Als Hubschrauberpilot im Ausland arbeiten?

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2 Antworten

Hallo,

ja, ich habe Deine Frage beantwortet, aber leider nicht ganz korrekt - und das ärgert mich persönlich. Ich habe Deine Frage mit einer zuvor gestellten über die Anerkennung einer neuseeländischen Lizenz verwechselt.

Also, langes Rede kurzer Sinn: Du darfst mit einer deutschen Lizenz im Hohen Norden fliegen.

Irgendwo passte etwas nicht zusammen, weil in unserem Unternehmen auch Schweizer und Österreicher deutsche Flugzeuge fliegen. Das war zu JAR-FCL-Zeiten kein Thema und sollte es auch in EASA-Zeiten nicht sein.

Also, hier die ultimative und korrekte Antwort: Ja, es geht. Da Norwegen und Schweden genau wie Deutschland EASA-Mitglieder sind, ist ja untereinander eine Anerkennung der Lizenzen vereinbart. Dazu kommt bei Schweden, welches ja zur EU gehört, dass dort sowieso ohne weitere Rückfragen geflogen werden kann.

Ich hatte nur an Norwegen gedacht und "Drittland" - wie Neuseeland eins ist - mit Nicht-EU-Mirlgied gleichgesetzt. Hier geht zwar um EU-Regelungen, aber übergreifend um die EASA-Definition.

Sorry for confusion!

Da ich Dir immer alles glaube, was Du schreibst, war ich schon etwas erschrocken. Ich fliege ja auch gelegentlich mit meiner deutschen CPL mit italienisch registrierten Luftfahrzeugen gewerblich. Jetzt dachte ich im ersten Augenblick, ich sei die ganze Zeit illegal geflogen. Andererseits bin ich nicht der einzige Ausländer.der in Italien gewerblich fliegt und weder unser Unternehmen noch die italienischen Behörden hatten daran was auszusetzen :-) Erschwerend wäre ja noch gewesen, dass ich zwar eine deutsche Lizenz, aber meinen Wohnsitz in Belgien habe. :-)

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@Luftkutscher

Nein, es löst sich alles auf. Innerhalb der EU ist das kein Problem, laut LBA sollte man aber die jeweilige Luftfahrtbehörde kontaktieren, wenn es Diskrepanzen zwischen EU- und EASA-Mitgliedschaft gibt.

Bei Drittländern, also weder EU- noch EASA-Mitgliedern, gilt aber, dass Lizenz und Flugzeug aus dem gleichen Aussteller- bzw. Zulassungsstaat kommen müssen und dass das Fliegen eines DE-Aircrafts hier nur mit einer Vaiidation möglich ist - sozusagen als Ferienflieger.

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Hallo,

grundsätzlich mal geht das, weil sowohl Norwegen als auch Schweden Mitgliedsstaaten der EASA sind. Aber ... es gibt einen weltweiten Standard und der heißt:

Pilotenlizenz und Flugzeugzulassung müssen aus dem gleichen Ausstellerstaat kommen!

Was Du also machen kannst, ist, entweder mit einer sogenannten "Validation" fliegen, d. h., die norwegische oder schwedische Luftfahrtbehörde überprüft Deine deutsche Lizenz und stellt dann eine für ein Jahr gültige Berechtigung aus, nach der Du mit deutscher Lizenz im Ausland fliegen darfst. Danach ist auf jeden Fall eine Umschreibung nötig (obwohl es sich dabei immer um EASA-Lizenzen handelt). Oder Du beantragst gleich eine "einheimische" EASA-Lizenz, was aber nur bei einem festen Arbeitsvertrag Sinn macht.

Flugstunden werden anerkannt. Die genauen Regeln stehen in der EU-Verordnung 1178/2011, die Du über das LBA einsehen kannst. Dort heißt es z. B. auf Seite L 311/4, im Artikel 8:

"Bedingungen für die Anerkennung von Lizenzen aus Drittländern

(1) Unbeschadet Artikel 12 der Verordnung (EG) Nr. 216/2008 und im Fall, dass zwischen der Europäischen Union und einem Drittland keine Übereinkünfte geschlossen wurden, die die Pilotenlizenzierung betreffen, können Mitglied­staaten Lizenzen aus Drittländern und zugehörige Tauglichkeits­zeugnisse, die von oder im Namen von Drittländern erteilt wurden, im Einklang mit den Bestimmungen des Anhangs III dieser Verordnung anerkennen."

Und unter Punkt

(5) Flugzeug-oder Hubschrauber-Musterberechtigungen können den Inhabern von Teil-FCL-Lizenzen, die die von einem Drittland festgelegten Anforderungen für die Erteilung dieser Berechtigungen erfüllen, erteilt werden. Diese Berechtigungen sind auf die in diesem Drittland registrierten Luftfahrzeuge be­schränkt. ..."

Am besten fragst Du mal bei den entsprechenden Luftfahrtbehörden in NO oder SE nach. Wende Dich auch an das Luftfahrt-Bundesamt, Referat L 4, Luftfahrtpersonal, Telefon: 0531-2355-0, Mo-Fr von 9-12. und dort an die beiden Sachbearbeiterinnen Julia Salle, Durchwahl -4402, und Renate Siebert, Durchwahl -4403. Die beiden Damen sind zuständig für die Anerkennung und Umschreibung von ausländischen und militärischen Lizenzen, sind also die idealen Ansprechpartnerinnen.

Und auch eine Rückübertragung der Lizenz mit Anerkennung der Flugstunden ist natürlich möglich.

Ich habe derzeit ein ähnliches Problem: Ein Schweizer mit österreichischer Lizenz soll in Rumänien mit meiner deutsch zugelassenen Maschine Luftarbeit machen. Ist das überhaupt möglich?

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@Luftkutscher

Hi, jetzt kommt die ultimative Antwort und ich muss gestehen, dass ich in meiner Antwort an "Kostenloser" etwas verwechselt habe, weil ich mich kurz vorher noch mit der Umschreibung einer neuseeländischen Lizenz in eine deutsche beschäftigt hatte. Ich weiß ja dass in unserem Unternehmen Schweizer und Österreicher mit ihren Lizenzen deutsche Flugzeuge fliegen. Also habe ich gerade noch einmal beim LBA angerufen und dort die "Auslandsabteilung" gefragt.

Also: Rumänien gehört ja jetzt auch zu EU und ist auch EASA-Miglied, welches schon vorher die JAR-FCL anerkannt hatte. Da ist es ganz einfach: Ja, es geht, selbst wenn der Lizenzinhaber ein Schweizer mit österreichischer Lizenz ist. Die Schweiz hat in Bezug auf das Lizenzwesen und die Anerkennung einen Sonderstatus zur EU - und sie ist ja auch EASA-Mitlgied.

Deshalb gibt es keine Probleme mit der Tätigkeit. Es gibt aber einige Staaten, wie die Türkei, Mazedonien oder auch Kroatien, bei denen man vor Arbeitsaufnahme unbedingt die nationale Luftfahrtbehörde kontaktieren sollte.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Lizenzdunkel bringen.

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@rudim1950

Danke für die Aufklärung. Dein Beitrag hatte mich erst etwas verunsichert, zumal meine deutsch registrierte Maschine unter der AOC einer italienischen Firma eingesetzt werden soll, was die Sache noch verworrener macht. Nach Auskunft meiner italienischen Kollegen sieht die rumänische Luftfahrtbehörde dabei keinerlei Probleme. Wir hatten mal vor 2 Jahren in Kroatien ein Problem, als Kroatien noch nicht bei der EU war. Irgend ein spitzfindiger Beamter wollte doch tatsächlich den Einsatz der 5 Flugzeuge zur Luftarbeit als Einfuhr deklarieren und die Einfuhrumsatzsteuer für die Flugzeuge erheben. Letztlich blieben uns nur 3 Möglichkeiten: Die Steuer zahlen, den Beamten bestechen oder über die EU Druck machen. Letzere Lösung war die wirkungsvollste und günstigste :-)

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Oh, danke, hast meine Frage beantwortet :)

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