gegen einen Langbogen, nur was ist wenn der Kämpfer nur noch mehrere Meter vom Langbogenschütze getroffen wird?

  • Kurtz: schützt ein Plattenharnisch auch noch auf wenige Meter vor Langbogenbeschuss?
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@aaggee

Es kommt auf den Pfeil an. Die Britischen Longbows hatten mehrere Pfeilspitzen einer davon konnte Plattenrüstungen problemlos durchdringen.

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@hndrk

Mehrere Pfeilspitzen??? Da würde sich die Kraft ja auf alle aufteilen... Die britischen Langbogen konnten dank ihrer Zugkraft bis zu 2,5mm Platten durchschllagen.

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@hndrk

Ein kleiner Auszug aus Wiki zur Schlacht von Azincourt:

"Die nach der Klassifikation des Britischen Museums sogenannte „Kriegsspitze Typ 16“ war etwa 5 Zentimeter lang, lanzettförmig mit flach-elliptischem Querschnitt und kaum ausgeprägten Widerhaken. Auf Grund moderner Schießversuche weiß man, dass diese Kettenhemden und Plattenpanzerungen durchschlagen konnte.[12][13] Verwendet wurden außerdem Bodkin-Spitzen, die auf Grund ihrer kurzen kräftigen Vierkantspitze ebenfalls Plattenpanzerungen und Kettenhemden durchschlagen konnten.[12] Auch hier haben moderne Schießversuche gezeigt, dass ein mit einer Bodkinspitze versehener Pfeil bei einem Auftreffwinkel von 50 Grad einen Plattenharnisch von 1,5 Millimeter Plattenstärke durchschlagen kann.[14][15]"

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Auch wenn diese Frage schon vor 6 Monaten gestellt wurde, will ich auch mal darauf antworten.

Zunächst ist zu sagen: Man hat nicht Plattenrüstungen getragen - einige wenige haben volle Plattenpanzer getragen, da sie ob Material und Verarbeitungskosten ähnlich teuer wie ein Schlachtross waren. Kaufkrafttechnisch wäre das zu vergleichen mit dem Kauf eines Sportwagens. Daher waren Schilde auch weiterhin weit verbreitet unter dem einfachen Volk.

Zudem muss man erwähnen, dass nicht eben mal so in 1-2 Jahren plötzlich Plattenpanzer da waren, sondern diese Entwicklung Jahrzehnte und -hunderte gedauert hat. Da du aber schriebst "als man schon komplette Plattenrüstungen getragen hat", gehe ich davon aus, dass du dich auf die Blütezeit dieser Harnische beziehst.

Und da wurde in der Regel KEIN Schild zum Vollharnisch verwendet. Die Waffe der damaligen Mode heißt heute Anderthalbhänder oder Bastardschwert. Das ist ein Schwert, das zwar für den einhändigen Gebrauch konzipiert war, bei Bedarf aber auch zweihändig geführt wurde. Wer zwei Hände zum Kämpfen braucht, hat keine mehr für ein Schild frei.

Doch wie gesagt war das die Regel. Im Mittelalter gab es noch wenige gut organisierte Armeen und selbst die scherten sich einen Dreck darum, ob man nun einen Schild zum Harnisch führte oder nicht. Es wird also trotzdem Leute gegeben haben, die das taten. Zugleich gab es jedoch auch noch besondere Anlässe wie Turniere, bei denen traditionell Schilde benutzt wurden.

Ein Vollharnisch war zudem sehr schwer, weshalb viele, die solchen Schutz trugen nicht etwa an Wunden, sondern an Hitzschlägen verstarben. Ein Schild hieße extra Gewicht und damit mehr Anstrengung, stärkere Hitzeentwicklung und höheres Risiko. Dieses Risiko des Hitzschlages war groß im vergleich zu dem Risiko unter Beschuss zu geraten, da ein Bogenschütze wenig gegen Feinde in guten Kettenhemden und kaum etwas gegen welche in Plattenpanzern ausrichten konnte, solange sie nicht auf einem Pferd saßen, das man abschießen konnte. Ein Armbrustschütze konnte auch nur mit bestimmten Bolzen und Pfeilen und einer starken Armbrust mit Stahlbogen einen gut verarbeiteten Plattenpanzer durchdringen und diese Armbrüste und Bolzen/Pfeile waren teuer. In den südlichen Ländern wie Italien und Spanien konnten sich Vollharnische wegen des Klimas jedoch nie wirklich durchsetzen und so verwendete man dort nur die Brustpanzer und einen Helm mit Schild und Einhänder.

Doch wie gesagt hatte der Plattenpanzer auch zwei entscheidende Nachteile: die Hitzeentwicklung und der Preis. Daher haben sich teilweise auch Adelige von dieser Anschaffung abgewandt. Schilde jedenfalls wurden immer getragen, nur eben weniger in Kombination mit guten Plattenpanzern, da sie dort überflüssig waren. Bei frühen Formen der Plattenrüstung waren Schilde jedoch durchaus üblich und auch später wieder bei den Halbharnischen.

Ein anderer Faktor für das Fehlen der Schilde war das allmälige Aufkommen von Feuerwaffen, die zunächst zwar mehr Furcht als Schaden verursachten, aber gerade in der Blütezeit der Plattenrüstungen durch einige Verbesserungen effektiver wurden. Nun ließe sich natürlich anführen, dass ein Schild, wenn er schon die Kugel nicht aufhalten konnte, sie zumindest so verlangsamen konnte, dass die Körperpanzerung sie ganz aufhielt, was ich auch nicht zu widerlegen vermag. Doch muss ich auch hier wieder den Kostenaspekt anführen: Wenn man Krieg führt und sich alle paar Monate einen neuen guten Schild anfertigen lassen muss, weil der alte wie Schweizer Käse aussieht, kann man sich das auf Dauer nicht leisten. In früheren Konflikten war das noch anders: Wenn ein Pfeil oder ein Bolzen in einen Schild einschlug, machte er eine Kerbe hinein, wenn es ein Holzschild, eine Delle, wenn es ein Metallschild war. Das sah zwar nicht gut aus, schützte aber noch immer ziemlich gut, zumal sich Dellen auch vergleichsweise leicht ausbessern ließen. So dauerte es lange bis ein Schild abgenutzt war und er konnte teilweise über mehrere Generationen vererbt werden. Nach einer Salve aus Handrohren/Hakenbüchsen/Musketen hingegen war der Schild, sofern er getroffen wurde, kaputt und konnte nur noch eingeschmolzen oder verbrannt werden, je nachdem woraus er bestanden hatte.

Fazit: In der Regel wurde mit einem Vollharnisch des 15. Jahrhunderts kein Schild verwendet. Da die Heere damals jedoch sehr uneinheitlich ausgerüstet waren, kann es durchaus sein, dass die Kombination von Vollplatte und Schild über die Schlachtfelder Europas marschiert ist.

Man hat immer ein Schild benutzt wenn man eine Hand frei hatte. Warum soll man auf zusätzlichen Schutz verzichten? Zumal Schild nicht nur gegen Pfeile schützt. Die Vollrüstung überschätzt Du einfach in Efektivität.

Ja, die Rüstungen, die ab etwa dem 14. Jahrhundert getragen wurden, lösten Schilde vollkommen ab und ersetzten sie. Es galt bei dem schon enormen Gewicht der Rüstungen als nicht mehr vertretbar, für einen nur noch unwesentlich geringeren Zusatzschutz noch das Zusatzgewicht zu tragen.

Übrigens veränderte sich nicht nur die Bauweise der Rüstungen (also etwa Platte statt Kette), sondern auch das Metall: aus einfachem Eisen wurde Stahl).

Du kannst übrigens eine Abhandlung über den Langbogen und die Rüstungen in der Dokumentation "Battlefield Britain: Agincourt" hören (auf youtube). Das war ein Schlacht, in der auch ausserordentlich viele Bogenschützen beteiligt waren.

Die Standbilder, Zierrüstungen usw., die aus dem 14 Jahrhundert bekannt sind, sind übrigens sämtlich ohne Schild. Schilde scheinen nur noch als Wandschmuck aufzutauchen, da sie Wappen tragen.

Andererseits war die Rüstung selbst auch eigentlich schon wieder überflüssig, da in diesem Jahrhundert das Schiesspulverf aufkam. Auch die Stahlbolzen der Armbrüste waren schon eine Bedrohung. Es ging bei dem Festalten an der Rüstung wohl mehr um Standesdenken als um sachlich-technische Erwägungen.

Als ich fasse mal zusammen, wenn ich was falsches sage bitte ich darum das man mich korigiert, eine Plattenrüstung hat durchaus gegen Pfeilbeschuss, wenn jemand das gegenteil behauptet bitte ich um quellenangaben, allerdings waren Schilde im Zweikampf durchaus Sinnvoll.

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@aaggee

Ich hatte eine Quelle schon erwähnt. Schau Dir diese Doku in YT an. Ich weiss, dass es auch anders lautende Behauptungen gibt. Aber gerade das Beispiel von Agincourt ist gut, um die angebliche Wunderwaffe Langbogen in Zweifel zu ziehen.

Was die Schilde angeht: was "sinnvoll" ist oder nicht, werde ich nicht anstelle der Zeitgenossen, die mit dieser Technik in Krieg gezogen sind, besser wissen wollen. Es ist jedenfalls Tatsache, dass es am Beginn der Renaissance Schilde im Krieg nicht mehr gibt. Das kannst Du auf 1.000 zeitgenössischen Bildern sehen.

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@derdorfbengel

jo ich hab das ann deine antwort drangehängt weil ich es gut fand das du direkt ne queslle angegeben ;) ^^

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Nagut gegen Schießpulver wird ein Schiild nicht ankommen, aber gegen einen Armbrustbolzen ist doch ein Sinnvoller Schutz, ich glaube nähmlich nicht das so einer durch den Schild und DANN noch durch die Rüstung dringen. Ich will jetzt auch garnicht mehr so auf den Schutz vor Projektilen eingehn sondern mehr auf den Zweikampf. Im Zweikampf spielt es ja schließlich keine Rolle ob ich nun ein Langes Schwert führe oder ein Breitschwert und Parallel dazu einen Schild den in zum blocken einsetzte um anschließend zuzuschlagen. ^^ Und falls ich einen Hieb des Gegeners nicht mit meinem Schild blocken kann oder er einen rasanten Gegenangriff einleitet so hab ich immer noch eine Plattenrüstung die mich vor schwereren Verletzungen schützt.

-Wenn jemand anderer Meinung ist so würde ich mich sehr freuen wenn man seine meinung und ansichten hier hineinschreibt, bin immer für eine Sachliche Disskusion zu haben. :)

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@aaggee

Hi. ich habe eigentlich gar keine Lust auf "Diskussionen". Schau: es macht wenig Sinn, unter Sonntagsgenerälen darüber zu spekulieren, welche Rüstung in einem mittelalterlichen Krieg die richtige ist. Weder ist das heute Kriegsrealität, noch kennt überhaupt einer von uns die.

Der Fragesteller hat sich für einen Sonntagsgeneral als HA entschieden, nun das ist sein Recht. Ich aber habe die frage als Historiker beantwortet. Nicht danach, was meiner unbedeutenden Meinung nach Sinn macht, sondern: was real war.

Und so war sie auch gestellt. Dass sie anders gemeint war, konnte ich nicht wissen. Aber wenn ich es gewusst hätte, hätte ich mich auf den Kinderkram gar nicht eingelassen (sorry, für die Direktheit).

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@derdorfbengel

ok dann habe ich mich falsch ausgedrückt, ich meinte nich "Meinungen" , sondern eher "eure informationen-was ihr wisst" um verschiedene quesllen und infos zusammen zu tragen. Was sinnvoll war ist hier auch nicht die frage. Und "diskusion" da is es das selbe, einfach nur das mehrere leute ihre infos und quellen zusammen tragen. war etwas unglücklich formuliert. is mnir später auch aufgefallen hab aber gehofft das es, nicht wie es jetzt passiert ist, zu missverständnissen kommt. Bitte vielmals um entschuldigung. Ich wiederhole nochmal: Bei dieser Frage geht es nicht darum, was sinnvoller wäre, sondern wie es war.

Tut mir leid für das Missverständniss. Ig age

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Galt dies auch für den Zweikampf auf Tunieren?

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@aaggee

Ok. In der Schlacht wurden also keine Schilde mehr verwendet, doch galt das auch für Zweikämpfe auf Tunieren?

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@aaggee

Du hast Dich bereits für einen Antworter als den besten entschieden. Fragen solltest Du an ihn richten.

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@derdorfbengel

Ich bin noch nicht sehr lang bei bei GuteFrage, und hätte nicht gedacht das überhaupt so viele Antworten kommen. Und ich würde mich freuen wenn du mir mein Missgeschick, mit meiner ungünstigformulierter, verzeichen würdest. Und noch cooler wäre es wenn du mir meine Frage beantworten würdest da du dich scheinbar wirklich gut auskennst und vorallem da du auch Quellen angeben kannst und es interesiert mich wirklich brennend und ich kann mim Internet nichts finden. Wenn es dir um die Stimme "hilfreichste Antwort" geht tut es mir leid, demnächst, aber wie gesagt ich bin erst seit kurtzem dabei, und das hier ist meine erste Frage^^.

Bitte um Verzeigung. Viele Grüße age

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Du täuscht Dich - die Plattenrüstung schützte nicht viel gegen Wurflanzen, Langbogen-Pfeile und Armbrust-Bolzen, auch nicht gegen Steine oder brennendes Pech beim Belagerungskampf. Der Schild hingegen konnte die Schwächen etwas ausgleichen - z.B weil er durch cleveren Mehrkomponenten-Aufbau die Energie der Geschosse besser absorbieren konnte.

Aber so ein Plattenharnisch ist doch mehrere milimeter dick und so ein pfeil fliegt dur metall doch auch nich wie butter? Wenn sie nich gegen Pfeile geschützt haben dann wäre es doch sinnlos sie zu tragen oder irre ich mich? :) ?

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@aaggee

Eben du sagst es mehrere millimeter dick! Das ist gar nichts - eine Pfleilspitze , eine Lanze hat eine Spitze und wird langsam dicker und daher wirken Scherkräfte dazu die gewaltige kinetische Energie. Das Geschoss geht eben doch durch wie durch Butter ! Nimm doch mal einen Bierdeckel (Kronkorken) oder eine Konserve - mit ganz wenig Kraft machst du da ein Loch rein.

Du hast recht, gegen diese Waffen Wurflanzen, Langbogen-Pfleile oder Armbrustbolzen macht die Rüstung keinen Sinn! Unnötiger Balast. Du darfst nicht verwechseln: Wenn du Bilder aus Spätmittelalter oder Früher NEuzeit siehst - da haben sich die Adeligen also Ritter portraitieren lassen - oft in Turnierrüstung. Auf dem Schlachtfeld - machte so eine Rüstung nur bedingt Sinn! Die kleinen Einheiten aus gepanzerten Rittern mussten durch andere Einheiten geschützt und flankiert werden, damit die gefährlichen Gegner mit Fernwaffen gar nicht an sie rankamen. Denn im Nahkampf machte die Rüstung gegen Hieb und Stichwaffen durchaus Sinn.

Eine Analogie im Panzerkrieg: Panzer brauchen im Kampf die Unterstützung durch Infantrie, denn sonst ist ein Panzer leicht durch gegenerische Fusstruppen mit Panzerabwehrwaffen lahmzulegen. (Genauso leicht war ein schwer gepanzerter Ritter durch einen Bogenschützen zu töten)

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@findesciecle

LOL. Deine technische Logik ist überwältigend. Wer in Aluminiumblech ein Loch machen kann, kann das sicher auch in Rüstungsstahl.

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@findesciecle

Ich wiederhole an diesem Punkt nochmal, das die Antworten und Kommentare Sachlich bleiben sollen!

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@aaggee

eben aggee eben, das kannst du nicht wissen, aber der Bengel hatte mich nur im Target, weil er offensichtlich aus ner anderen Frage noch ne Rechnung offen fühlte - ich bin dem Parade-Linken halt nicht genehm - das ist der Hintergund! Lass ich gern über mich ergehen - aber wenn er mal schnell behauptet, unsere Kronkorken oder Konserven wären aus Alu-Blech (einige Konserven sind es tatsächlich - aber untergeordnet) - das muss man mal aufgreifen, zumal wenn es so einladend formuliert ist ;)

Aber aaggee - das ist dein Part als Adressat: Sag doch mal wie du meine Analogie mit den Kronkorken und Konserven verstanden hast! Sicher nicht so als seien diese genauso leicht wie die Plattenrüstungen damals zu durchdringen gewesen? Wenn ja, hätte ich mich durchaus falsch ausgedrückt! Aber ich denke - du hast das so aufgefasst wie gemeint: Es ist ein Vergleich wie leicht Metall zu durchdringen ist! Jeder hat im Keller viele Gegenstände um so eine Rüstung mit Leichtigkeit zu perforieren!

Die Plattenrüstungen waren nie undurchdringbar - zwischen Hochmittelalter bis in die frühe Neuzeit wusste jeder der sowas fertigte und die die ihn trugen um dessen tödliche Schwächen!

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@findesciecle

Was du mir damit sagen wolltest habe ich durchaus verastanden was du damit sagen wolltest. War vieleicht das beste Bespiel aber spielt ja auch keine Rolle. Aber der ch Stahl aus dem die Rüstung ist, ist ja auch abgerundet, so das es schwierig sein sollte mit den Pfeil im 90° winkel zu treffen. Geschiet dies nicht gleitet der Pfeil doch einfach ab Oo. ^^

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@aaggee

Ich wollte nur richtig stellen, warum der andere mich unqualifiziert provozieren musste. Darum habe ich ähnlich reagiert!

naja - stimmt natürlich physikalisch auch, was du sagst mit dem Winkel - bedingt... aber das Metall wird durch die Bearbeitungen zur Körperanpassung auch gleichzeitig geschwächt... Aber du musst natürlich sagen, um welche Zeit es geht: In der frühen Neuzeit spielten Schilde immer weniger Rolle! Aber da hatte sich die Sozialstruktur verändert: Stichwort: Aus Rittern wurden Offiziere! Also bitte glaub nicht - die Rüstung wäre ein undurchdringlicher Garant fürs Überleben gewesen! (Waren schon die Kettenhemden nie!) Ich sags gern noch mal: Langbögen, Wurflanzen, besonders Armbrust! Auch vor den Feuerwaffen waren die Rüstungen keine Überlebensgarantie! Um deinen Gedanken aufzugreifen: Und wer garantiert, dass das Geschoß im spitzen Winkel auftrifft? wie ich sagte - anderen EInheiten!
Armbrust - 100 meter - adè Rüstungsträger! Eben das hatte auch ein Rückwirkung auf die Sozialstruktur!

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@findesciecle

Also meine Frage bezieht sich auf das 14. Jahrhundert.^^ Und wie du das mit der Rüstung meinst kann ich gut nachvollziehen, "Kugelsichere/Dämpfende-Westen" sind ein Schutz schützen jedoch nicht 100% sonsten verbessern nur die Überlebenschancen. Und klar mit der Entwicklung der Schusswaffen wurde ein Schild überflüßig,logisch, dann nimmt man seine Hände lieber füür was sinnvolles. Doch im Zweikampf z.B ein Tunier, könnte ich mir vorstelllen das die Schilde dort noch benutzt worden, ob ich jetzt ein schweres Langschwert schwinge oder einen Schild vor mich halte macht, vermutlich keinen großen Unterschied im Gewicht, und wenn man die Schläge des anderen mit dem Schild blockiert, ist der vorteil seinen Langschwertes auch nicht mehr vorhanden und ich lande, wenn auch nicht so Kraftvolle, mehr Treffen (oder überhaupt treffer) bei meinem gegenüber.

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@findesciecle

Du irrst dich gewaltig. Plattenrüstungen waren nahezu immun gegen Pfeile und nur gegen bestimmte, vergleichsweise teure Arten von Bolzen und Feuerwaffen empfindlich, da diese die nötige Wucht aufbringen konnten um diese mehreren Millimeter zu durchschlagen. Damaliger Rüststahl war etwa dreimal so hart wie heutiger Rüststahl, d.h. mit genug Wucht bricht er entzwei aber durchkommen ist schwer. Das ist mit Kronkorken nicht zu vergleichen. Für alle die es nicht wissen (das soll keine Beleidigung dir gegenüber sein): Stahl ist eine Legierung, ein Gemisch aus zwei Metallen. Die Zusammensetzung variiert stark. So ist hethitischer Stahl anders als keltischer, der wiederum ist anders als mittelalterliche Stahlsorten. Heutige Bau- und Industriestähle sind wiederum anders. Das ist, als würde man einen Salamander mit einem Waran vergleichen, beides Reptilien, aber vollkommen verschiedene Gattungen. Ferner sind Kronkorken weniger als 1 Millimeter dick. Ich dachte auch früher, dass so dünne Platten doch nichts aushalten können, aber dann hab ich mir mal ein Lineal genommen und gemerkt, wie breit 2 Millimeter eigentlich sind, wenn man sie auf Metall bezieht. Ferner waren diese Reiter Schocktruppen und somit effektiver, je leichter der Gegner war. Fernkämpfer waren in der Regel am schlechtesten gepanzert und damit die leichtesten. Folglich waren Lanzenreiter gerade gegen Fernkämpfer effektiv. Der Trugschluss, dass Fernkämpfer Reitern überlegen gewesen seien, kommt aus den Schlachten von Crecy, Pointiers und Azincourt. In Azincourt stürmten die Reiter über matschige Äcker. Es würde mich nicht wundern, wenn viele Franzosen damals sterben mussten, weil ihre Pferde stolperten, ausrutschten oder sich am Fuß verletzten und fielen. In Crecy waren die Waliser auf dem Hügel und beschossen die Pferde, nicht die Reiter. Bei 6000 Schützen, 12 Pfeilen pro Minute und 36 Pfeilen, wie es damals üblich war, macht das etwa 216000 Geschosse, die insgesamt 3 Minuten 1000 Ritter zu Fall brachten. Gegen die vorrückende Schwere Infanterie musste jedoch die englische Reiterei aushelfen. Merke: Man braucht 6 Bogenschützen mit jahrelanger Ausbildung, Drill und Erfahrung und 216 Pfeile, um einen einzelnen Lanzenreiter zu Fall zu bringen. Wäre so ein Panzer gar nichts, müsste man doch davon ausgehen, dass die Schlacht von Crecy innerhalb von drei Minuten hätte entschieden sein müssen, da die Waliser bereits halb Frankreich erschossen hätten. Mit einem Bogen einen Kämpfer im Gotischen Plattenpanzer kämpfen ist, als würde man sich mit einer Pistole einem Leopard entgegenstellen und ich rede hier nicht von dem Tier. Du schreibst von Wurflanzen? Schon mal eine geworfen? So viel Wucht kriegt man da nicht rein, dass die einen Plattenpanzer penetrieren. Wurfspeere wurden verwendet, um Schilde unschädlich zu machen, indem sich die Spitze der Speere in das Holzschild gräbt und dann verbiegt, damit es unhandlich wird. Nach dem Fall Roms wurden sie nur noch in bestimmten Regionen Europas verwendet. Langbogen-Pfeile? Es kommt auf die Spitze an. Eine Bodkin-Spitze kann zwar die Ringe eines Kettenhemdes aufsprengen, durch den Plattenpanzer kommt sie trotzdem nicht. Dazu haben Bögen einfach nicht die Kraft. Die beiden prominentesten Fälle, dass ein Ritter von einem Bogenschützen getötet wurde, ohne das Pferd zu töten, (König Harald II. und König Richard Löwenherz, beide von England) sollen angeblich ins Auge getroffen sein. Der einzige Punkt an dem du die Rüstung lobst ist im Nahkampf - die Situation, die man tunlichst vermeiden sollte mit dieser Rüstung. Der Grund: Nahkampf ist anstrengend, so ein Panzer jedoch schlecht belüftet. Das wäre als würde man mit einer Winterjacke in den Boxring steigen. Vor allem der Stich ist problematisch, da er eigentlich wie ein Geschoss wirkt mit dem Unterschied, dass er gestoßen wird, die Muskeln also der bremsenden Reibung entgegenwirken. Beim klassischen Stich ist das noch kein Problem, da dieser mit einem Schwert, Rapier oder Stangenwaffe nicht ausreichend Wucht hat, um den Panzer zu durchstoßen. Bei dem Schlag mit einem spitzen Hammer jedoch, der streng genommen auch ein Stich ist, da er ebenfalls eine Stichwunde verursacht, kann das den Plattenpanzer durchaus durchstoßen und eine böse Wunde schlagen. Doch vor allem war die pyschologische Wirkung nicht zu vernachlässigen, die vor allem Unfreie ob ihrer vermeintlichen Machtlosigkeit in Verzweiflung verfallen und ihre Angriffe unpräziser werden ließ, sodass sie von der Rüstung abgleiten konnten.

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